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Dieses Thema hat 29 Antworten
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Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

27.11.2004 15:28
RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Wer produziert eigentlich all diese Kriegslügen? Ist das wirklich alles nur Zufall, oder Unfähigkeit der Geheimdienste? Mitnichten, dahinter steckt System. Sie werden Psyops genannt. Psychokrieger, die nichts gemeineres tun, als die Hirne von Menschen zu manipulieren. Dabei verschwinden die Grenzen immer mehr. Diese Kriegsführung ist so ausgereift, dass sie sowohl von Wirtschaftsunternehmen wie auch von Politikern und insbesondere von Kriegsprofiteuren angewendet werden.

Im Folgenden möchte ich Euch einige Seiten vorstellen, wo Ihr Euch darüber informieren könnt.

Zitat
KRIEG DEN HERZEN, KAMPF DEN KÖPFEN
Für die Psychokrieger der US Special Forces
hatte der Krieg im Irak längst begonnen.
© Andrian Kreye

Es war spät geworden vor den Strandhütten, es hatte Bier gegeben und der junge Amerikaner begann zu erzählen. Von seiner Zeit als Soldat, der Invasion in Panama und vom Golfkrieg, der damals noch nicht lange vorbei war. Er geriet ins Prahlen und deswegen wollte ihm erst keiner glauben. “Ich habe den besten Job in der ganzen US Army", sagte er. “Ich bin Kampf-DJ und mit meiner Plattensammlung habe ich noch jeden Feind in die Flucht geschlagen." Das klang nach zu viel Bier und zu viel Sonne hier am karibischen Meer. Aber dann ging er ins Detail und erklärte die Funktion der legendären Lautsprecherbataillons die mit den PSYOP-Truppen aus Fort Bragg ins Feld ziehen, jenen Spezialisten für so genannte psychologische Operationen, die den Kampf in den Köpfen der Feinde führen, um ihre Herzen zu erobern.

Psychologische Kriegführung ist so alt wie die Geschichte der Kriege selbst. Alexander der Große ließ seine Schmiede Rüstungen für zweieinhalb Meter große Männer anfertigen, die sie unterwegs verlieren sollten, um den Spähern der Feinde einen Schrecken einzujagen. Die Perser nutzten den Respekt der Ägypter vor heiligen Katzen und brachten deren Schlachtformation ins Wanken, indem sie hunderte von Tieren in ihre Reihen scheuchten. Und in ihrer simpelsten Form hat sie sich bis heute fast unverändert erhalten: kurz vor der Schlacht, wenn sich die Truppen schon Auge in Auge gegenüberstehen, bedrohen und beschimpfen sich die feindlichen Soldaten, um dann mit Gebrüll aufeinander loszugehen.

Nicht viel anders verfahren die Lautsprecherbataillons auch heute noch. Francis Ford Coppola hat der Taktik in “Apocalypse Now" ein Denkmal gesetzt, wenn Oberst Kilgores Hubschrauber die Bewohner eines vietnamesischen Dorfes mit Wagners Ritt der Walküre in Angst und Schrecken versetzen. Heute lassen die Humvees mit den Batterien hochleistungsfähiger Lautsprecher auf dem Dach wahre Sperrfeuer aus Propagandanachrichten, Störgeräuschen und Musik auf die feindlichen Truppen niedergehen. Mit wachsendem Erfolg. Seinen ersten Einsatz, so erzählte der junge Amerikaner, hatte er bei der legendären Belagerung der päpstlichen Nuntiatur, in die sich der Militärdikator Manuel Noriega geflüchtet hatte.

Rund um die Uhr spielten die Soldaten damals Rock und Heavy Metal, um den Opernfan Noriega zum Wahnsinn zu treiben. Es gab keinen wirklichen Plan. Die Soldaten konnten spielen, was sie wollten. Sie besorgten sich die Schallplatten vom Radiosender der PSYOP-Truppen. “Ich habe viel Skid Row gespielt, Judas Priest, Guns and Roses - Hardrock halt." Nach vier Tagen und Nächten gab der Diktator auf.

Nur zwei Monate später zogen die PSYOP-Truppen euphorisiert von ihrem Erfolg an den persischen Golf. “Die meiste Zeit spielten wir Bänder mit Aufnahmen von Geschützdonner und Hubschraubern. Und vor allem mit Aufrufen an die Irakis, dass sie aufgeben sollen", erinnerte sich der junge Amerikaner an seinen zweiten Einsatz. “Aber dann durften wir auch wieder spielen, was wir wollten." Er lachte kurz auf. “Ich glaube meine Musik war für die Irakis noch schlimmer, als die Propaganda. Die hatten sowas noch nie gehört. Die wußten gar nicht wie ihnen geschieht."

Es war hier, während den Operationen Desert Shield und Desert Storm, dass sie jene Siege errangen, die den Planern im Pentagon derzeit das Selbstbewußtsein geben, dass ein möglicher Krieg gegen den Irak schnell gewonnen sein könnte.

Die Angriffe auf die Köpfe und Herzen der Iraker verliefen stets in drei Wellen. Zuerst sendeten die PSYOP-Truppen Radiosendungen ins Feindgebiet. Dann warfen sie Flugblätter ab. Und schließlich beschallten sie die Schützengräben und Bunker im Feld. Ed Rouse, ein vierschrötiger Major der Luftlandetruppen, der mit der 4th Psychological Operations Group in den letzten Golfkrieg zog, kann die Erfolgsstatistiken noch heute herunterbeten. “71 Lautsprecherteams waren im Einsatz. 44 Prozent aller Truppen desertierten. 98 Prozent der Kriegsgefangenen gaben an, dass sie Flugblätter besaßen, 58 Prozent sagten, dass sie den Radiosendungen der Koalitionstruppen Glauben geschenkt hätten. 34 Prozent hatten unsere Lautsprecher gehört, und davon haben die Hälfte die Anweisungen zu desertieren befolgt."

Wahre Heldengeschichten weiß der Major. Von dem Team des neunten PSYOP-Bataillons, das seine Lautsprecher an einen Hubschrauber montierte und 1405 irakische Soldaten, die sich auf der kuweitischen Hotelinsel Failaka verschanzt hatten, dazu brachte, sich in Marschformation zu ergeben. Von dem ein dreiköpfigen Team der 101st Airborne Division, das sich bei Thaqb al Hajj mit seinen Lautsprechern bis auf 300 Meter an einen besonders hartknäckigen Bunker heranrobbte und 435 Iraker dazu brachte, zu desertieren. Über 100.000 irakische Soldaten ergaben sich während der Operation Desert Storm, ohne dass ein einziger Schuß fiel, sagt der Major. “Das hat bewiesen, dass sich PSYOP-Einsätze wirklich lohnen und auf beiden Seiten unzählige Leben gerettet haben."

