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Dieses Thema hat 1 Antworten
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Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

09.11.2004 21:56
RE: Eugen Drewermann über den Irakkrieg antworten

Prädikat: Lesenswert immerhin vom 10.02.2003. Heute, fast zwei Jahre und hunderttausende Tote später wissen wir das Wort für Wort dieser Rede wahr ist.

Zitat

Rede von Eugen Drewermann 04.02.2003 Stuttgart
Am 04.02.2003 hatte ich die große Freude, mit Eugen Drewermann in Stuttgart gemeinsam aufzutreten. Seine, wie immer ohne Manuskript gehaltene, Rede haben wir auf Tonband aufgezeichnet und abgetippt. Die 1200 Besucher der Johanniskirche am Feuersee waren hingerissen und dankbar für seinen Mut und die Botschaft seiner Worte. Warum wagt es kein Sender, diesen Mann mit seinem fundierten Wissen als Gegengewicht zu einer Sendung wie der gestrigen Propagandashow mit den Hardlinern Richard Pearle, Donald Rumsfeld, Friedberg Pflüger und Klaus Naumann einzuladen.
Konstantin Wecker 10.02.2003


Ich danke Ihnen für das Engagement, mit dem wir zeigen wollen, dass wir gegen diesen Krieg sind, den die Bush Administration seit August vorigen Jahres als fertigen Plan beschlossen zu haben scheint und dass wir gegen jeden Krieg sind.
Wir sind gegen diesen Krieg, weil Edward Kennedy Recht hat, wenn er sagt, „das ist der falsche Krieg zum falschen Zeitpunkt“.

Noch nie in der Vergangenheit hat man erlebt, dass, wie die Katze langsam sich ans Mauseloch heranschleicht, eine Großmacht förmlich ringt um Gründe und Vorwände zu finden oder vorzutäuschen, um endlich denn doch mit schwankenden Zustimmungen in der Weltbevölkerung ein Land der dritten Welt in die Steinzeit zurückzubombardieren.
Man erzählt uns, dass dieser Krieg unvermeidbar sei, und angelangt bei der Nichtigkeit aller vorgegebenen Begründungen, liest man in den letzten Tagen immer wieder, dass George W. Bush überhaupt nicht mehr zurückkönne nach dem Aufmarsch von über 100.000 amerikanischen Soldaten, denn er verlöre dann sein Gesicht.
Ich frage allen Ernstes, wann ein Mensch sein Gesicht verliert: wenn er sich die Fratze mit Blut beschmiert oder wenn er endlich darauf sinnt, wie er reden kann, um Kriege zu vermeiden.
Was eigentlich halten wir für „groß“ in der menschlichen Geschichte?
Denjenigen, der sich immer noch damit brüstet, dass er als Repräsentant der einzig verbliebenen Weltmacht dieser Erde über eine Tötungskapazität verfügt, wie sie in der Geschichte der Menschheit niemals angehäuft wurde? Oder nennen wir groß jemanden, der im Stile Mahatma Gandhis rundum erklärt: „Friede ist niemals das Resultat von irgendetwas – es ist allein der Weg. Und wer nicht mit dem Frieden anfängt, kann nicht beim Frieden endigen“.
In Folge dessen müssen wir uns verwahren gegen einen ganzen Sack voll Lügen, aus dem man offensichtlich immer noch glaubt, am Ende die Wahrheit destillieren zu können. Es ist eine Lüge, wenn wir reden hören von einem Militärschlag gegen den Irak. Krieg ist kein Militärschlag –etwas, das man eben mal austeilt, wie eine Lektion, die jetzt Bagdad erteilt werden soll.
Diese Sprache ist echt amerikanisch seit 1945. Am Abend des 6. August, nachdem Hiroshima mit über hunderttausenden Toten zurückgelassen worden war, konnte Harry Truman auf dem Flugzeugträger seinen Boys verkünden: „Jungs, wir haben ihnen einen Ziegelstein auf den Kopf geschmissen“ und der Weltöffentlichkeit wurde erklärt, dass man den Japsen eine Lektion erteilt habe.
Auch Bush Senior wollte Saddam eine Lektion erteilen mit dem zweiten Golfkrieg. Und nun sind wir wieder dabei, eine dritte Lektion zu erteilen.
Der Massenmord von hunderttausenden von Menschen ist für jedes denkende Gemüt die falsche Lektion – zu jeder Zeit und zu aller Zeit.

Man erklärt uns, dass der Aufmarsch am Golf jetzt dazu diene, Hussein eine letzte Chance zu geben oder den Druck auf ihn zu erhöhen. Wenn das so wäre, hätte Blix vollkommen Recht: der CIA hätte längst die genügenden Informationen zum Nachprüfen liefern müssen, damit eine faire Chance bestünde. Saddam Hussein hat vor etwa drei Wochen aufgefordert, dass die CIA sich selbst im Irak bedienen könne, sie könne alles was sie vermute selbst kontrollieren. Natürlich ist das Angebot nicht angenommen worden. Es soll überhaupt keine Chance geben – nicht für das Regime von Saddam Hussein.
Die Gründe dafür aber sind mehr als an den Haaren herbeigeholt. Der Vollständigkeit wegen müssen wir sie nur rekapitulieren:
Saddam Hussein ist dicht dabei eine Atombombe zu bauen oder schon im Besitz einer Atombombe oder bei der Verfügung über spaltbares Material in einem halben Jahr, so Donald Rumsfeld, imstande eine Atombombe zu bauen.
Condolezza Rice konnte letztes Jahr erklären in der Sprache, die sich George W. dann zu eigen machte: „Wenn wir den Atompilz sehen, ist es zu spät zu beweisen, dass Saddam Hussein eine Bombe gebaut hat, wir müssen ihm zuvorkommen.“

