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Dieses Thema hat 17 Antworten
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Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

01.11.2004 23:27
RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Es klingt unglaublich, aber noch immer glauben viele Leute in den uSA dass es einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag gegen das WTC und dem Irak gibt. Selbst die Massenvernichtungswaffenlüge wird noch immer geglaubt. In diesem Thread möchte ich interessante Links listen, die mit den Lügen der Kriegsprofiteure abrechnen.

Vergessen wir nie, an dem unendlichen Leid hunderttausender Menschen verdienen einige sehr wenige Monster unermessliche Profite. Das läßt sie sämtliche menschliche Moralvorstellungen über Bord werfen. Will man die Kriege und die Gewalt beenden, muss man letzten Endes diesen Leuten ihre Macht nehmen.

Zur Einstimmung:

http://www.free.de/schwarze-katze/texte/krieg05.html

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

01.11.2004 23:33
#2 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Zitat
Die Brutkastenlüge

Waren es bei der Destabilisierung von missliebigen Regierungen und der Aufstandsbekämpfung in Lateinamerika überwiegend CIA-Agenten, die durch gezielte Falschmeldungen US-Interventionen legitimieren sollten, wurde zur Vorbereitung des Kriegs gegen Irak eine der größten PR-Agentur in den USA unter Vertrag genommen. Ausgestattet mit einem Budget von 10,7 Mio. $ startete die PR-Agentur Hill & Knowlton 1990 einen Propagandafeldzug für die "Befreiung" Kuweits. Höhepunkt der in der Geschichte wohl erfolgreichsten PR-Kampagne war eine gezielte Lüge, die von der Bush-Administration und der kuwaitischen Regierung gestreut wurde. Am 10. Oktober 1990 schilderte vor dem Menschenrechtsausschuß des US-Kongresses die 15-jährige Kuwaiterin Nayirah unter Tränen die Greueltaten irakischer Soldaten. Diese hätten in einem kuwaitischen Krankenhaus 15 Babys aus Brutkästen gerissen, auf den Boden geworfen und dort sterben lassen. Die Brutkästen seien entwendet worden. Aus anderen Krankenhäusern wurden ähnliche Vorfälle geschildert, so dass u.a. Amnesty International 312 auf diese Weise getötete Babys und gestohlene Brutkästen zählte - ai dementierte diese Angabe später. Präsident Bush griff die Greuelgeschichte in seiner Kriegskampagne immer wieder auf, so dass der zunächst kriegskritische US-Senat der Intervention zustimmte und durch die mediale Aufbereitung der Geschichte auch innerhalb der US-Gesellschaft ein Meinungsumschwung zu verzeichnen war.

Im Januar 1992 wurde die Identität der jungen Zeugin enthüllt - es handelte sich um die Tochter von Saud Nasir al-Sabah, dem kuwaitischen Botschafter in den USA. Das Mädchen war von Hill & Knowlton professionell als Zeugin aufgebaut worden. Präsident der PR-Agentur war Craig Fuller, Bush-Anhänger und dessen ehemaliger Stabschef. Weitere Untersuchungen ergaben, dass kuwaitische Ärzte offensichtlich gelogen hatten und die vorgeblich entwendeten Brutkästen an ihren Plätzen standen. Des weiteren wurde recherchiert, dass Untersuchungen stattgefunden hatten, mit deren Hilfe ermittelt worden war, welche Meldungen Menschen besonders erregte. Ergebnis war, dass die befragte Bevölkerungsgruppe sehr heftig auf Baby-Greuel reagiert hatte. Die Propagandalüge war 1992 widerlegt, der Krieg aber bereits Vergangenheit. Nach einem Bericht der Zeitschrift "Covert Action Quarterly" (CAQ) vom 26.Februar 1998 bestehen auch zwischen der Clinton-Administration und H&K engste Verbindungen. Die früheren H&K-Köpfe Howard Paster und Lauri Fitz-Pegado arbeiten im Stab von Clinton, und der frühere Mitarbeiter des Weißen Hauses, Thomas Hoog, ist nun Leiter des Washingtoner Büros von H&K. Auch zur CIA pflegt H&K einen regen Austausch. Insbesondere Robert Keith Gray, der das H&K-Büro in Washington aufbaute und über 30 Jahre leitete hatte, verfügt laut "CAQ" über beste Kontakte zur Führungsebene des Geheimdienstes. (1)



Quelle: http://www.miprox.de/Sonstiges/Propaganda_und_Krieg.html

Und während die Medien noch an dieser Brutkastenlüge knabberten, arbeitete eine andere "PR-Agentur" bereits an der Vorbereitung des Jugoslawienkrieges.

Findet ihr unter dem oben genannten Link.

Besonders umfangreich wird hier über die Brutkastenlüge berichtet:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14271/1.html

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

01.11.2004 23:49
#3 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Im Lügen für den Krieg haben die Kriegsprofiteure bereits jahrzehntelange Erfahrungen.

Auch der "Vietnamkrieg" begann mit einer Kriegslüge, der sogenannten Tonking Affäre. Angeblich griffen Nordvietnamesische Schnellboote Kampfschiffe der USA an. Unter den Folgen, der daraufhin entfesselten verbrecherischen Aggression leiden die Vietnamesen noch heute:

http://www.jungewelt.de/2004/07-21/008.php

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

02.11.2004 16:48
#4 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Hier hat sich jemand viel Mühe gemacht:
http://www.dortmunder-friedensforum.de/s...egsl%FCgen.html

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

02.11.2004 18:35
#5 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Es ist manchmal sehr spannend, zeitlich etwas zurück zu blicken... soll doch keiner sagen, man hätte es nicht vorher besser wissen können

Zitat
"Bush, Cheney, Rumsfeld und Powell lügen und lügen und lügen"

Antje Kraschinski 23.02.2003


http://www.heise.de/tp/deutsch/special/irak/14246/1.html

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

10.11.2004 07:39
#6 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

ups, folgenden Artikel fand ich auf einer Homepage, die auch "rechtsnationale" Beiträge bringt, von denen ich mich distanziere und deren Weiterverbreitung ich nicht unterstützen will. Deshalb bringe ich den folgenden Artikel im Volltext ohne Link. Ich bitte um Verständnis dafür. Inhaltlich ist in diesem Artikel sehr fundiert die verlogene Kriegspropaganda der USA , GB und auch Europas zusammengefaßt.

Zitat
Die Irak-Lügen

Vor knapp sechs Monaten überfielen die USA den Irak. Der lange vorbereitete Angriffskrieg wurde als Feldzug gegen den Terror deklariert und auf "Fakten und Beweise" gestützt. Doch mittlerweile zeigt sich ein anderes Bild: Eine Mischung aus Halbwahrheiten, Märchen und Lügen diente und dient in der Kriegspresse zur Legitimation des Überfalls auf den Irak. Diese Kriegshetze läuft nach bestimmten Schemata ab, derer sich seit Jahrzehnten bedient wird und derer sich die Aggressoren auch weiterhin bedienen werden, wenn sie sich als funktionstüchtig erweist.

1. Der Ölkrieg als Hintergrund
Natürlich diente der Irakkrieg wie jeder Krieg allein machtpolitischen Interessen. Amerikanische Strategiepapiere belegen ausdrücklich, daß das US-Verteidigungsministerium spätestens seit 1999 bereit war, einen Krieg wegen Ölvorkommen zu führen. Der für die Generalstabschefs und den Verteidigungsminister angefertigte Bericht sagt: "US-Streitkräfte könnten dafür eingesetzt werden, die ausreichende Versorgung der westlichen Demokratien sicherzustellen." Die Bush-Regierung hatte darin betont, daß die Sicherstellung der Energieversorgung der USA hohe Priorität hat. Dem Bericht nach hänge die nationale Sicherheit der USA von einer erfolgreichen Einbindung in die globale Wirtschaft ab, das heißt also, daß die nationale Sicherheit nicht mehr nur vom Schutz gegen militärische Bedrohungen abhängt, sondern auch vor ökonomischen Herausforderungen. Bereits 1992 drängte Bill Clinton darauf, daß "unsere wirtschaftliche Stärke das zentrale Element unserer nationalen Sicherheitspolitik werden muß." Diese Richtlinien wurden unter Federführung von Paul D. Wolfowitz, damals Staatssekretär des Pentagon für Verteidigungspolitik, und I. Lewis Libby, Sicherheitsberater des Vizepräsidenten Dick Cheney, ausgearbeitet, wobei Cheney damals US-Verteidigungsminister war. Durch die Wahl von William Clinton zum US-Präsidenten ein Jahr später war diesen Herren jedoch unter Führung von Bush senior keine Zeit mehr zur Umsetzung dieser Politik geblieben. Dies besorgte dann, wenn auch in abgeschwächter Form, die Clinton-Regierung unter der streitsüchtigen Außenministerin Madeleine Albright. Übermäßig viele Persönlichkeiten der US-Administration – das muß auch an dieser Stelle noch einmal festgehalten werden – waren und sind jüdischer Herkunft, weiterhin sind viele Persönlichkeiten der US-Administration (so der Bush-Clan selbst) in Öl-Großkonzerne involviert.

Wichtiger als der Schutz irakischer Kulturgüter vor Plünderungen war den US-Truppen im Irakkrieg die sofortige Besetzung des Ölministeriums. Im Mai 2003 hatte der weitgehend besetzte Irak drei große Ölverträge, die noch von der Saddam-Hussein-Regierung mit russischen, chinesischen und anderen ausländischen Firmen unterzeichnet worden waren, gekündigt oder eingefroren. Der von den USA eingesetzte neue irakische Ölminister, Thamir Ghadhban, hatte am 25. Mai 2003 verkündet, daß der Kontrakt mit dem russischen Ölgiganten Lukoil ersatzlos annulliert und der mit China vorläufig auf Eis gelegt sei. Vermutlich wurde auch ein dritter Vertrag, wahrscheinlich mit Frankreich, ausgesetzt. Phillip J. Carroll, ehemaliger Topmanager des Ölmultis Shell und vom Pentagon als „Berater“ für Iraks Ölministerium eingesetzt, erklärte den Schritt damit, daß Zweifel bestünden, ob die existierenden Verträge mit ausländischen Firmen sicherstellten, daß "das irakische Volk voll von seinem Ölreichtum profitiert“. Doch der Vorsitzende des Irakischen Nationalkongresses (INK) Ahmed Chalabi monierte, nunmehr würde dem irakischen Volk nicht einmal erlaubt, Herr über seine eigenen Reichtümer zu sein. Auch die beiden wichtigsten Kurdenparteien liefen gegen die Ölklausel Sturm, welche die USA in der einer UN-Resolution durchgesetzt haben. Denn dadurch würden ihnen Milliarden Dollar vorenthalten, die ihnen rechtmäßig zustünden. Bei Menschenrechtsverletzungen oder Umweltverschmutzung sollte amerikanische Ölfirmen im Irak die "Executive Order 13303" vor Strafe schützen, welche Bush am 22. Mai 2003 unterzeichnet hatte - ein Erlaß, den die US-Ölfirmen ExxonMobil (Esso) und ChevronTexaco selbst nicht hätten eigennütziger verfassen können. Darin wird festgeschrieben, daß Urteile, Pfändungen oder Gerichtsprozesse für null und nichtig erklärt werden müssen, sollten sie den irakischen Entwicklungsfonds oder jegliche Geschäfte mit irakischem Öl betreffen.