In den folgenden Jahren wurden die psychologischen Angriffe so weit perfektioniert, dass sie schon bald zur Routine wurden. Daran erinnert sich Oberst Charles Borchini, der mit der 4th PSYOP Group in Grenada, Somalia und dem Kosovo im Einsatz war und heute für den Think Tank des Potomac Institute arbeitet. “Jedesmal wenn die Marines in eine Stadt oder in ein Dorf einrückten, verbarrikadierten sich die Rebellen in einer der Hofanlagen", sagt er. “Die Marines haben sie dann zuerst mit ihren Humvees und Maschinengewehren umstellt. Dann kam der Humvee mit den Lautsprechern, zu dem auch immer ein Linguist gehörte, der ihnen dann in ihrer Sprache erklärte, dass sie jetzt ganz langsam und mit erhobenen Händen rauskommen sollten. Bis auf ein Mal hat das immer geklappt." Und der PSYOP-Veteran Herb Friedman erzählt, wie amerikanische Truppen über Afghanistan von C-130-Maschinen aus Musik sendeten, um die Bevölkerung ans Radio zu locken, wo sie dann Berichte über die Greueltaten der al Quaida zu hören bekamen.

Der kommende Irakkrieg hat für die PSYOP-Einheiten längst begonnen. Während die inzwischen rund 300.000 Kampftruppen rund um den Irak mit wachsender Ungeduld die diplomatischen Verhandlungen verfolgen, haben die gut 1400 PSYOP-Spezialisten in Fort Bragg und vor Ort längst mit ihrer Arbeit begonnen. Seit Dezember schon senden Radioeinheiten aus den Anrainerstaaten und von C-130-Maschinen aus eine Mischung aus Popmusik und Propaganda.

Ein Sender, der sich nach Saddam Husseins Geburtsort Radio Tikrit nannte, tarnte sich bis vor zwei Wochen als pro-Hussein-Anstalt, um dann langsam aber stetig auf die Linie der Opposition zu schwenken. Cyberkrieger überfluten die E-Mail-Konten irakischer Offiziere derzeit mit Aufrufen, rechtzeitig zu desertieren, um nicht als Kriegsverbrecher angeklagt zu werden. Oder sie rufen sie auf ihren Handys und Privatnummern an, um sie zum Umsturz aufzuwiegeln. Auch die Flugblattaktionen haben wieder begonnen. Sie warnen die Bevölkerung, sich von militärischen Einrichtungen fernzuhalten und vermelden die aktuellen Frequenzen der Propagandasender.

Südlich des 32. Breitengrades hat der richtige Krieg allerdings ganz heimlich schon begonnen. Seit Anfang dieses Jahres nehmen die amerikanischen und britischen Kampfpiloten ihre Aufgaben bei den Patrouillen in der Flugverbotszone etwas ernster als bisher. So haben sie in mehr als 40 Einsätzen schon mehrere Raketenwerfer und Flakbatterien zerstört. Alleine letztes Wochenende flogen sie fünf Angriffe auf Kommunikationszentren und Radarstationen, bei denen angeblich sechs Iraker getötet wurden. Damit, so vermuten Beobachter, schlagen sie schon mal eine Schneise für die Invasion. Die Iraker testen unterdessen die Einsatzgeschwindigkeit ihrer potentiellen Gegner. Vergangenen Dienstag und Donnerstag erwischten amerikanische Abfangjäger irakische Migs im saudischen Luftraum. Schon im Dezember hatten irakische Jets eine unbemanntes Spionageflugzeug abgeschossen.

Glaubt man den Buchmachern in Las Vegas, dann wird der offizielle Krieg noch im März beginnen. Viel Arbeit für die PSYOP-Krieger. Denn für sie zählt nicht nur der Irak zu den Zielgebieten. Auch unkooperative Drittstaaten gehören zum Aufgabengebiet der PSYOP-Einheiten. Werden also amerikanische Armeemaschinen demnächst über deutschen Fußgängerzonen und französischen Boulevards demnächst Flugblätter mit bunten Bildern abwerfen? Werden Radiosender und spezialisierte Lautsprechereinheiten unser Land demnächst mit amerikanischer Popmusik beschallen? Werden sie unsere Fernsehprogramme unterlaufen, wie in den osteuropäischen Staaten nach dem Mauerfall, oder gar Verlage gründen, um amerikanische Literatur unter die Leser zu bringen, wie der CIA gleich nach dem Zweiten Weltkrieg?

Bisher war die europäische Front für die PSYOPs ein Waterloo. Auf solch zivilisierter Ebene heißt das allerdings auch nicht mehr PSYOP, sondern internationale Diplomatie. Das Ziel ist das Gleiche. Das steht im Regimentsmotto der 4th PSYOP Group, das der junge Amerikaner gegen frühen Morgen rhythmisch zu einem Gitarrenriff skandierte: “Capture their mind. Their hearts and souls will follow". Besser kann man das amerikanische Sendungsbeußtsein nicht auf den Punkt bringen.


Quelle: http://www.andriankreye.com/Psychokrieger.html

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

27.11.2004 15:40
#2 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

28.11.2004 08:58
#3 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Und so arbeiten Geheimdienste an der Meinungsmanipulation:
(am Beispiel der CIA)

Zitat
Medien
Aneignung, "Umstrukturierung", Instrumentalisierung, Agitation

am Beispiel Mittelamerika
"Fred Landis, ein aus Chile stammender amerikanischer Psychologe, untersuchte in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten die Medienoffensiven der CIA. In einem Beitrag für «Covert Action Information Bulletin» Nr. 16 vom März 1982 - nachgedruckt in «CIA in Mittelamerika» - schrieb er: «Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts haben sich vier amerikanische Nationen für einen sozialistischen Entwicklungsweg entschieden: Chile, Jamaika, Nikaragua und Grenada. In den ersten drei Fällen reagierte die CIA unter anderem dadurch, daß sie die wichtigste Zeitung des jeweiligen Landes im wahrsten Sinne des Wortes unter ihre Kontrolle brachte...

Wenn die CIA Zeitungen in ihren Besitz bringt, so geschieht dies in bestimmten, unauffälligen, aber identifizierbaren Schritten. Dazu gehören:


* die Einschaltung einer internationalen Pressevereinigung,
* der Hinauswurf vieler Mitarbeiter,
* die Modernisierung der technischen Anlagen...,
* Veränderungen in der Aufmachung der Titelseite,
* die Anwendung unterschwelliger Propaganda,
* Rufmord an Kabinettsmitgliedern,
* die Profilierung einer Gegenelite zur sozialistischen Regierung,
* die Verbreitung von Falschinformationen,
* die Anwendung spalterischer Propaganda, um so künstliche Konflikte in der Gesellschaft zu schaffen,
* das Verbreiten üblicher CIA-Storys und -Geschichten und die Verbindung der Propaganda mit einer wirtschaftlichen, diplomatischen und paramilitärischen Offensive, wobei man ganz allgemein der Blaupause für psychologische Kriegführung folgt, wie sie sich im Handbuch der US-Armee für psychologische Operationen findet...


