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Dieses Thema hat 17 Antworten
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Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

07.01.2006 18:19
RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Die Entführung der Susanne Osthoff im Irak kam im richtigen Moment, um die Schlagzeilen über die Verschleppungs- und Folterpraxis der CIA-Terroristen in Europa von den Titelseiten zu holen. Rechtzeitig, um die Reise unseres neuen Außenministers von einem lästigen Thema zu befreien, nämlich der unangenehmen Fragen, wer eigentlich der Herr im Hause Bundesrepublik ist, und wann die US-Regierung endlich gedenkt, zu Recht und Gesetz zurück zu kehren. Stattdessen gab es ein Kaffeekränzchen, und die US-Außenministerin bot nett ihre Hilfe bei den Verhandlungen mit den Entführern und der Befreiung von der deutschen Archäologin an.

Nach 25 Tagen schlimmer Geiselhaft kam Susanne Osthoff wieder frei, doch ihr Leiden sollte noch nicht zu Ende sein. Erst mit dem STERN-Interview wird nun sichtbar, wie diese Frau danach in die Fänge des Bundesnachrichtendienstes geriet und tagelang 12 Stunden lang verhört wurde. Unbekannte spielten den Medien gezielt Lügen zu. So wurde berichtet, Frau Osthoff gäbe keine Interviews. Dabei wollte die Frau sich sofort nach ihrer Ankunft in der deutschen Botschaft in Bagdad den anwesenden Reportern stellen, um sich zu bedanken. Der Botschafter höchstpersönlich hielt die ahnungslose Frau davon ab.

Irgendwer lancierte in die Medien, dass Frau Osthoff sofort in den Irak zurück kehren wolle - etwas, was sie nie gesagt hatte.

Dann wurde sie in einem entwürdigenden "Interview" des ZDF den Deutschen "vorgeführt". Der Zuschauer bekam eine völlig verhüllte Frau zu sehen, die nicht einen Satz logisch formulieren konnte. Die Schlagzeilen danach machten aus der studierten Archäologin eine geistig Verwirrte. Es gab schlimmsten journalistischen Dreck über sie zu lesen! Hintergrund war, das man sie aus Katar in das Studio von Al Jazeera holte. Während der Fahrt verhüllte man die Frau zu ihrem Schutz. Im Sender angekommen, wurde sie sofort vor die Kamera gezerrt. Es blieb keine Zeit für die sonst übliche Maske. Der Schleier hatte durch den Schweiß dunkle Flecken auf das Gesicht von Susanne Osthoff übertragen, man beschloss also die Gesichtsbedeckung anzubehalten. Ausgerechnet vor dem Interview wurden ihr falsche Medikamente verabreicht, die sie nicht nur geistig verwirrten, sondern auch zu Krämpfen führten. Was für ein Zufall aber auch! Und ausgerechnet das öffentlich rechtliche Fernsehen brachte aus Sensationsgier dieses Interview, welches eine hilflose Person entwürdigend zur Schau stellte! Das war finster, finsterste Journaillie, das müsste eigentlich bestraft werden!

Immer wieder kursierte die Mär, sie wolle von ihrer Familie, ja nicht einmal von ihrer Tochter etwas wissen. Dabei müssen doch die Betreuer genau gewusst haben, wie oft Frau Osthoff versuchte, ihre Tochter zu erreichen.

Im STERN-Interview erzählt Frau Osthoff auch interessante Details ihrer Entführung. So fuhr man mit ihr im Kofferaum durch mehrere Checkpoints ohne zu Halten. Dieses Verhalten führte bei der befreiten Journalistin Sgrena zu einem Feuerüberfall der Kontrollposten, was wohl noch immer üblich ist. Bei Frau Osthoffs Entführern passierte gar nichts. Offenbar hatten die beste Beziehungen zu den GIs, und der irakischen Polizei. Die fuhr auch just in dem Moment vorbei, als man sie aus ihrem Auto in das Auto der Entführer zerrte. Die "Polizei" griff nicht ein.

Was war da los? Wer entführte Frau Osthoff wirklich? Zarkawi - dieses Phantom, meiner Meinung nach eine Geheimdiensterfindung? Das machte man ihr Glauben, war es aber wirklich so?

Oder brauchte man etwas, um diese hässlichen Schlagzeilen über die US-Willkür in Europa von den Titelseiten zu bekommen? War es kein Zufall, das zeitliche Zusammentreffen der Ereignisse?

Wir werden es vermutlich nicht erfahren. Und der investigative Journalismus wird sich wahrscheinlich nicht die Frage stellen, wer für die zahlreichen Lügen über diese Frau verantwortlich ist, wer streute die Nachrichten, dass Frau Osthoff von Deutschland nix mehr wissen will usw.? Würde man die Fragen stellen, stieße man eventuell in ein Wespennest, in einen Dreckhaufen voller Leute, denen der Zweck alle Mittel heiligt.

Frau Osthoff hat mein Mitgefühl, ihr wurde böse mitgespielt, nicht nur von den Entführern. Unsere Behörden sollten sich was schämen! In ihrem Eifer, Terroristen zu jagen, haben sie ein Opfer erneut verletzt. Und niemand kontrolliert diese Büttel!