Für die Kriegspropaganda war jedoch der Kampf um die Ölmonopole nicht dienlich, hierfür mußten eher erschreckende Szenarien entworfen und an eine induzierte Moral appelliert werden. „Kreuzzüge“ gegen „Das Böse“ galt es zu führen, natürlich allein für den „Sieg der Zivilisation“. Der rechtmäßige Präsident des Irak, Saddam Hussein, wurde fortan in den Medien nur noch mit seinem Vornamen „Saddam“ unter dem Titel „grausamer Diktator“ geführt. Die Greuelpropaganda begann.

2. Die angeblichen Terror-Verstrickungen
Bereits sechs Tage nach dem 11. September 2001 unterzeichnete US-Präsident George W. Bush einen Exekutivbefehl, in dem sowohl ein Krieg gegen al-Qaida als auch gegen die Taliban vorbereitet werden sollte. In einem zweiten Absatz wies er die Militärs an, Szenarien für einen Irak-Krieg zu erarbeiten. Die Geheimdienste sollten nach Verbindungen zwischen Terroristen und dem Irak suchen.

Die Theorie wurde umgehend zur einer unbewiesenen Behauptung, die von der US-Administration gebetsmühlenartig wiederholt wurde. So äußerte die US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice bereits am 25. September 2002: "Es gibt eindeutig Kontakte zwischen al-Qaida und dem Irak". Und US-Vizepräsident Dick Cheney behauptete noch am 13. September 2003, daß der Irak der geographische Hauptposten für Terroristen sei, die "uns für viele Jahre attackierten, besonders am 11. September". Zu dieser Zeit glaubten laut amerikanischen Umfragen 70 Prozent der US-Bürger, daß Saddam Hussein persönlich bei den Angriffen auf das World Trade Center beteiligt war. Dick Cheney meinte angesichts dieser Umfrage zynisch, er halte es für "nicht überraschend", daß die Bürger diese Verbindung herstellten.

Mehrmals wurden die vermeintlichen "Beweise" ausgetauscht. Erst sollte sich einer der Attentäter vom 11. September, Mohammed Atta, im April 2001 in Prag konspirativ mit einem irakischen Geheimdienstler getroffen haben. Das FBI konnte diese Vorwürfe jedoch entkräften: Atta hielt sich im fraglichen Zeitraum nachweislich in Florida und Virginia auf. Dann führte US-Außenminister Colin Powell am 5. Februar den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi ins Feld. Der enge Verbündete von Osama Bin Laden soll mit zwei Dutzend seiner Gefolgsleute im Nordosten des Iraks ein Ausbildungslager und Giftlaboratorien eingerichtet und von dort aus Attentate dirigiert haben. Belege dafür legte Powell nicht vor. Tatsächlich hielt sich Sarkawi nach seiner Flucht aus Afghanistan mit großer Wahrscheinlichkeit im Iran auf und wurde dort später verhaftet. Ungeklärt blieb, warum der von der säkularen Baath-Partei gelenkte Irak ausgerechnet islamische Fundamentalisten hätte unterstützen sollen, die er immer bekämpft hatte.

US-Präsident George W. Bush gab am 17. September 2003 zu, daß es keine Beweise für eine Verwicklung des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein in die Anschläge vom 11. September 2001 gebe und daß dies auch nie behauptet wurde. "Wir haben keine Beweise, daß Saddam Hussein mit den Anschlägen des 11. September zu tun hatte", so Bush wörtlich. Zwar "steht es außer Frage, daß Saddam Hussein Verbindungen zu dem Terrornetzwerk al-Qaida hatte", für eine Beteiligung an den Anschlägen vor zwei Jahren gebe es jedoch keinen Beweis. Aber auch für diese angeblichen Kontakte Saddam Husseins zur al-Qaida vor dem Golfkrieg hatte die Regierung in Washington bislang keine Belege vorgelegt.

3. Die angeblichen Massenvernichtungswaffen
Die Bezeichnung „Massenvernichtungswaffe“ ist irreführend, da Vernichtung von Masse physikalisch unmöglich ist. Dennoch wurde dieses Wort für die Kriegspropaganda verwendet, und man meinte damit, daß der Irak starke „Menschenvernichtungswaffen“ besitze. Der Besitz von diesen sogenannten „Massenvernichtungswaffen“ war der offizielle Kriegsgrund gegen die Regierung von Saddam Hussein. So war der Irak nach Ansicht der US-Administratoren und ihrer Vasallen Rechenschaft über bis zu 25.000 Liter Anthrax, 38.000 Botox, 500 Tonnen Sarin, Senfgas und VK-Nervengas sowie mehr als 30.000 Raketenträgern von Chemiewaffen schuldig geblieben. Die fortgesetzte Produktion von chemischen Waffen wollte US-Außenminister Colin Powell vor dem UNO-Sicherheitsrat mit Satellitenaufnahmen der Munitionsfabrik Taji beweisen: In vier Bunkern waren dort angeblich Kampfstoffe gelagert. Unmittelbar vor Ankunft der UNO-Kontrolleure sollen sie jedoch gereinigt worden sein. Tatsächlich bezifferten die UNO-Inspektoren, als sie 1998 den Irak verlassen mußten, das irakische Waffenarsenal noch auf 360 Tonnen Kampfgas. Allerdings meinte der ehemalige Waffeninspekteur Scott Ritter, daß Sarin und Tabun bei den irakischen Lagerungsbedingungen nur eine Lebensdauer von fünf Jahren hätten. Zur Zeit des Angriffs könnten die Depots nur noch "unbrauchbare und harmlose Schmiere enthalten" haben. Der US-Verteidigungsminister Rumsfeld hatte in den achtziger Jahren allerdings selbst die Ausfuhr chemischer Waffen erleichtert, die der Irak später sowohl gegen Iran als auch gegen einheimische Kurden einsetzte.

Es wurde weder bewiesen, daß die Paläste des ehemaligen irakischen Präsidenten als Verstecke für Raketen mit bis 1200 Kilometer Reichweite benutzt wurden, noch wurden chemische Waffen nach Übertreten einer imaginären "Roten Linie" eingesetzt, vor der die US-Militärs immer wieder warnten. Das einzige, was die US-Spähtrupps im Irak entdeckt hatten, waren zwei fahrbare Bio-Labors, auf deren Zweck sich selbst die CIA nicht hundertprozentig festlegen wollte. Doch die US-Regierung kümmerte das wenig. Im Gegenteil: "Wir haben die Massenvernichtungswaffen gefunden", posaunte Bush im Juni im polnischen Fernsehen, die Fragezeichen seines Geheimdienstes dreist zum politischen Ausrufezeichen in eigener Sache umschreibend.

Obwohl also Präsident Husseins Ablösung (im Gegensatz zum Golfkrieg von 1991) das Ziel des Angriffs war und er nichts mehr zu verlieren hatte, setzte er keine solche Waffen ein. Erst wurde das Land von UNO-Waffeninspekteuren durchleuchtet. Dann durchsuchten 1400 Spezialisten der US-Regierung den Irak. "Wir haben jedes Munitionslager zwischen der kuweitischen Grenze und Bagdad untersucht, aber es ist einfach nichts da", gaben Militärs wie US-General James T. Conway zu. Und das, obwohl 200.000 Dollar für Hinweise ausgelobt wurden und irakische Wissenschaftler keine Sanktionen mehr befürchten mußten. Der im Juni von den Vereinten Nationen für die Waffeninspektionen berufene Nachfolger von Hans Blix, Dimitros Perricos, machte hingegen deutlich: "Aus Sicht der Inspektionen wurden keine Belege gefunden, die einen Krieg gerechtfertigt hätten".

4. Das angebliche Atomwaffenpotential
Laut US-Außenminister Colin Powell soll der Irak seit 1998 versucht haben, spaltbares Material zu besorgen. Im März 2003 behauptete der US-Vizepräsident Dick Cheney: "Wir haben Grund zu der Annahme, daß Saddam Hussein Atomwaffen baut." Und auch der US-Präsident Bush postulierte: "Wir können nicht auf den endgültigen Beweis warten, den rauchenden Colt, der in der Form einer Atompilzwolke kommen könnte".

Im Jahr 2002 behauptete George W. Bush mehrmals, der Irak werde binnen sechs Monaten Atomsprengköpfe herstellen. Er erntete prompt Widerspruch von der Internationale Atomenergie-Behörde (IAEA) und selbst von der CIA. Zunächst wurde mit Aluminiumröhren argumentiert, die der Irak zum Bau von Atomraketen beschaffen wollte. Dabei war längst klar, daß die Röhren dafür nicht geeignet waren. Nach dieser Schlappe legte Bush am 28. Januar 2003 in seiner Rede zur Nation eine neue Fährte: "Die britische Regierung hat Erkenntnisse, daß Saddam Hussein unlängst bedeutende Mengen Uran aus Afrika bezogen hat." Dieser Satz begründete die Legende vom Kauf des spaltbaren Materials aus dem Niger. Allerdings hatte auch hier die CIA bereits im Jahr davor geklärt, daß es sich um gefälschte Dokumente handelt. Nachdem dies auch die IAEA öffentlich dokumentierte, räumte die US-Regierung den „Fehler“ am 9. Juli 2003 ein.

5. Die angeblichen unbemannten Flugobjekte (UFO´s)
George W. Bush behauptete in der „Rede zur Nation“ am 5. Februar 2003: "Der Irak hat Sprühgeräte entwickelt, die auf unbemannten Flugmaschinen eingesetzt werden können, deren Reichweite weit über die zulässigen Höchstwerte des Sicherheitsrates hinaus gehen." Auch US-Außenminister Colin Powell hatte zwei Tage vor dem US-Präsidenten im Sicherheitsrat drastisch die Bedrohung durch die Drohnen dargestellt. Er stütze sich nach eigenen Angaben auf Informationen des Geheimdienstes CIA und der Pentagon-Nachrichtenabteilung DIA: "Eine unbemannte Flugmaschine, gestartet von einem Schiff vor der amerikanischen Küste, könnte Hunderte von Meilen ins Landesinnere vordringen."