Thema Nr. 1 ist das wirtschaftliche Chaos, weil die USA das am einfachsten herbeiführen können... Nächstes Thema ist das gesellschaft.iche Chaos... Strategisch gesehen, erfolgen die Attacken auf Regierungsmitglieder wie in einer Partie Schach, wo man zunächst nur d Bauern eliminiert und sich dann zum König vorarbeitet. In Chile gab es keinen direkten Angriff auf Präsident Allende, bevor nicht alle seine Minister einzeln lächerlich gemacht, isoliert, diskreditiert und oft zum Rücktritt gezwungen worden waren. In Extremfällen folgt auf den Rufmord der physische Mord, wie es bei den drei aufeinanderfolgenden chilenischen Verteidigungsministern der Fall war: Rene Schneider, Carlos Prats und Orlando Letelier. Bei indirekten Angriffen geht man so vor: Nebeneinanderstellen von Fotos der Zielperson mit Schlagzeilen, die keinen Bezug dazu haben, mit unterschwelliger Propaganda und eigens ausgewählten Wort- Assoziationen.

In der in Nikaragua erscheinenden Tageszeitung vom 5. Dezember 1980 findet sich ein Foto des FSLN- Vorsitzenden Humberto Ortega neben einem Foto, das eine verstümmelte Leiche zeigt. Diese beiden Fotos werden durch ein drittes verbunden, das ein offizielles Abzeichen der sandinistischen Polizei zeigt, das angeblich neben der Leiche aufgefunden wurde...

Desinformation ist eine besondere Art Propaganda (so nennt die CIA die Anwendung von Falschinformationen), die gewöhnlich durch gefälschte Dokumente unterstützt wird...»
Noch wichtiger jedoch erscheint der CIA die unmittelbare Destabilisierung der Wirtschaft Nikaraguas. Mitte Oktober 1983 hatte die «Firma» Schnellboote für einen Raketenangriff auf die Treibstofftanks des Hafens Corinto gechartert. Fünf Tanks explodierten, zwölf Millionen Liter Treibstoff gingen in Flammen auf, alle 25 000 Einwohner der Stadt mußten evakuiert werden, und Tage hindurch waren Experten aus Kuba, Mexiko und Kolumbien gemeinsam mit nikaraguanischen Feuerwehren im Einsatz, um das Ubergreifen des Feuers auf weitere Tanks zu verhindern.

Am 29. Januar 1984 bestätigte die «Washington Post», daß CIA Hubschrauber ohne Kennzeichen neue, von amerikanischen Armeepionieren angelegte Flughäfen in Honduras benutzen, um Agenten nach Nikaragua zu fliegen. Um die gleiche Zeit brüskierten die USA die ganze Welt, indem sie der CIA erlaubten, die Häfen Nikaraguas heimlich zu verminen, wodurch Handelsschiffe sofort direkt gefährdet wurden. Der «geheime, irrationale, reaktionäre, inhumane, gefährliche, verlogene, unmoralische Krieg» wurde unablässig weiter eskaliert!"


Quelle: http://www.sgipt.org/politpsy/usa/cia_m.htm

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

21.04.2005 17:02
#4 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Hier ein aktueller Artikel bei Heise.de zum Irakkrieg und dem Mittel der Propaganda.

Zitat
Alles neu im Irak, alles besser?

Thomas Pany 13.04.2005
"Information Operation", Wendepunkte-Design und "Mixed Reality"

Seit dem 30.Januar dieses Jahres, seit die Fernsehkameras Bilder von den tintenbefleckten Fingern der mutigen irakischen Wähler um die Welt schickten, sei eine entscheidende Wende passiert, so die derzeit gängige Botschaft. Diese Sichtweise entspricht vor allem den politischen Vorgaben der US-Regierung. Folgt man den Auftritten des US-Präsidenten so ist der Irak ohne das Wort "Progress" überhaupt nicht mehr zu denken. Der programmatische Optimismus, der einen großen Teil der irakischen Realität als eine zu vernachlässigende Größe auffasst, wird von vielen westlichen Medien beinahe zwanghaft weiter verbreitet. Die Überprüfung der "good news" aus dem besetzten Land wird dabei immer schwieriger.



Für unabhängige Journalisten ist der Irak ein lebensgefährliches Arbeitsgebiet; Hoteljournalismus aus Bagdad und Reportagen von Eingebetteten dominieren die westliche Presse. Über allem schwebt das große Gesetz der "IO", der militärisch geprägten "Information Operation": Wie die Dinge wahrgenommen werden, ist (fast) so wichtig wie die realen Ereignisse. Wer den Informationskrieg gewinnt, wird auch die anderen Kämpfe gewinnen, lautet die dazu gehörige Prämisse. Diese Einsicht, die im Bewusstsein vieler kritischer Nachrichtenleser seit Beginn des Irakkonflikts präsent war, steht im Zentrum der bemerkenswerten Reportage des amerikanischen Journalisten Mark Tanner über die Wahlen im Irak.

Die Einnahme von Bagdad, die Gefangennahme von Saddam Hussein, die Übergabe der Macht an die Interimsregierung von Allawi und jetzt die irakischen Wahlen. Jeder (dieser "major turning points", Einf. d. A.) war im höchsten Maße erfolgreich als Beispiel für das Management von Bildern - der Sturz der Saddam-Statue, die genaue Untersuchung von Mund und Bart des ungekämmten früheren Diktators, das Überreichen der Souveränitätsdokumente des Koalitionsführers L. Paul Bremer an den irakischen Führer Iyad Allawi, die Wähler, die glücklich mit ihren violetten Fingern winkten - und jedes Bild hat die große Erzählung mächtig bekräftigt, wie sie die amerikanische Führung den Bürgern versprochen hatte, wie der Krieg im Irak sein würde. Sie versprachen, dass es ein Krieg zur Befreiung sein würde.., der den amerikanischen Truppen erlauben würde, sehr schnell wieder nach Hause zu kommen.