Das alles ist erkennbar Unfug und wird selbst in der Propaganda der USA nicht mehr verwandt. Es gibt keine Atombomben im Irak und es hätte nicht einmal 1991 die Fähigkeit bestanden, Atombomben zu bauen, nachdem die Meiler von den Israelis früh genug bombardiert wurden.
Bleiben biologische und chemische Massenvernichtungswaffen. Scott Ritter, der von 1991-98 die Inspektionen geleitet hat, erklärt definitiv: „dass man an chemischen Waffen vernichtet hat in den Fabriken, alles was vorhanden war, und dass eine Kapazität zum Nachrüsten unbemerkt nicht bestehen kann“. Sein Hauptargument: „Es gibt keine geheimen Lagerungen mehr von Sarin, von Tabun und VX.“ Das simple Argument: „Länger als fünf Jahre lagern sich chemische Waffen dieser Art nicht.“ Es ist im Übrigen zu diskutieren, ob VX jemals von den Irakis stabilisiert werden konnte. Bei den chemischen Waffen ist noch deutlicher, dass der Irak aus eigenen Mitteln nicht herstellen könnte, was an seinen Rändern allerdings in den Händen fast allen Staaten angetroffen wird. Manch einer wird sich noch an den Flugzeugabsturz einer El-Al Maschine über Amsterdam erinnern, mit den Folgen vieler ungeklärter Todesfälle. Mit Sicherheit ist davon auszugehen, dass an Bord dieses Zivilflugzeuges die Komponenten für das Giftgas Sarin nach Israel gebracht wurden. Das geht durch seit Jahrzehnten, es soll aber ein Kriegsgrund werden gegen den Irak von Saddam Hussein.
Die biologischen Waffen sind auf geradewegs zynischem Weg in den Irak gekommen. Man macht sich heute Sorgen über Anthrax, über Milzbrandbazillen. Wenige wissen vielleicht, dass 1945 Churchill dabei war, zu diskutieren, ob man Milzbrand nicht gegen Nazi-Deutschland einsetzen könnte. Fakt ist, dass im Dezember ´83 kein Geringerer als Donald Rumsfeld im Gespräch mit Saddam Hussein dafür gesorgt hat, dass der Irak Anthrax bekommt. Er stand damals als Kettenhund der Amerikaner im Kampf gegen die Ajatollahs, in einem Krieg, der in acht Jahren etwa fünfhunderttausend Menschen auf Iranischer und Irakischer Seite das Leben gekostet hat. Man wirft heute Saddam Hussein vor, dass er Giftgas benutzt hat. Was man nicht sagt ist, dass das Giftgas zum Teil geliefert wurde aus dem Westen und dass es die Unterstützung der Amerikaner fand im Krieg gegen den Iran bei der Rückgewinnung der Insel Phau im Persischen Golf, genau dieses Giftgas in Mengen gegen die Iraker einzusetzen. Die Inspektoren später konnten es finden, wie man Atropin zur Stützung des Kreislaufs der eigenen Soldaten eingesetzt hat. 1988 war es, dass Saddam Hussein das Giftgas einsetzte gegen die Kurden, bei Halabja, mit der Folge von etwa 5000 Toten. Alles was wir heute sagen, ist alles andere als eine Rechtfertigung der Morde die der Irakische Diktator im Irak zum Leiden seiner Bevölkerung heraufbeschworen hat und die den Straftatbestand von Kriegsverbrechen allemal erfüllen.
Aber die Parteilichkeit, mit der wir, je nach Laune, wenn die Kriegsverbrechen den USA nützen, für richtig und notwendig finden, und wenn am Ende der Krieg vorbei ist, wir erklären, dass wir sie zu rächen oder sie zu beseitigen hätten, ist eine janusköpfige Moral der Verlogenheit. Entweder ist das Morden von Menschen mit Giftgas – das Ausrotten von Menschen mit Volksseuchen in sich selber - ein Übel, dann aber stehen alle Staaten in der Pflicht, sich dieser Mittel zu entledigen, angefangen bei denen, die davon am meisten haben.
Im amerikanischen Senat konnte Richard Pearle, den manche Amerikaner den Fürsten der Finsternis nennen, aber der als Sicherheitsberater eine Menge zu sagen hat, erklären, dass der Irak über Waffen verfügt, deren Schrecklichkeit wir uns überhaupt nicht vorstellen können.
Lieber Herr Pearle, wenn Sie etwas von Sicherheit und von Rüstung verstehen, wäre es das Allereinfachste, Sie ließen sich einladen ins Pentagon oder Sie bestellten mindestens den Waffenkatalog für die internationalen Waffenhändler, die in den USA zum Verkauf anstehen und Sie wüssten, was für unvorstellbar scheußliche Mittel die Vereinigten Staaten von Amerika produzieren und im ganzen 20. Jahrhundert in keiner Sekunde gezögert haben anzuwenden.
Fast möchte man denken mit Nelson Mandela, der für die Aussöhnung zwischen Schwarz und Weiß den Friedensnobelpreis bekommen hat:
„Die USA haben die schlimmsten Kriegsverbrechen in der Geschichte der Menschheit verübt und es missfällt mir, dass ein Mann, der nicht richtig denken kann, dabei ist, die mächtigste Macht der Welt in den Abgrund zu führen.“

Es bleibt das Argument, dass wir vermutlich morgen durch Abhören von irgendwelchen Telefonaten aufgetischt bekommen werden, dass der Irak Saddam Husseins Kontakt habe zu Al-Quaida. Alle, die von der Lage im Nahen und Mittleren Osten etwas wissen, können diese Argumentation nur absurd finden. Die Bath-Partei Saddam Husseins ist eine völlig säkulare Gruppe. Sie hat sich an die Macht gebombt und gemordet, durch Unterdrückung und Ausrottung gerade der fundamentalistischen Kräfte des Islam im Irak. In den Augen von Leuten wie Osama Bin Laden stünde der irakische Präsident und Diktator ganz in der Nähe des absolut Bösen - eben deswegen. Wahabitische Koraninterpretation wird nicht geduldet im Irak. Wenn es darum ginge, wäre und ist der Verbündete der Amerikaner Saudi Arabien wesentlich gefährlicher als der Irak.
Gründe dieser Art können es nicht sein. Zu vermuten steht deswegen, dass man wieder mit Lügen Motive schaffen möchte, für die natürlicherweise keine vorhanden sind, und das hat eine lange Geschichte:
Eintritt in den Vietnam Krieg – erfunden wurde der Tonking Zwischenfall unter Gerald Ford.
Eintritt in den ersten und zweiten Golfkrieg – das Versprechen an Saddam Hussein, das Ajatollah Regime würde zusammenbrechen beim ersten Stoß auf den tönernen Götzen der islamischen Revolution.
Dann aber, 1991, wirklich übel: die Friedensbewegung stand zu Tausenden in den deutschen Städten im Vorlauf zu dem Krieg. Sie wurde beinahe neutralisiert mit einer Propagandalüge, die man mit 15 Millionen Dollar in London gekauft hatte, dem amerikanischen Senat vorspielte und von Bush Senior in 40 Reden und über CNN weltweit immer wieder als Argument verwandt wurde: Irakische Soldaten in Kuwait reißen aus den Brutkästen Kinder, werfen sie auf die Erde und ermorden sie. Sagen Sie selber: muss man gegen Menschen, die Kinder morden, nicht einschreiten mit allen Mitteln? Darf man dem Teufel auf Erden freie Hand lassen? Dagegen muss man notfalls militärisch angehen. Der Notfall ist eingetreten und also werden wir dagegen angehen.
In der Friedensbewegung waren wir wie gelähmt, denn eine gewisse Logik liegt in dieser Beweisführung. Wenn Männer in den Krieg gehen, hochmotiviert, dient es fast immer dem Schutz von Unschuldigen, dem Schutz von Frauen und Kindern. Man muß dieses Motiv, weil es archaisch genug ist in der Geschichte der Menschheit, wirklich erst nehmen.
Die Wahrheit aber ist, wir schützen nicht Frauen und Kinder, wenn wir in der modernen Kriegsführung genau das tun. Wir ermorden Frauen und Kinder. Das, was eben gesagt wurde, eine Embargopolitik seit 1991 bis jetzt, die nach unabhängigen UNO-Schätzungen und nach dem Votum von Sponek, dem Leiter der Aktion „Food for Oil“ bis vor zwei Jahren, monatlich im Irak an Folgen der Embargopolitik etwa 3000 bis 5000 Menschen unschuldig dahinrafft, ergibt die unglaubliche Zahl, bis heute, von mehr als einer Million Toten, vornehmlich Frauen und Kinder - Marginal ein nie beendeter Krieg. Auf solche Weise schützt man nicht Frauen und Kinder, auf solche Weise mordet man Frauen und Kinder. Man verhindert nichts Böses, man tut es in der schlimmsten nur denkbar ausgeprägten Form.
Fragen müssen wir aber, was das denn für ein Embargo ist, bei dem mehr als eine Million Menschen elendiglich krepieren, das aber unfähig sein soll, Waffenkomponenten für Giftgas, für Chemikalien und Ersatzteillager für Raketen über die Reichweite von 150km in den Irak zu schmuggeln.
Richard Pearle ist es, der sagen konnte, noch vor einem halben Jahr: „Alles, was sich auf Erden bewegt, können wir sehen und alles , was wir sehen können, können wir zerstören.“
Es gibt kein Land der Erde, das seit zwölf Jahren so gründlich nicht überwacht würde, wie der Irak – mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Es gibt keine Armee mehr, die auch nur annähernd die Stärke der irakischen Militärmaschinerie von 1991 aufwiese. Alles was man uns vor Augen stellt, ist die Erwartung geradewegs des Pentagon, einen kurzen Krieg zu führen. Wenige Wochen – lang darf er nicht dauern. Aber genau indem man das sagt, erklärt man doch, dass der Gegner außerordentlich schwach ist und beides geht nun nicht in eins: der Welt zu suggerieren, dass sie von einem furchtbaren Gegner bedroht wird, der unendliche Möglichkeiten zum Bösen hat, den Zwergen also zum Riesen zu erklären, nur um endlich draufschlagen zu können. Es gibt die Idee von Paul Wolfowitz, dem Mann der militärisch hinter den meisten Plänen steckt, die jetzt ausgeheckt werden. Seine Vision lautet, verkündet durch George W. Bush, dass der kommende Krieg im Nahen Osten Frieden, Gerechtigkeit, Wohlstand und Demokratie tragen wird. Genau das wird nicht sein, Herr Wolfowitz.
Erstens: die Demokratie – wenn sie wäre – Freie Wahlen im Irak würde sie dahin führen, dass die Schiiten an die Macht kämen. Es gäbe eine Fusion des Iraks mit dem Iran. Keine Bush-Administration könnte sich das Szenario in dieser Zukunft wünschen: Die Erdölfelder im Nahen Osten in den Händen islamischer Fundamentalisten – es wäre die erste Folge einer demokratischen Wahl im Irak.
23 Prozent der Bevölkerung im Irak gehören den Kurden an. Eine demokratische Wahl liefe darauf hinaus sie endlich selbständig zu machen. Was ist das für eine Politik, die einem Volk von 17 Millionen Menschen und 3000 Jahren Kulturgeschichte, den Kurden, bis heute die Selbständigkeit verweigert, verstreut in drei Ländern, darunter dem NATO-Staat Türkei ?

