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Dieses Thema hat 1 Antworten
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Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

02.11.2004 16:42
RE: 225 Milliarden Dollar für den Irakkrieg Antworten

Zitat
Der Irak-Einsatz kostet weitere 70 Milliarden Dollar

Florian Rötzer 26.10.2004


Die Bush-Regierung will das Geld für 2005 erst nach der Wahl beantragen, damit würden die Gesamtkosten für den Militäreinsatz auf 225 Milliarden steigen

Mit dem langen Einsatz im Irak und in Afghanistan laufen der Bush-Regierung die Kosten davon. Angeblich will man deshalb nach den Wahlen, wie die Washington Post berichtet, noch einmal 70 Milliarden US-Dollar zusätzlich nachschieben. Damit würden die Gesamtkosten seit dem Einmarsch in den Irak auf 225 Milliarden US-Dollar steigen. Mehr als beim ursprünglich geplanten schlechtesten Szenario - und weit mehr als die bei der Kriegsvorbereitung 2002 erst einmal genannten 40 Milliarden Dollar.


Vor dem Einmarsch in den Irak sah alles noch anders aus. 2002, als die Bush-Regierung den Krieg vorbereitete, ging man erst einmal, zumindest gegenüber der Öffentlichkeit, von 40 Milliarden US-Dollar an Kosten aus, wenn er so schnell vor sich gehen würde, wie man dies wohl auch nach dem Erfolg in Afghanistan glaubte, auch wenn zur Legitimation gerade die Gefährlichkeit des Hussein-Regimes mit seinen Massenvernichtungswaffen beschworen wurde. Wie auch immer der Krieg ausgehe, so sei er, wie die Regierung den Amerikanern versicherte, finanziell unerheblich: Gerade einmal 100 oder 200 Milliarden Dollar würde die militärische Intervention im schlechtesten Fall kosten - mehr oder weniger Peanuts, wie Lawrence Lindsey, der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, der Presse im September mitteilte. Das wären nämlich gerade einmal 1 oder 2 Prozent des Bruttosozialprodukts gewesen ( Kriegskosten sind Peanuts). Es gab allerdings auch andere Berechnungen, aber im Weißen Haus übersah man geflissentlich die unerwünschten Szenarien, die sich freilich als realistisch erwiesen haben ( Irak-Krieg kann die USA zwischen 100 Milliarden und 1,9 Billionen US-Dollar kosten).

Die Bush-Regierung setzte schließlich gerade einmal 75 Milliarden US-Dollar für den Sturz Husseins und die Folgen im Jahr 2003 an. Das Pentagon hatte zwar fast 100 Milliarden verlangt, aber im Weißen Haus wollte man aus nachvollziehbaren politischen Gründen die Kosten lieber erst einmal geringer angeben. In den veranschlagten 75 Milliarden waren allerdings nicht nur die Kosten für das Militär eingerechnet, sondern auch einige Milliarden für befreundete Staaten und für den Aufbau der "Koalition der Freiwilligen".

Man ging davon aus, dass die Kampfhandlungen nach wenigen Wochen beendet sein würden. Das waren sie auch, US-Präsiden Bush erklärte denn auch im Mai 2003 auf dem Flugzeugträger vor der Fahne mit der optimistischen Aufschrift "Mission accomplished" das "Ende der größeren Kampfhandlungen". Doch dann begann sich erst allmählich der Widerstand wohl auch durch das Verhalten der amerikanischen Truppen und der US-Verwaltung zu formieren, was die Kosten immer weiter in die Höhe trieb, während die Unsicherheit im Lande den Wiederaufbau behinderte und die Anschläge den Export des Öls einschränkten.

Für 2004 erhielt das Weiße Haus vom Kongress für die Kosten des Irak-Einsatzes weitere 65 Milliarden US-Dollar (dazu kamen 18,6 Milliarden für den Wiederaufbau). Das Haushaltsjahr lief am 1. Oktober ab, zusätzlich wurden im August bereits weitere 25 Milliarden bewilligt, so dass 2004 bislang 80 Milliarden aufgewendet wurden. Sicherheitshalber nannte man für 2005 erst einmal keine Kosten. Schließlich ist Wahlkampf und der Irak-Krieg einer der wunden Punkte. Schon im April erklärten Pentagon-Mitarbeiter, dass man mit dem Geld nicht auskomme und das Budget für 2005 nicht die Kosten für Personal, Munition, Treibstoff und Reparaturen enthalte ( Vor dem Scherbenhaufen?).