Bilder zum Jubeln

Die Bilder würden so gut zur ursprünglichen erzählerischen Vorgabe des Krieges passen, dass sie auch schon zu dem Zeitpunkt, als der Krieg erst geplant war, konzipiert hätten werden können, so Danner. Und weil diese Bilder so gut zur Story passen würden, wurden sie auch mit Enthusiasmus willkommen geheißen. Aber unglücklicherweise würden die Ereignisse, nach dem Verblassen der Bilder, nicht mehr so recht zur ursprünglichen Story passen. Und die Wahlen machten da keine Ausnahme. Zwar würden sie in den USA als Information Operation ein großer Erfolg sein, aber als politischer Fakt im Irak seien die Ergebnisse der Wahlen "viel gemischter".

Danner war zum Zeitpunkt der Wahlen im Irak und sah sich dort in Bagdader Wahllokalen um. Wie andere auch war er beeindruckt vom Mut der wählenden Iraker, ihm fiel jedoch auf, dass die meisten, die er befragt hatte, sich weigerten, die USA als diejenige Macht lobend zu erwähnen, die ihnen die Wahl erst ermöglicht hätte. Die überwiegende Zahl der Wähler nannte den Wunsch nach Normalität als stärkstes Motiv, um wählen zu gehen. Weiter fiel ihm auf, dass die "Story" vor Ort via Bilder gar nicht zu erzählen war.

Was Bilder nicht erzählen

Die "Atmosphäre der Paranoia und Furcht" sei mit Bildern nicht zu vermitteln, sagte ihm ein Fernsehkonsument. Und die echte Story, das Fernbleiben der Sunniten, wäre ebenfalls von den Kameras nicht erzählt worden. Die Kameras hätten auch nicht einfangen können, was Bremer als demokratische Erschwernis, eine Konzession an die Kurden, hinterlassen hätte: die nötige 2/3 Mehrheit für eine Regierungsbildung, eine Forderung, die es in keinem anderen parlamentarischen System der Welt gibt. Schon zu einem frühen Zeitpunkt sei die "IO" festgesetzt worden: eine hohe Wahlbeteiligung, selbst aus sunnitischen Gebieten wurden zunächst überzogene Zahlen verbreitet, das Ausbleiben von Gewalt, die erfolgreiche Abschottung, dazu die pittoresken Bilder von den wählenden Irakern.

Als sich dann später herausstellte, dass die Wahlbeteiligungszahlen weit übertrieben waren und am selben Tag 260 Anschläge von Aufständischen durchgeführt wurden, neun Selbstmordanschläge und 50 Tote, war die "IO", die Erfolgsmeldung, schon durch.

Auf dem Niveau eines Entwicklungslandes

Auch jetzt mehr als zwei Monate nach der Wahl dominiert die Story vom Irak, der Fortschritte macht auf dem Weg zur Demokratie. Dass im Süden Trinkwasser fehlt, die Wasserversorgung im gesamten Irak mangelhaft ist, das Abwassersystem im grauenhaften Zustand, die Stromversorgung ebenfalls miserabel, ebenso die Versorgung mit Medikamenten und der Irak, was die Situation der Menschenrechte angeht, auf dem Niveau eines Entwicklungslandes steht, bleibt Stoff für kleinere Meldungen. Ebenso die Verschlechterung des Schulsystems.

Der Wiederaufbau stockt. Zum einen wegen noch immer schlechten Sicherheitslage, zum anderen wegen der Korruption, bei der die Koalitionsregierung unter Bremer kräftig mitgemischt hat, der Pfusch größerer amerikanischer Unternehmen wie Bechtel und Kellog, Brown & Root hat daran ebenfalls größeren Anteil, wie auch die kulturellen Unterschiede: Während die Iraker 1991 die Zerstörungen des ersten Irakkriegs binnen eines Jahres mit ihrem Können wieder in den Griff bekommen haben, fällt ihnen anscheinend die Renovierung à l'americaine schwerer. Amerikanische Offizielle sehen gewohnheitsmäßig auch hier vor allem das Versagen der Iraker: schlechte Ausbildung und die (mentalitätsgebundene) Arbeitsethik seien die Ursache für das Versickern von Millionen von amerikanischen Steuerdollars im schlechten Abwassersystem.

Und politisch? Wie souverän ist die irakische Regierung tatsächlich mit Bremers Nachlass von "Hunderten von amerikanischen Wirtschaftsberatern, die er in allen Ministerien der (Allwawi)-Regierung" platziert hatte. Nur ein Mythos? Wie viele amerikanische Berater wird die neue Regierung haben? Immerhin mischt das Verbindungsglied zu Washington in Sachen Wirtschaft, Abdel Mahdi, auch in der neuen Führung als Vizepräsident mit. Auch Ijad Allawi, der beste Verbindungen zur CIA hat, bleibt im Spiel. Wie ernst sind die ausweichenden Antworten von Verteidigungsminister Rumsfeld zum Abzug der amerikanischen Truppen zu nehmen, der zwar keinen genauen Terminplan festsetzen will, aber suggeriert, dass es diese Option gibt, wenn andererseits Milliarden in den Aufbau von "ständigen" Militärbasen im Irak gesteckt werden? 14 dieser Basen sollen bereits aufgebaut sein, sogenannte "long term encampments", wo etwa 100.000 Soldaten stationiert werden können. "Indefinitely".


Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19880/1.html

saratoga Offline



Beiträge: 109

24.04.2005 02:55
#5 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

@ Schreiberling,

Zitat
* die Einschaltung einer internationalen Pressevereinigung,
* der Hinauswurf vieler Mitarbeiter,
* die Modernisierung der technischen Anlagen...,
* Veränderungen in der Aufmachung der Titelseite,
* die Anwendung unterschwelliger Propaganda,
* Rufmord an Kabinettsmitgliedern,
* die Profilierung einer Gegenelite zur sozialistischen Regierung,
* die Verbreitung von Falschinformationen,
* die Anwendung spalterischer Propaganda, um so künstliche Konflikte in der Gesellschaft zu schaffen,
* das Verbreiten üblicher CIA-Storys und -Geschichten und die Verbindung der Propaganda mit einer wirtschaftlichen, diplomatischen und paramilitärischen Offensive, wobei man ganz allgemein der Blaupause für psychologische Kriegführung folgt, wie sie sich im Handbuch der US-Armee für psychologische Operationen findet...

Die Amerikaner verfolgen die Strategie der Schürung von Gegensätzen, um den Irak in kleinere leichter beherrschbare Gebiete zu gliedern. Das Anliegen ist kein starker Nationalstaat sondern unternehmensgeführte Teile. Durch die Bremer-Gesetze wurden dazu einige Grundlagen gelegt (z.B. Verfassungszustimmung in fast allen Provinzen - bis auf 3). Auch die Wahlfälschung zur Drückung des schiitischen Anteils gehört dazu.