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

11.01.2006 19:02
#2 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

ein Kommentar, der mir aus dem Herzen spricht:

Zitat
Verteidigung eines Opfers
Susanne Osthoff bei Beckmann

VON STEVEN GEYER

Warum tut die Frau sich das an? Warum spricht Susanne Osthoff überhaupt noch vor einer Kamera über ihre Zeit als Geisel in Irak - obwohl ihr ZDF-Interview vor zwei Wochen ihr den Ruf einer "Irren" einbrachte? Obwohl die Presse sie danach zur Rabenmutter und Unbelehrbaren machte, "Experten" sie der Verstrickung in die eigene Entführung verdächtigten und Politiker sie eine "Gefahr für sich und andere" nannten?

Die Antwort ist: Gerade deshalb.

Was der ARD-Talk Beckmann am späten Montagabend präsentierte, dürfte ein Novum gewesen sein: Ein 75-minütiges, fast schon bissiges Verteidigungsplädoyer - des Opfers. Dabei hatte die ARD fünf Tage zuvor noch verkündet, vorerst kein Interview mit Osthoff zu führen, "um sicherzustellen, dass sie nicht unter einem Trauma leidet". Die Schonfrist war am Sonnabend vorbei, als Osthoff eigens für die Aufzeichnung des Gesprächs mit Reinhold Beckmann nach Deutschland kam. Man habe sich überzeugt, dass ihr Zustand "ein sachliches Gespräch" erlaubt, erklärte dazu gestern NDR-Programmdirektor Volker Herres.

Tatsächlich machte die Archäologin in der Sendung - die mit 3,59 Millionen überdurchschnittlich viele Zuschauer einschalteten - nicht mehr den angeschlagenen, fahrigen Eindruck wie im ZDF. Zwar schossen ihr mehrfach Tränen in die Augen, als sie über die "24 Tage Todesangst" ihrer Geiselhaft sprach. Doch sie ließ erkennen, dass sie da war, um das vor ihr entstandene Bild zurechtzurücken: Sie habe nicht ahnen können, dass durch ihre Entscheidung, sich nach der Freilassung nicht dem Medienansturm zu stellen, "eine neue Welle über mir zusammenschlägt und mich als menschliches Strandgut enden lässt". So sieht sie ihre Lage: In Deutschland unmöglich gemacht und emotional längst nicht mehr zu Hause, in Irak - auch wegen Presse-Spekulationen über BND-Verbindungen - in Lebensgefahr.

Die deutschen Medien dürfen sich nun fragen: War es wirklich ein Unfall, dass der Übersetzungsfehler einer angekündigten Irak-Rückkehr Osthoffs tagelang zur Basis für fragwürdige Psychoanalysen und anmaßende Kommentare wurde? Rechtfertigt es eine Geiselhaft, die Familien-Angelegenheiten des Opfers auszubreiten? Beckmann bejahte Letzteres und bohrte auch dann noch weiter, als Osthoff ihr Verhältnis zu Mutter und Tochter "rein privat" genannt hatte. Dass die Befragte zwar nicht druckreif, aber zusammenhängend und plausibel ihre Erfahrungen schilderte, wirft nachträglich auch einen Schatten auf die Entscheidung des ZDF, das Interview mit der damals offenbar noch Traumatisierten auszustrahlen.

Dass sie sich nun rechtfertigen musste, dürfte Osthoff in ihrer Entfremdung von der einstigen Heimat bestätigen. Die Erfahrungen, die sie nach der Befreiung mit Presse und Politik sammeln musste, haben sie sicher nicht mit Deutschland versöhnt.


Quelle: http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur...ien/?cnt=784478

Fragt sich, wer hat ein Interesse daran, diese Frau derartig fertig zu machen? War es wirklich nur die sensationsgeile Journaillie, oder steckt dahinter der BND oder irgend eine andere staatliche Stelle?

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

23.01.2006 20:03
#3 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Ein neuer Schmutzkübel ist über Susanne Osthoff ausgekippt worden. Mit scheinheiligen Unterstellungen gehen BILD und ähnliche Blätter gegen Frau Osthoff vor. Und wieder war es nur Lug und Betrug. Warum? Wer steckt hinter diesen Schmutzkampagnen? BKA - übernehmen Sie!

Zitat
Es gibt keinen "Restverdacht"
Ihre teilweise wirren Angaben führte man auf ihren Schockzustand sowie ihre anhaltende Angst zurück, die Entführer könnten sich auch außerhalb des Irak an ihr rächen. "Wäre da ein Restverdacht geblieben, hätten wir sie kaum in Dubai ihrer Wege ziehen lassen", so einer der Ermittler gegenüber dem stern: "Aber da war nichts, absolut nichts."

