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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 555 mal aufgerufen
 speakers Corner
Seiten 1 | 2
Mandy16 ( gelöscht )
Beiträge:

26.05.2009 10:02
RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

..Schon wieder. Schon wieder so ein Moment. Die Luft bleibt weg. Der Körper versucht verzweifelt und krampfhaft mich zum Atmen zu animieren. Die nackte Realität. So gut versteckt gewesen, war ich der Meinung. Ein zu langer, intensiver Blick in den Spiegel brachte die Königin der Verdrängung zu Fall. Schon wieder. Die Hysterie macht sich breit. Schnell Stoßender Atmen keucht aus meinen Lungen. Viel zu schnell. Da stehe ich nun. Die Tränen fließen aus den nackten Augen, keine Wimper hält sie mehr auf. Keine Kontrolle. Mein Gott, wer hätte das gedacht. Ich nicht. Nie. Fühle mich leer. Mit jedem Haar verlor ich Stück für Stück mich selber. Mein angeborener und menschlicher Drang zur Selbsterhaltung ist der Grund warum ich nicht schon längst aus dem Fenster gesprungen bin. Meine Gedanken rasen, mein Kopf pocht schmerzlich laut. Mein Körper fängt an außer Kontrolle zu geraten. Wir sind nicht mehr eins, habe ich das Gefühl. Ich ekele mich vor meinem kahlen, nackten Körper.
„Lenk dich ab, lenk dich ab“ höre ich es in mir sagen. Habe das Gefühl meine Seele will wieder ihre Maske aufsetzten. Anfangen zu Verdrängen. Der heutige Gefühlsausbruch war ein großer Rückschlag für mich. „Beruhig dich, sonst wird es noch schlimmer!“ Unmöglich.
Wie soll man das schaffen? Wie soll einem das egal sein? Ich kann es nicht ignorieren. Es zerreißt mich sonst ganz. Zwickmühle. Wenn ich trauere, wird es schlimmer. Dann trauere ich noch mehr. Wenn ich es Verdränge werde ich seelisch zu Grunde gehen. Wie soll ich wissen was besser ist? Ziemlich peinlich, es sind doch nur Haare. Egoistisch. Ich hasse mich dafür.
Ich komme zur Ruhe. Bis zu meiner Entscheidung setze ich die Maske wieder auf. Fühle mich gleich viel stärker, selbstbewusst und schlagfertig. So wie ich früher mal war. Es ist besser wenn keiner etwas mitbekommt, will niemanden belasten. Es kann mir sowieso niemanden helfen. Tolle Ärzte. Vor meiner Familie weine ich schon lange nicht mehr. Mitleid kann ich nicht gebrauchen. Leere Aufmunternde Worte kann ich mir sparen. Hilft eh nichts.