Die Gefährdung durch die Drohnen war eindeutig ein Märchen. Selbst US-Waffenexperten mußten zugeben, daß sie nicht zum Transport von chemischen oder biologischen Waffen geeignet waren. Der Geheimdienst der Luftwaffe stimmte mit Powells und Bushs Einschätzung von Anfang an nicht überein. "Wir haben keine große Chance gesehen, daß sie (die Drohnen) dazu benutzt werden, die USA anzugreifen", sagte deren Direktor Bob Boyd. In einem Bericht hieß es, das Flugobjekt ähnele einem großen Modellflugzeug mit Tragflächen aus Balsaholz, die mit Klebeband zusammengehalten werden. Technisch absolvierte der Prototyp nur einen Testflug von drei Kilometern und konnte nicht mehr als eine Videokamera und einen Videorekorder tragen - die Drohnen waren eindeutig nur zur Aufklärung bestimmt.

Powell zeigte am 5. Februar dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Aufnahmen eines Jets, aus dem im Flug eine Wolke von Gas oder Rauch entweicht. Er behauptete, Bagdad habe die Tanks von Mirage-Jägern so umgebaut, daß von ihnen aus Gas oder bakteriologische Waffen verströmt werden könnten. Mindestens vier derartige Fälle seien bekannt. Gefunden wurde eine so umgebaute Maschine jedoch niemals.

6. Die angeblichen Bio-Waffen
Der US-Außenminister Colin Powell erklärte am 5. Februar 2003 vor dem UNO-Sicherheitsrat: "Saddam Hussein hat Forschungen an Dutzenden biologischen Erregern betreiben lassen, die Krankheiten wie Milzbrand, Pest, Typhus, Cholera, Pocken und Gelbfieber auslösen können." Obwohl Powell von Anfang an unglücklich mit dieser Aussage gewesen sein soll, legte Bush nur zwei Tage später nach: "Mit dem Einsatz dieser Fertigungsanlagen könnte der Irak innerhalb weniger Monate etliche Kilogramm biologischer Giftstoffe produzieren." US-Verteidigungsminister (Pentagon-Chef) Donald Rumsfeld hatte bereits am 29. Juli 2002 in Suffolk deutlich gemacht, daß er Luftangriffe auf den Irak nicht für ausreichend hält. Dort seien viele biologische und atomare Waffendepots "tief vergraben", die mit Luftangriffen allein schwer zu zerstören wären.

Als Zeuge für das irakische B-Waffenprogramm diente Saddams Schwiegersohn und oberster Chef der Rüstungsindustrie, Kamal Hussein. Dieser lief 1995 nach Jordanien über, wurde später von Saddam Hussein unter Versprechungen zurückgelockt und dann hingerichtet. Allerdings sagte Kamal Hussein auch: "Ich habe die Zerstörung aller chemischen Waffen befohlen. Alle Waffen - biologische, chemische, Trägerraketen, nukleare - sind zerstört worden." Doch dieser Teil seiner Aussage wurde lange verschwiegen. Ein Hinweis auf die Produktion von Biowaffen im Irak wurde niemals gefunden.

7. Die inszenierte Heldenbefreiung
Jeder Krieg braucht Helden, vor allem ein Krieg, der für die kriegsinszenierende Nation – welche an Rambo- und Terminator-Filme gewöhnt ist – vorrangig im Fernsehen abläuft. Und es war eine dramaturgisch gelungene Inszenierung: Jessica Lynch konnte mit ihrer „Story“ genug Geld verdienen. Die 19 Jahre alte amerikanische Soldatin geriet angeblich frühzeitig in die Hände irakischer Soldaten. Aus Armeekreisen hieß es später, Jessica Lynch habe sich mutig verteidigt und geschossen, bis ihr die Munition ausging. Es hieß auch, daß sie von feindlichen Kugeln getroffen worden sei. Zwei ihrer Kollegen starben - fünf gerieten in Gefangenschaft. Und dann sei Lynch auch noch in einem Krankenhaus in Nassirija mißhandelt worden. Doch nach einer Woche wurde sie am 2. April - trotz heftiger Gegenwehr der irakischen Bewacher - von einer US-Elitetruppe befreit. Und wie es der "Zufall" wollte, wurde die Befreiungsaktion auch noch mit Nachtsichtgerät und Videokamera aufgenommen. Glücklicherweise führte auch noch ein Kameramann aus Hollywood Regie, der schon als Assistent von Ridley Scott bei den Dreharbeiten zu dem Kriegsfilm "Black Hawk Down" tätig war. Wenige Stunden später wurde eine geschnittene Fassung des Videos verbreitet, das Originalmaterial aber weggesperrt. Laut dieser Fassung brachte innerhalb von Minuten das Spezialkommando Jessica Lynch in einen Helikopter und flog sie in ein Militärkrankenhaus. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg war ein amerikanischer Kriegsgefangener aus den Händen des Feindes befreit worden. Jessica Lynch wurde zur ersten Heldin des Krieges. Lynch wurde das Covergirl des "People"-Magazins. "That´s great." äußerte sich George W. Bush bewundernd zu dieser großartigen Aktion der US-Eliteeinheit.

Als erste Zweifel kamen, schrieb Donald Rumsfelds Sprecherin Victoria Clarke einen Brief an die "Los Angeles Times": "Die offiziellen Sprecher in Katar und Washington haben die Ereignisse akkurat wiedergegeben. Dem zu widersprechen ist eine schwerwiegende Beleidigung der tapferen Männer und Frauen, die an der Aktion beteiligt waren." Tatsächlich war Lynchs Einheit vor ihrer Gefangenschaft einfach nur falsch abgebogen. Lynchs Fahrzeug wurde in einen Verkehrsunfall verwickelt, bei dem sie sich ein Bein brach und stark blutete. Glücklicherweise konnten ihr Angehörige des behandelnden Arztes Blut spenden - sonst hätte diese große Heldengeschichte womöglich nicht jenes „Happy End“, das die amerikanische Kriegspropaganda so dringend benötigte. Allerdings hatte das irakische Krankenhauspersonal schon vor ihrer „Befreiung“ versucht, Kontakt zu amerikanischen Soldaten aufzunehmen. Doch die Amerikaner schossen auf den Krankenwagen, in der sich die geschwächte Patientin befand. Und als die US-Elitetruppe später das Krankenhaus stürmte, war kein Bewaffneter mehr in der Nähe.


Teil 2 folgt:

[f1][ Editiert von Administrator Schreiberling am 10.11.2004 7:42 ][/f]

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

10.11.2004 07:41
#7 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Zitat

8. Getürkte Feldpostbriefe für die Kriegspropaganda
Öffentlichkeitsarbeiter der amerikanischen Armee leiteten hymnische Briefe von im Irak stationierten US-Soldaten an amerikanische Zeitungen weiter. Doch die angeblichen Verfasser haben diese Briefe nie geschrieben. Angehörige des 503. Airborne Infantry Regiments, das 2003 Kirkuk stationiert war, firmieren als Verfasser eines immer gleichen Schreibens, das im September 2003 im Posteingang von mindestens elf Zeitungen zwischen Massachusetts und Kalifornien gelandet ist. Die wortgleichen Briefe mit jeweils anderer Unterschrift preisen in fünf Absätzen die Sinnhaftigkeit des amerikanischen Irak-Einsatzes. Die Phantom-Autoren loben den verbesserten Lebensstandard in der nordirakischen Stadt, die ihnen "eine Heimat fern der Heimat" geworden sei: "Die Mehrheit der Bevölkerung hat uns mit offenen Armen begrüßt. Obwohl wir schon fünf Monate hier sind, kommen die Leute bei über 40 Grad Hitze aus ihren Häusern gelaufen, wenn wir auf Patrouille vorbeifahren. Kinder laufen lachend auf uns zu, um uns die Hände zu schütteln. Sie rufen uns in gebrochenem Englisch „Thank You, Mister“ zu."

Später ergab sich, daß einige Soldaten das Schreiben, das von einem Offizier in Kirkuk ausgeteilt worden sein soll, immerhin lesen durften, bevor sie unterschreiben sollten. Andere wurden gar nicht erst gefragt, in mindestens zwei Fällen wurde der Name ohne Wissen der Soldaten auf den Vordruck gesetzt. Der Offizier hatte die Ausbeute nach Texas weitergeleitet. Dort sitzt das "Hometown News Release Program". Die armee-eigene Propagandastelle kümmerte sich darum, daß Lokalzeitungen mit immer neuen Geschichten über Soldaten, die aus der Region stammen, versorgt werden. Nur waren die verbreiteten Neuigkeiten in diesem Fall nicht die authentischen Erlebnisse einzelner, sondern Teil einer Kampagne, mit der die zunehmenden Sorgen in der Öffentlichkeit über den verlustreichen Irak-Einsatz zerstreut werden sollten.

9. Die britischen Vasallen
Das nach dem 2. Weltkrieg untergegangene Britische Empire versuchte, durch ein Vasallentum zur USA weiterhin auf der internationalen Bühne mitspielen zu dürfen. Seit dem 11. September 2001 wurden britische Kriegsgegner mundtot gemacht.

Wortführer der britischen Kriegshetze war der britische Premier Tony Blair. Er sekundierte zu den US-amerikanischen Verschwörungstheorien: Der Irak habe sicher nicht seine "10.000 Liter Anthrax und mindestens 80 Tonnen Senfgas und weitere Biowaffen" zerstört. "Der Irak besitzt chemische und biologische Waffen. (...) Seine Raketen sind binnen 45 Minuten einsatzbereit.", so tönte Blair vollmundig am 24. September 2002. Der Premier berief sich bei dieser Rede auf ein Dossier des britischen Geheimdienstes. Von den USA vor der Uno als "großartiges Dokument" ("fine paper") gerühmt, rückte dieses Dossier durch den dubiosen Tod des Waffenexperten David Kelly, welcher der Kriegspropaganda entgegentrat, in die Öffentlichkeit. Blairs Kommunikationsdirektor Alastair Campbell mußte sich für die Fälschung entschuldigen. Heeresminister Adam Ingram räumte ein, der Premier habe sich auf eine einzige Quelle gestützt. Fest steht: In der ersten Version des Geheimdienstberichts wurde keine größere Bedrohung als nach dem Golfkrieg von 1991 festgestellt; Blairs Stab schickte die Berichte zurück - insgesamt sechs Mal mußte der Dienst das Manuskript umschreiben, ehe es für die alliierte Kriegshetze brauchbar war und veröffentlicht wurde. Ob es dabei aufgebauscht wurde, wie die BBC behauptet, versuchte seitdem ein Untersuchungsausschuß zu klären.