Bereits in der Botschaft in Bagdad sei nach ihrer Freilassung kurz über das Geld beraten und beschlossen worden, es ihr "auch aus humanitären Gründen" zu überlassen - zumal jene knapp 3000 US-Dollar, die ihr von den Entführern gestohlen worden, Zuschussgelder der deutschen Regierung für ihr Sanierungsprojekt in Mosul gewesen waren. Bislang gehe man, so heißt es im Auswärtigen Amt, davon aus, dass sie den ihr entwendeten und dann zurückgegebenen Betrag wie ursprünglich vorgesehen verwenden werde. Ebenso wie die 30.000 US-Dollar, die sie noch vor ihrer Entführung auf ein Konto eingezahlt hatte. Das Geld soll an den Bauunternehmer überwiesen werden, der die Renovierungsarbeiten leistet, "und dafür muss sie nicht im Irak sein, das kann sie auch vom Ausland aus tun, meinetwegen von Alaska", so einer der Diplomaten.


Quelle: http://www.stern.de/politik/ausland/:Fal...cht/553752.html

saratoga Offline



Beiträge: 109

26.01.2006 17:22
#4 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Und jetzt offenbar die letzte Warnung an Frau Osthoff:

Zitat
München (ddp-bay). Die vor gut einem Monat aus der Geiselhaft im Irak befreite bayerische Archäologin Susanne Osthoff ist offenbar bei einem Unfall im arabischen Golfstaat Bahrein verletzt worden. Wie das ARD-Magazin «Report München» berichtete, wurde Osthoff von einem Auto angefahren und erlitt dabei Verletzungen an Schulter und Beinen. Das Magazin beruft sich auf Osthoffs engsten Freundeskreis, wonach sich der Unfall bereits in der vergangenen Woche ereignete. Sie sei in Bahrein ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Engste Vertraute der Ex-Geisel sagten dem Magazin, sie hätten «mit Frau Osthoff absolutes Stillschweigen vereinbart, sie muss geschützt werden». Sie werde auf unabsehbare Zeit auch nicht nach Deutschland zurückkehren, heißt es in dem ARD-Bericht (Sendetermin: 30. Januar 21.45 Uhr) weiter.

http://de.news.yahoo.com/26012006/336/ar...f-verletzt.html
Interessant ist auch der zeitliche Zusammenhang. Die Lösegeldbeiführungskampagne wurde somit nach dem Unfall losgetreten. Weder stammt diese Information von Osthoff noch kann sie sich zum jetzigen Zeitpunkt dagegen wehren. Von woher stammt sie also, dass BLÖD & Co. sie so freimütig in den Umlauf bringen? War der Fahrer des Unfallwagens gar im Auftrag des BND unterwegs? Mich wundert wirklich nicht mehr, dass manche Leute ganz erpischt darauf sind, Frau Osthoff als schamlose Lügnerin darzustellen.

roblion Offline




Beiträge: 97

26.01.2006 20:07
#5 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Ich frage mich eher, warum diese Tussi noch im Nahen Osten rumtourt und nicht in Deutschland bleibt.

Ich sehe es weiterhin nicht ein, wieso sich das AA um Abenteuerlustige kümmern muss, die entführt wurden, sich aber entgegen aller Warnungen in gefährlichen Ländern aufhalten.

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

27.01.2006 09:27
#6 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

@roblion
wenn du als Geisel genommen wirst, freikommst, und du immer mehr Fragen hast, was da eigentlich passiert ist, würdest du dich dann ruhig in einen Sessel setzen?

Die Frau ist doch keine Abenteuerlustige. Sie ist studierte Archäologin und hat im Irak einen guten Job geleistet. Dort muss sie irgendwelchen Leuten mächtig in die Quere gekommen sein. Seit dem verläuft ihr Leben wie ein Albtraum.

Die Medienkampagne hier zu Lande kommt nicht von ungefähr. Irgendwer macht sich die Mühe, ständig neue Gerüchte über diese Frau in die Welt zu setzen. Ich frage mich, warum.

@Saratoga
Vielleicht passiert gerade genau das, wass ich befürchtet habe. Die Frau ist resolut und läßt sich nicht den Mund verbieten. Sie hat allerbeste Beziehungen im Irak, und hat sich womöglich auf die Suche nach ihren Entführern gemacht. Der Unfall war dann wohl kein Zufall. Wahrscheinlich sind Geheimdienste in die Entführung involviert. Vielleicht spielen gar Agenten ein Doppelspiel?

Viele Grüße
vom Schreiberling

saratoga Offline



Beiträge: 109

27.01.2006 11:03
#7 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

@Schreiberling,

na, ich merke schon, Du lässt Dir nichts vormachen.
Der Unfall war mit Sicherheit kein Zufall.

Zitat
Dort muss sie irgendwelchen Leuten mächtig in die Quere gekommen sein.
(...)
Sie hat allerbeste Beziehungen im Irak, und hat sich womöglich auf die Suche nach ihren Entführern gemacht.

Ersteres ist sicher richtig, das zweite halte ich wegen dem ersten als zu kurz gedacht.


@roblion,

Zitat
Ich frage mich eher, warum diese Tussi noch im Nahen Osten rumtourt und nicht in Deutschland bleibt.

Ich sehe es weiterhin nicht ein, wieso sich das AA um Abenteuerlustige kümmern muss, die entführt wurden, sich aber entgegen aller Warnungen in gefährlichen Ländern aufhalten.