..„Ich glaube nicht, dass es so sehr darauf ankommt, wie viel Zeit man zusammen verbracht hat, sondern wie intensiv die Momente des Zusammenseins waren!“ Ich lernte ihn kennen, als ich 12 war. Damals hatte schon vieles in meinem Leben begonnen, sich gegen den Uhrzeigersinn zu drehen, war aus den Fugen der Normalität geraten. Totaler Haarausfall. Mich schützte schon lange kein Panzer aus Kristallglas mehr, der mir die Unschuld meiner Jugend bewahrt hätte. Vielleicht war es gerade diese Verletzlichkeit, die mich ihm so verfallen ließ. Ich wurde abhängig von ihm, seiner Nähe, seiner Erscheinung und dem Wunsch, dass er mich wahrnahm und er mich auch will. Daneben verlor ich jeglichen Sinn für das Reale, Existenzielle. Ich schickte die Grenze zwischen Traumwelt und Realität zum Teufel. Ich muss sagen das die kurze Beziehung mit L. nicht die beste war die ich je geführt habe. Oft Streitereien wegen Kleinigkeiten, kaum gemeinsame Interesse und unterschiedliche Ansichten und Ansprüche an das Leben und die Liebe. Jedoch war sie die Gefühlsstärkste Beziehung. Mein erster Beziehungspartner war der ideale Mann. Liebevoll, Mitfühlend, gut aussehend, und und und…der perfekte Lebenspartner. Geliebt habe ich ihn lange .Teilweise aus Dankbarkeit für das Verständnis und die Unterstützung in meinen schlimmsten Tagen aber auch liebte ich ihn aus Angst, Angst dass er der einzige ist der mich so respektiert wie ich bin. Kahl… Die Gefühle zu L. waren pure Leidenschaft und starkes Begehren. Ob es Liebe war kann ich nicht sagen. Es waren Schmetterlingsgefühle. Lange habe ich ihn angeschmachtet. Zu lange gewartet. Die Beziehung mit A. zu spät aufgegeben für ihn. So dumm. Denn ich brauchte noch keinen fürs ganze Leben. Ich brauchte L in dem Moment. Ich brauchte auch die Bestätigung, dass ich trotz des Haarausfalls geliebt werde.1 Jahr lang liebte er mich, dass hatte er jedenfalls gesagt. Mein Herz hat immer schon getanzt als ich ihn sah. Er ist hübsch, aber kein Model. Er ist klug, aber kein Genie. Er war Creme auf meinen Wunden. Seine Sicht der Dinge bezogen auf meine Glatze war so wohltuend für mich. So simpel !
„Ist doch egal Mandy. Wer kein Arm hat nimmt halt eine Prostese. Wer keine Zähne hat nimmt einfach ein Gebiss. Wer schlechte Augen hat der trägt halt eine Brille. Und wer keine Haare hat trägt natürlich eine Perücke. Alles kein Problem. Lass dein Leben doch nicht davon bestimmen.“ Ich war glücklich und fühlte mich gewollt. Dann machte er Schluss. Urplötzlich. Und einen kurzen Augenblick blieb mein Herz stehen. Leblos. Ich wurde hintergangen. Ich kann es nicht verstehen. Zu viele Lügen, zu viel Schmerz. Fühlte mich wie Dreck. Mein Glaube dass es unvorstellbar ist für einen Jungen ein Mädchen mit kahlem Kopf zu lieben wurde bestätigt. War ja nicht anders zu erwarten.

..Ich vermisse die alte Zeit. Die Zeit in der man noch niemand war. In der Zeit in der es einfach nicht wichtig war überhaupt jemand zu sein. Als man noch einfach zu jung war um Probleme zu haben. Als man noch so problemlos glücklich war und noch nichts mit Krankheiten, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung anfangen konnte. Als Liebe noch ein gern verborgenes Spiel war und es einfach nur Freunde und Familie gab und es einem gar nicht bewusst war wie gut es einem ging .Das Leben war so einfach gestrickt. Keine Erwartungen , keine Enttäuschungen , keine Sorgen. Man lebte einfach in den Tag hinein. Manchmal spielte man zu Hause mit Puppen und es war einem egal ob man etwas verpasste. Man konnte einfach Spielen! Die Fantasie die man als Kind hatte, die ganzen ausgedachten Geschichten, die ganzen erfundenen Spiele sind so bemerkenswert. Aus einem Eimer voll Dreck konnte man die schönsten Schlösser bauen. Heutzutage würde ich ein Eimer Dreck nicht mal anrühren geschweige denn daraus irgendetwas zu kreieren. „Richtiges“ Spielen verlernt man leider schnell. Viel zu schnell. Viel zu schade. Zu gerne würde ich wieder richtig Kind sein. Auch wenn’s nur ein paar Tage sind. Sich nichts aus der Ahnungslosigkeit, die man als Kind hat machen, sondern einfach nur glücklich sein. Diesen Druck, der auf einen lastet nicht mehr spüren zu müssen, dafür würde ich einiges geben. Nur ein paar Tage Kindheit , um zu entspannen, runter zu fahren, Luft zu holen und Kraft zu sammeln. Das wäre zu schön.
Ich denke, den Stress den ich jetzt schon in mir spüre; die Verspannungen und die fehlende Energie ist noch ein Vorstadium von dem was mich noch erwartet in meinem Leben. Wie als wäre dass was ich durchmache „harmlos“ …. beängstigend.