Besonders intelligente Redewendungen fand der britische Außenminister Jack Straw zur Kriegslegitimation. In einem Interview mit der BBC räumte Straw am 31. August 2003 ein, es sei nicht sicher, was die britischen und US-Truppen bei ihrer Suche nach chemischen oder biologische Waffen finden würden. "Ich kann nicht präzise sagen, was entdeckt werden wird, niemand kann das sagen." Er halte es immer noch für möglich, daß „Massenvernichtungswaffen“ im Irak gefunden werden. So sagte Straw der BBC auch: "Die Tatsache, daß bisher keine dieser Waffen gefunden wurde, bedeutet natürlich nicht, daß es sie nicht gibt."

10. Weitere europäische Vasallen
Bedeutender europäischer Vasall der US-Administration war Spaniens Ministerpräsident José María Aznar, der am 5. Februar 2003 äußerte: "Wir alle wissen, daß Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitzt. (...) Wir wissen auch, daß er über chemische Waffen verfügt.“ Die Unterstützung von Spaniens Bevölkerung erhielt Aznar jedoch nicht. Der Raubstaat Polen witterte die Möglichkeit, trotz seiner wirtschaftlich-kulturell-politischen Bedeutungslosigkeit an der Gewinnerseite der US-Aggressoren internationales Parkett betreten zu dürfen, entsandte Söldner in den Irak und wurde dafür von den US-Administratoren belobigt. Der dubiose Medienzar Italiens, Silvio Berlusconi , agierte ebenfalls auf der Seite der USA. Auch kleinere europäische Staaten versuchten sich an der Seite der allmächtigen USA zu profilieren.

Die BRD-Führung hielt sich auffällig zurück und wurde zusammen mit Frankreich von der US-Administration dem potentiell gegnerischen „Alten Europa“ zugeordnet. Doch die CDU und deren Vorsitzende Angela Merkel machten sich die amerikanische Behauptungen schnell zu Eigen. "Die Bedrohung durch Saddam Hussein und seine Massenvernichtungswaffen ist real." fabulierte Angela Merkel am 8. Februar 2003. Auch der außenpolitische Sprecher der Union, Friedbert Pflüger, wiederholte mehrmals, daß er an die Existenz der „Massenvernichtungswaffen“ glaube. Vor dem Überfall bestand Pflüger unentwegt auf dem Aufbau einer "Drohkulisse" und griff die BRD-Regierung immer wieder wegen ihrer offen zur Schau getragenen Skepsis an den angeblichen Beweisen hart an.

Bloßgestellt wurden die Unionspolitiker von einem Mitglied der US-Regierung: "Aus bürokratischen Gründen haben wir uns auf ein Thema festgelegt, auf Massenvernichtungswaffen, weil das der einzige Grund war, dem jeder zustimmen konnte", gestand US-Vizeverteidigungsminister Paul Wolfowitz in der Juli-Ausgabe des Magazins "Vanity Fair".

11. Umschwenken in der Propaganda
Den Beweis für die Existenz von „Massenvernichtungswaffen“ wollte die alliierte Kriegspropaganda immerhin nach dem Überfall nachreichen. Alle bisherigen Erfolgsmeldungen über Waffenfunde hatten sich jedoch als falsch erwiesen. Mehrfach wurde behauptet, man habe die Waffen endlich gefunden, mußte aber diese Lügen wieder revidieren. Später erklärte die US-Regierung, die Waffenlager seien möglicherweise geplündert worden. Bis dahin war das Ausbleiben von Waffenfunden damit erklärt worden, Saddam habe sie gut versteckt oder sie seien rechtzeitig vor dem Krieg vernichtet worden. Aber auch damit hätte der Krieg sein offizielles Ziel verfehlt: Schließlich sollten gerade „Massenvernichtungswaffen“ nicht in die Hände von Unbekannten (also Terroristen) fallen.

Die alliierten Angreifer, allen voran die USA und Großbritannien, gerieten zunehmend unter Druck, den Angriffskrieg gegen den Irak zu rechtfertigen. Daher hatte sich der Staatssekretär für Waffenkontrolle im US-Außenministerium, John Bolton, auf den Standpunkt zurückgezogen, daß bereits die Tatsache, daß der Irak Wissenschaftler hatte, die in der Lage gewesen wären, „Massenvernichtungswaffen“ zu erforschen, einen ausreichenden Kriegsgrund darstellen würde. Später ist auch Bush etwas vorsichtiger geworden: Bald sprach er nur noch von „Saddams Waffenprogramm" und nicht mehr von dessen "Massenvernichtungswaffen".

Die Propaganda schwenkte nun stärker auf einen „Sieg der Zivilisation“ um und verglich die angebliche „Befreiung“ des Irak mit der angeblichen „Befreiung“ Deutschlands 1945. So wurde angesichts offensichtlicher Argumentationsschwächen alsbald damit geprahlt, daß der „Irak nun Demokratie“ habe. So behauptete Bush am 3. Oktober 2003 in Washington: „Saddam Hussein war eine Gefahr für die Welt (...) Jetzt ist er nicht mehr an der Macht, und der Welt geht es besser." Der bisherige Stand der Untersuchungen mache es einmal mehr offensichtlich, daß der gestürzte irakische Regent über 20 Jahre lang ein geheimes illegales Waffenprogramm betrieben, UNO-Resolutionen verletzt und die Welt getäuscht habe. Doch wurden auch historische Vergleiche bemüht: US-Verteidigungsminister Rumsfeld hatte auf einer Veteranen-Veranstaltung in San Antonio im August 2003 den Widerstand im Irak mit „Nazi-Banden“ verglichen, die nach der deutschen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg noch weiter gekämpft hätten.

12. Die Rolle der CIA
Zunächst wollte der US-amerikanische Geheimdienst CIA (Central Intelligence Agency) nicht die von der Bush-Administration gewünschten Beweise für die anti-irakische Greuelhetze liefern. Der Streit gedieh sogar so weit, daß CIA-Leiter Tenet im Mai 2003 eine Kommission einsetzte, welche die Zusammenarbeit zwischen CIA und Pentagon untersuchen sollte. Pentagon-Chef Rumsfeld kochte, als die Geheimdienstler bei der CIA ein ums andere Mal Aussagen irakischer Exilanten als irrelevant abtaten, die auf Verbindungen Bagdads zu Osama Bin Laden hinwiesen. Als Retourkutsche wurden CIA-Analysten daraufhin nicht müde zu betonen, Rumsfelds Ermittlungsteam sei ein Haufen konservativer Ideologen, die nur erpicht darauf seien, der Bush-Regierung willfährig das zu liefern, was diese für ihren Propagandafeldzug benötigte. In Geheimdienstkreisen war man maßlos verärgert. Die US-Regierung habe das irakische Bedrohungspotential total übertrieben, die Nachrichtendienste seien politisch mißbraucht worden, so klagte man seinerzeit. Doch Bush wälzte die Verantwortung ab. So behauptete der US-Präsident im Juli 2003 auf seiner Afrika-Reise, die CIA habe seine Rede zur Nation vom am 28. Januar 2003, in der Falschinformationen postuliert wurden, vorab gelesen und nicht beanstandet. Er wandte sich damit gegen den Vorwurf, er habe in der Rede Informationen verwandt, welche die Geheimdienste als zweifelhaft eingestuft hätten.

Doch schienen sich CIA und Pentagon nach dem Krieg zumindest soweit geeinigt zu haben, daß die CIA die US-Kriegslegitimation nicht mehr in Frage stellte. So hatte der CIA-Mann David Kay am 2. Oktober 2003 zwar dem US-Kongreß vorgetragen, daß im Irak bisher keine biologischen oder chemischen Waffen gefunden wurden, aber das wollte die US-Regierung nicht hören. Deshalb ließ Kay in seinem Bericht über „Massenvernichtungswaffen im Irak“ Platz für Spekulationen. Übersetzt bedeutete das: Gebt mir mehr Geld, dann liefere ich schon noch den Beweis, daß der Krieg gerechtfertigt war. Der amerikanische Kongreß hatte für die Waffensuche bislang 300 Millionen Dollar bewilligt. Nach einem Bericht der "New York Times" forderte die Regierung nunmehr 600 Millionen Dollar zusätzlich. Diese Summe sei Teil des 87-Milliarden-Dollar- Pakets, das Präsident Bush für die Einsätze im Irak und in Afghanistan beantragt hatte.

So gäbe es laut Kay Hinweise darauf, daß die irakische Führung geplant habe, die Produktion von „Massenvernichtungswaffen“ wieder aufzunehmen. So wurden angeblich geheime Labors und Projekte entdeckt, die vor den UNO-Waffeninspektoren versteckt worden seien. Dazu zähle ein Gefängnislabor, das dazu gedient haben könnte, biologische Waffen an Häftlingen zu testen. Außerdem seien Hinweise entdeckt worden, daß der Irak an Raketen mit einer von den UNO nicht erlaubten Reichweite gearbeitet habe. "Wir haben noch keine Waffenvorräte gefunden, aber wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir entweder eindeutig sagen können, solche Waffenvorräte existieren, oder daß sie vor dem Krieg existiert haben.“ Hinweise darauf, daß Hussein vor dem Irak-Krieg an einer Wiederbelebung seines Atomprogramms gearbeitet habe, gebe es höchstens auf einem "sehr rudimentären Niveau", sagte der von der CIA mit der Suche betraute Kay weiter. "Es sieht sicherlich nicht nach einem massiven Wiederbelebungsprogramm aus."

Längst wird in den USA gespottet, die drei Buchstaben „CIA“ stünden nicht mehr für Central Intelligence Agency, sondern für "Culinary Institute of America" - Lügenküche der Nation.

13. Die neuen „Schurkenstaaten“
Da die Lügen zur Begründung des Irak-Überfalls offensichtlich sind, kann als wichtigste Forderung nur bestehen bleiben, die rechtmäßige irakische Regierung wieder einzusetzen und die anglo-amerikanischen Kriegstreiber samt ihren Vasallen vor ein Kriegsverbrechertribunal zu stellen. Dies ist natürlich angesichts der globalen Machtverhältnisse derzeit nicht möglich. Zwar ist US-Präsident Bush laut einer Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts „Pew Research Center for the People and the Press“ im Mai 2003 nicht sehr beliebt, weder im eigenen Land, noch in der Welt. Doch in Israel ist er der beliebteste Politiker: 83 Prozent der Juden schenken ihm das Vertrauen. Er verfügt über eine gut ausgerüstete Armee sowie über „Massenvernichtungswaffen“ jeglicher Bauart.

