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 Texte aller Art, Gedichte, Lyrik, Kurzgeschichten
Lita2 ( gelöscht )
Beiträge:

27.09.2003 20:06
RE: Insel der Schatten-(Kapitel 4) antworten

4.Kapitel

Endlich war es soweit.Der neue Tag hatte bereits begonnen und die Sonne war schon längst aufgegangen, allerdings versteckte sie sich zu dieser frühen Stunde noch hartnäckig hinter einem dichten Nebelschleier.
Sarah konnte es gar nicht erwarten nach draussen zu kommen und ihre Angst vom gestrigen Abend war wie weggeblasen, als sie endlich auf ihrem Fuchswallach
Mignowa saß und die kühle, frische Luft einatmete, die für einen Frühlingsmorgen auf dieser Insel so typisch war.
Nachdem auch Lirinia auf ihrer Schimmelstute Silona platz genommen hatte und Tsimm auf seiner braunen Stute Tilama saß ging es endlich los.
Sie verabschiedetenn sich von den Elfen und den Gnomen und ritten dann eine Weile still den Weg in richtung Süden entlang.
Ganz vorne lief Agog, darauf folgten Lirinia, Tsimm und Sarah und zuletzt liefen die beiden Elfenpagen Kos und Gilek.
Nach einer Weile ritten sie vom Weg ab und folgten einem kleinen Pfad der durch den Wald führte.
Sarah langweilte sich ein wenig, obwohl sie sich eigentlich auf das Reiten konzentrieren musste, da sie es ja in nur drei Tagen hatte lernen müssen.
Also lenkte sie ihr Pferd an Tsimm vorbei zu Lirinia.
„Wo wollen wir rasten wenn es Nacht wird?“, begann Sarah ein Gespräch.
Sie hatte vor durch Lirinia etwas mehr über die Anakonier herauszufinden und hoffte das Thema unbemerkt in diese Richtung lenken zu können.
„Ich weiss es noch nicht.Wir werden nach einer Höhle oder einer großen Lichtung Ausschau halten müssen.“
„Und was wenn die Anakonier uns Nachts überfallen?Wer beschützt uns dann?“
„Wir sind noch lange nicht in feindlichem Gebiet.Außerdem haben wir Agog mit seinen kräftigen Armen und Tsimm mit seinem Bogen.Und jeder von uns besitzt einen Dolch.Was sollte da schon schlimmes passieren?Auf jeden Fall kann jeder von uns sich wehren, wenn es darauf ankommt.“
Das stimmte.Sarah tastete alle zwei Minuten nach dem spitzen Gegenstand, den sie unter ihrem langen, grauen Filzmantel versteckt hatte, aus Angst ihn zu verlieren.
Sarah merkte dass Lirinia keine Lust mehr hatte sich noch weiter darüber zu unterhalten, also ließ Sarah ihr Pferd wieder zurückfallen.

Sie waren ein gutes Stück vorangekommen und die Sonne stand schon hoch am Himmel, als sie das erste mal eine Rast einlegten.
Sie ließen die Pferde auf einer nahe gelegenen Wiese grasen, wo die Pagen auf sie aufpassten.
Währendessen holte Agog die Vorräte für den heutigen Tag aus seiner Tasche.
Für jeden einen Laib Brot, einen Apfel und eine gelbliche Frucht die Sarah noch nie gesehen hatte und die Papunya hieß und nur auf Inseln wie dieser wuchs, auf denen das Klima meist sehr warm war.
Nachdem sie ihre Rast wieder beendet hatten, setzten sie ihren Weg in Richtung Süden fort.

Sarah war inzwischen derart langweilig geworden, dass sie noch nicht einmal die Gegend um sich herum wahrnahm.
Sie bemerkte nicht die Sonne, die von oben auf die kleine Gruppe von mutigen Reisenden hinunterlachte und dessen helle Strahlen sich ihren Weg durch das dichte Blätterdickicht bahnten und dunkle Schatten auf den harten Boden warfen.
Sie bemerkte nicht die Wolken, die sich langsam zu immer neuen Formen und Gestalten auftürmten und bald sogar die Sonne bedeckten.
Sie bemerkte nicht die kalten Tropfen auf ihrer blassen Haut, die kurz darauf vom Himmel prasselten und schenkte auch den Pferden keine große Beachtung mehr.
Ein Fehler, wie sie ihn später noch öfters bereuen würde.
Ein heftiger Wind kam auf und grüne Blätter wirbelten durch die Luft.
Auf einmal verhakte sich ein dünner Zweig, der tief vom Baum herunterhing, in ihrem Mantel und zerrte sie zurück.
Durch den plötzlichen Ruck schreckte ihr Pferd hoch, dass die letzten paar Minuten onehin schon nervös herumgetänzelt hatte, und wieherte ängstlich.
Sarah versuchte es zu beruhigen, doch Mignowa war nicht mehr aufzuhalten.
Er galoppierte los und stürmte mit Sarah davon.Der Zweig hatte sich Gott sei Dank bereits aus ihrem Gewand gelöst.
Panik brach aus, als Sarah und ihr Pferd hinter der nächsten Kurve verschwunden waren.
Lirinia beschloss ihr hinterherzureiten und befahl den restlichen Personen an Ort und Stelle zu bleiben.
So jagte sie hinter Sarah und Mignowa her, die ihr inzwischen immer näher kamen.
Bald hatten sie den Wald hinter sich gelassen und ritten über ein weites Feld und Mignowa schien die Puste auszugehen, denn sie wurde immer langsamer, bis sie endlich ganz anhielt.
Bald hatte Lirinia Sarah und das Pferd erreicht und fragte besorgt: „Alles in Ordnung bei dir, Sarah?“ „Ja, ich.....ja.Es war meine Schuld, es tut mir Leid, ich habe nicht aufgepasst,“ antwortete Sarah und schaute Lirinia mit großen Augen an, „ bekomme ich jetzt Ärger......ich meine bist du mir Böse?“
Lirinia lächelte zu ihr herunter und Sarah wurde wieder einmal bewusst was sie doch für ein Glück hatte, hier sein zu dürfen.
Dann stieg sie wieder auf ihr Pferd und obwohl Lirinia nichts gesagt hatte, war Sarah klar dass sie ihr nicht Böse war.Sie nicht und auch niemand sonst.
Das hoffte Sarah zumindest.