Seit wann gilt der Bahrain als gefährliches Land? Davon abgesehen sprach Scholl-Latour gestern von einigen deutschen Frauen, die im Irak leben (um die 100 oder so). Warum also das Trara um Osthoff? Ich frage mich, warum die Presse ständig mit zweifelhaften Informationen im Fall Osthoff gefüttert wird. Wer das tut, kann ich mir schon vorstellen (BND). Schon die deutschlandweite Eingebung, dass Osthoff in den Irak zurück wollte, als sie täglich 12 Stunden unter BND-Obhut stand, war Rove-mäßig inszeniert (Karl Rove - oberster NeoCon-Spindoctor).

Doch warum gibt es Leute, die Osthoff unbedingt ihre eigenen Entscheidungen abnehmen wollen? Bauen wir doch einfach 'ne israelische Mauer um sie!

ULucas Offline



Beiträge: 73

27.01.2006 12:49
#8 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Ich frage mich, ob in die Entführungsgeschichte und auch in die Person Susanne Osthoff nicht viel zu viel hineininterpretiert wird. Was hat sie denn so Wichtiges gemacht? Eine Karawanserei will bzw. wollte sie restaurieren und ein Kulturzentrum einrichten. Ja gibt’s denn da unten keine anderen Probleme zur Zeit? In einem Radio-Beitrag wurde mal gesagt, das sei in etwa so, als baue man ein Einfamilienhaus neben einem Schützengraben. Sorry, aber wer wegen solchen Vorhaben freiwillig in Krisengebieten rumläuft, hat das Risiko letztendlich selbst zu tragen. Das sehe ich genau wie Roblion.

Und die Vorwürfe gegen die Medien, besonders gegen das ZDF ärgern mich wirklich. Es gab sehr wohl ein Vorgespräch zu dem Interview. Nachzulesen hier:
http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B98...n~Scontent.html

Wer das liest und das dazugehörige vollständige Interview,

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0...3265712,00.html

kommt doch irgendwie zu dem Schluss, dass die Frau nicht nur „gestresst“ war oder „unter Druck“ stand, sondern schlichtweg damit überfordert war, was sie sagen und vor allem, wie sie glaubhaft rüberkommen soll. So ein wirres Gefasel kommt doch von niemandem, der genau weiß, was er berichten will. Ich hab da ja so einen bösen Verdacht, auch im Hinblick auf den Geldfund bei ihr. Ich vermute, sie hat mit den Entführern gemeinsame Sache gemacht, um an Geld für ihre Projekte zu kommen. Dafür kann man mir jetzt gern den Forumszugang sperren, aber irgendwie komm ich von dem Gedanken nicht weg.

Und dass Geheimdienste oder Agenten damit was zu tun haben sollen – bei jemandem, der nur „Kulturzentren“ und „Karawansereien“ baut?? Nicht wirklich, oder...?

Und noch eine Frage @ Schreiberling: Woher hast Du die folgende Information: (Hab ich aus Deinem Beitrag kopiert)
Ist wirklich nur eine Frage, würde es gern nachlesen können.

Hintergrund war, das man sie aus Katar in das Studio von Al Jazeera holte. Während der Fahrt verhüllte man die Frau zu ihrem Schutz. Im Sender angekommen, wurde sie sofort vor die Kamera gezerrt. Es blieb keine Zeit für die sonst übliche Maske. Der Schleier hatte durch den Schweiß dunkle Flecken auf das Gesicht von Susanne Osthoff übertragen, man beschloss also die Gesichtsbedeckung anzubehalten. Ausgerechnet vor dem Interview wurden ihr falsche Medikamente verabreicht, die sie nicht nur geistig verwirrten, sondern auch zu Krämpfen führten. Was für ein Zufall aber auch! Und ausgerechnet das öffentlich rechtliche Fernsehen brachte aus Sensationsgier dieses Interview, welches eine hilflose Person entwürdigend zur Schau stellte! Das war finster, finsterste Journaillie, das müsste eigentlich bestraft werden

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

27.01.2006 15:29
#9 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

@ulucas

Zitat
Hintergrund war, das man sie aus Katar in das Studio von Al Jazeera holte. Während der Fahrt verhüllte man die Frau zu ihrem Schutz. Im Sender angekommen, wurde sie sofort vor die Kamera gezerrt. Es blieb keine Zeit für die sonst übliche Maske. Der Schleier hatte durch den Schweiß dunkle Flecken auf das Gesicht von Susanne Osthoff übertragen, man beschloss also die Gesichtsbedeckung anzubehalten. Ausgerechnet vor dem Interview wurden ihr falsche Medikamente verabreicht, die sie nicht nur geistig verwirrten, sondern auch zu Krämpfen führten. Was für ein Zufall aber auch!



Das ist dem STERN-Interview entnommen STERN 2/2006 - sehr interessant und ausführlich im Übrigen.

Zitat
Dafür kann man mir jetzt gern den Forumszugang sperren, aber irgendwie komm ich von dem Gedanken nicht weg.



Warum sollte man dich sperren, wenn du deine Meinung sagst? Hier jedenfalls nicht.