Vizepräsident Cheney hatte im Mai 2003 den jüdischen China-Experten Aaron Friedberg in seine politische Mannschaft zum stellvertretenden Berater für nationale Sicherheit und Direktor für politische Planung berufen. Friedberg gehört den sogenannten Neokonservativen an, die sich für die "militärische Stärke und moralische Klarheit" Amerikas einsetzen und seit Bush erheblich an Einfluß gewonnen haben. Bedeutsam war diese Berufung deshalb, weil es bisher in Bushs (bzw. Cheneys) Mannschaft keinen Chinaexperten gab. Friedberg ist aber nicht nur Experte, sondern auch Gegner Chinas. Die Berufung Friedbergs ist deshalb ein Anzeichen dafür, daß der seit dem 11.September gepflegte Schmusekurs mit China sich wohl bald ändern wird und daß die USA China zunehmend als Rivalen sehen.

Ein weiterer „Schurkenstaat“ in Ostasien ist Nordkorea, das sich vom amerikanischen Drohgebaren bisher jedoch nicht beeindrucken läßt. US-Sicherheitsberater Richard Perle, 1941 in New York als Enkel jüdischer Einwanderer aus Rußland geboren, verkündete am 16. Juni 2003 in Berlin, nordkoreanische Atomanlagen werden demnächst bombardiert (präventiver "chirurgischer" Schlag gegen Nordkorea). „Eigentlich wollen wir das ja nicht“, so Perle.

Ins offene Visier ist jedoch der Iran gerückt. Laut der russischen Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" haben die USA am 30. Mai 2003 den Angriffsbeginn gegen den Iran besprochen. Für den Angriff sollen bereits die Ausgangspunkte festgelegt worden sein: Stützpunkte im Irak, Georgien und Aserbaidschan. Einige Monate später hat die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) die iranische Regierung mit einem Ultimatum konfrontiert: Bis zum 31. Oktober muß Teheran eine verschärfte Kontrolle seiner Atomanlagen akzeptieren. Falls Iran den Forderungen nicht in vollem Umfang nachkommt, würde die IAEA voraussichtlich erklären, daß das Land den Atomwaffensperrvertrag verletze. Die amerikanische Regierung hatte sofort erklärt, eine Nichtbefolgung des Ultimatums werde als „weiterer Beweis“ interpretiert, daß Teheran tatsächlich Atomwaffen produzieren will.

Präsident Mohammed Khatami stellte fest: „Selbst wenn wir dem Feind keinen Vorwand liefern, wird er einen finden.“ Schon die von der IAEA geforderte „vollständige Erklärung“ würde von den USA selbstverständlich sofort angezweifelt werden, wobei sie sich weder um die Erkenntnisse der Inspektoren, noch um Fakten oder um die Meinung anderer Regierungen kümmern würden, wie man spätestens seit den Erfahrungen des Irak weiß. Sich auf die Forderungen der IAEA einzulassen, würde für Iran bedeuten, sich der Dynamik einer fortwährend steigernden Erpressung auszuliefern.

Selbst wenn Teheran dem Ultimatum der IAEA hundertprozentig nachkommen würde, was technisch fast unmöglich und politisch kaum wahrscheinlich ist, liegen schon die nächsten Vorwürfe bereit, die einen passablen Kriegsgrund abgeben können. Auf einer gemeinsamen Sitzung US-amerikanischer und jüdisch/israelischer Parlamentarier trug im September 2003 Paula DeSutter, Unterstaatssekretärin im US-Außenministerium, das jüngste Gerücht vor: Iran besitze die Fähigkeit, Raketen mit biologischen Gefechtsköpfen auszurüsten. Und: Iran versuche vermutlich, Raketen zu entwickeln, die nicht nur Westeuropa, sondern sogar die USA erreichen könnten. Aber noch lange nicht genug: Paula DeSutter verkündete, daß Iran selbstverständlich Atomwaffen entwickeln will, egal was seine Regierung behauptet. Dies sei eine Bedrohung nicht nur für den Nahen Osten, sondern auch für die USA. Schon wärmte auch Pentagon-Chef Donald Rumsfeld die Gerüchteküche an - mit der bewährten Rezept-Mischung. "Natürlich befinden sich im Iran hohe al-Qaida-Mitglieder", verbürgte sich Rumsfeld Ende Mai 2003. "Das ist eine Tatsache." Und dann, ohne zu zögern: "Der Iran ist einer der Staaten, der aus unserer Sicht nukleare Fähigkeiten entwickelt."

Bereits Anfang September 2003 wurde auch Syrien zusammen mit Iran, Nordkorea und Libyen in die Reihe der "Schurkenstaaten" eingestuft, die für Amerika angeblich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen. Der Staatssekretär im Außenministerium, John Bolton, warf Syrien vor, eine Reihe von feindlichen Handlungen gegenüber den Streitkräften der anglo-amerikanischen Besatzer im Irak unternommen zu haben. Während des Irak-Kriegs habe Syrien zugelassen, daß Freiwillige in den Irak reisen und dort gegen US-Soldaten kämpfen konnten. Dies geschehe immer noch, fügt Bolton hinzu. Bolton betonte weiterhin, daß die USA sich den Einsatz "jedes Werkzeugs" offen halten sollten, um zu verhindern, daß Syrien „Massenvernichtungswaffen“ entwickle. Dazu hatte am 8. Oktober 2003 der Außenausschuß des US-Repräsentantenhauses mit großer Mehrheit einen Gesetzentwurf gebilligt, der ein Waffenembargo gegen Syrien vorsieht. Geplant sei auch ein Ausfuhrstopp für alle amerikanischen Güter nach Syrien, Einschränkungen für syrische Diplomaten in den USA und ein Start- und Landeverbot für syrische Flugzeuge. Zur Begründung der Billigung des Gesetzentwurfs sagte der Fraktionsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, es sei deutlich geworden, welche Seite die syrische Regierung im Krieg gegen den Terror gewählt habe. "Es ist Zeit, daß Syrien für sein Handeln haftbar gemacht wird", fordert die republikanische Abgeordnete Ileana Ros-Lehtinen. Sanktionsbefürworter Eliot Engel, Mitglied der Demokraten, bezeichnete Syrien als einen der gefährlichsten Staaten im Nahen Osten. Déja-vu.



[f1][ Editiert von Administrator Schreiberling am 10.11.2004 7:43 ][/f]

saratoga Offline



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11.11.2004 15:10
#8 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Hallo Schreiberling,

dass die Politik mit Lügen und Verschleierungen nur so um sich wirft, wundert mich nicht mehr im Geringsten. Es ist ein großer Teil ihrer Aufgabe. Infolgedessen ist es ebenfalls nicht verwunderlich, dass hierzulande das Vertrauen in die Politiker bei Null angekommen ist, auch, wenn es einige löbliche Ausnahmen gibt, die man allerdings mittlerweile wohl an den Fingern einer Hand abzählen kann (zumindest bei den bekannteren).

Viel interessanter ist die dazugehörige Rolle der Medien. Eine wahrhaft unrühmliche Rolle hat dabei die deutsche Medienlandschaft. Gerade zum Irak werden dort fast ausschließlich amerikanische Meldungen und Statements ungeprüft nachgeplappert und verbreitet. Seit einiger Zeit tut sich besonders der Spiegel darin hervor. Mittlerweile ist dies das Organ, dass ich als ziemlich letztes zur Informationsgewinnung nutze (mit Ausnahme von harten Fakten wie Sportergebnisse, Devisen- und Derivatekurse). Immerhin haben sie es heute nach 9 Tagen erstmalig geschafft, über die Manipulationen und Fälschungen der US-Wahl zu berichten. In den US-Foren ist dies seit Tagen Tagesgespräch. Gerade im Radio habe ich in letzter Zeit mal etwas genauer hingehört und beobachtete oftmals Relativierungen z.B. mit "sollen", die zumeist keinen genauen Schluß zulassen. Theoretisch könnte damit alles Mögliche durch den Äther gehen. Doch als Quintessenz verbleibt, dass die bezweckte Nachricht bei den Leuten ankommt und haften bleibt.

Interessant sieht es auch bei den arabischen Medien aus. Mir viel auf, dass die meisten arabischen Medien sich fast total an die westlichen Medien anlehnten, einige wenige jedoch zu massiven Übertreibungen der Realität zur anderen Seite neigten. Die Internetauftritte z.B. werden gehostet in:
Aljazeerah - London (GB)
Al-Basrah - Amsterdam (Niederlande)
Free Arab Voice - Houston (Texas)
Jihad Unspun - Kairo (Ägypten)

Bei Aljazeerah ist dies noch am ehesten nachvollziehbar, da es von ehemaligen BBC-Mitarbeitern gegründet wurde. Insgesamt werde ich den Verdacht nicht los, dass es auch in der arabischen Welt keine einzige Medienanstalt gibt, die völlig unabhängig ihrer Berichterstattung nachgeht, sondern jeweils als Sprachrohr ihrer jeweiligen eingesetzten Regierung oder ihren westlichen Eignern dient. Dies geschieht je nach menschlicher Zielgruppe einmal durch kommentarloses Übernehmen der Nachrichten wie vor allem in Deutschland oder aber phantasievolle, später leicht erkennbare Übertreibungen, die die öffentliche Meinung in die Richtung der westlichen Medien führen sollen. Übrigens soll Jihad Unspun einem Kanadier gehören.

[f1][ Editiert von saratoga am: 11.11.2004 16:11 ][/f]

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13.11.2004 10:48
#9 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Die Besatzer behaupten: "wenn wir abziehen gibt es Bürgerkrieg im Irak"

Was ist da dran? Wahrscheinlich ist es eine Lüge. Hierzu eine interessante Aussage eines Irakers:

Zitat

Zur aktuellen Entwicklung im Irak führte rote fahne news ein Interview mit Awni Alkalemji, dem Sprecher der Irakischen Patriotischen Front:

rote fahne news: Die internationalen Medien berichten vom Einmarsch der Truppen in die Stadt Falludscha. Wie ist die Situation im Irak?