Die jetzt zusätzlich über die bereits bewilligten 25 Milliarden hinaus notwendigen 70 Milliarden für das Haushaltsjahr 2005 sind womöglich noch nicht das letzte Wort. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, dass man die endgültige Entscheidung über die Höhe der Gelder für den Irak-Einsatz erst dann festlegen werde, wenn man die Forderung beim Kongress einreicht. Das könnte Februar werden, aber auf jeden Fall werden Zahlen erst offiziell benannt, wenn die Wahl vorüber ist. Offenbar aber wollte nun doch jemand schon vor der Wahl der Öffentlichkeit die Dimensionen deutlich machen. Allein die Armee werde, so ein hochrangiger Pentagon-Mitarbeiter gegenüber der Washington Post, zusätzlich 30 Milliarden für den Irak-Einsatz verlangen. Dazu kommen noch 6 Milliarden, die für den Ersatz von zerstörter oder ramponierter Ausrüstung notwendig sei.

Das Pentagon geht mit der Erwartung der Kosten für 2005 nicht mehr von den bislang gepflegten optimistischen Annahmen aus. Man nehme an, dass auch im gesamten nächsten Jahr 130.000 Soldaten im Irak stationiert bleiben müssten. Dazu kommen noch an die 20.000 Angestellte von Sicherheitsfirmen, die im Auftrag des Pentagon arbeiten. Zu Beginn erwartete man mehr zusätzliche Soldaten aus befreundeten Ländern und einen schnelleren Einsatz irakischer Truppen. Beide Hoffnungen haben sich bislang nicht erfüllt.


Quelle: http://www.heise.de/tp/deutsch/special/irak/18653/1.html

Was für eine gigantische Verschwendung von Produktivvermögen?! Was hätte man mit soviel Geld nicht alles tun können? Man stelle sich einmal vor, die USA hätten bei etwa 29 Millionen Einwohnern jedem Einwohner 7.758,62 Dollar geschenkt, und das unsinnige und menschenverachtende Embargo natürlich sofort beendet - die USA wäre von den Irakern auf Händen getragen worden. Aber nein, dann wären die Kriegsprofiteure ja leer ausgegangen. Die verdienen nur am Krieg, an der Gewalt und am Tod.

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

07.05.2005 10:42
#2 RE: 225 Milliarden Dollar für den Irakkrieg Antworten

Zitat
05. Mai 2005

Mehr Geld für Kriege im Irak und Afghanistan

Das US-Repräsentantenhaus in Washington hat mit großer Mehrheit weitere 82 Milliarden Dollar für die Kriege in Afghanistan und im Irak gebilligt. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 stiegen die Ausgaben für die Kriege und den Kampf gegen den Terror damit auf mehr als 300 Milliarden Dollar.

In der Abstimmung votierten 368 Abgeordnete für und 58 gegen das Gesetzespaket, ein Abgeordneter enthielt sich.

Der amerikanische Senat entscheidet in der kommenden Woche über die von Präsident George W. Bush geforderten zusätzlichen Aufwendungen. Die Zustimmung gilt als sicher.

Das meiste Geld - etwa 76 Milliarden - wird für Militäroperationen bereitgestellt, für Auslandshilfe und internationale Programme wurden 4,5 Milliarden Dollar freigegeben.

(N24.de, Netzeitung)


Quelle: http://www.n24.de/ticker/?n2005050522421500002

Der Militarismus der USA wuchert. Geld was eigentlich gar nicht vorhanden ist, wird in immer kürzeren Abständen in Kriege investiert. Die Kriegsprofiteure (Rüstungskonzerne, Ölmafia, diverse Unternehmen) verdienen so gut wie nie.

4,5 Milliarden für den Wiederaufbau und 76 Milliarden für Terror und Zerstörung (gut, in der Sprache der Besatzer nennen sie es "Sicherheit"), und da gibt es Leute, die behaupten, die Zeit der Besatzung seien im Irak vorbei.

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