Das Frau Slomka nun behauptet, es habe ein Vorgespräch gegeben, da will sie ihr angekratztes Renomee wieder richten. Dabei finden sich in dem sogenannten "Vorgespräch" genügend Indizien, die darauf hindeuten, dass auch das vor laufender Kamera statt fand.

Zitat
Marietta Slomka: Also, Frau Osthoff kann mich noch nicht hören.

Susanne Osthoff: Doch, ich höre Sie.

Slomka: Ach, Frau Osthoff, ich grüße Sie. Das freut mich. Mein Name ist Marietta Slomka, ich bin Moderatorin beim ZDF und wollte gleich das Interview mit Ihnen führen. Ich kann Sie auch sehen, aber Sie können mich wahrscheinlich nicht sehen.



Und für den Laien Frau Osthoff war da gar kein Unterschied, ja sie dachte gar, man würde sie live senden.

Dem ZDF muss aufgefallen sein, das die Frau keinen einizigen kompletten Satz zustande brachte. Wie eine Betrunkene oder Betäubte folgte auf die Fragen mehr oder weniger ein Gestammel. Den Hintergrund wissen wir jetzt. Irgend (wer???) hatte ihr Medikamente verabreicht.

Als Harald Juhnke mal sturzbetrunken interviewt wurde, ging ein Aufschrei der Empörung durch die Medien.
http://archiv.mopo.de/archiv/1997/199708...8005793402.html

Er war in einem ähnlichen Zustand wie Frau Osthoff.

Das ZDF hatte überhaupt keinen Zwang, dieses Interview zu senden. Sie hätten auch berichten können, dass sie mit Frau Osthoff gesprochen haben, dass es ihr den Umständen entsprechend noch sehr schlecht geht, und Punkt aus. Da war die Sensationsgier wohl stärker. Und dafür bezahle ich nicht GEZ-Gebühren, dass sich staatlich bezahlte Journalisten aufführen, als würden sie in der BILD Redaktion arbeiten.

ULucas Offline



Beiträge: 73

28.01.2006 11:49
#10 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Hallo Schreiberling!
Zunächst zu Deiner Vermutung, Susanne Osthoff habe nicht gewußt, dass das Vorgespräch nicht live gesendet wird: (kopiert aus faz.net):

Zitat:
Osthoff: Jetzt machen wir das mal so. Jetzt sagen Sie mir, wann soll des anfangen und wie lange wird's dauern.

Slomka: Sobald Sie dazu bereit sind.

Osthoff: Ja, jetzt einfach mal.

Slomka: Sollen wir einfach mal anfangen, Frau Osthoff?

Osthoff: Wann wird das live übertragen?

Slomka: Das wird heute abend ...

Osthoff: Nein, nicht einfach so, ich möchte des vorher wissen.

Slomka: Ja, das wird um 21.45 Uhr gesendet, in unserer Sendung heute-journal. Und wir haben dafür einen Zeitrahmen von zur Zeit 6 Minuten oder 8 Minuten. Aber wir müssen es eben aus technischen Gründen jetzt aufzeichnen, und wir wollten Sie auch nicht dann irgendwie heute nacht irgendwo hinbewegen. Sollen wir vielleicht einfach mal anfangen, und wenn Sie das Gefühl haben, das paßt mir alles nicht, dann können Sie immer noch sagen, nee, das will ich jetzt nicht.
Zitat Ende

Für einen "Laien" der bzw. die zudem noch "unter Medikamenten" steht, scheint sie aber doch genau zu wissen, dass das keine öffentlich gesendete Live-Übertragung ist. Und hatte sie nicht das Angebot, sofort abzubrechen, wenn sie es nicht will? Siehe oben letzter Satz von Marietta Slomka.

Nein, sie (S. Osthoff) fühlte sich doch offensichtlich fit genug, das Interview zu führen und vor allem, wie man nachlesen kann, besonders fit, um nach einem Honorar zu fragen. Sei mir nicht böse, Schreiberling, aber die Frau war nicht von irgendwelchen Medikamenten benebelt, die sie von "Irgendwem" bekommen hatte. Wenn ich unter den Nachwirkungen eines Schocks stehe, zudem unter Medikamenteneinfluss und fix und alle bin, dann frage ich nicht so beharrlich und gezielt nach Honoraren. Entschuldigung!

Deine Vermutung, Schreiberling, es gäbe "genügend Indizien, dass das Vorgespräch auch vor laufender Kamera stattfand", kann ich folgendermaßen widerlegen: Vor jedem Interview, das per Schaltung (Satelliten-Übertragung) geführt wird, finden Vorgespräche statt. Logischerweise vor laufender Kamera. Diese Gespräche werden aber nicht gesendet, sondern nur zwischen Studio A und Studio B übertragen. In unserem Fall Studio Al Jazeera und Studio Mainz. Normalerwiese werden diese Gespräche auch nicht veröffentlicht, im voliegenden Fall sah es das ZDF allerdings wohl als erforderlich an, es zu veröffentlichen, nach all den Behauptungen, die angestellt wurden bzw. werden. Weiterhin werden die Interviewpartner sehr wohl über den Ablauf eines solchen Interviews informiert, genauso, wie Printmedien es tun und dem Interviewpartner vor Veröffentlichung einen Vorabdruck zukommen lassen, die dieser dann ggfls. korrigieren kann.