Awni Alkalemji: In Falludscha findet seit einigen Tagen ein harter Kampf zwischen den US-Truppen und den Widerstands-Truppen statt. Aber bevor die USA die Stadt angriffen, hatten sie schon vier Wochen lang die Stadt bombardiert, mit allen Waffen, aus der Luft und vom Land. Mit Panzern, mit Bombern. Die Krankenhäuser, die Moscheen, die Schulen, die Häuser, alles haben sie zerstört. Jetzt erklären sie, sie hätten die Stadt eingenommen. Doch der Widerstand will vermeiden, dass die Bombardierungen die Kämpfer treffen. Sie wollen die US-Truppen in die Stadt hineinziehen, um sie von Straße zu Straße, von Gebäude zu Gebäude zu bekämpfen. Dann müssen die US-Truppen ohne Deckung durch die Bomber kämpfen. Das ist das Problem der US-Truppen.
Wichtiger ist noch: Diese Schlacht ist die Minute, in der der Widerstand die US-Truppen im ganzen Irak, von Nord bis Süd, angreifen wird. Das zeigen die Medien nicht auf. Der Widerstand kontrolliert ganze Städte, unter anderem Mosul, die drittgrößte Stadt des Irak, Samarra im Zentrum Iraks, Al Romadi und Heet. Sogar ein großer Teil von Bagdad ist unter Kontrolle des Widerstands. Einschließlich der Häuser der US-hörigen Regierung. Der Premier konnte seine Familie nicht schützen. Drei Familienagehörige wurden gefangen genommen. Auch in einer Stadt nahe bei Kerbela gewann der Widerstand die Oberhand. Ich denke, dies ist der Beginn einer großen Erhebung gegen die Besatzung.

rote fahne news: Bei uns wird in den Medien immer von der großen und angeblich ewigen Uneinigkeit der Bevölkerung des Irak gesprochen.

Awni Alkalemnji: Es ist ein großer Irrtum, wenn die Medien den Widerstand als Sunniten- oder Schiiten-Widerstand bezeichnen. Der Widerstand begann lange bevor die US-Truppen Irak besetzten. Er bereitete sich bereits vor fünf, sechs Jahren vor, und zwar das ganze irakische Volk. Wir wussten, dass die irakische Armee oder der irakische Staat die USA als eine Großmacht nicht besiegen kann. So erwarteten wir, dass Irak besetzt würde und bereiteten uns auf einen Widerstandskampf vor. Dieser Widerstand ist kein Widerstand, der sich auf die Anhänger Saddams zurechnen kann oder den ausländischen Kämpfern, ebenso wenig nur einzelnen Regionen wie Falludscha oder Romadi. Er ist nicht schiitisch oder sunnitisch oder kurdisch oder arabisch oder turkmenisch. Er ist nicht demokratisch, kommunistisch oder zu anderen Parteien gehörig. Dieser Widerstand ist ein Widerstand des ganzen irakischen Volkes. Er ist nicht der Widerstand einer Region, sondern des ganzen Landes von Nord bis Süd.

rote fahne news: Was sind die Ziele des Widerstands?

Awni Alkalemji: Das Hauptziel des Widerstands ist die Befreiung unseres Landes. Das zweite Ziel, wenn wir unser Land befreit haben, ist die Bildung einer neuen demokratischen Regierung. Alle Menschen, die gegen die Besatzung kämpfen, werden zu den Wahlen kommen. Und wer den Irak befreit, der wird auch eine neue Regierung im Irak bilden können. Es wird nicht eine Partei sein, die den Irak befreit. So wird nicht die eine oder andere Partei dann allein an der Regierung sein. Keine Partei ist so groß, dass sie allein den Irak befreien könnte. Auch die Angehörigen nur einer Religion können das nicht. Für die Befreiung des Irak ist eine breitere Front nötig, die das ganze irakische Volk umfasst: Muslims, Christen, Schiiten, Sunniten, Kommunisten, Demokraten, usw.

rote fahne news: Welche Aufgabe stellt sich die Irakische Patriotische Front, deren Sprecher sie sind, im irakischen Widerstand?

Awni Alkalemji: Wir gründeten uns 1992. Mehr als acht Parteien sind in unserer Front. Sie umfasst Teile der KP, einige kurdische Parteien, türkische demokratische Parteien, nationale Parteien, linke Parteien und den linken Flügel der Baath-Partei. Unsere Rolle ist der friedliche Kampf gegen die Besatzung. Wir unterstützen alle Arten des Widerstandes einschließlich des bewaffneten Kampfs. Wir verstehen den friedlichen Widerstand nicht als Händeschütteln mit den Besatzern und gemeinsame Sache mit ihm. Wir organisieren Demonstrationen, schreiben Losungen auf die Wände usw.

rote fahne news: Wie verbindet sich der Widerstand im Irak mit dem Friedens- und antiimperialistischen Kampf in der ganzen Welt?

Awni Alkalemji: Ich meine, bei diesem Kampf geht es um die Belange der Völker auf der ganzen Welt. Denn die USA wollen die ganze Welt beherrschen. Wenn die USA die Kontrolle über das Öl haben, werden sie das Öl als Waffe benutzen, auch gegen Europa. Denn einen großen Teil seines Öls bezieht Europa aus dem Nahen und Mittleren Osten.
Wenn im Irak kein solcher Widerstand wäre, dann hätten USA weiter gemacht und Syrien, Iran, Nordkorea usw. angegriffen. Es ist eine Folge des Widerstandes im Irak, dass die USA keine weitere Front eröffnen konnten. Deswegen rufe ich alle Menschen in der ganzen Welt auf, den Widerstand zu unterstützen.

rote fahne news: Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dem irakischen Volk, dass es siegt, das Land befreien und wieder aufbauen kann.



http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/International/article_html/News_Item.2004-11-12.5921

Die Iraker begreifen sich längst zuerst als Iraker, und dann als Schiiten, Sunniten, Turkmenen usw., und das ist gut so.

Raus mit den verbrecherischen Besatzern aus dem Irak!

Schreiberling Offline




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16.11.2004 21:39
#10 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Der Mythos des Chirurgischen Krieges.
Gesundheit im Irak heute - Folgen von Krieg und Embargo.


Acht Wochen nach Kriegsende war ich mit humanitären Hilfen der IPPNW in Bagdad sowie im Norden und Süden Iraks. Ich wollte den Ärzten, die ich schon von meinem ersten Besuch im Dezember 1990 kannte, Medikamente und Hospitalbedarf bringen. Ich wollte die Folgen des angeblich "CHIRURGISCHEN KRIEGES", so wie er uns im Fernsehen demonstriert worden war, sehen und mich über die Auswirkungen der Sanktionen informieren. In den folgenden Jahren war ich noch sechs Mal in den Kliniken des Iraks.

Am ersten Tag war ich beeindruckt, denn in der Tat sah ich in Bagdad zuerst nur die bombardierten oder auch ZERSTÖRTEN Ministerien, sah, dass drei der großen Tigrisbrücken getroffen waren, sowie das zentrale Telefon- und Postamt. Erst nachdem ich mit einem Auto durch die Straßen fuhr, sah ich die Bomben- oder Raketentreffer, die etwa 100 Häuser getroffen hatten. 43 Tage war Bagdad immer wieder Opfer von Luftangriffen gewesen, dafür schienen die Schäden in der Tat gering bzw. die Treffer gezielt, oder wie man es nannte "chirurgisch", zu sein.
Vom zweiten Tag meines Besuches erkannte ich dann jedoch, was der Begriff "chirurgisch" in Wirklichkeit bedeutete: "Operation, nämlich zielgenaue Entfernung des gewünschten Organs, gelungen, aber Patient tot", denn neben den zielgenauen Treffern auf die genannten Gebäude und Brücken mit relativ wenigen Personenschäden, gab es auch die zielgenaue Zerstörung des größten Bagdader LUFTSCHUTZBUNKERS in Amarija, in dessen drei Stockwerken Platz für 3.000 Menschen war. Mit zwei aufeinander folgenden Raketen, die zielgenau ins gleiche Loch einschlugen, wurden alle drei Stockwerke durchschlagen, der massive Explosionsdruck verklemmte alle Türen, etwa 1.300 Menschen, vorwiegend Frauen und Kinder, verbrannten oder wurden erschlagen. Selbst wenn die US-Leitstelle angenommen hätte, dass im Luftschutzbunker auch hohe Offiziere nachts Schutz gesucht hätten, so war es dennoch ein Verbrechen, den Luftschutzbunker zu zerstören.

Die ZERSTÖRUNGEN der ELEKTRIZITÄTSWERKE und der Tigrisbrücken, welche die Elektrokabel für die Stadt und überland trugen, sowie der außerhalb Bagdads gelegenen WASSERWERKE und WASSERKLÄRANLAGEN zeigte die ganze Grausamkeit dieses "chirurgischen Krieges", wie er sich auch im ganzen Land darstellte: Der Ausfall von Elektrizität und die Bombardierung der Wasserwerke bedeuteten den Ausfall aller Wasserpumpen und Wasseraufbereitungsanlagen zur Reinigung des Fluss- und Schmutzwassers, das nun verdreckt in die Flüsse abfloss. Aus diesen Flüssen aber mussten sich die Menschen ihr Trinkwasser schöpfen, und die wenigsten konnten das Wasser abkochen. Die Folgen waren massenhafte Brech-Durchfälle, Typhus und Cholera. Bei diesen Krankheiten kann der Mensch bis zu 7 Liter Flüssigkeit pro Tag verlieren und muss ohne intravenösen Flüssigkeitsersatz, also reichlich Elektrolytinfusionen, innerhalb kürzester Zeit sterben. Allein 170.000 Kleinstkinder und Säuglinge starben daran - und an Infektionen und Hunger im 1. Jahr. Natürlich traf es auch ungezählte Erwachsene, besonders die Erschöpften und Abgemagerten. In den Kliniken gab es keine Infusionen, Infusionsbestecke und Kanülen.

In den KRANKENHÄUSERN fielen die Ventilatoren und Klimaanlagen aus, ferner die Kühlschränke für die temperaturempfindlichen Medikamente, wie z.B. Insulin und Antibiotika, für Impfstoffe, Laborreagenzien, Blutkonserven, um nur einiges zu nennen. Durch die gezielte Zerstörung der einzigen irakischen Milchpulverfabrik, außerhalb Bagdads gelegen, konnten all die Säuglinge, deren Mütter nicht stillen konnten, keine Milch erhalten. Verzweifelte Mütter gaben ihren vor Hunger schreienden Säuglingen Mehl- und Zuckeraufgüsse, die natürlich zu schwersten Verdauungsstörungen und qualvollem Tod führten.

Wie sah der "CHIRURGISCHE KRIEG" AUSSERHALB BAGDADS aus? Zerstörung fast aller Brücken , zumeist zielgenau, aber oft auch Fehltreffer mit Schäden an Krankenhäusern (z.B. Amara) oder Zivilhäusern, Zerstörung fast aller Fabrikationsanlagen, so auch die einzige - von Spanien vor Jahren gebaute - Fabrik für Krankenhausbedarf, Spritzen und Kanülen bei Babylon, ferner Lagerhallen, landwirtschaftliche Bewässerungssysteme und vieles mehr.