Ich denke, sie verfolgen eine klare Strategie. Hauptanliegen momentan ist das Ausspielen der arabischen Bevölkerungsgruppe (Schiiten/Sunniten) - siehe die Geisellüge und einige Märchen in desssen Vorfeld. Die wichtigste Karte der Amerikaner sind im Moment die Kurden, was sich in der zwielichtigen Gestalt Talabanis besonders zeigt. Ihre Rolle konnte durch die nachträglichen Wahlmanipulationen entscheidend gestärkt werden, so dass sie auch die gewünschte Schlüsselrolle innehaben.

Kürzlich fand in Amman eine Konferenz für irakische Frauen statt. Mit dabei war eine gewisse Faiza aus dem Westen Bagdads, deren Blog ich schon seit einiger Zeit mit einem halben Auge verfolge. Nur mit einem halben Auge, weil er mir im Allgemeinen etwas zu "seicht" ist im Gegensatz z.B. zu dem ihres Sohnes Raed und auch nicht so ausdrucksstark und auf den Punkt bringend wie bei Riverbend. Für sie war diese Konferenz nach ihren Aussagen ein Augenöffner. Eine besondere Rolle spielte dabei eine seit langem in den USA lebende Exilirakerin (Kurdin) aus Basra - dieselbe, die dem Diebold-Präsidenten für die Zerstörung (offiziell natürlich "Befreiung") des Iraks im Kongress dankte.

Was dann kam, war die Hervorhebung der Frauenquote (um mit Hilfe der Teilnehmerinnen die Familien im Irak für die amerikanischen Ziele zu erreichen), die Betonung, die arabischen Menschen von ihren Unterdrückern (arabische Despoten) "befreien" zu wollen (natürlich wird nicht erwähnt, dass diese erst vom Westen eingesetzt wurden) und die erstmalige Realisierung der schon geteilten Gesellschaft durch das Auftreten der Teilnehmerinnen (was zu Saddams Zeiten nie auch nur ansatzweise der Fall war). Und schließlich die Hervorhebung einer "freien" Wirtschaft im Irak (damit sich die großen Konzerne die verbleibenden Zweige aneignen können), da es sonst (wegen einem starken Staat) zu einer Diktatur käme. So richtig bunt wurde es ihr allerdings in der anschließenden Diskussion, als die protestierenden Stimmen (z.B. gegen die Privatisierung des Ölsektors) abgewürgt wurden.
Ihr Blog mit dem Artikel ist hier zu finden:
http://afamilyinbaghdad.blogspot.com/

Die Geschicke der Irakis werden nach Vorgaben der großen Konzerne von Think Tanks erarbeitet und von Leuten, die schon seit langem keinen unmittelbaren Bezug mehr zum Irak haben, wird diese Strategie wie mit einem Wolf im Schafspelz verbreitet. Ähnlich mit den "Revolutionen" in den ehemaligen Sowjetrebubliken, für die u.a. Saakaschwili von den Amerikanern ausgebildet wurde.

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

28.04.2005 16:23
#6 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

@Saratoga,
dasselbe hat die NATO (unter deutscher Mitwirkung) auch in Jugoslawien getan.

Zitat
Die Amerikaner verfolgen die Strategie der Schürung von Gegensätzen, um den Irak in kleinere leichter beherrschbare Gebiete zu gliedern. Das Anliegen ist kein starker Nationalstaat sondern unternehmensgeführte Teile.



Viele Grüße
vom Schreiberling

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

10.08.2005 20:10
#7 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Hier ein sehr interessanter Artikel über die Aktivitäten der PsyOps im Irak:

Zitat
Wie man uns den Krieg »verkaufte«

Ab August 2002 intensivierte das US-Außenministerium seine »Iraq-Briefings« für ausländische JournalistInnen und vermittelte eigens geschulte Exiliraker für Talkshows und Nachrichtensendungen in aller Welt. Mit der Fokussierung auf Hussein selbst versuchte man den geplanten Krieg als »Jagd« auf den Diktator zu bagatellisieren. Die fortwährende Gleichsetzung Saddam Husseins mit Hitler und Stalin sollte die Opposition gegen den Krieg diskreditieren und den Waffengang selbst als »Befreiung« glorifizieren. Seine »Koalition der Willigen« hat sich Bush zum Teil »zusammengekauft«: In einem Antrag an den Kongress forderte er am 25. März ein Budget von 75 Milliarden US-Dollar, um Subventionen und Kredite für die »Partner und Freunde« der USA finanzieren zu können, darunter Jordanien, Ägypten, Israel, Kolumbien, die Philippinen, die Slowakei und die Türkei. Wo politischer Druck nicht ausreichte, wurde gedroht: In einem Schreiben vom 18. März warnte die US-Regierung UN-Repräsentanten, eine Vollversammlung zur Diskussion des Irak-Krieges einzuberufen würde als »nicht hilfreich und gegen die USA gerichtet« bewertet.

Bis zum Kriegsbeginn versuchte die US-amerikanische und britische Kriegspropaganda den Irak mit mutmaßlichen »geheimdienstlichen Beweisen«, von denen sich sogar die CIA distanzierte, zu überführen. Das gefälschte Blair-Dossier zum Thema »Die Massenvernichtungswaffen des Irak« und auch Powells Multimedia-Show vor der UNO am 5. Februar, die sich weit gehend auf das britische Papier bezog, waren eine Gemeinschaftsproduktion der »Coalition Information Centers« London und Washington. Die Initiative für die für den Afghanistan-Feldzug 2001 gegründeten PR-Büros des Weißen Hauses kam vom britischen Spin Doctor Alistar Campbell, dem ehemaligen Wahlkampfleiter der Labour-Partei und Chefberater des NATO-Pressestabes während des Kosovo-Krieges.