Was bleibt, sind die etwa 17 Prozent sunnitischer Bevölkerung. Die haben die Macht im Irak errungen mit diktatorischen Mitteln – freie Wahlen hat es nie gegeben und eine Regierbarkeit des Irak unter den Bedingungen der Grenzziehungen der Kolonialzeit ist sehr schwer vorstellbar.
Wollten wir einen Weg zur Demokratie, müsste er langsam verlaufen, er würde damit beginnen, das wir das irakische Volk, 20 Millionen Menschen, aufhören mit einem Einzelnen zu verwechseln. Das irakische Volk hungert, das irakische Volk leidet, das irakische Volk möchte nichts anderes als Menschen sonst auch: in Frieden leben – und dafür könnten wir sorgen.

Diktatoren herrschen durch die Angst und würden wir sie auflockern, hätte Saddam Hussein weit weniger Macht, als er heute besitzt. Es ist aberwitzig, mit Angst von außen zu glauben ein Volk in die Opposition treiben zu können. Vielleicht hätten wir in Deutschland an dieser Stelle wirklich ein wenig Erfahrung den Amerikanern zu bieten. Die Deutschen waren, ob Nazis oder nicht, in keiner Zeit des sogenannten zweiten Weltkriegs dichter um den Führer geschart als bei den Massenbombardements gegen die Großstädte Deutschlands. Wenn das Leiden ein bestimmtes Maß überschreitet, werden Menschen sich verhalten wie eine Rinderherde: sie werden zusammengehen und sich um den Stärksten scharen. Der Effekt hat durchaus eine Parallele: bis zum 11. September gab es viele Gazetten, die meinten, George W. Bush sei jemand, der noch bis 1991 die Taliban verwechselt hätte mit irgendeiner Rockgruppe, oder dem nicht ganz klar war, dass sogar in Brasilien Neger existieren, fast so viele wie in den USA. Man zweifelte daran, ob George W. Bush, jenseits von Texas mit Bewusstsein irgendetwas aufgenommen hätte. Seit dem 11. September sind die Dinge klar: man schart sich um den Führer – 90 Prozent der Zustimmung zum Krieg, so wird in den Medien zumindest behauptet. Würde man dem irakischen Volk Möglichkeiten zu seiner Regeneration wirtschaftlich, kulturell – politisch vor allem – geben, würde man das Land aus seiner Isolation herausführen, verlöre Saddam Hussein von alleine die Macht und es wäre langsam, vielleicht im Verlauf von vielen Jahren, ein ernstzunehmender Demokratisierungsprozess in dieser Region einzuleiten. Stattdessen glaubt uns kein Mensch den Demokratiewillen, wenn wir anachronistische Regime wie in Kuweit, wie in Al Quatar, wie in Saudi Arabien unterstützen bloß um dort die Machtbasen des US-Imperialismus aufzubauen.

Sagen wir es offen, jenseits allen Propagandarummels: dieser Krieg wird geführt einzig für Öl. Drei Fünftel des Erdöls liegt am Persischen Golf und darum geht es. Wie Putin sich verhalten wird, mit dem man gerade über Murmansk neue Erdölgeschäfte abzuschließen gedenkt, auf Seiten der Amerikaner. Vielleicht ist Erdöl das, was die Welt im Ganzen regiert, nicht mehr Verstand, nicht mehr Menschlichkeit. Vielleicht ist es richtig, daran zu erinnern, dass mit Harry Truman 1948 bereits sich ein Denken verbunden hat, das George Kennan damals, als Vordenker der USA, auf den Begriff brachte. Die amerikanische Bevölkerung vertritt 6 Prozent der Welt, hat aber den Besitz von 50 Prozent des Reichtums der Welt. Daraus geht natürlicherweise hervor, dass man auf uns neidisch ist und uns vielerorts hasst.
In dieser Situation müssen wir danach trachten, den Zustand zu bewahren, mit Rücksicht auf unsere eigenen Sicherheitsinteressen. Von daher können wir uns den Luxus gut gemeinter humanitärer Ideen wie Demokratisierung, wie Wohlstand, die Humanität im Ganzen und die Menschenrechte nicht länger leisten. Wir werden uns bemühen müssen, möglichst klar und zweckrational unsere Interessen international zu vertreten. Das allerdings geschieht – seit jetzt 50 Jahren. Nur sollten wir klar und deutlich sagen: Menschenblut ist zu schade für das Geschmier aus Öl. Immer noch sind Menschen wichtiger als die schmutzigen Hände von 6 Erölkonzernen.