..Aber doch hat es etwas Gutes, die ganze durchgemachte Pubertät, der ganze Stress im Leben eines 16 jährigen Mädchens. Die erste Liebe, die ersten Erfahrungen. Das ganze Wissen was man in den paar Jahren dazu bekommen hat. Unglaublich, wie viel man in so kurzer Zeit lernen kann. Gerade Lesen und Schreiben gelernt und jetzt steh ich kurz vor meinen Abschlussprüfungen. Die letzten Jahre verflogen wie im Flug. Einerseits. Andererseits kamen sie mir auch vor wie ein ganzes Jahrhundert. Wenn ich könnte würde ich einiges Ändern. Ob mein Leben dann schöner wäre? Wer weiß. Doch wenn man die Fehler im Leben rückgängig machen könnte, also Fehlerfrei wäre. Könnte man sich dann als wirklich Klug bezeichnen? Fühle mich ziemlich Philosophisch gerade. Aber ich denke das in jedem solche Fragen schlummern; was wäre wenn? wieso, weshalb, warum Ich? Wer keinen komplett kahlen Körper hat, hat andere Probleme. Nicht viele sind so wirklich richtig gesund. Und selbst Die haben Probleme, die sie sich letztendlich selber machen. Niemand ist so richtig Glücklich. Zufrieden sein,… damit wurde der Mensch nicht gesegnet.

..Ich frage mich ob alle Menschen so viel nachdenken. So viele verschiedene Gefühle gespürt haben wie ich. Von Glück und Liebe bis zur Wut und Hass; von extremer Verzweiflung bis zum totalen Nullpunkt. Kann man denn überhaupt denjenigen, der immer nur Glück und Liebe gespürt hat, als Reich bezeichnen? Oder ist er nicht eher Gefühlsarm? Weil ihn viele Fassetten von Gefühlen fehlen? Hat der jenige dann etwas verpasst in seinem Leben? Oder sind es wir, die einfach „zu viel“ gefühlt haben? Ach wer weiß. Solche Menschen gibt es eh nicht. Jeder ist mal Unglücklich. Oder?

...Pure Verzweiflung durchströmt meinen Körper. Als wäre es mein Blut.
„ Es sind doch nur Haare. Es sind doch nur Haare!“ versuchte ich mir einzureden. Doch es ist viel mehr als „nur Haare“. Die Tränen laufen einfach über mein Gesicht. Nichts kann sie stoppen. Meine letzten Wimpern kann ich an der Hand abzählen. Sie kämpfen. Mein ganzer Körper kämpft. Ich habe das Gefühl das er sich wehrt gegen die Krankheit. Umsonst. Das positive an der ganzen Geschichte ist das Wissen das es jetzt vorbei ist mit dem Haare verlieren. Wo nichts ist, kann auch nichts ausfallen. Ich erkenne mich nicht mehr. Das bin nicht Ich. Das was ich erblicke ist das Häufchen Elend was von mir übrig geblieben ist. Sehe einen haarlosen Körper im Spiegel. Ganz deutlich sieht man das schmerzverzerrte Gesicht des jungen Mädchens. Sie wirkt ganz verkrampft und ist steif wie ein Stein. Der Körper war schon lange nicht mehr entspannt. Er sieht mitgenommen und erschöpft aus. Man kann durch ihre feuchten Augen bis auf den Grund ihrer Seele schauen. Man sollte es aber lieber vermeiden. Ich verlor mich in meinen Augen und schloss sie, in der Hoffnung wenn ich sie wieder öffne, dort mehr als nur Kahlheit zu sehn. Enttäuschung macht sich wieder breit. Schon wieder. So stark. Nicht das ich wirklich dran geglaubt hätte, aber doch ist es immer wieder ein Schock diesen Körper so zu sehen. So schutzlos. Die Tränen fließen aus meinen nackten Augen, über mein Gesicht; tropfen von meinem Kinn auf meine Brust und von dort aus, auf den Boden. Ich habe es nicht gespürt. Hätte ich der Träne nicht zugeschaut, hätte ich es nicht bemerkt. Der salzige Geschmack in meinem Mund ist irgendwie tröstlich. Immerhin auf die Tränen ist Verlass….