Somit sind Deine Zitate aus dem Vorgespräch, Schreiberling, völlig haltlos. Außerdem zitierst Du ja selbst: "...und wollte GLEICH das Interview mit Ihnen führen..."

Natürlich hatte das ZDF keinen "Zwang" das Interview zu senden. Es hat überhaupt keinen "Zwang" irgendetwas zu senden. Aber war denn Frau Osthoff gezwungen, dem Interview zuzustimmen, wo sie sich doch angeblich soooo schlecht fühlte? Und jetzt komm mir nicht damit, das ZDF hätte sie zu irgendetwas gezwungen! Lies das Vorgespräch genau und Du wirst sehen, dass S. Osthoff sehr wohl die Möglichkeit hatte, abzubrechen.

"Staatlich bezahlte Journalisten"? Hmm...ist Dir der Unterschied zwischen "Öffentlich-Rechtlich" und "Staatlich" ein Begriff? Vielleicht denkst Du an den "Rundfunk-Staatsvertrag" aber das hat nix mit "staatlichem Fernsehen" zu tun. Sowas gabs in der DDR, aber das ist lang her.

Und letztendlich: Wo Marietta Slomka ein angekratztes Renomee haben soll, bin ich noch schwer am Grübeln. Sie ist eine der besten Journalistinnen auf dem Bildschirm und keineswegs irgendwo angekratzt.

roblion Offline




Beiträge: 97

28.01.2006 15:42
#11 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

@ULucas

Sehr guter Artikel, kann ich so zu 100% unterschreiben.

Zitat
Sie [Marietta Slomka] ist eine der besten Journalistinnen auf dem Bildschirm und keineswegs irgendwo angekratzt.

Mit Claus Kleber zusammen ist das heute-journal einfach top.

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

28.01.2006 19:04
#12 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Zitat
Natürlich hatte das ZDF keinen "Zwang" das Interview zu senden. Es hat überhaupt keinen "Zwang" irgendetwas zu senden. Aber war denn Frau Osthoff gezwungen, dem Interview zuzustimmen, wo sie sich doch angeblich soooo schlecht fühlte? Und jetzt komm mir nicht damit, das ZDF hätte sie zu irgendetwas gezwungen! Lies das Vorgespräch genau und Du wirst sehen, dass S. Osthoff sehr wohl die Möglichkeit hatte, abzubrechen.



@ULucas
es geht mir um zwei Dinge:
1. Frau Osthoff hat behauptet, sie wurde mit dem Schleier ins Studio gesetzt, es blieb keine Zeit mehr, die Burka abzunehmen und Frau Osthoff zu schminken.

Zitat
Deine Vermutung, Schreiberling, es gäbe "genügend Indizien, dass das Vorgespräch auch vor laufender Kamera stattfand", kann ich folgendermaßen widerlegen: Vor jedem Interview, das per Schaltung (Satelliten-Übertragung) geführt wird, finden Vorgespräche statt. Logischerweise vor laufender Kamera. Diese Gespräche werden aber nicht gesendet, sondern nur zwischen Studio A und Studio B übertragen.



Das kann sie als Laie nicht wissen. Warum hat man ihr keine Maske angeboten, wo man doch Zeit genug hatte?

Nach Lage der Dinge hat man sie ins Büro gesetzt , die Kameras auf sie gerichtet, und es begann meintewegen mit diesem Vorgespräch. Dennoch wird damit auch bestätigt, das Frau Osthoff die Burka nur deshalb trug, weil man ihr nicht die Zeit einräumte, sich dieser Sachen zu entledigen.

2. Im Interview selbst stammelte Frau Osthoff zusammenhangslose Wortfetzen, sie brachte keinen einzigen kompletten Satz heraus, ähnlich einem stark betrunkenen Menschen. Hier an dieser Stelle hätte ein seriöser Journalist das INterview abgebrochen. Das ZDF hat hingegen, aus dem Wirrwarr ein Interview zusammengeschnitten. Ähnlich wie bei dem betrunkenen Harald Juhnke schob man "öffentliches Interesse" vor und bediente nur niederste Sensationsgelüste. Der Informationsgehalt dieses Interview war eh gleich null. Also warum sendet man solchen Mist?

Das ich ansonsten die ZDF Heute Sendung gern sehe, das muss ich noch anfügen.

ULucas Offline



Beiträge: 73

29.01.2006 10:47
#13 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Hm, irgendwie scheinen wir aneinander vorbei zu reden...

Sie wußte sehr wohl dass es nicht live war, sie hat es ja selbst gesagt!

Die Information, dass man Frau Osthoff keine Maske angeboten hatte, fußt ja nur auf der Behauptung von ihr selbst. Das geht weder aus dem Vorgespräch hervor, noch sonstwo. (Oder ich hab's übersehen, dann bitte ich um Aufklärung) Interessant ist dazu vielleicht auch der folgende Absatz des Vorgesprächs: (Quelle: faz.net)

Zitat:
Slomka: Wollen Sie denn auch während des Gesprächs verschleiert bleiben? Ist Ihnen das persönlich...