Es wäre auch nicht ganz schlecht, Herrn Aznar in Spanien zu sagen, der jetzt sich so begeistert gibt für den Krieg der USA am Golf, dass er sich um das Erdöl vor der Galizischen Küste mehr kümmern sollte, als um das am Golf.

Leider sind wir in Europa noch nicht soweit, dass wir eine einheitliche Stimme aus der einheitlichen Erfahrung hätten. Es sind Völkerrechtler, die uns heute sagen: die Auslösung eines Präventivkriegs durch die vermeintlich einzige zurückgebliebene Weltmacht der Erde lässt uns zurückfallen in einen Rechtszustand am Ende des 30-jährigen Kriegs von 1648:
Das Einmischungsrecht in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates - null und nichtig, anerkannte Verträge - null und nichtig. Desillusionierung und Hypnotisierung durch vermeintliche Gegner, deren Waffenbesitz nicht einmal nachgewiesen ist, den man aber töten muß, weil sie uns gefährlich werden könnten. Ja sollen wir denn in der Welt jedem Paranoiker jetzt erlauben, seinen Nachbarn zu ermorden, weil er von denen ermordet werden könnte? Wann denn hört die Spirale der Angst und des Terrors auf?

Gott sei Dank, dass sich zum erstenmal eigentlich seit 1945 sogar die Kirchen, sogar die katholische Kirche klar gegen einen Krieg ausspricht.
Es war Johannes XXIII., der angesichts des Wettrüstens die Menschheit beschwor, sie möchte diesen Wahnsinn sich endlos in immer schrecklichere Todeskapazitäten hineinzurüsten, aufgeben, indem sie es lerne, statt der Angst der Liebe zu folgen. Das sind Botschaften, die über 40 Jahre alt sind.
Im Grunde gibt es zu keinem einzigen Punkt, der eine Rettung sein könnte, wirklich Neues zu sagen. Wörtlich steht das alles in der Bergpredigt.
Aber schildern wir lediglich, warum wir nicht nur gegen diesen Krieg am Golf sondern gegen jeden Krieg sind. Dann gibt es ein paar Punkte, auf die wir vor allem psychologisch hinweisen müssen:
Ins Gespräch kam der Bunker von Al-Merija mit über 450 Toten. Schildern wir die Geschichte nur so, wie sie sich abgespielt hat:
Irgendjemand auf einem amerikanischen Flugzeugträger am Golf lässt seine Finger über einen Computer gleiten und programmiert damit eine Tomahawk-Rakete – um genau zu sein zwei Tomahawk-Raketen mit dem Zielangabe Al-Merija. Davon soll die erste Rakete den Eingang blockieren und die zweite Rakete durch die Betondecke sich hineinbohren, so dass niemand aus dem Bunker, gleich wer darin ist, entkommen kann.
Stellen Sie sich vor, dass solch eine Handlung möglich ist, weil wir sie vollkommen emotionslos fertig bringen. Wir haben nicht die mindeste Vorstellung über die Wirkung dessen, was wir zum Programm erheben.
In etwa 500 Meilen Entfernung wird irgendetwas passieren, dass unsere Augen eigentlich gar nicht zu sehen bekommen.

Dies ist die Möglichkeit überhaupt, meinte vor 35 Jahren der Verhaltensforscher Konrad Lorenz, dass wir diesen Wahnsinn, den wir Krieg nennen, überhaupt durchführen können.
Würden wir wirklich sehen, was wir anrichten, wir würden vor lauter Entsetzen nicht mehr imstande sein, das was die Militärs uns auftragen auszuführen.
Setzten Sie nur die Bedingung, wie sie vis-a-vis erfolgen würde. Wir würden irgendeinem amerikanischen GI sagen: „Nimm Deine Maschinenpistole, geh auf den Bunker in Bagdad los, schieß da hinein und laß niemanden entkommen. Du bist dafür verantwortlich, dass niemand entkommen wird.“
Jemand, der imstande ist, vis-a-vis aus seiner Maschinenpistole 450 wehrlose Menschen zu ermorden, hätte aller Wahrscheinlichkeit nach die Psychologie eines Massenmörders und gehörte ganz sicher nicht in irgendeine Armee hinein. Aber genau diese Massenmorde können wir vollkommen skrupellos vollbringen, weil wir überhaupt nicht sehen, was wir tun. Daran liegt es, dass man uns CNN Spiele vorführt, um die Augen und Ohren als erstes zu täuschen und die Nerven, die Rezeptoren des Elends zu betäuben. Wir sollen überhaupt nicht wissen, was gemacht wird. Wir sollen hinterher die Fahne schwenken, wie nach dem zweiten Golfkrieg 1991 – mit 60 Millionen Dollar gesponsert schon wieder von der Waffenindustrie.

Die Lehre des Vietnamkriegs war, dass normale Zivilisten einen Krieg nicht länger dulden, wenn sie jeden Abend sehen, wie unsere Jungs und unsere Panzer durch brennende Bambusdörfer rollen, wie bei einem Napalmangriff bei 1200 Grad Celsius Menschen wie lebende Fackeln verbrennen auf der Straße nach Plei-Qu, Kinder da sind, die ihre Kleider verloren haben und ihre Eltern nicht mehr finden. Irgendwann wird ein Mensch, soweit er fähig ist zu fühlen, laut schreien und sein Schrei wird lauten: „NEIN“. Und dann allerdings wird man wissen, dass man all dies nie hätte beginnen sollen.
Wir brauchten eine Intelligenz, die sich selber reflexiv ist, hat Konstantin Wecker gesagt – vollkommen richtig. Wir müssten aber die Reflexion verknüpfen mit der Verbindung zwischen Gedanken und Gefühlen, denn die schlimmsten Verbrechen im 20. Jahrhundert – und ich fürchte im 21. – sind möglich, weil man einen Verstand trainiert, dem man das Fühlen abgewöhnt.

Schreiberling Offline




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09.11.2004 21:56
#2 RE: Eugen Drewermann über den Irakkrieg antworten