..Nun sitze ich hier. Schon wieder. Ich wollte doch stark sein. Wollte es mir beweisen. Doch der zu lange Blick in den Siegel, den halte ich einfach nicht stand. Wie soll ich lernen damit leben zu können, wenn ich es nicht mal schaffe mich zu lieben und bei jedem Anblick meines haarlosen Körpers zusammen breche?
Wie soll ich das überstehen? Wie soll man überhaupt was überstehen was nie zu Ende geht. Was dass einem das ganze Leben lang verfolgt. Wie soll man da drüber hinwegkommen? Man hat doch keine Möglichkeit abzuschalten und zu entspannen. Selbst die Zeit kann keine Wunden heilen, wie denn auch? wenn es doch nie aufhört?
Wieso bin ich nur so Schwach...
Schwächen zuzugeben ist immer schwer, aber die Schwäche zu haben, sich selber nicht zu akzeptieren zu können und genau das zu wissen tut verdammt weh. Ich beschwere mich immer über die Leute die mich so nicht akzeptieren, mich dumm angucken mich fertig machen, mich auslachen... aber kann ich es ihnen wirklich verübeln? Ich schaff es ja nicht mal selber zu mir zu stehen. Also kann ich ja wohl kaum verlangen, dass es andere tun... oder?!

..Und ich dachte Vertrauen ist mehr als ein Wort,
Freundschaft mehr als ein versprechen
Und Liebe mehr als eine Zusage.
Aber offenbar ist alles nur schöne Fassade.
Leere Worte.
Hohle Versprechen.
Falsche Zusagen.


würde mich über kommentare und kritik freuen auch bei fragen stehe ich gerne zur verfügung :
LÜGEN!! Unabsichtlich, leichtsinnig, verletzend.
Leere in mir. Meinen Gedanken. Meinem Herzen.

nuncine Offline



Beiträge: 374

17.06.2009 23:37
#2 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

hallo Mandy16,

ich bin heute erst auf deinen Beitrag gestoßen. Warum auch immer. Was mich erstaunt, niemand hat sich bisher dazu geäußert. Die Geschichte hört sich wie deine eigene an. Es ist schwer nachzuempfinden, wie man sich in so einer Situation fühlt. Bei einer Situation stellt man sich zumeist eine Momentaufnahme vor. Dabei ist das, was du schreibst, keine. Sie ist Lebensmittelpunkt.
Immer wieder stellt sich die Frage, wie kann ein Nichtbetroffener einem Betroffenen helfen. Zunächst einmal gar nicht. Denn, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, ein Betroffener muss sich immer selbst helfen. Was die Außenstehenden geben können ist die Mühe zu versuchen, sich in denjenigen hinein zu versetzen, der mit seinem Schicksal hadert.
Es gibt wunderschöne Frauen, die ihren Kahlkopf mit Stolz zeigten, obgleich sie es nicht hätten tun müssen. Sinead O'Connor, Demi Moore zum Beispiel. Ich bin der Überzeugung, dass wahre Schönheit sich nicht in Äußerlichkeiten zeigt. Die Schönheit liegt in der Seele. Wer zu sich selbst steht, muss nichts befürchten. Mir begegnet täglich eine junge Frau mit einem schönen Gesicht. Sie mag nicht hübsch sein, doch sie ist schön. Ihr Körper gleicht nicht dem eines jungen Mädchens, dessen Handycap ein Kahlkopf ist, denn sie sitzt im Rollstuhl. Ihre Füße reichen kaum auf die Fußablage des Gefährts und ihr Rücken ist verkrümmt. Aber - sie ist glücklich. Man sieht es ihr an. Und ihrem Partner.
Wie auch wollte sie ihren Makel verbergen. Einen kahlen Kopf kann man mit einer Perücke, die Wimpern mit etwas Tusche oder eben falschen Wimpern vertuschen. Wie wollte die junge Frau ihren Rollstuhl verbergen. Ein Makel ist immer etwas Scheinbares. Was ein Makel ist, bestimmen die Medien, der Zeitgeschmack. Man trägt heute keine "Fellanimation" mehr unter den Armen. Was die Natur den meisten mitgegeben hat, wird ausradiert (pardon - ausrasiert). Die Kerle rasieren ihren naturbelassenen Pulli von der Brust, aus dem Gesicht, aus den Ohren usw. Und die Damen der Schöpfung machen mit. Epiliergeräte für die Beine und den Damenbart gibt es in unglaublichen Mengen.
Glaub mir, wenn es morgen modern ist, Models kahlköpfig über den Laufsteg wandeln zu lassen, machen alle mit. Das Mädchen aus deiner Geschichte könnte versuchen, zu ihrem Makel, der in Wirklichkeit keiner ist, zu stehen. Die Rollstuhlfahrerin tut es auch. Sie hat keine andere Wahl, denn ihr nützt keine Perücke etwas. Und deswegen trägt sie ein knallgelbes T-Shirt und schrille Leggings. Es steht ihr gut.
Wenn das Mädchen in deiner Geschichte eines Tages zu sich selbst steht, wird einer die Schönheit ihrer Seele erkennen. Ihm wird es gleichgültig sein, ob sie kahlköpfig ist oder im Rollstuhl sitzt.