Während der Bombardierungsphase organisierten die Informationsstrategen einen Pressemarathon rund um die Uhr. Das an das Weiße Haus angegliederte Office of Global Communications (OGC) arrangierte TV-Auftritte für Regierungspolitiker und instruierte Militärsprecher. In den täglichen E-Mail-Botschaften (»The Global Messenger«) wurden bestimmte Sprachregelungen initiiert: die Invasion des Irak = »Befreiungskrieg«, paramilitärische Einheiten = »Todesschwadrone«, der völlig unterschätzte Widerstand irakischer Truppen in Umm Qasr, Basra, Najaf, Kabala, Nasiriyah usw. = »Widerstandsnester«. Als die internationalen Medien am 24. März berichteten, der Vormarsch gerate ins Stocken, hieß es im Messenger: »Die Tagesmeldungen zeigen ein anschauliches Bild von der Freude und Erleichterung im Irak. Amerikanische und alliierte Truppen sind von lächelnden Irakern begrüßt worden.« Aber weder das Protzen mit militärischer Potenz noch »PR-Highlights« – wie die Befreiung von Private Jessica Lynch aus einem Militärkrankenhaus in Nasirija, die mühsam zusammengesuchten Bilder von US-Irakern, die den einrückenden Truppen zuwinken, Saddam-Plakate zerreißen, Saddam-Statuen stürzen usw. – konnten darüber hinweg täuschen: Die alliierten Kommunikationsspezialisten bekamen das »Image des Krieges« nicht in den Griff. Einzig die US-Medien standen mehrheitlich »Gewehr bei Fuß« und die 600 »eingebetteten« JournalistInnen hielt man unter akribischer Kontrolle. »Abweichler«, wie z.B. die KorrespondentInnen nicht-alliierter Länder im Pressezentrum Doha, wurden ausgegrenzt und öffentlich gescholten. Freie JournalistInnen in den Kampfzonen wurden offen bedroht. So wurde z.B. ihre Tötung beim Angriff auf das Journalisten-Hotel Palestine in Bagdad wissentlich in Kauf genommen, oder sie wurden wie die Mitarbeiter des irakischen Fernsehens und der arabischen Sender Al Jazeera und Abu Dhabi TV in Bagdad ermordet. Aber die »schlechten Nachrichten« ließen sich nicht wirklich verhindern oder überdecken. Ende April zählte der »Iraq Body Count« zwischen 2.197 und 2.670 ZivilistInnen, die in diesem völkerrechtswidrigen Krieg bis dahin ermordet wurden. Die Zahl der Verletzten, Verstümmelten und Traumatisierten bleibt ungewiss. Es gibt bis heute keinen verbindlichen Nachweis für die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak. Saddam Hussein und seine Söhne konnten nicht gestellt werden. Ein Großteil der irakischen zivilen Infrastruktur ist zerstört, und noch immer kippt die Stimmung im Land sehr schnell um in Frustration und offene Feindseligkeit gegen die Besatzer.

Noch mehr Lügen?

Die Hoffnung der Public Diplomacy-Strategen, man müsse den Krieg und seine Ergebnisse nur »richtig erklären«, um die islamisch geprägten Gesellschaften in der Golfregion und anderswo für die »amerikanische Idee« einzunehmen, erwies sich einmal mehr als absurd: Der Krieg initiierte im Gegenteil politisch und religiös motivierte Solidarisierungseffekte in den Zielgruppen und neue antiamerikanische Ressentiments. Die USA und Großbritannien müssen jetzt schnell und kompromisslos Fakten schaffen, nicht zuletzt um zu überdecken, dass weder ihr Militär noch die quasimilitärische Hilfskonstruktion »Übergangsverwaltung« die Heilsprophezeiung über Freiheit, Demokratie und Wohlstand verwirklichen werden, mit denen man die Okkupation des Landes gegenüber der irakischen Bevölkerung und der internationalen Weltöffentlichkeit legitimieren wollte.

Und welche Auswirkungen haben die umfassenden »Beeinflussungsoperationen« des Irak-Krieges auf den künftigen gesellschaftlichen Diskurs über die Bush-Politik im Allgemeinen? Fest steht, dass die Zivilbevölkerungen weltweit – dank der zeitgleich laufenden Informationsarbeit vieler FriedensaktivistInnen, WissenschaftlerInnen und kritischer JournalistInnen – noch nie so schnell und so verbindlich über Beweise verfügten, dass und wie sie systematisch über die Motive, den Verlauf, die Folgen und Ziele eines Krieges getäuscht und belogen wurden und werden. Es steht zu hoffen, dass diese Erfahrung den politischen Widerstand gegen Bushs »Anti-Terror-Kampf« stärkt und noch mehr Menschen dazu ermutigt, die Herausforderung anzunehmen, wer letztendlich das Bild bestimmen wird, das wir alle uns »vom Krieg« machen.

Eine Anregung zum Schluss, die hervorgeht aus der Aufarbeitung eines anderen Krieges: »Die Dinge vereinfacht darstellen, die eigenen Fehler auf den Feind projizieren, die Nachrichtenmedien durch Übertreibungen, Verzerrungen und Auslassungen zum eigenen Vorteil nutzen, die ‘Message’ unendlich oft wiederholen, sich auf Mythen und die Geschichte berufen und einen nationalen Konsens schaffen«. So lautet die Definition von »Propaganda«, die Renaud de la Brosse in seiner Expertise für den Europäischen Gerichtshof in Den Haag formuliert hat. Das Gutachten wurde im vergangenen Februar vorgelegt – als Beweismittel der Anklage im Prozess gegen den ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Der steht nämlich inzwischen auch deshalb vor Gericht, weil er »mit Hilfe einer gewissenlosen Medienkampagne versucht hat, seine nationalistischen Ziele zu verwirklichen«.

Weitere Informationen, Materialien und Quellen bitte anfordern: info@elvira-classen.de

Elvi Claßen


Quelle: http://arranca.nadir.org/artikel.php3?nr=27&id=229

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

22.08.2005 19:34
#8 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Hier ein Propagandabericht über Guantanamo. Mir wurde übel und ich bin sehr wütend darüber, wie diese faschistoiden Bushisten die Menschenrechte systematisch brechen und dabei ihre Opfer auch noch verhöhnen...


Guantanamo ist doch schön

Schreiberling Offline




Beiträge: 2.222

05.11.2005 15:12
#9 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Zitat
Die zwanzig Lügen des George W. Bush
Von Patrick Martin

27. März 2003
aus dem Englischen (20. März 2003)

Die 15-minütige Rede, in der Präsident Bush am 17. März eine 48-stündige Frist für den Krieg gegen den Irak setzte, ging über die üblichen Verdrehungen, Halbwahrheiten und Appelle an Angst und Rückständigkeit hinaus. Sie beinhaltete eine Reihe offensichtlicher und leicht zu widerlegender Lügen.

Das enorme Ausmaß an Verlogenheit legt zwei politische Schlussfolgerungen nahe: Die Bush-Regierung zieht mit größter Verachtung für Demokratie und öffentliche Meinung in einen Krieg gegen den Irak, und ihre Kriegspropaganda verlässt sich voll und ganz auf die Hilfsdienste der amerikanischen Medien, die diese Lügen nicht entlarven, sondern sie endlos wiederkäuen.

Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit sollen hier die wichtigsten Lügen aufgelistet und mit überprüfbaren Tatsachen verglichen werden. Alle angeführten Falschaussagen Bushs stammen aus der wörtlichen Niederschrift seiner Rede, wie sie im Internet veröffentlicht worden ist.