Zitat

Was ich da sage, ist keine Nebensache. 1945 fanden amerikanische Militärpsychologen, dass es den GI’s normalerweise schwer fiel, beim Anblick des Weißen im Auge des Gegners augenblicklich durchzuziehen um ihn zu töten.
15 Prozent der GI’s taten das ohne jeden Skrupel. Alle anderen aber zögerten und die wenigen Bruchteile der Sekunden des Zögerns konnten entscheiden über Leben und Tod. Also musste man die Sache verbessern.
Im Koreakrieg 1952 stand man bereits bei über 50 Prozent, beim zweiten Golfkrieg 1991 garantierte die Admiralität für 90 Prozent voll verwendungsfähiger GI’s. Sie legen Typen um, sie neutralisieren, eliminieren, sie töten überhaupt nicht mehr, sie schalten ab. Nur auf diese Weise ist der Zynismus möglich, dass man am Ende mit dem „Red Star“ Leute auszeichnet, die mit gepanzerten Bulldozern sich die Arbeit des Tötens gleich ersparen und zum Beerdigen übergehen.
Über 8 Kilometer Länge zum Beispiel – Ramsey Clark listet das auf in seinem Buch „Wüstensturm“ - werden irakische Soldaten begraben bei lebendigem Leibe. Ausgezeichnete Handlungen amerikanischer GI’s!
Gefühle oder Skrupel sind unerwünscht, um so etwas tun zu können. Und noch viel schlimmer. Man trainiert unsere Jungs, 18 Jährige, ganz normale Bürger, die gerade aus der Schule kommen, rund um den Globus, bei jeder Soldateska in jedem Militär dazu, auf Befehle zu reagieren, wie wenn es Pavlowsche Hunde bei einem Reflex wären. Auf Befehl ist zu tun, was gesagt wurde.
Das schlimmste Beispiel, das mir in Erinnerung ist, stammt aus dem Jahre 1995, auf RTL. Damals befragt Günter Jauch im Abstand von 50 Jahren den Bomberpiloten über Nagasaki, Major Sweeney, was er sich gedacht habe seit dem 9. August. Er hat, zusammen mit Major Tibitts, mehr Menschen getötet, als in der ganzen Geschichte der Menschheit sonst: 80.000, 100.000 Menschen in wenigen Sekunden. Drei Generationen später immer noch werden Frauen Kinder zur Welt bringen, die nichts weiter sein werden, als schmerzempfindendes Fleisch ohne Bewusstsein.
Zwölf Jahre danach noch werden Menschen an Strahlenkrankheiten, Leukämie, Krebs zugrunde gehen, elend.
„Was, Major Sweeney, haben Sie sich gedacht in all den letzten 50 Jahren – Sie waren damals noch nicht einmal 25 Jahre alt?“
Major Sweeney antwortete sinngemäß und in der Betonung korrekt wiedergegeben: „Was Sie da fragen – Befehl ist Befehl – jeder Soldat der Welt hätte genau dasselbe getan, außerdem war der verdammte Krieg wohl dann zu Ende“.
Erstens Lüge, Major Sweeney, der Krieg war zu Ende. Die Amerikaner wollten nicht mehr die Japsen besiegen, sie wollten den Sowjets zeigen, dass sie das Nachfolgeimperium der Japaner im Pazifik antreten würden.
Aber das viel Schlimmere: in gewissem Sinne hat der amerikanische Soldat Recht – jeder Soldat der Welt würde genauso handeln.

„Befehl ist Befehl“ –was man ihm nicht beigebracht hat, ist, dass man 1945 in Nürnberg – gerade die Amerikaner – den Nazigrößen gerade diesen Satz zum Vorwurf machten.

„Befehl ist Befehl“ – genügt das eigentlich, sich als Soldat einen Stahlhelm über das Gehirn zu schieben und das Denken einzustellen, eine Uniform sich überzuziehen um dann in den Walhallsaal der Geschichte einzutreten?
Und man gibt dabei das persönliche Gewissen an der Garderobe ab um funktionsfähig zu werden.
„Was wart Ihr denn für Menschen?“ wollte man in Nürnberg wissen, als Ihr Euch als Person völlig ausgeschaltet habt. Ihr wolltet nur noch zuständig sein für die Ausführung des Befehls, für den Inhalt überhaupt nicht.
Brennende russische Dörfer – am Ende 25 Millionen Tote allein auf der Seite der sogenannten Slawischen Untermenschen.
„Was habt Ihr Euch gedacht?“ – Das wollte man wissen. Aber die Frage kehrt zurück an jeden, der Krieg führt und mitmacht. Das Töten von Menschen ist kein Job, man bringt das nicht hinter sich. Die Frage, die aus den Büchern jetzt hervorgeht – von Jörg Friedrich „Der Brand“ – ist eigentlich nur die Umkehrung derselben Frage: „Darf man das: Ganze Städte in Feuersäulen verwandeln?“ Man muss sich das Ganze nur vorstellen aus der Perspektive der Betroffenen. Was passiert, wenn der Beton eines Bunkers wie glühender Stahl in einem Ofen wird? Soll man in Erinnnerung rufen, 27. Juni 1943, als Admiral Harris das „round the clock bombing“ für die Operation Gomorrah über die Hansestadt Hamburg einleitete – ein biblisches Gericht. 43.000 Tote in einer Nacht in Hammerbrook – das war nicht genug. Dieser Tage konnten Sie einen britischen Bomberpiloten sehen, alt geworden, Mace mit Namen: „ Ich werde diese Bilder nicht vergessen, diese Dante’sche Hölle, die wir bereitet haben. Es lag unter uns wie schwarzer Sand, bedeckt mit Diademen von Feuer. In dieser Nacht wurde ich Pazifist.“
Was eigentlich darf man tun mit Menschen? Über wie viel Leichen glaubt man eigentlich klettern zu müssen, um dem Leben zu dienen? Durch wieviel Blut vermeint man waten zu müssen, um die Friedenstaube am Ende herbeizurufen?


Die Idee, dass man auf manichäische Weise die Welt einteilen könnte in das radikal Gute und das radikal Böse, ist ein Fundamentalismus aus dem alten Persien. Man kann Mythen weise übersetzen, aber dann muss man aufhören, sie geschichtlich aufführen zu wollen, sonst holt man den Kampf zwischen Michael und dem Satan auf die Erde und man hat die Hölle auf Erden.
Man bekämpft ja nicht das Böse auf diese Weise, zum Zwecke es zu überwinden. Man hält sich im Vorlauf der Rüstung für fähig, jedes denkbare Grauen in die eigene Praktik zu übernehmen. Der andere könnte Giftgas entwickeln, also stehen wir in der Pflicht, es selber zu entwickeln. Der andere könnte Atombomben entwickeln, also werden wir in der Pflicht sein, die schlimmeren Atombomben zu haben, Wasserstoffbomben zu haben, Neutronenbomben zu haben, Star-Wars Programme zu starten. Wir können niemals teuflisch und scheußlich genug sein um jeden möglichen Fiesling und Scheußling selber in die Knie zu zwingen.
Alles Böse, das wir dem anderen zutrauen, müssen wir im Vorlauf moralisch genehmigt, militärisch organisiert und praktisch trainiert haben. Und genau das geschieht auf den Kasernenhöfen aller Welt. Daran liegt es, dass solange es das Militär gibt, und den Handelnden der Krieg vorkommt als eine Option ihres Pragmatismus, der Wahn des Kriegs wie eine Hydra die Kultur umklammert und leersaugt wie ein Vampir. Es kann einen kulturellen Fortschritt solange nicht geben, als wir immer noch die 18 Jährigen daran gewöhnen, dass es die Normalität sei, auf diese abscheuliche Weise für ihr Vaterland die Pflicht zu tun: Krieg sei der Ernstfall – genau das ist er nicht! Er ist immer noch scheinbar ein Spaßvergnügen für alte Herren im Pentagon.