Nichts geschieht ohne Grund

Mandy16 ( gelöscht )
Beiträge:

28.06.2009 17:07
#3 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

ich dachte schon niemand sieht sich das an.danke das du dir die mühe gemacht hast und danke das du darüber nachgedahct hast. ja das mädchen aus der geshcihcte bin ich.leider. das zu sich selbst stehen ist so eine sache.ich habs versucht.aber die ständigen mitleidigen blicke . das getuschel wenn ich durch die stadt ging. es war so schlimm. alle haben geschaut. und gelacht.ich versuche an mir zu arbeiten. aber danke udn nochmal danke das du dir die mühe gemacht hast darüber nach zu denken und das du so viel geschrieben hast. danke danke danke♥

nuncine Offline



Beiträge: 374

28.06.2009 20:17
#4 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Grüß dich, Mandy16,

bemitleidenswert sind die, die sich für vollkommen halten und mit Menschen, die anders sind, nicht umgehen können. Dabei kann es ihnen von einer Sekunde auf die andere ähnlich ergehen. Eine Krankheit, ein Unfall, was auch immer. Die wenigsten machen sich Gedanken darüber, bis sie betroffen sind. Äußere Schönheit ist vergänglich.
Freilich, den Wind zu spüren, wie er mit deinem Haar spielt, ist für dich im Moment eine unerfüllte Sehnsucht. Solche sind aber in uns allen verborgen. Auch die Angst, von Menschen, die wir lieben, verlassen zu werden, steckt in den meisten. Insoweit halte ich es für völlig normal, dass L. dich verließ. So, wie du deine Geschichte geschildert hast, war es ihm egal, ob du kahlköpfig bist oder nicht. Es hatte sicher andere Gründe. Und wenn er dich so aktzeptierte, wie du bist, warum sollte es ein anderer nicht tun, dich um deiner selbst willen lieben. L. hat dein Vertrauen gebrochen. Das ist schlimm, aber nicht der Weltuntergang. Wenn es dich auch im Moment nicht tröstet, er hat dich nicht verdient. Stell ihn dir einfach mal vor, wie er in zwanzig oder dreißig Jahren aussieht, mit Bierbauch, Turnhosen und keifendem Hausdrachen.

Zitat
Wie soll ich das überstehen? Wie soll man überhaupt was überstehen was nie zu Ende geht. Was dass einem das ganze Leben lang verfolgt. Wie soll man da drüber hinwegkommen? Man hat doch keine Möglichkeit abzuschalten und zu entspannen. Selbst die Zeit kann keine Wunden heilen, wie denn auch? wenn es doch nie aufhört?