Osthoff: Das Gesicht bleibt so aus diesen Gründen, denn...

Slomka: Okay.

Osthoff: Ich hab' dafür eindeutig Gründe, das hätte ich vorher noch abklären können, wenn mir dann irgend jemand noch eine Zusage gegeben, ich bin jetzt nicht mehr in der Verfassung, noch in mein Gesicht äh, ich meine, ich kann nicht mehr, ja? Das ist die Sitte des Landes so, und ich passe mich halt hier eben an.

Slomka: Frau Osthoff, wie geht es Ihnen denn im Moment?

Osthoff: Da können die Leute dann wieder Geld vermarkten, neue Fotos und so weiter, des bringt dann was.
Zitat Ende

Geld, Geld, Geld...
Ist das nicht ein bißchen seltsam, dass eine traumatisierte, von Medikamenten beeinträchtigte Frau dennoch so detailliert ständig auf irgendwelchen Honorarforderungen und "Vermarktungsideen" rumreitet? Ich bleibe dabei: Sie war zum Zeitpunkt des Interviews nicht traumatisiert, sondern verunsichert. Verunsichert dahingehend, wie sie ein Erlebnis glaubhaft rüberbringen soll, das vielleicht in der Form gar nicht stattgefunden hat.

Das ZDF hat tatsächlich das geführte Interview zusammengeschnitten. Einfach aus dem Grund, weil von dem Material der größte Teil völlig unbrauchbar war. Das komplette Interview kann man ja nachlesen, die Seite hab ich bereits verlinkt. Man hat deshalb schlichtweg die Passagen genommen, die - betreffend den Entführungsfall selbst - den größten Informationsgehalt hatten. Deshalb hat auch Frau Slomka zwischendurch moderiert, um die Zuschauer aufzuklären, was sie da zu sehen bekommen.

Du schreibst von "niedersten Sensationsgelüsten".
Lieber Schreiberling, sowohl das ZDF, als auch die ARD haben es überhaupt nicht nötig, nach irgendwelchen Sensationen zu gieren, um irgendwelche Gelüste zu befriedigen. Das über lassen wir gern den Privaten, die "Infotainment" betreiben, anstatt seriösen Journalismus. Eine Sendung wie das heute-journal oder die Tagesschau, bzw. -themen sind so etabliert und so angesehen, dass sie sich leisten können, das zu senden, was sie wollen. Die Redaktion wollte Susanne Osthoff die Gelegenheit geben, ihre Sicht der Dinge darzustellen, hast Du es denn schon mal von dieser Warte aus gesehen? Dass man ihr nämlich eine seriöse Plattform anbieten wollte, bevor die Privaten irgendwelchen Schmarrn veröffentlichen? ("und nach der Werbung erfahren Sie, was Susanne Osthoff unter dem Schleier trägt, bleiben Sie dran!")

Was daraus geworden ist, bzw. was Frau Osthoff aus dieser Chance gemacht hat, ist bekannt. Wundern darf sich allenfalls der Zuschauer, sie selbst am allerwenigsten.

Achja: Dein Vergleich mit Harald Juhnke ist mir nicht entgangen. Ich denke nur, der Vergleich hinkt gewaltig. Ein Politikum mit einem Boulevardthema zu vergleichen...hm, ich weiß nicht... Außerdem:
Das von Dir verlinkte Interview bezog sich auf einen Beitrag von SAT1.
Das Magazin heißt BLITZ.
Und meine Reaktion darauf ist *würg*

Bitte Schreiberling: Schmeiß das ZDF nicht in denselben Topf wie Sat1, okay? Da gibt es aber auch nicht die geringste, die allergeringste Gemeinsamkeit.

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

29.01.2006 11:31
#14 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

@ULucas

Zitat
Achja: Dein Vergleich mit Harald Juhnke ist mir nicht entgangen. Ich denke nur, der Vergleich hinkt gewaltig. Ein Politikum mit einem Boulevardthema zu vergleichen...hm, ich weiß nicht... Außerdem:
Das von Dir verlinkte Interview bezog sich auf einen Beitrag von SAT1.
Das Magazin heißt BLITZ.
Und meine Reaktion darauf ist *würg*

Bitte Schreiberling: Schmeiß das ZDF nicht in denselben Topf wie Sat1, okay? Da gibt es aber auch nicht die geringste, die allergeringste Gemeinsamkeit.



Dafür ist das ZDF selbst zuständig. Wer solch ein Gestammel sendet, der muss damit leben, dass es Leute gibt, die dem Sender pure Sensationshascherei vorwerfen. Einem Informationsauftrag läßt sich aus der Handlung nicht ableiten. Wie schon gesagt, es hätte auch einfach eine Nachricht sein können, man habe mit Frau Osthoff gesprochen, sie sei im Moment noch nicht in der Verfassung für längere Interviews. Das es anders geht, hat die Zeitung STERN bewiesen.

Ich frage mich die ganze Zeit, wer kann ein Interesse daran haben, das Image dieser Frau so sehr zu zerstören? All diese ekelhaften Gerüchte.