Kein Mensch hätte von Donald Rumsfeld, dem 70-Jährigen, geglaubt, dass er in der Politik noch mal eine Rolle spielt. Das Einzige, was er zu sagen hat ist Krieg - mit vollem Zynismus.
Der Ernstfall wäre der Frieden, aber wann ist von ihm die Rede? Der Weg zum Frieden stünde uns scheunentorweit offen. Ein paar Wege wären zu gehen. Natürlich stehen wir hier auch um unserem Bundeskanzler Schröder dabei den Rücken zu stärken, dass er erklärt: „Krieg darf nie mehr als eine fast normale Handlungsweise der Politik erscheinen“. Genau das scheint man in der Vereinigten Staaten zu glauben. Es ist sogar die Frage, ob der Krieg als äußerste Möglichkeit geduldet werden könnte.
Seit wann ist das Totschlagen von Menschen mit den Gesetzen der Zivilisation in Übereinstimmung zu bringen?
Nehmen wir einen absurden Parallelfall: Krieg ist, sobald sich der Name ausspricht, ein Rückfall in die Steinzeit um Jahrtausende zurück, parallel zu den Praktiken des Kannibalismus. Selbst wer sagt, Krieg ist als äußerste Notwendigkeit denn doch noch vorzubereiten, noch nicht ganz in unserer Geschichte auszuschließen, bewegt ein solcher sich nicht auf einer Logik, die etwa so lauten würde: Weil sich die Hungersnot global nicht total ausschließen lässt, weil sie immer noch möglich ist, müssen wir für den äußersten Ernstfall des Verhungerns großer Menschengruppen den Kannibalismus organisieren und vorbereiten, ist das mit irgendeiner zivilen Logik in irgendeinem vernünftigen Staat zu machen?
Aber wenn es den Notfall gibt, müssen wir wie eine archaische Horde immer noch Krieg führen und den Wahn übriglassen, dass auf unserer Seite das absolut Gute stehe, auf der Gegenseite aber das absolut Böse?
Eine banale Logik reiner Projektionen.
Wie wir das Böse auf der Welt eindämmen könnten, dafür gäbe es sehr probate Mittel. An der Spitze nenne ich einen einzigen: stellen Sie sich vor, dass wir im Kampf gegen die Schurkenstaaten Nordkorea, Irak, dass wir im Kampf gegen das Elend von 50 Millionen verhungerten Menschen jedes Jahr, von über 25 Millionen AIDS-Kranken allein in Afrika, gerade heute in der Zeitung erfahren müssen, dass die Amerikaner ihre etwa 3 Milliarden Dollar Auslandshilfe nicht länger tragen können, sie reduzieren sie auf etwa 1,7 Milliarden Dollar im Jahr.
Dieselben USA stehen nicht an, an einem einzigen Tag, wenn heute Nacht die Sonne auf 12 Uhr geht, wieder ausgegeben zu haben eine Milliarde Dollar im Jahr, mehr als 370 Milliarden davon, tausend Millionen.
Selbst wenn wir in den christlichen Kirchen für Brot für die Welt, für Adveniat alles Mögliche sammeln und kämen dabei auf eine Zahl von ungefähr 50 Millionen Euro, müssten wir sagen, dass wir vergleichsweise beinahe 800 bis 1000 Jahre in Deutschland sammeln müssten, um den Wehrhaushalt der Bundesrepublik aufzubringen.
Das sechsfache, siebenfache davon leistet sich die US-Armee. Mehr als die Hälfte der ganzen Menschheit rüsten die Vereinigten Staaten von Amerika. Kein Wunder, dass sie militärisch unschlagbar sind. Sie haben alles, können alles, aber dürfen sie auch deshalb alles machen?
Was wäre zu machen bei dem Schurkenstaat Nordkorea zum Beispiel? Etwa eine Million Menschen soll vor zwei Jahren dort verhungert sein. Setzen Sie rein numerisch, dass wir als Salär eines einzigen Tages für das Pentagon jedem Verhungernden in Nordkorea 1000 Dollar in die Hand geben könnten, mehr als er in zwei Jahren regulär verdienen wird. Wir würden ein einziges Mal uns für das Elend der Menschen interessieren und glauben Sie, dass Nordkorea noch ein Schurkenstaat wäre, uns verfeindet?
Und wir könnten geradewegs so weitermachen: ein Dreihundertfünfundsechzigstel ist wirklich nicht zuviel verlangt. George Bernhard Shaw konnte vor 70 Jahren einmal sagen: „Ich höre immer wieder, dass mit der Bergpredigt keine Politik zu machen ist, aber versucht es doch wenigstens ein einziges Mal.“
Ein Dreihunderfünfundsechzigstel für ein Experiment!
Es war der Dalai Lama, der am 13. September vor zwei Jahren sagen konnte: Was da passiert ist, in New York und in Washington, ist eine große Chance für die Nichtgewalttätigkeit – „a big chance for non-violence“.
Er wollte sagen: wenn wir aus dem Grauen jetzt von mehreren tausend Toten die Weltgeschichte einmal umschreiben, wir treten aus dem Schlachthof heraus, wir weigern uns, die Blutmühle weiterzudrehen, wir setzen auf die Zusammengehörigkeit aller Menschen, dann müssten wir nur den nächsten buddhistischen Satz noch hinzufügen und christlich interpretieren - dass man den Dalai Lama vertrieb aus Tibet, ein Kind noch damals, gab man ihm mit auf den Weg: „Wohl Eure Heiligkeit gibt es Gutes und Böses“. Aber beides hat seine Ursachen.
Wäre es möglich, wir würden begreifen, dass wir zusammengehören? Wir würden plötzlich die riesigen Mittel, die wir zur Verfügung haben konvertieren im Kampf gegen die Ursachen des Krieges. Mein wirklicher Traum ist nicht, dass Herr Schröder jetzt zu diesem Krieg nein sagt. Ich betrachte das als einen schweren Fehler, dass man uns mit weiteren Lügen, wie zum Beispiel den Hufeisenplan durch Scharping und Fischer in den Krieg gegen Serbien und das Bombardement von Belgrad hineingeredet hat, dass man uns die Idiotie hat glauben lassen, wir müssten die Taliban exekutieren um am Ende die Frauen von dem Schleier endlich zu erlösen und die Männer von den Bärten.
Ein Jahr später ist von alldem nicht die Rede. Aber vielleicht können wir uns erinnern, wie man in Afghanistan die Menschen dort befreit hat. Eine kleine Episode, die im deutschen Fernsehen gezeigt wurde – Jamie Doren, ein Ire, hat sie mühsamst genug recherchiert – sie hat nie eine Diskussion ausgelöst, ich möchte aber, weil es den Krieg zeigt, wie er immer ist, ins Bewusstsein heben die Vorgänge von Dashti Laili. Man hatte die Nordallianz mobilisiert gegen die Taliban. Eine der Handlungen war, dass man über 3000 gefangene Taliban verladen hat in überhitzten Autos und sie zusammengeschossen hat durch die Wände – unter den aufsehenden Augen des US Militärs. Mehr als 3000 Gefangene einfach mal so getötet.
Dann müssen Sie Herrn Rumsfeld hören, Donald Rumsfeld, wenn er erklärt, auf Guantanamo, diese haben keine Rechte - das ist seit zwei Jahren.
Darunter ist zu verstehen, dass man Menschen seitdem an Händen und Füssen gefangen hält. Vor etwa fünf Monaten ging durch die Zeitungen, dass es eine Hafterleichterung gäbe: fünf Minuten dürften sie die Hände frei bewegen – fünf Minuten in der Woche wohlgemerkt. Das bedeutet, wenn Sie etwas Phantasie haben, dass sie sich einmal am Tage wenigstens den Hintern mit den eigenen Händen abputzen dürfen. So etwas nennt man Folter und natürlich gibt es keinerlei Kontrolle über die Haftbedingungen von gefangenen Taliban in Guantanamo. Ich vermute, dass man uns morgen als Beweise auftischen wird Folterprotokolle, die bei keinem Gericht durchgingen, aber die man uns als Wahrheit dann erklären wird, wie doch ausgesagt wurde: Verbindungen zwischen Al Quaida und Saddam Hussein.
