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Dieses Thema hat 2 Antworten
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Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

21.12.2009 06:56
RE: Die Zeit nach dem Klimagipfel Antworten

Das war für mich wieder herrliche Politiksatire.

Der Klimagipfel zeigte so deutlich, wo wir Menschen derzeit stehen. Da prügelte die Kopenhagener Polizei auf unsere Zukunft ein, jene Menschen, denen das Allgemeinwohl wichtig erscheint. Währenddessen zelebrierte sich der Propanz, als wenn er über Themen diskutiert, die von uns in irgendeiner Weise beeinflussbar sind. Als wenn sich die Natur danach richten würde, wenn ein paar satte Machtbesessene sagen, wir begrenzen die Klimaerderwärmung auf zwei Grad. Das war wirklich lustig. Irgendwie scheinen diese Leute in ihrem Himmelreich ja auch wirklich daran zu glauben. Aber ihre Macht ist nun mal endlich. Und ihr Dasein hier auf Erden zu unser aller Glück zeitlich begrenzt.

Der ganze Unsinn läßt sich zum Beispiel an der Diskussion um die CO² Produktion belegen. Da sitzen die nun, um einzusparen. Während Superbomben in der Welt in dutzenden Kriegen tagtäglich unvorstellbare Mengen an CO² produzieren. Das was Kampfjets und Panzer in unsere Luft blasen , das wird da nicht einmal erwähnt. Jeder Raketenstart schleudert unsinnig viele Tonnen CO² in unsere Luft.

Die Erde kreist derweil um die Sonne, und das eben nicht in einer mathematisch genauen Kreisbahn. Sie trudelt, die Erdachse verschiebt sich zur Sonne und all die turbulenten Bewegungen (irgendwo las ich von einem Zeitzyklus von 24.000 Jahren) bringen halt auch Schwankungen im Klima mit sich. Und so wird es mal heißer und mal kälter. Das wir davon nicht bereichten können, das liegt halt nur daran, dass wir erst seit sehr kurzer Zeit darüber berichten können. Was ist den ein Menschenleben von 75 Jahren gegen einen Klimawandel, der sich alle 24.000 Jahre ändert?

Aber gut, das wir darüber gesprochen haben. Man kann so gut darüber streiten, und dabei wirklich wichtige Themen ausblenden. Überbevölkerung, Massenverarmung, Naturkatastrophen, Wassermangel usw... es gäbe soviele Themen, die man als Thema angehen könnte. Und diese Probleme kann man beseitigen. Allein in einem Jahr verschwendet die Menschheit fast 1.200 Milliarden Dollar für Krieg und Gewalt. Diese unvorstellbar hohe Summe wenden wir für unsere Vernichtung auf. Jedes Jahr. Würden wir von klugen Köpfen regiert, anstelle von machtgierigen Egoisten, dann hätten die alle Möglichkeiten, jedes Menschheitsproblem zu bewältigen, und zwar egal ob das Klima im Mittel um zwei oder vier Grad steigt.

Das ist jedoch nicht in Sicht, ich meine, dass wir von klugen Köpfen regiert werden. Das zeigt auch dieser Klimagipfel.
Diese Klimadiskussion, in dieser Art ist nur Ablenkung. Man tut gern so, als habe man das Allgemeinwohl vor Augen.

Viele Grüße

jf_berlin - View my most interesting photos on Flickriver

tHEfOOl Offline




Beiträge: 559

21.12.2009 13:36
#2 RE: Die Zeit nach dem Klimagipfel Antworten

Hi, Jürgen.
Aus meiner Sicht stellt sich die Problematik noch viel erschreckender dar. Ich bin nämlich überzeugt, dass diese Volltrottel, die da immer wieder die Verantwortung für Volk und Welt übertragen bekommen, tatsächlich glauben, auf dem rechten Weg zu sein und tatsächlich was zu bewirken. Ganz bewusst spreche ich hier gerade den Klimagipfel an, denn was dort (an jedem einzelnen Tag) geschehen ist, untermauert meine Einsichten. Die Verantwortlichen haben sich mit der Entscheidung, Politiker etc. zu werden, bereits ins Abseits manövriert. Es gibt keine Möglichkeit, die zivilisatorischen Ansprüche rückgängig zu machen - nicht für uns und erst recht nicht für jene Länder, die erst jetzt die Freuden des Unmaßes und des Übermaßes geschmeckt haben. Wer immer ganz oben in der Hierarchie mitwirkt am großen Spektakel der Weltpolitik und der Weltwirtschaft, hat das bereits zuvor intravenös aufnehmen müssen und bekennt sich mit jedem "ja" zu jedem Amt dazu, dass die Zeichen auf Sturm gesetzt bleiben - da es ganz einfach nicht anders geht.