Absolut VERHEEREND sahen die Städte im Süden des Landes aus, besonders Kerbela, Nadjef und Basrah. Basrah war einst das "Venedig des Irak". Es wurde schon im Iran-Irakkrieg sehr zerschossen. Doch den Rest erhielt die leidgeprüfte Stadt durch den massiven Beschuss von US- Kampfflugzeugen und Flugzeugraketen. Unter anderem ein Flügel des großen und modernen Klinikums wurde schwerst getroffen.

Die Lüge vom chirurgischen Krieg erkennt man auch an den OPFERZAHLEN: Etwa 150.000 irakische Soldaten wurden aus der Luft in ihren Fahrzeugen abgeschossen, als sie sich bereits außerhalb Kuwaits geschlagen auf dem Rückmarsch befanden, oder sie waren bei den Kämpfen in der Wüste von US- Panzern in den Schützengräben lebendig zugeschüttet worden. Man kann kommentieren, so sei das eben im Krieg, aber es gab zusätzlich 50.000 durch Bomben oder Kampfhandlungen getötete Zivilisten.

Besonders grausam war der Tod von weiteren etwa 100.000 Menschen, die in dem BÜRGERKRIEG - zu dem Präsident Bush auf gerufen hatte - zwischen den Schiiten im Süden des Iraks und der irakischen Armee sowie der kurdischen Militia im Norden und der irakischen Armee umkamen. Die Städte Kerbela und Nadjef zeigten sich mir als TRÜMMERLANDSCHAFT - so wie Dresden, Hamburg und Berlin nach dem letzten Weltkrieg. Beeindruckt von der militärischen Macht der USA waren die Schiiten und die Kurden dem Aufruf von Präsident Bush zum Aufstand gefolgt, dann aber von den irakischen Panzern, Kampfhubschraubern und Geschützen in Tage langen Kämpfen blutig besiegt worden. Die US-Regierung schaute zu - ohne dass das bereitstehende Militär, das kurz hinter der Grenze stand, oder die US-Kampfflieger eingriffen. Inzwischen hatte man sich wohl entschieden, lieber den jetzt besiegten und schwachen Saddam zu behalten und die nach Unabhängigkeit strebenden Schiiten und die kämpfenden Kurden umkommen zu lassen - als einen in drei Teile zerbrechenden Irak, gegen den Willen der Türkei und Syriens, genehmigen zu müssen.

Der zweite Golfkrieg war also kein "sauberer, fairer, die Zivilbevölkerung schonender chirurgischer Krieg", sondern wie üblich ein schmutziger, blutiger, zerstörerischer Krieg, der massiv gegen die Genfer Konventionen verstieß. Der nächste Krieg, wenn er nicht noch verhindert werden kann, wird noch schlimmer werden.

Zum Schluss nur wenige Worte zur Auswirkung des Krieges und der nun 12-jährigen SANKTIONEN auf die Gesundheit und das Befinden der Menschen. Das meiste ist ja heute aus den Medien bekannt: Der irakische Staat darf Öl verkaufen, erst seit knapp zwei Jahren so viel wie er will, doch die reparaturbedürftigen Ölanlagen können nur eine begrenze Menge fördern. Der gesamte Erlös wird von den beziehenden Nationen auf ein UN-Konto eingezahlt. Aus diesem kauft der Sanktionsausschuss der Vereinten Nationen die vom Irak bestellten Artikel. Entsprechend dem Namen des "Oil-for-Food" genannten Programms sind es also vor allem Lebensmittel, da der Irak nur über eine geringe Eigenproduktion verfügt (Mangel an Kunstdünger und Bewässerung). Aber außerdem müssen aus diesem Konto alle Medikamente und Hospitalbedarf, Klinikapparate, allgemeiner ziviler Haushaltsbedarf, Textilien und Schuhe, Lehrmittel für Schulen und Universitäten, Geräte für Straßen- und Brückenbau etc., sowie Gehälter bezahlt werden. Die Bezeichnung "Öl für Nahrungsmittel" ist also INKORREKT. Die WHO und auch das Generalsekretariat des UN-Generalsekretärs Kofi Annan haben bestätigt, dass nur etwa 22-32 Cents pro irakischer Person und Tag aus den Erlösen des Ölverkaufs dem Land zur Verfügung stehen, das ist NAHEZU EINE FARCE.

Daneben gelingt es dem Irak, illegal über die Grenzen zur Türkei, zu Jordanien und Syrien, Öl in LKWs auszuführen. Damit werden wahrscheinlich die Gehälter der Regierenden und des Militärs sowie regimenaher Personen bezahlt. Bekanntlich hungert auch Saddam Hussein nicht.

80 Prozent der Bevölkerung dagegen ist arbeitslos und SEHR ARM. Sie muss von dem monatlichen "ESSENSKORB" leben, den der Staat jedem Bürger nahezu gratis zukommen lässt. Fleisch, Milch, Eier, Obst und Gemüse sind jedoch nicht im "Korb". Wer regimenah ist und daher gut verdient, oder wer Verwandte oder Freunde im Ausland hat und so Dollargeschenke erhält, kann sich das Nötige auf dem freien Markt oder in Geschäften kaufen. Alle anderen leben von einer unzureichenden Ernährung.

Die Ärzteschaft und die Krankenhäuser erhalten stark verzögert und stets unvollständig, manchmal allerdings auch gar nicht, die bestellten MEDIKAMENTE. Auf der neuen "goods review list" mit ihren mehr als 300 Seiten stehen all die Artikel, die der UN-Sanktionsausschuss wegen "dual use-Möglichkeiten" nicht genehmigt. Inhumanerweise werden sehr viele der modernen Medikamente, wie z.B. die Zytostatika zur Krebsbehandlung, Röntgen-und Bestrahlungsgeräte, Laboreinrichtungen u.a. NICHT GENEHMIGT. Die intelligenten und einsatzfreudigen Ärzte, insbesondere die zumeist in England ausgebildeten Chef- und Fachärzte, müssen täglich mit ansehen, wie ihre Patienten sterben, die man heilen könnte. Die vielen Kinder mit Leukämie im Irak sterben zu 100 Prozent, während sie in Deutschland zu 90 Prozent geheilt werden könnten!

Die westliche, vor allem von den USA bestimmte Politik gegen den Irak, der Krieg und das Embargo sind inhuman, verstoßen gegen die Genfer Konventionen, erzeugen im ganzen arabischen Raum großen Hass und sind kontraproduktiv. Wir Ärzte/innen der IPPNW in Deutschland und weltweit fordern ein NEIN ZUM IRAKKRIEG und die Aufhebung der nicht-militärischen Sanktionen.

Prof. Dr. med. Ulrich Gottstein / IPPNW.

Quelle: http://www.aerzte-seite.de/modules.php?n...article&sid=201

Nun, nachdem Falludscha zerstört wurde, kommt so langsam ans Tageslicht, das weit mehr Zivilisten in der Stadt geblieben waren. Auch hier sollte der Eindruck erweckt werden, dass sich in dieser "Schalcht" nur Krieger gegenüberstehen.

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25.11.2004 08:23
#11 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Eine wichtige Rolle im vorgeblichen Kampf gegen Terrorismus der Bushisten spielt die Kampagne gegen Osama Bin Laden. Dieser Mann, der sich seit Jahren erfolgreich vor der stärksten Militärmacht der Welt verborgen hält, wer ist er?

Hier habe ich einen interessanten Link auf eine Seite gefunden, die die Feindbilderzeugung und vor allem das fragwürdige Osama Bin Laden Video unter die Lupe nimmt, in dem Osama sich für die Anschläge auf das WTC für schuldig erklärt.

http://www.arbeiterfotografie.com/galeri...ex-feind-5.html

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09.12.2004 15:39
#12 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Immer wieder wird von zumeist Kriegsbefürwortern behauptet, saddam Hussein habe das Geld aus dem "Geld für Oil" - Programm der UNO nicht an sein Volk weiter gegeben, stattdessen lieber tolle Paläste gebaut. Das ist Quatsch.

Zitat
In derselben Ausgabe veröffentlichte die SZ ein Interview mit dem UN-Diplomaten Hans von Sponeck, der seit geraumer Zeit das UN-Embargo heftig kritisiert. Hans von Sponeck war fast eineinhalb Jahre Koordinator des UN-Hilfsprogramms "Öl für Lebensmittel". Aus Protest gegen die verheerenden Auswirkungen des Embargos auf die Zivilbevölkerung trat er im März 2000 von seinem Posten zurück. Wir dokumentieren Teile des Interviews (das Interview führte Heiko Flottau):

SZ: Empfinden Sie Genugtuung über die Wende in der Sanktionspolitik gegen den Irak?

Sponeck: Ja. Im Oktober 1999 kam ich erstmals mit den USA in Konflikt. Ich trat dafür ein, die Waffenkontrolle strikt beizubehalten, das Wirtschaftsembargo aber aufzuheben. Heute fühle ich Genugtuung, dass dieses Argument in Washington und London akzeptiert ist. Doch noch ist nichts entschieden. Nach den bisherigen Vorschlägen soll die gesamte Finanzkontrolle über den Irak beim Sicherheitsrat bleiben. Auch sollen ausländische Investitionen im Irak weiter verboten sein, inklusive Investitionen in die marode Ölindustrie. Die USA werden darauf bestehen, dass viele Waren nicht in den Irak gelangen dürfen. Der Irak wird den jetzt in New York kursierenden Vorschlag ablehnen.

SZ: Werden Waffeninspektoren in den Irak zurückkehren?

Sponeck: Die USA und England wissen, dass neue Waffeninspektionen im Irak höchst unwahrscheinlich sind. Inspektionen müssen deshalb an den Grenzen stattfinden, damit keine Waffen in den Irak gelangen.

SZ: Hat Saddam Hussein in der Vergangenheit die Verteilung der Hilfsgüter durch die Vereinten Nationen behindert?

Sponeck: Politisch hat er das Hilfsprogramm bekämpft, weil es sein Ziel war, das Embargo aufzuheben. Bei der Verteilung der Lebensmittel und Medikamente haben seine Beamten in den Ministerien sauber und professionell kooperiert.

SZ: Der irakische Diktator verdient viel Geld am Schmuggel. Verwendet er die so eingenommenen ein bis zwei Milliarden Dollar pro Jahr für die irakische Bevölkerung?

Sponeck: Aus dem Programm „Öl für Lebensmittel“ erhält der Irak keinen einzigen Cent für die Verwaltung oder für die Bezahlung seiner Beamten. Die Verwaltung eines 23-Millionen-Volkes ist teuer. Die Gelder gehen wohl auch zum großen Teil in Kosten, die jeder Nation entstehen – in den diplomatischen Dienst, in die Infrastruktur.