Wenn das Gute, das wir uns einbilden zu verkörpern, uns vollkommen blind macht für das Elend, das wir den anderen zufügen, verhindern wir nicht das Böse, sondern wir werden selber die Bösen. Zum Krieg gehört der blinde Gruppenegoismus. Um Krieg zu führen müssen Sie sämtliche Begriffe der Menschlichkeit absolut setzen und gleichzeitig fragmentieren. Jenseits der Grenzen wohnt der Teufel, der zweite Hitler, ein Wahnsinniger, ein Unmensch und im Kampf gegen ihn ist alles, jedes Mittel richtig. Und er hat zu verantworten, das es gegen ihn eingesetzt wird. Wenn es so steht, werden die besten Absichten von Menschen korrumpiert zum Verbrecherischen. Man will und kann dann nicht mehr sehen, was man dabei anrichtet. Auf der einen Seite sagten wir eben, wir dürfen es gar nicht sehen, sonst könnten wir es nicht machen, auf der anderen Seite hängt man uns ein moralisches Schutzkleid über, das uns unempfindlich macht.
Vor einer Weile konnte man hören, wie ein russischer General erklärt: „Chechenische Kinder weinen ja wie die russischen!“ Ja, lieber Herr General, Kinder überall auf der Welt weinen ganz genauso. Überall auf der Welt werden Kinder von Müttern geboren, überall auf der Welt gibt es Menschen, die wissen, was Hunger ist, was Krankheit ist und was Elend ist und was Durst ist und was Erniedrigung ist. Und die Frage ist jetzt lediglich, ob wir die Verletzbarkeit unserer Seele und unseres Körpers, angesichts des möglichen Todes, benützen können, uns über den Gräbern hinweg die Hände zu reichen und den einzigen Feind zu bekämpfen, den wir alle haben: eben die Sterblichkeit - im Kampf fürs Leben, oder ob wir den Zynismus aufbringen, geduckte Sklaven der Angst, die wir dann sind, den Tod zu handhaben als Waffe gegen den anderen.
Wollen wir wirklich überleben als die effizientesten Killer auf den Schlachtfeldern? Soll das die Zukunft sein? Der Darwinismus in der schrecklichsten Form als Geschichtsphilosophie des 21. Jahrhunderts? Will man uns immer wieder verkaufen, dass wir überhaupt nur ein Recht hätten zu leben, wenn wir besser morden können, als jeder an unserer Seite? Will man uns dahin bestellen, dass Kain und Abel das Dauerschicksal der Menschheit sei? Dann hört man den Meistererklärer der islamischen Kultur, Peter Scholl-Latour, dass das Christentum selber lehrt, dass es die Erbsünde gibt und also weiß er für keinen Konflikt eine andere Lösung als den Krieg und die größere Aufrüstung und die Furchtbarkeit von allem, was geplant und begangen werden könnte.
Das Christentum, Herr Scholl-Latour, lehrt die Erlösung von der Erbsünde und es lehrt ihm Lehren von der Erbsünde: dass man Menschen ins Herz schauen muss, was in ihnen vorgeht, wenn sie verzweifelt sind, wenn sie am Boden liegen, wenn sie nicht mehr weiter wissen; dann allerdings könnte jeder zeigen, dass selbst eine Ratte, die man in die Ecke drückt, der Katze in das Gebiss springen wird, um sich zu wehren.
Vermutlich wird es das sein, was wir Anfang März erleben werden und dann werden diejenigen, die sich wehren, als Verzweifelte für Kriegsverbrecher abgeurteilt werden, auch das steht schon in Aussicht.
Aber kann man die Waage von Gut und Böse so ungerecht handhaben?
Wäre es nicht an der einzig verbliebenen Weltmacht der Erde, abzurüsten als erste und zu sagen, es gibt ein Haufen von Dingen, die wir nie hätten erfinden dürfen, nie hätten herstellen dürfen, nie hätten lagern dürfen, nie hätten planen dürfen sie jemals anzuwenden?
Und dann stellen Sie sich vor, was wir allein in Deutschland hätten machen können, wenn wir 1989 auf Gorbatschows gehört hätten: Wiedervereinigung Deutschlands um den Preis des Austritts aus der NATO.
Nicht geduldet damals, wie üblich, von George Bush Senior und natürlich nicht akzeptiert von dem damaligen deutschen Kanzler. Den Plan gab es schon 1958 unter Rapatzki, dem polischen Außenminister, ein militärisches Disengagement in ganz Europa, zumindest von Polen, Ungarn, Tschechien bis hinüber zu den Beneluxstaaten, oder, wenn Frankreich mitmacht, gleich bis zum Atlantik.
Wie viele Ressourcen hätten wir im 20. Jahrhundert aufbringen können im Kampf gegen die Gründe, aus denen Kriege stammen. Seit 1989 30 Milliarden Euro jedes Jahr für einen absurden Spuk: für Transportflugzeuge, für Einsatzgeräte möglichst vom Nordkap bis in die Kalahari, der deutsche Soldat als Mann der Stunde zu jeder Winter- und Jahreszeit, allround verwendbar, wenn der amerikanische Verbündete uns ruft. Was hätten wir tun können seither?
Wir hätten ungefähr das Jahressalär der US-Armee, über 350 Milliarden Euro, beieinander. Mit einem Wort: wir hätten keine Staatsverschuldung mehr, wir brauchten nicht ein Drittel des gesamten Budgets im Bundestag für die Zinsenregulation der Altschulden aufzuwenden, wir hätten den Aufbau Ost und wir hätten endlich die Frontstellung den Ländern der Dritten Welt wirksam zu helfen.
Dazu würde gehören, dass wir eine Logik betreiben, die in Zukunft die einzige ist, unter welcher menschliche Geschichte vorstellbar ist: wir haben das Gewaltmonopol des Staates zur Befriedung der Bürger in gesicherten Grenzen, Abrüstung für jeden Einzelnen in geordneten Grenzen. Auf diese Weise haben wir vom alten Sumer bis in die Gegenwart, zumindest innenpolitisch, friedfertige Bürger geschaffen. Außenpolitisch haben wir an der Peripherie der immer größer organisierten Gruppen schlimmere Waffen noch gelagert und gehortet und damit die objektive Aggressivität immer noch gesteigert. Die weitere Entwicklung kann nur die einer Weltinnenpolitik sein und das bedeutet, wir müssen uns wehren dagegen, dass die USA nicht zögern, die mögliche Weltversammlung der UNO zu nichts weiter als zu der Maskeradenbühne ihrer Rechthaberer und Machtdurchsetzung zu erklären.
Die zukünftige Entwicklung kann nur so sein, dass wir beschließen, alle Einzelstaaten abzurüsten und eine Weltregierung zu schaffen, die internationale Konflikte dann gemeinsam reguliert – nicht fünf Nachfolgestaaten aus der Zeit des zweiten Weltkriegs dann säßen, als Zünglein an der Waage im Weltsicherheitsrat, sondern eine wirkliche Versammlung der Bevölkerung der Menschheit. Die alleine hätte internationale Konflikte zu entscheiden als Appellationsinstanz. Abrüstung aber von allen, bei den größten am ehesten begonnen.