Als sie an diesem Abend wieder ihr Lager in der Nähe eines kleinen Bachs aufschlugen,
war es schon längst Dunkel geworden und die Pferde waren sehr verschwitzt.
Sarah hatte das Gefühl, dass sie Schuld daran war, dass sie bis in die Dunkelheit hatten Reiten müssen, denn durch sie hatten die Reisenden wichtige Zeit verloren.
Während Agog und Lirinia Feuerholz sammelten, war es Sarahs und Tsimms Aufgabe ihnen allen einen Unterschlupf aus Holz und Blättern zu bauen.
Als sie mithilfe der Zügel der Pferde ein einfaches Dach aus Blättern und Zweigen gebaut hatten, machten sie sich daran eine Feuerstelle herzurichten.
Sie ordneten einige Steine zu einem runden Kreis und legten in die Mitte etwas Moos und Reisig.
Als sie fertig waren knoteten sie die Pferdedecken an die Sättel der Pferde und befestigten das andere Ende an einem Baum, so dass die Pferde nicht weglaufen konnten.
Als Lirinia und Agog wiederkamen, saßen Sarah und Tsimm schon vor ihrem Unterschlupf und packten die Vorräte aus.
„Toll habt ihr das gemacht“, lobte Lirinia und begann damit einen großen Teil des Holzes zu einem Stapel aufzuschichten.Den anderen kleinen Haufen legte sie auf die Feuerstelle und Agog machte sich daran mit einem Stück Holz, das er zwischen den Händen hin und her rieb und etwas Moos, das er unter das Holz legte ein Feuer anzuzünden.
Als es endlich richtig flackerte, begannen sie jeder wieder ihren Laib Brot und ein wenig Obst zu essen, bis alle mehr oder minder satt waren.
Dann breiteten sie Decken auf dem trockenen Boden aus und waren, bis auf die beiden Pagen die abwechselnd Wache hielten, bald eingeschlafen.

Lirinia schlief noch tief und fest als laute Schreie und ein seltsamer Geruch sie aufweckten.Was war geschehen?
Agog war es, der die Elfenprinzessin schließlich aufklärte: „ Schnell, kleine Prinzessin.
Wir müssen hier raus, es brennt.Sarah und Tsimm sind schon bei den Pferden.Kommen sie, schnell!“
Tatsächlich war der seltsame Geruch Rauchgeruch und die Schreie waren abwechselnd die Pagen und Sarah und Tsimm.
Die Pferde waren bereits losgebunden und auch die Zügel waren gerettet worden.
Doch sie konnten jetzt nicht einfach wegreiten, obwohl Tsimm wahrscheinlich in der nächsten Sekunde ohnmächtig würde vor Angst.
Inzwischen stand das ganze Blätterdach ihrer kleinen Bleibe in Flammen und Lirinia und Sarah versuchten verzweifelt die Flammen mithilfe der Pferdedecken auszuschlagen.
Schließlich kam Lirinia auf die Idee, doch die Flammen in Richtung Bach zu lenken, wo sie von selbst gelöscht wurden.
Doch dazu blieb keine Zeit mehr.
Das knisterne Feuer rauschte in ihren Ohren und schien von jeder Seite zu kommen.
Hin und wieder fiel ein angekohkeltes Blatt zu ihren Füßen nieder und eine Flamme tänzelte dicht vor ihnen im Wind.
Plötzlich, ohne ein Wort zu sagen, raste Tsimm an ihnen vorbei in Richtung Fluss.
Er tränkte sein Tuch im Wasser des Baches, so das es vor Nässe triefte.
Auch die anderen verstanden sofort und folgten seinem Beispiel.
Mithilfe der nun nassen Tücher gelang es ihnen die größten Flammen tu löschen.
Der Rest verlöschte von selbst oder wurde vom Wind gelöscht.
An einigen Stellen stiegen dichte Rauchfahnen nach oben und angesengtes Gras zeichnete die Stellen des Feuers.
Die ganze Gruppe mitsamt der Pagen saß nun erschöpft am Boden und jeder fragte sich im Stillen was ihnen denn noch alles passieren sollte und ob das nur der Anfang einer Reise voller Schrecken und Grauen werden sollte.

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