Gerücht - Gegendarstellung

Frau Osthoff wolle niemanden sprechen - von einer Stellungnahme vor den Medien wurde ihr vom Botschafter abgeraten

Frau Osthoff wolle Deutschland für immer den Rücken kehren - davon war nie die Rede

Frau Osthoff sei BND Spitzel - Quatsch

Bei Frau Osthoff habe man beim Durchsuchen der Kleidung 3000 Dollar des Lösegeldes gefunden - Quatsch, Dementi im heutigen SPIEGEL: "Osthoff sei in Wahrheit im Gespräch mit dem Botschaftspersonal ganz offen mit dem Thema umgegangen. Die Entführer, so Osthoff, hätten ihr die 3000 Dollar nur gegeben, weil sie ihr die gleiche Summe bei der Geiselnahme drei Wochen zuvor abgenommen hätten. Dass die ominösen Noten ein Indiz für ihre Beteiligung an der eigenen Entführung sein könnten, wie viele mutmaßten, gilt deshalb bei Beamten und Parlamentariern als klar widerlegt." (DER SPIEGEL 5/2006 Seite 36/37)

Frau Osthoff wollte absichtlich im ZDF Interview verschleiert sein - Dazu im STERN-Interview :

Zitat
STERN Und dann traten Sie, verhüllt bis auf einen Sehschlitz , im ZDF auf.

Frau Osthoff: Das Interview hatte ich einem mir gut bekannten Redakteur zugesagt. Mit dem Termin gab es tierischen Stress, das Gespräch musste bei al_Jazeera aufgezeichnet werden. Erst wartete ich wie auf Kohlen, dann sollte alles ganz schnell gehen. Ich wurde zum Sender gefahren, kam in der Burka an, die ich in Katar zu meinem Schutz trug, da lief die Maschinerie schon. Ich musste gleich vor die Kamera, ohne dass eine Maskenbildnerin mir den Schweiß wegpudern konnte , das Indigo des Schleiers hatte schon blaue Flecken auf meinem Gesicht hinterlassen - da konnte ich den gar nicht mehr abnehmen. Dabei wollte ich mich eigentlich nur bedanken bei Deutschland. Und jetzt bin ich der Buhmann. Da fühlt man sich ganz schön betrogen, wenn ganz Deutschland auf einem herumprügelt.

STERN: Sie wirkten verwirrt.

Frau Osthoff: Ich litt noch unter dem Schlafentzug der Geiselhaft, hatte starke Medikamente einnehmen müssen, offenbar bekam ich ein falsches Präparat, das starke Krämpfe auslöste, ich stand schon wieder unter neuem Druck, hatte mein erstes Exil in Dubai verlassen müssen, weil der Regierung dort mein TV-Auftritt nicht passte.



Wer setzte die Gerüchte über die Frau in die Welt? Und welches Ziel verfolgen diese Leute?


Und aus deinem Zitat:

Zitat
ich bin jetzt nicht mehr in der Verfassung, noch in mein Gesicht äh, ich meine, ich kann nicht mehr, ja?



Frau Slomka hätte sehen, fühlen und auch hören können, wie es um ihren Studiogast bestellt ist. Ich finde, es gibt Regeln und Grenzen, die ein seriöser Journalist nicht überschreiten sollte.

Viele Grüße vom
Schreiberling

ULucas Offline



Beiträge: 73

29.01.2006 11:58
#15 RE: Der "Fall" Susanne Osthoff Antworten

Ich merke schon, irgendwie kommen wir nicht zusammen. Aber das ist ja auch nicht schlimm.

Ich finde es eben nur interessant, dass man, sobald man in einer beliebigen Suchmaschine oder auf Webseiten diverser Nachrichtenmagazine (ja, auch auf den von Dir zitierten), den Namen Osthoff eingibt, nichts als "Ungereimtheiten" findet. Nicht nur Ungereimtheiten, die einem selbst so vorkommen, sondern die von den Magazinen offen so genannt werden.

Sind die denn alle in eine Verschwörung um eine Archäologin verstrickt? Die heute-Redaktion eingeschlossen?

Okay, die Sache mit den 3000 Dollar (dass die aus dem Lösegeld stammen ist bestimmt auch nur eine böswillige Verleumdung)und das "Gemeinsame Sache machen" werden zwar dementiert, aber ist es nicht ebenso seltsam, dass ein Entführungsopfer von seinen Entführern "Geld zurück erstattet" bekommt? Hallo? Für wie einfältig wird die Öffentlichkeit denn damit gehalten? Nix für ungut, aber mir entlockt diese Äußerung nur ein müdes Lächeln.

Spiegel.de 23. Januar:
"Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach kündigte bereits an, die Bundesregierung werde prüfen, ob sich Osthoff "an den Befreiungskosten beteiligen kann". Es gebe "einige Ungereimtheiten, die meiner Überzeugung nach aufgeklärt werden müssten", sagte Bosbach bei N24. "Und daneben gibt es ja noch die Frage, ob nicht, wenn Frau Osthoff doch noch relativ viel Geld bei sich hatte, sie sich zumindest mit einem Teil an den Kosten ihrer Befreiungsaktion beteiligen sollte. Das wird jetzt die Bundesregierung prüfen."

Darauf bin ich mal gespannt.

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