Lüge Nr. 1: "Meine lieben Mitbürger, die Ereignisse im Irak haben nun die letzten Tage der Entscheidung erreicht."

Die Entscheidung für einen Krieg gegen den Irak wurde schon vor langer Zeit getroffen, und in der Zwischenzeit wurde ein politisches Klima geschaffen, in dem die US-Truppen für einen Angriff in Stellung gebracht werden konnten. Presseberichten zufolge - der letzte erschien am 16. März in der Baltimore Sun - erklärte Bush schon auf einem der ersten Treffen des Nationalen Sicherheitsrats nach seiner Wahl, Monate vor den Terroranschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon, seine Entschlossenheit, Saddam Hussein zu stürzen und den Irak mit amerikanischen Bodentruppen anzugreifen. Was fehlte, war der passende Vorwand - der dann mit dem 11. September 2001 geliefert wurde.

Lüge Nr. 2: "Mehr als zehn Jahre lang haben die Vereinigten Staaten und andere Nationen geduldig und aufrichtig versucht, das irakische Regime ohne Krieg zu entwaffnen."

Das von den USA kontrollierte Sanktionsregime der Vereinten Nationen gegen den Irak kommt in Verbindung mit den "Flugverbotszonen" und den provokativen Waffeninspektionen einer brutalen Unterdrückung gleich. Die absichtliche Verweigerung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen grundlegenden Versorgungsgütern ist für den Tod von mehr als einer Million Irakern verantwortlich, die Hälfte davon Kinder. Zwei UN-Beamte, die das Programm Öl-für-Lebensmittel geleitet hatten, traten aus Protest gegen die Bedingungen zurück, zu denen die Sanktionen im Irak geführt hatten. Die CIA benutzte die Inspektionen als Deckmantel und infiltrierte die UNSCOM, das ursprüngliche Inspektionsprogramm, mit ihren Agenten. Die CIA versuchte so, hohe irakische Politiker auszuspionieren und Saddam Hussein zu lokalisieren, um ihn ermorden zu können.

Lüge Nr. 3: "Das irakische Regime hat mit den Mitteln der Diplomatie versucht, Zeit zu gewinnen und sich einen Vorteil zu verschaffen. Es hat ständig Sicherheitsratsresolutionen missachtet, die seine völlige Abrüstung verlangten..."

Irak hat seit dem Ende des Golfkriegs 1991 nie eine Sicherheitsratsresolution "missachtet". Es hat im Allgemeinen mit den Diktaten des UN-Organs kooperiert, wenn auch häufig unter Protest und mit Einschränkungen, weil viele der Resolutionen eine grobe Verletzung der irakischen Souveränität bedeuteten. Von 1991 bis 1998 beaufsichtigten die UN-Inspektoren die Zerstörung des größten Teils der chemischen und biologischen Waffen, wie auch ihrer Trägersysteme, die der Irak (mit Unterstützung der USA) während des iranisch-irakischen Kriegs aufgebaut hatte, und sie zerstörten ebenfalls alle Anlagen zur Produktion neuer Waffen.

Lüge Nr. 4: "Friedliche Bemühungen, das irakische Regime zu entwaffnen, sind immer wieder gescheitert, weil wir es nicht mit friedlichen Leuten zu tun haben."

Über die Inspektionen von 1991 bis 1998 schrieb die Washington Post am 16. März: "Unter UN-Aufsicht zerstörte der Irak 817 von 819 verbotenen Mittelstreckenraketen, 14 Startrampen, 9 bewegliche und 56 feste Raketenwerfer. Er zerstörte außerdem 73 von 75 chemischen oder biologischen Sprengköpfen und 163 Gefechtsköpfe mit konventionellem Sprengstoff. UN-Inspektoren überwachten die Zerstörung von 88.000 gefüllten und ungefüllten Chemiegranaten, von mehr als 600 Tonnen waffentauglich gemachter und im Rohzustand befindlicher chemischer Wirkstoffe, von 4.000 Tonnen Chemikalien, die als Ausgangsstoffe für Chemiewaffen gelten, und von 980 Anlagen, die für die Produktion solcher Waffen wichtig waren."

Lüge Nr. 5. "Das irakische Regime besitzt und verbirgt weiterhin einige der tödlichsten Waffen, die jemals ausgedacht wurden."

Der schon zitierte Artikel der Washington Post berichtete über die Sorge einiger CIA-Leute, "dass Regierungspolitiker Geheimdiensterkenntnisse möglicherweise übertreiben, weil sie die amerikanische Öffentlichkeit und ausländische Regierungen davon überzeugen wollen, dass der Irak das UN-Verbot von chemischen, biologischen oder nuklearen Waffen und weitreichender Raketensysteme verletze". Der Artikel zitierte "einen hochgestellten Geheimdienstanalysten", der sagte, die Waffeninspektoren fänden deswegen keine Waffenlager, "weil es vielleicht so gut wie keine Waffenvorräte gibt."

Der frühere britische Außenminister Robin Cook, der am Montag aus der Blair-Regierung austrat, um gegen die Kriegsbeteiligung ohne UN-Mandat zu protestieren, erklärte: "Der Irak besitzt vermutlich keine Massenvernichtungswaffen im eigentlichen Sinne des Wortes." Selbst wenn der Irak noch einige Reste seiner Bestände aus den achtziger Jahren verstecken sollte, dann würden sie wohl kaum Bushs völlig übertriebene Beschreibung rechtfertigen, weil sie primitiv und ziemlich ineffektiv sind.

"Einige der tödlichsten Waffen, die jemals ausgedacht wurden", setzen dagegen die Vereinigten Staaten gegen den Irak ein: Cruise Missiles, Smart Bombs, die 5000 Kilo schwere "daisy-cutter" Bombe und die 10.000 Kilo schwere MOAB, die gerade in Florida getestet wurde. Außerdem haben es die USA ausdrücklich abgelehnt, den Einsatz von Atombomben auszuschließen.

Lüge Nr. 6: "[Der Irak] hat Terroristen, darunter Al Qaida Mitgliedern, geholfen, sie ausgebildet und beherbergt."

Niemand, nicht einmal die US-Regierung, glaubt ernsthaft, dass es eine erwähnenswerte Verbindung zwischen den islamischen Fundamentalisten und dem weltlichen nationalistischen Baath-Regime im Irak gibt, die seit Jahrzehnten Todfeinde sind. Die ständige Beteuerung, dass es eine Allianz zwischen Al Qaida und dem Irak gebe, ist nur ein verzweifelter Versuch, Saddam Hussein mit den Terroranschlägen vom 11. September in Verbindung zu bringen.