Du hast alle Zeit dieser Welt, solange du ihr nicht nachläufst. Eines ist mit Sicherheit nicht heilsam - Selbstmitleid. Es blockiert deine Recourcen und Fähigkeiten. Auch die Fähigkeit, dich selbst zu lieben. Damit aber fängt die Akzeptanz der eigenen Person an. Und überhaupt, es gibt doch bestimmt Menschen, die dich so annehmen wie du bist; anderenfalls müsste ich mich schwer irren. Du kannst sehr schön schreiben. Mach doch weiter damit.

..Und ich dachte Vertrauen ist mehr als ein Wort,
Freundschaft mehr als ein versprechen
Und Liebe mehr als eine Zusage.
Aber offenbar ist alles nur schöne Fassade.
Leere Worte.
Hohle Versprechen.
Falsche Zusagen.


Dein Gedicht bringt wie der Prosatext deine Gefühle mit wenigen Worten zum Ausdrück, und der Leser kann nachempfinden, was dich bewegt.

Liebe Grüße

Nichts geschieht ohne Grund

Blaue Feder Offline



Beiträge: 136

28.06.2009 21:36
#5 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Hallo zusammen,
auch ich passe nicht in die "Norm". Ich habe eine sehr, sehr seltene Krankheit und kenne es nur zur genüge von den Menschen anglotz zu werden. Es ist lestig und tut weh. Wenn ich mir immer gedanken darüber machen würde was die diese Menschen dazu beweg einen nicht "normgerechten" zu begaffen, würde ich aus dem nachdenken nicht mehr rauskommen. Ich habe es mit 21 geschafft duch die Welt zu gehen und darüber zu schmunzeln wenn ich wider wie ein Tier im Zoo begutachtet werden. Ich schmuzel aus dem Grund weil mit die Meschen leit tun. Sie tun mir leid, dass sie noch nie einem MENSCHEN gesehen haben. Und das sind wie. Wie sind Kahl, sehen aus wie ein Monster, und doch sind wie alles Menschen. Auch wenn wir uns an einigen Tagen wie der Dreck unter der Sohle der "normalen" vorkommen. Das sind wie nicht. Mir ist über die Jahre aufgefallen, wenn ich mit hängenden Schultern und gesenktem Kopf durch die Stadt gehen, werde ich massiv gehänselt. Aber wenn ich mich hoch erhobenem Haupt und ein Selbstsicheres Auftreten haben, ist es nicht so massiv. Es ist nicht einfach. Aber machbar. Es ist egal wie man sich fühtl, man muss es nicht Zeigen. Wie schon in dem Text erzähl, muss man sich eine Maske aufsetzten. Nur sollte man aufpassen das man unter der schweren Last der Maske nicht zerbricht.
Ich kann vom glück sagen, dass ich meine Maske weggeschmissen habe. Ich brauche sie nicht mehr. Es hat lange gedauert ehe ich soweit war.

Also kann ich jedem der nicht in die "norm" passt, sagen: Lacht darüber, spätestens wenn einer vor lauter glotzen gegen eine Laterne läuft, so wie es bei mir schon passiert ist.


Gruß
Blaue Feder

Mandy16 ( gelöscht )
Beiträge:

28.06.2009 23:11
#6 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Danke für eure Hilfe.... Es hat gute und auch schlechte Seiten krank zu sein. Nicht "normal" zu sein. jedenfalls hat es mir viel gebracht.
ich fing an mir gedanken zu machen über leben und tod. und über den unterschied nachzudenken leben und überleben. von vielen habe ich gehört ich bin reifer als viele anderen in meinem alter. ich kann so manche nicht verstehen , die mich "als kleines haarloses monster " beschimpfen. und mir nachrufen ich solle doch aufpassen ,denn ich verliere haare shcon beim gehen. blabla. Selbst wenn ich das nicht hätte. ich würde nie mit einem menschen so umgehen.ich kann es nicht nachvollziehen. ich wusste und weiß das sie ein dummes denken haben.und doch traf es mich immer wieder. ich habe schule verweigert auch das essen habe ich eingestellt. irgedwie dachte ich das das hilft. als ich dann noch kränker wurde ,wurde mir bewusst das ich mir nur noch selber schade. ich versuche ja alles zu ignorieren ,die nicht mit mir umgehen können ,nicht mit meinem kahlen kopf und manchmal denke ich auch ich habs geshcafft .ich habs überwunden dann der nächste spruch und ich musste immer wieder von vorne anfangen. da ich schon imer gezeichnet habe und auch recht gut bin und nach den sommerfeien auf ne kunst schule gehe habe ich versucht meine gefühle in bildern zu beschreiben. kurz darauf haben mich meine eltern beim kinderpsychologen angemeldet da war ich paar mal ,aber ich konnte mich einfach nicht fremden öffnen. dann habe ich einfach mal angefangen Alles aufzuschreiben. alles .wie alles begann. und habe es denjenigen gezeigt die mir wichtig waren damit sie begreifen. und jetzt fühl ih mich besser. verstanden. ich habe kontakt mit denjenigen die das auch haben und wir können uns austauschen. doch in mir ist noch so viel wut. wut gegen mich,weil ich mich so runter gemacht habe.wut gegen die die es getan haben und wut gegen die ärzte .die Nichts wissen darüber. sie können so viel ...doch das können sie nicht heilen. meine größte angst ist das ich es für mien ganzen leben haben werde. mein ganzes leben soll ich damit leben. schwer zu begreifen. und blaue feder dir wüsche ich alles gute und ich hoffe wirklich für dich das du wieder gesund wirst ♥

Mandy16 ( gelöscht )
Beiträge:

28.06.2009 23:13
#7 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Ach ja und noch was. ich finde es toll wie ihr schreibt ,wie ihr versteht oder es versucht. ich bin ziemlich neidisch ,ich muss wohl noch üben aber dafür habe ich ja noch mein ganzes leben..

Mandy16 ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2009 03:05
#8 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

„Die Norm“
Wer nimmt sich das Recht
Zu bestimmen was gut oder schlecht?
Wer stellte diese Regeln auf
Und warum hören alle d’rauf?
Die Ideale, wer erfindet sie?
Die Menschen leiden lassen,
welch Ironie.
Passt einer mal nicht in die Norm
Ist er zum scheitern auserkoren.
Ist einer nur ein bisschen anders
ob gewollt durch Unfall oder Krankheit.
So trifft ihn die Harte Seite der Ignoranz
Denn für sowelche gibt es keine Akzeptanz.
Die Menschheit ist stumpf und abgebrüht.
Nur wenigen drückt es aufs Gemüht.
Nicht Viele denken weiter und klüger
Und stehen über ihren Fehlern drüber.


Hier ich finds ganz gut Das habe ich extra zu dem thema geschrieben: nicht in die Norm passen und die Menschen die sowas nicht akzeptieren.
Mandy

nuncine Offline



Beiträge: 374

29.06.2009 17:27
#9 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Hallo Mandy16,

wenn du deine Beiträge hier einbringen willst, wäre es nicht schlecht, wenn du dich im Forum anmelden würdest.
Im Übrigen - ich staune, du hast so viele wunderbare Fähigkeiten, um die "Stinos" dich nur beneiden können. Du hast doch Freunde (ich wusste es), Du bist künstlerisch begabt, malst, wie ich höre sehr gern und gut. Du schreibst Gedichte, wenn auch erst seit zwei Wochen. Ist doch egal. Sie sind gut, wenn auch im Hinblick auf Rechtschreibung etwas zu überarbeiten. Davon abgesehen, ist die RS nicht das Maß aller Dinge. Doch dieses Thema wurde im Forum schon ziemlich aufgearbeitet.

@Blaue Feder

wer will schon in eine Norm oder ein Raster passen. Es gibt hier unendlich viele Themen und Diskussionsrunden. Eine zum Thema "Norm" habe ich noch nicht entdeckt. Dabei würde ich das für ziemlich interessant halten. Die meisten hier im Forum gehören dennoch in ein "Raster". Nämlich das der Unangepassten. Und dieses Raster gefällt mir. Gefällt mir außerordentlich.