SZ: Welches sind die schlimmsten Auswirkungen des fast elf Jahre dauernden Embargos?

Sponeck: Eine Generation ist herangewachsen, die den mentalen Herausforderungen des modernen Lebens nicht gewachsen ist. Viele junge Leute sind unterernährt, die meisten haben eine schlechte Ausbildung.

SZ: Muss der Westen beim Wiederaufbau helfen?

Sponeck: Alle müssen helfen. Es muss eine mächtige Anstrengung geben. Dabei dürfen dem Irak nicht immer nur seine großen Auslandsschulden vorgehalten werden. Der Irak braucht Kredite.

SZ: Wird die Beherrschung seines Volkes für Saddam Hussein schwieriger, falls die Sanktionen entscheidend gelockert werden? Dann könnte er nicht mehr alle Unzulänglichkeiten im Lande auf die USA und England schieben.

Sponeck: Ich habe immer gesagt: Wenn frischer Wind ins Land kommt, wird es Saddam nicht mehr so leicht haben.


Quelle: http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/th...go/sponeck.html

Obwohl der Chef der UNO-Kommission sozusagen alles aus erster Hand weis, werden Medien nicht müde, ihre Lügenkampagnen wieder und wieder zu wiederholen.

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

22.01.2005 11:16
#13 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Hier ein Link, wo in Kurzzusammenfassung noch einmal die wesentlichen Lügen von Blair und Bush aufgeführt sind, mit denen sie zum Krieg gegen den Irak hetzten.

http://www.n-tv.de/3172801.html


Angesichts der nächsten Diffamierungskampagne , dieses mal gegen den IRAN muss ich schlucken. Schon wieder hören wir vom Atombombenbau, von der Bedrohung usw....

Wer einmal lügt, dem glaubt man nimmer.
Stoppt Bush!

saratoga Offline



Beiträge: 109

23.03.2005 01:36
#14 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Hier mal all die tollen Statements über die irakischen Massenvernichtungswaffen:

Zitat
Dick Cheney
Speech to VFW National Convention
August 26, 2002
Simply stated, there is no doubt that Saddam Hussein now has weapons of mass destruction.

George W. Bush
Speech to UN General Assembly
September 12, 2002
Right now, Iraq is expanding and improving facilities that were used for the production of biological weapons.

Ari Fleischer
Press Briefing
December 2, 2002
If he declares he has none, then we will know that Saddam Hussein is once again misleading the world.

Ari Fleischer
Press Briefing
January 9, 2003
We know for a fact that there are weapons there.

George W. Bush
State of the Union Address
January 28, 2003
Our intelligence officials estimate that Saddam Hussein had the materials to produce as much as 500 tons of sarin, mustard and VX nerve agent.

Colin Powell
Remarks to UN Security Council
February 5, 2003
We know that Saddam Hussein is determined to keep his weapons of mass destruction, is determined to make more.

George W. Bush
Radio Address
February 8, 2003
We have sources that tell us that Saddam Hussein recently authorized Iraqi field commanders to use chemical weapons -- the very weapons the dictator tells us he does not have.

Colin Powell
Interview with Radio France International
February 28, 2003
If Iraq had disarmed itself, gotten rid of its weapons of mass destruction over the past 12 years, or over the last several months since (UN Resolution) 1441 was enacted, we would not be facing the crisis that we now have before us . . . But the suggestion that we are doing this because we want to go to every country in the Middle East and rearrange all of its pieces is not correct.

Colin Powell
Remarks to UN Security Council
March 7, 2003
So has the strategic decision been made to disarm Iraq of its weapons of mass destruction by the leadership in Baghdad? . . . I think our judgment has to be clearly not.

George W. Bush
Address to the Nation
March 17, 2003
Intelligence gathered by this and other governments leaves no doubt that the Iraq regime continues to possess and conceal some of the most lethal weapons ever devised.
--------------------------------------------------------------------------------
WAR, WHATEVER

GEORGE Bush's top security adviser ... admitted the US would attack Iraq even if UN inspectors fail to find weapons.

Dr Richard Perle stunned MPs by insisting a "clean bill of health" from UN chief weapons inspector Hans Blix would not halt America's war machine.
Bush: "I feel good!"
--------------------------------------------------------------------------------
Ari Fleisher
Press Briefing
March 21, 2003
Well, there is no question that we have evidence and information that Iraq has weapons of mass destruction, biological and chemical particularly . . . all this will be made clear in the course of the operation, for whatever duration it takes.

Gen. Tommy Franks
Press Conference
March 22, 2003
There is no doubt that the regime of Saddam Hussein possesses weapons of mass destruction. And . . . as this operation continues, those weapons will be identified, found, along with the people who have produced them and who guard them.

Defense Policy Board member Kenneth Adelman
Washington Post, p. A27
March 23, 2003
I have no doubt we're going to find big stores of weapons of mass destruction.

Pentagon Spokeswoman Victoria Clark
Press Briefing
March 22, 2003
One of our top objectives is to find and destroy the WMD. There are a number of sites.

Donald Rumsfeld
ABC Interview
March 30, 2003
We know where they are. They're in the area around Tikrit and Baghdad and east, west, south and north somewhat. Anm.: Das ist doch der Brüller schlechthin.

Neocon scholar Robert Kagan
Washington Post op-ed
April 9, 2003
Obviously the administration intends to publicize all the weapons of mass destruction U.S. forces find -- and there will be plenty.

Ari Fleischer
Press Briefing
April 10, 2003
But make no mistake -- as I said earlier -- we have high confidence that they have weapons of mass destruction. That is what this war was about and it is about. And we have high confidence it will be found.

George W. Bush
NBC Interview
April 24, 2003
We are learning more as we interrogate or have discussions with Iraqi scientists and people within the Iraqi structure, that perhaps he destroyed some, perhaps he dispersed some. And so we will find them.

Donald Rumsfeld
Press Briefing
April 25, 2003
There are people who in large measure have information that we need . . . so that we can track down the weapons of mass destruction in that country.

George W. Bush
Remarks to Reporters
May 3, 2003
We'll find them. It'll be a matter of time to do so.

Colin Powell
Remarks to Reporters
May 4, 2003
I'm absolutely sure that there are weapons of mass destruction there and the evidence will be forthcoming. We're just getting it just now.

Donald Rumsfeld
Fox News Interview
May 4, 2003
We never believed that we'd just tumble over weapons of mass destruction in that country.

George W. Bush
Remarks to Reporters
May 6, 2003
I'm not surprised if we begin to uncover the weapons program of Saddam Hussein -- because he had a weapons program.

Condoleeza Rice
Reuters Interview
May 12, 2003
U.S. officials never expected that "we were going to open garages and find" weapons of mass destruction.

Maj. Gen. David Petraeus, Commander 101st Airborne
Press Briefing
May 13, 2003
I just don't know whether it was all destroyed years ago -- I mean, there's no question that there were chemical weapons years ago -- whether they were destroyed right before the war, (or) whether they're still hidden.

Gen. Michael Hagee, Commandant of the Marine Corps
Interview with Reporters
May 21, 2003
Before the war, there's no doubt in my mind that Saddam Hussein had weapons of mass destruction, biological and chemical. I expected them to be found. I still expect them to be found.

Gen. Richard Myers, Chairman Joint Chiefs of Staff
NBC Today Show interview
May 26, 2003
Given time, given the number of prisoners now that we're interrogating, I'm confident that we're going to find weapons of mass destruction.

Donald Rumsfeld
Remarks to the Council on Foreign Relations
May 27, 2003
They may have had time to destroy them, and I don't know the answer.

Paul Wolfowitz
Vanity Fair interview
May 28, 2003
For bureaucratic reasons, we settled on one issue, weapons of mass destruction (as justification for invading Iraq) because it was the one reason everyone could agree on.

Lt. Gen. James Conway, 1st Marine Expeditionary Force
Press Interview
May 30, 2003
It was a surprise to me then — it remains a surprise to me now — that we have not uncovered weapons, as you say, in some of the forward dispersal sites. Believe me, it's not for lack of trying. We've been to virtually every ammunition supply point between the Kuwaiti border and Baghdad, but they're simply not there.

Maj. Gen. Keith Dayton, Defense Intelligence Agency
Press Conference
May 30, 2003
Do I think we're going to find something? Yeah, I kind of do, because I think there's a lot of information out there.


http://www.whatreallyhappened.com/WMDlies.html

saratoga Offline



Beiträge: 109

14.07.2005 14:34
#15 RE: Interessante Links über Kriegslügen Antworten

Wie die Kriegslügen erstellt wurden, zeigt folgendes Beispiel über die Aluminiumröhren zur angeblichen Erzeugung von Massenvernichtungswaffen.
Die ägyptischen Röhren entstammten den aus Italien stammenden Medusa-81-Artillerieraketen, die 1991 im 2.GK erbeutet wurden. Die NeoCons gingen damit zu Spezialisten des NGIC (National Ground Intelligence Center) und beauftragten sie zu bestätigen, dass diese Tuben für Nuklearzentrifugen bestimmt seien. Nach Ausbrechen des Irakkrieges wurden diejenigen befördert, die den Auftrag befolgten, diejenigen entlassen, die den Auftrag in Frage stellten oder sich weigerten. Übrigens waren die Beauftragten keinerlei Experten für solcherart Zentrifugen.

Zitat
As the person who briefed Colin Powell [then Chairman of the Joint Chiefs], Cheney [then Defense Secretary], and Pete Williams [then Cheney's spokesperson] about Iraq's Italian artillery rockets during Desert Storm, I knew those aluminum tubes were Egyptian knock offs of the Italian gun barrels we captured in 1991," the imagery intelligence (IMINT) analyst said. The analyst added that this fact about Iraq's procurement of the Egyptian artillery tubes for the Italian-made Medusa-81 rockets after Desert Storm was well known to both Cheney and Powell.

The NGIC analyst said that the Pentagon neo-cons went to specialists at NGIC who had expertise on artillery rockets and got them to confirm the aluminum tubes were for nuclear centrifuges. The analyst emphasized that those specialists were not experts on centrifuges and had no place in making such assumptions. However, after the outbreak of the Iraq war, all the NGIC analysts who went along with the intelligence cooking were promoted rapidly. Those who questioned the intelligence manipulation were fired from their jobs and had their security clearances revoked.

http://www.waynemadsenreport.com/intelwhispers/intel.htm
Es werden dort noch andere Beispiele genannt, wie z.B. die falschen Angaben über russische Kampfhubschrauber. Doch all das zeigt nur eins - es wird gelogen, dass die Schwarte kracht, wenn es den eigenen Interessen dient. Und schließlich als "Fakten" alles der staunenden Öffentlichkeit über die Massenmedien repräsentiert.

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