Wollen wir der Menschheit Frieden, Freiheit und Wohlstand bringen, müssten wir umdenken im Ganzen – kein nationaler Egoismus mehr ist verträglich in einer weltinnenpolitischen Grundsituation von morgen mit Frieden, Wohlstand und Freiheit. Es ist das Ende, dass wir einen einzigen Staat imperialistisch die Hände auf den Globus ausstrecken sehen und wir sollten ihm moralisch auf die Finger hauen, indem wir deutlich erklären: nicht in unserem Namen – not in our name, Mr. Bush!

Dass es blauäugig sei, die Konversion der militärischen Stärke in friedfertige, dem Wohlstand der Menschen dienende Projekte umzuformen, sehe ich absolut nicht. Wenn es irgendeine Realität beschrieben gibt, ist es die der Bergpredigt. Gemeinsam die Güter der Welt zu teilen, Gewalt zu vermeiden durch offene Dialoge, und sich endlich zu fragen, was menschliche Größe sei – 10. Kapitel im Markusevangelium.
Die Mächtigen der Welt, sagt Jesus da, regieren herunter auf ihre Untertanen. Bei Euch sei das nicht so. Er will sagen, wenn Du Dich fragst, mitten im Leben, oder am Ende Deines Lebens, wozu es gut war, dass es Dich gegeben hat, werden Dir einzig einfallen die paar Momente, in denen Du die Hände ausgestreckt hast, den Hilflosen und Wehrlosen gegenüber.
Dies ist ein wirklicher Wahn zu hören, wie George W. Bush erklärt, mit religiöser Rhetorik, dass wir die ganze Macht der Vereinigten Staaten von Amerika aufbieten werden – „and in name of peace I say: we will win“.
„In name of peace“, kann ich nur sagen: wir werden alles verlieren, wenn wir Krieg führen. Das ist die Wahrheit. Es gibt keinen Krieg für den Frieden. Krieg ist Krieg.
Ich möchte endigen mit einem Manifest von 1930, unterschrieben von Albert Einstein, er konnte 1951 noch sagen: „Für mich ist das Töten im Krieg durch nichts verschieden vom ganz gemeinen Morden.“
Unterschrieben von Siegmund Freud, er konnte 1915 sagen: „Jetzt im Weltkrieg zeigt sich erst, dass die Staaten der Welt Mord, Verrat, Spionage, Hinterhältigkeit, Gemeinheit dem einzelnen Bürger nicht verbieten, um die Verbrechen aus der Welt zu bringen, sondern um ein Monopol darauf zu erheben, wie auf Zucker und auf Tabak.“
Unterschreiben von Bertrand Russel, der 1968 die Anklage gegen USA im Vietnamkrieg startete. Unterschrieben von Stefan Zweig, der sich das Leben nahm in Brasilien, weil er nicht mehr erleben wollte, dass man die Fahnen schwenkt über Millionen von Toten und sich noch getraut sich als Sieger vorzukommen.
Die ganze Tragödie des 20. Jahrhunderts nach dem ersten Weltkrieg bis hin zu Adolf Hitler wäre vermeidbar gewesen, hätte man wenigstens damals gesagt, als es erst 10 Millionen Tote waren, bei Ypern, bei Cambraix bei Verdun, als wir hunderttausende unserer jungen Leute in das Giftgas, in die Bajonette in die Sperrfeuerangriffe trieben, ein Massaker nach dem anderen haben wir alle in der industrialisierten Form des Sadismus unsere Menschlichkeit verloren, es gibt keine Sieger mehr, wir hätten eine endgültige Weichenstellung erreicht – das Manifest damals lautete:
„Die Wehrpflicht liefert die Einzelpersönlichkeit dem Militarismus aus, sie ist eine Form der Knechtschaft. Das die Völker sie gewohnheitsmäßig dulden, ist nur ein Beweis mehr für ihren abstumpfenden Einfluss. Militärische Ausbildung, Schulung von Körper und Geist in der Kunst des Tötens, militärische Ausbildung ist Erziehung zum Kriege, sie ist die Verewigung des Kriegsgeistes, sie verhindert die Entwicklung des Willens zum Frieden.“
Darum endige ich mit dem Testament von Wolfgang Borchert, sterbend in Basel, lungenkrank Zeuge dessen, was der Zweite Weltkrieg hieß: „Pfarrer auf der Kanzel, wenn sie wiederkommen und Dir sagen, Du sollst die Waffen segnen und den Krieg rechtfertigen, Pfarrer auf der Kanzel, sag nein.
Mutter, wenn sie wiederkommen und Dir sagen, Du sollst Kinder gebären, Jungen für die Schützengräben, Mädchen als Krankenschwestern für die Hospitäler, Mütter der Welt, sagt nein.
Mann an der Werkbank, wenn sie wiederkommen und Dir sagen, Du sollst statt Rohrleitungen Kochgeschirre, Stahlhelme und Kanonenrohre ziehen, Mann an der Werkbank, sag nein, denn wenn Ihr nicht nein sagt, wird alles wiederkommen.“

Wir sagen heute zu diesem Kriege nein und zu jedem Kriege nein – not in our name!

Ich muss, obwohl es nicht dahingehört, einen Satz hinzufügen und das Anliegen erweitern:
Es gibt kein Tabun, kein Sarin, kein VX, es gibt keine Quälerei mit Dum-dum Geschossen und high-speed Guns, das man nicht hunderttausendfach, millionenfach erprobt hätte an den unschuldigen Körpern krankgemachter Tiere. Es gibt kein Übel, das man den Menschen auf den Schlachtfeldern zufügt, außer man hätte es losgelassen an Tieren, die mit dem Wahnsinn der Menschen nichts zu tun haben. Darüber redet niemand. Kein Mensch kontrolliert die unglaublichen Versuche, die das Militär mit Tieren durchführt. Wir können über Tierversuche für die Pharmaindustrie vielleicht noch diskutieren und Argumente dafür und dagegen abwägen, beim Militär kann man nur sagen, man will nicht länger sehen, wie man Tiere quält, damit man noch viel effizienter Menschen quälen kann. Im Übrigen hat Tolstoi recht: Solange wir Schlachthöfe haben, solange wird es auch Schlachtfelder geben. Mitleid ist unteilbar.

19.02.2003


Quelle: http://www.hinter-den-schlagzeilen.info/...id=32_0_1_0_M18

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