... Das mit der Laterne find ich gut. Obwohl nicht neu, ist das doch immer wieder eine belebende Vorstellung.

Macht's gut und besser - nuncine

Nichts geschieht ohne Grund

Blaue Feder Offline



Beiträge: 136

29.06.2009 17:36
#10 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Hi auch mir hat man schon früh nachgesagt, ich were meinen Altersgenossen um Jahre voraus. Leider stimmt es, denn ich habe keinen Freunde in meinem Alter. Ich verstehen sie einfach nicht. Uns sie micht nicht. Sie kennen meistens nur drei Themen S**, Fußball und Autos. Darüberhinaus gibt es für sie nichts. Daher habe ich nur Freunde die doppelt so alt sind wie ich. Krankheit war vielleicht verkert gesagt, es ist eigendlich ein Syndrom also werde ich nie gesund. Es ist so gar so, dass ich es zu 100% meinen Kinder vererben werden. Ich sage immer gerne. Alles was uns (noch) nicht umbrint macht uns nur noch stärker.

Gruß
Blaue Feder

nuncine Offline



Beiträge: 374

29.06.2009 17:43
#11 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

hi Blaue Feder,

Zitat
Ich sage immer gerne. Alles was uns (noch) nicht umbrint macht uns nur noch stärker.



ist nicht ganz neu, aber nicht von der Hand zu weisen. Hab ich auch immer gedacht. Tendiert aber in Richtung abwärts. Irgendwann, wenn du dich von diesem Spruch leiten lässt, gibt es nichts mehr, was dich stark macht, außer du machst dich selbst stark. Stärke findet man in sich selbst und nicht in den Dingen, die uns nicht umbringen.

... ich schau heut sicher nochmal vorbei ... - nuncine

Nichts geschieht ohne Grund

Mandy16 ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2009 18:05
#12 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Zum thema anmelden ich habs 2-3? mal versucht und alles hat immer spitze geklappt. es stand immer dort ,dass mir mein passwort zu geschickt wird. vor nem monat oder so und es kam nie was an. der letzte versuch war gestern bis heute nichts gekommen ,leider.

ich bin glücklich und schaue fast jede minute hier rein und störber überall rum. habe ehrlich gesagt nicht an interesse von euch gerechnet. deswegen freut es mich umso mehr
ja ich komme auch mit meinen gleichältrigen Genossen nicht so gut aus. meine freunde sind zwar nciht doppelt so alt aber ca.3-4 jahre werdens wohl sein.ich finde es gut zu wissen das ich nicht die einzige bin die mal etwas anders ist .ob äußerlich oder charaketr mäßig. ich fühle mich wohl hier
danke

nuncine Offline



Beiträge: 374

29.06.2009 18:19
#13 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Hi, geh über das Forum, ganz unten links --> Administration oder Information. Wenn das nicht klappt, dann wende dich an Schreiberling. Der hilft dir auf jeden Fall weiter. Leider bin ich, was den Umgang mit dem PC betrifft, auch nur von Zufallstreffern abhängig. Auch tHefOOI kann dir weiterhelfen und Blaue Feder. Gib nicht auf. Wir freuen uns auf dich.

lg nuncine

Nichts geschieht ohne Grund

Blaue Feder Offline



Beiträge: 136

29.06.2009 19:39
#14 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

Tut mir leid, aber das Wort aufgeben steht nicht im meinem Wörterbuch . Ich habe es noch nie aufgegeben oder werde es in zukunft auch nicht machen.

Gruß
Blaue Feder

Mandy16 ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2009 20:01
#15 RE: Auszüge aus meiner Gedankensammlung :) antworten

gut ich versuche es gleich mal. ich hoffe es klappt

und blaue feder. Du bist in der Norm. In deiner eigenen. Weil jeder ist normal . Es gibt nichts "nichtnormales"
Jeder bestimmt seine eigene Norm. Jeder hat das Recht zu entscheiden was gut und schlecht ist,was schön oder hässlich.
Keiner hat das Recht eine Norm für Alle zu bestimmen. ♥

Mandy

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