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Gusano Offline



Beiträge: 53

07.06.2006 13:51
RE: Resiebericht Marseille Antworten

Das ist mit dem Fliegen ist schon eine komische Sache. Innerhalb von wenigen Minuten, mit Kreditkarte im Anschlag, ist von Zuhause per WorldWideWeb ein Flug in die ganze Welt gebucht. Die Buchungsbestätigung, zugleich das elektronische Ticket, wird per Email zugeschickt, und einfach ausgedruckt. Wenn es hoch kommt kostet dies 15 Minuten des wertvollen Lebens. Dann jedoch, wenn der Tag des Abfluges kommt, zieht sich die Zeit bis zum entgültigen Abheben in die Länge. Mindestens 2 Stunden vor Abflug sollte man sein Gepäck abgegeben, und eingecheckt haben. Und dann? Dann heißt es warten. In München, im neuen Terminal 2, gibt es hier eine Vielzahl an Möglichkeiten, diese Zeit zu nutzen. In Hunderten kleinen, aber auch großen Geschäften, in unzähligen Cafés und Restaurants, wird einem die einzigartige Möglichkeit gegeben, Geld wie Heu zu verpulfern. Und weil man ja eh nichts zu tun hat, macht man dies auch. So sah auch ich mich, schon wenige Minuten nach dem Check.In, mit meinem Onkel im “Käfer” sitzend, besten französischen Wein trinken. In den umliegenden Shops gibt es alles, was das Herz eines Reisenden begehrt, alles, was man für den Flug braucht. Von Gemälden über Duschgel bis hin zu Erotikartikeln, “Little Stachus” macht Sie fit für den Urlaub.

Mit insgesamt 30 Minuten Verspätung - “...die Maschine kam zu spät aus Rom...” - standen wir dann um Punkt 19:19 auf der Starbahn, und warteten auf die Freigabe durch die Flugsicherung. Damit es uns nicht Langweilig wurde, spielte man einen animierten “Wie verhalte ich mich bei einem fast auszuschließenden, sehr unwahrscheinlichen, nur theoretisch möglichen...[...]...praktisch fiktiven, Notfall” - Film. Mit viel Lärm und quietschenden Reifen hoben wir ab nach Frankreich, der Flug war angenehm und mit knapp 80 Minuten wirklich kurz.

Am späten Abend trafen wir ein, “Bienvenue a Marseille“, Hauptstadt des nationalen und internationalen Verbrechens! Eine Stadt in dem selbst der Chef des ADAC schon einmal überfallen wurde, eine Region die von Arabern und Afrikanern bevölkert und kontrolliert wird. Auf in das Abenteuer, ohne jegliche Kenntnisse der Sprache und des Ortes, wird schon gut gehen.
Aufgrund der überschaulichen Größe des „Aèroport de Marseille“, war es kein Problem raus zu den Taxis zu finden. In München bin ich es gewohnt, dass egal wo ich den Flughafen verlasse, gleich Hunderte Taxifahrer lauern und dich in dein Auto ziehen wollen, anders in Marseille. Ganze 3 Exemplare standen für den gesamten Flughafen bereit.

In Frankreich, speziell in Marseille gibt es drei Typen von Autofahrern. Die Guten, man nennt sie „touriste“, die Schlechten, sprich der gemeine Franzose, und die ganz Schlechten, Taxifahrer. Mit 120 km/h, Innerorts, sind wir dann in wenigen Minuten schon im Zentrum der Hafenstadt, und bei unserem Hotel eingetroffen. Nach kurzem Gepäck verstauen wagten wir uns dann in die „City“. Da das Essen bei Condor sehr schlicht war, zog es uns schnell in eines der vielen Restaurants, wo die erste Hürde des Urlaubs auf uns wartete. Sowohl beim kurzen Überblick verschaffen, wie auch beim genauem studieren, wir fanden nicht heraus was uns auf dieser Speisekarte angeboten wurde. Trotz dessen, dass wir dem Englischen, Spanischen, Italienischen und Deutschem mächtig waren, war so die einzige Lösung auf das kleine Bildchen mit einem abgebildeten Steak zu deuten. Die Bestellung allgemein war typisch. Die Kellnerin konnte, oder besser wollte nicht Englisch sprechen, überschüttete uns anschließend mit verschiedensten Fragen in Landessprache. Wir antworteten stochastisch ausgeglichen mit „Qui“ und „No“, und hofften auf das Beste. Am Ende bekamen wir ein Steak mit Pommes und Salat, zum Trinken einen Desperados.

Den Abend und die Nacht verbrachten wir mit einer Bar- und Cafétour, immer schön im belebten Teilen Marseilles. Egal zu welcher Zeit, egal an welchem Ort, alle zwei Minuten rauscht eine Polizeistreife mit Sirene an einem vorbei. Von Gewalt und Verbrechen bekommt man wenig mit, wenn man sich in den „sicheren“ Gebieten aufhält, jedoch gilt diese Stadt nicht ohne Grund als Brennpunkt sozialer und ethnischer Konflikte, die sich in Diebstahl, Körperverletzungen bis hin zu Mord äußern. Was einem sofort auffällt, so wenig deutsche Touristen es gibt, genauso wenig „echte“ Franzosen wohne hier. Es ist eine Mischung aus Schwarzen und typischen Arabern, „weiße“ Franzosen sind hier ganz klar in der Minderheit.

Irgendwann waren dann auch wir im Bett. Wir teilten uns das Zimmer mit ungefähr 500 Mücken, welche alle MICH zum Ziel erklärt hatten. Das Schlimme an Mücken, meiner Meinung nach, ist weniger das Hinterlassen von vielen, kleinen, juckenden Punkten auf der Haut, vielmehr stört mich ihr Geräusch, das sie fabrizieren. Von mir aus bekommen sie mein Blut, von mir aus Literweise, aber wer meinen wohlverdienten Schlaf zu Nichte macht, der hat sich seine Sympathie bei mir verspielt! Alle 30 Sekunden drehte eine dieser Viecher eine Runde über meinem Ohr. Irgendwann, glaube ich, baute ich diese Geräusche in einen Traum ein, und konnte schlafen.

Der Dienstag bestand aus Sightseeing pur! Nach einem Frühstück bei McDonald - wenigsten haben die uns verstanden was wir wollten - machten wir uns auf alles zu entdecken, was diese Stadt hergab. Als wir so durch die Straßen schlenderten, jedes zweite Café besuchend, fiel eins auf. Diese Stadt besteht zu 90% aus Frauen. Von diesen sind mindestens die Hälfte in der Nähe meines Alters, und verdammt hübsch. Männer sieht man kaum, ein Paradies!
Sehenswürdigkeiten haben wir auch gesehen, jedoch hatte am Ende das „am tiefblauen Meer Chillen“ mehr Eindruck hinterlassen. Nach Crépes als Abendessen, - ich werde ein Fan davon! - wurden wir wieder von einem waghalsigen Taxifahrer an den Flughafen gefahren. Der Heimflug war pünktlich, und am Ende konnten wir auf zwei spannende und schöne Tage, die wie dem Alltag entflohen, zurückblicken. Marseille lohnt sich für einen Kurztrip, wer Städtereisen mag, wir diese Stadt lieben. Was man dort länger anfangen sollte, blieb mir jedoch verborgen.

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