Das, was wir heute bedauern, dem haben wir gestern lobgehudelt. Die technischen Annehmlichkeiten haben einen langen, stinkenden Schweif und der wird weggedacht, denn es wäre unangenehm darüber zu sinnieren, was mit all den schönen Digitalbilderrahmen passieren wird, die eines Tages auf dem Müll landen. Kommen die zu dem Rest der Abermilliarden Tonnen Luxusschutt, der nirgends wirklich verwertet werden kann, ohne die Umwelt zu belasten?
Sollten wir uns etwa (gerade jetzt, so kurz vor Geschenke-Friede-Freude-Eierkuchen-Weihnachten und dem Neue-Vorsätze-Fassen-Happy-New-Year) Gedanken darüber machen, welche Rohstoffe in unsere LCD und Plasma TV-Geräte verbaut werden oder wie die ganzen Platinen von der Armbanduhr bis zur Waschmaschine - also nicht nur in Multimedia-Geräten) später einfach "ungeschehen gemacht" werden könnten?
Nein; ich glaube wirklich nicht, dass ein "Umweltgipfel", ein "Umwelt-Programm" oder "Klima-Gedanken" in jeder Hinsicht irgendetwas bewerkstelligen, geschweige denn ändern würden.
Wir brauchen das alles doch, was uns umbringt: vom Rechner bis zum elektronisch mitdenkenden Scheibenwischer - von der Zeitschaltuhr am Kaffeeautomaten bis zum Bewegungsmelder für unsere Garageneinfahrt.
Mit den aktuellen Schneefällen zeigt sich, dass Klimawandel und Umweltgedanken zweitrangig sin. Mein rechter Nachbar schimpft darüber, dass die Stadtwerke nicht genügend Räumfahrzeuge rausschicken, mein linker Nachbar bringt pro Tag einen 2-kg-Sack Streusalz aus und kann sicher sein, dass ihm neun von zehn Leuten hier in der Straße die Stage halten.

Ich weiß, was Du meinst, Jürgen, aber die Grundübel der Gesellschaft liegen nicht in dem Posenspiel der Obrigen. So, wie es den Satz gibt, dass man mit Belehrungen bei sich selbst anfangen soll, verhält es sich auch hier.
Weniger Ansprüche würden viel weniger Umweltbelastung ergeben. Und wenn Herr Hinz und Frau Kunz nicht unbedingt mit 300 PS Boliden zum Einkaufen, Golfen oder Skifahren fahren wollten, wäre das auch schon wieder ein Schritt voran.
Oder zurück?

Ohne Gedanken an all dies wünsche ich allen hier und dort ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2010 - mit allem, was dazugehört. Lassen wir dazu die Sichtweise offen … allen kann man es sowieso nicht recht machen.
Love & Peace & Understanding
Alex, tHE fOOl



(Der weihnachtliche Blick -tagsüber- aus meinem Wohnzimmer in den Minigarten, den ich mein Eigen nenne!)

"FEUERAUGEN" (3 Bände: 1-Das Dorf, 2-Drei Städte, 3-Das Schloss)
Mein Roman im Buchhandel

Auf meiner Homepage viele weitere Texte, Musik und Infos

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

21.12.2009 18:46
#3 RE: Die Zeit nach dem Klimagipfel Antworten

Hallo Alex,
ich gebe dir in allem Recht. Im Grunde muss jeder bei sich anfangen. Vor kurzem sah ich einen Fernsehbericht, wie in Afrika der Computerschrott landet und von den Ärmsten der Armen für ein paar Brotkrumen sortiert wird. Wie sie mit bloßen Händen auch noch das kleinste Gramm Kupfer aus dem Plastikmüll brechen. Wie sie gar die Gehäuse in Brand setzen, um in der Asche nach den wertvollen Metallen zu suchen, und sich dabei ihre Lungen und Körper vergiften. Es muss sich was ändern in dieser Welt und es ginge, wenn man mal ein Diskussion darüber beginnen würde, was wir Menschen wirklich brauchen. 90% des Konsums ist nur Müll und bringt uns in Wirklichkeit außer einer kurzzeitig wirkenden Befriedigung gar nichts.
Wer, wenn nicht diejenigen, die dazu das Heft in der Hand haben, könnten die Weichen in einer bessere Welt stellen?
Viele Grüße

jf_berlin - View my most interesting photos on Flickriver

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