Sie dient auch dem Zweck, die Verantwortung des amerikanischen Imperialismus für die Förderung des islamisch-fundamentalistischen Terrorismus zu verschleiern. Die Kräfte, aus denen Al Qaida heute besteht, wurden weitgehend von der CIA selbst rekrutiert, ausgebildet, bewaffnet und aktiviert. Das war Teil einer langfristigen Politik, islamische Fundamentalisten gegen linke Bewegungen in moslemischen Ländern einzusetzen. Diese Politik begann in den 1950-er Jahren und wurde vor und zur Zeit der sowjetischen Intervention in Afghanistan, die 1989 endete, ausgeweitet. Osama bin Laden gehörte selbst zu den von der CIA unterstützen Mujaheddin in Afghanistan, bevor er sich in den 90-er Jahren gegen Washington wandte.

Lüge Nr. 7: "Amerika hat versucht, diese Bedrohung mithilfe der Vereinten Nationen zu beseitigen, weil wir dieses Problem friedlich lösen wollten."

Die Bush-Regierung wandte sich an die Vereinten Nationen, weil sie sich die Zustimmung der UN für militärische Maßnahmen erhoffte, und weil sie die UN-Mitgliedstaaten dazu bringen wollte, Mittel für die Wiederaufbauprogramme nach dem Krieg bereit zu stellen, ähnlich wie bei der finanziellen Sammelaktion nach dem Golfkrieg von 1991. Bushs aggressivste Berater, wie Kriegsminister Donald Rumsfeld und Vizepräsident Cheney, waren ursprünglich dagegen, überhaupt die UNO einzuschalten, weil sie die Kriegsvorbereitungen nicht durch die Diplomatie aufhalten lassen wollten. Sie stimmten erst zu, als Außenminister Powell argumentierte, dass das Fortschreiten der militärischen Vorbereitungen am persischen Golf genügend Zeit lasse, um sich einen Freibrief für den Krieg von der UNO zu holen.

Lüge Nr. 8: "Diese Regierungen [die Mehrheit des Sicherheitsrats] teilen unsere Einschätzung der Gefahr, aber nicht unsere Entschlossenheit, sie zu beseitigen."

Diese Aussage wird so ungefähr von jeder Äußerung Lügen gestraft, die von den Regierungen Frankreichs, Russlands, Chinas, Deutschlands und der anderen Länder gemacht wurden, die gegen einen Krieg waren. Sie hatten wiederholt erklärt, dass sie keine unmittelbare Gefahr vom Irak ausgehen sähen. Bush brandmarkt seine Gegner im Sicherheitsrat als Feiglinge, als ob sie Angst hätten, gegen Saddam Hussein vorzugehen. Tatsächlich aber fühlen sich diese Länder zunehmend von den Vereinigten Staaten bedroht, und nicht vom Irak. Sehr zur Überraschung der Bush-Regierung zeigten sie sich vor allem entschlossen, dem von den USA beschlossnen Krieg die Unterstützung der UNO zu verweigern.

Lüge Nr. 9: "Aber viele Nationen bringen die Entschlossenheit und die Kraft auf, gegen diese Bedrohung des Friedens zu handeln, und eine breite Koalition schließt sich heute zusammen, um die gerechten Forderungen der Weltgemeinschaft durchzusetzen."

Nur drei Staaten beteiligen sich mit Soldaten am Krieg: 250.000 kommen aus den USA, 40.000 aus Großbritannien, 2.000 aus Australien. Die anderen Mitglieder dieser "breiten Koalition" wurden bestochen oder eingeschüchtert, damit sie den USA erlauben, ihren Luftraum zu nutzen, um den Irak zu bombardieren, Truppen, Flugzeuge oder Schiffe auf ihrem Boden zu stationieren oder technischen Beistand oder andere materielle Unterstützung für den Krieg zu leisten. Keines von ihnen wird sich am Kampf beteiligen. Alle handeln zudem gegen den ausdrücklichen Willen ihrer eigenen Bevölkerung.

Lüge Nr. 10: "Der UN Sicherheitsrat ist seiner Verantwortung nicht gerecht geworden, also müssen wir unserer gerecht werden."

Für Bush besteht die Verantwortung dieses UN-Organs darin, der Regierung der Vereinigten Staaten einen Freibrief für alles zu erteilen, was sie verlangt. In Wirklichkeit haben die Vereinigten Staaten gegenüber der UNO bestimmte Verpflichtungen, unter anderen keinen Krieg ohne Billigung des Sicherheitsrats zu führen, außer in unmittelbarer Selbstverteidigung. Laut Artikel 42 der UNO-Charta ist es Sache des Sicherheitsrats zu entscheiden, wie Resolutionen des Sicherheitsrats durchgesetzt werden - wie z.B. die Resolution 1441. Die Entscheidung der USA, ihre Interpretation von 1441 auch gegen den Willen des Sicherheitsrats "durchzusetzen", ist eine Verletzung internationalen Rechts.

Lüge Nr. 11: "Wenn wir gezwungen sind, einen Krieg zu beginnen, dann wird er sich gegen die gesetzlosen Menschen richten, die euer Land beherrschen, und nicht gegen euch."

Die amerikanische Militärstrategie, über die umfassend berichtet wurde, besteht in einer Bombenkampagne von solch zerstörerischem Ausmaß, dass das irakische Volk in "Angst und Schrecken" verfällt und die irakische Armee en masse kapituliert. Laut einer Vorhersage planen die amerikanischen und britischen Militärs "die tödlichsten Luftangriffen in der ersten Nacht, die in der Geschichte des Luftkriegs jemals gegen ein einzelnes Land durchgeführt wurden. Hunderte Ziele in allen Regionen des Landes werden gleichzeitig angegriffen werden." Schätzungen über Opfer unter der irakischen Zivilbevölkerung bewegen sich zwischen Tausenden und Hunderttausenden, die als unmittelbare Folge der Bomben- und Raketenangriffe sterben werden. Berücksichtigt man die langfristigen Folgen, liegen die Zahlen noch wesentlich höher.

Lüge Nr. 12: "Wenn unsere Koalition die Macht übernimmt, werden wir die Lebensmittel und Medikamente liefern, die ihr braucht."

Dies ist besonders zynisch, weil die unmittelbare Folge von Bushs 48-Stunden-Ultimatum der Rückzug aller humanitären UN-Organisationen aus dem Irak und die Einstellung des Programms Öl-für-Nahrungsmittel war, das die Ernährung von 60 Prozent der irakischen Bevölkerung ermöglichte. Was die medizinische Versorgung angeht, so haben die USA in den letzten zwölf Jahren dem irakischen Volk systematisch die notwendigen Medikamente verweigert, indem sie auch die grundlegendsten pharmakologischen Substanzen, wie Antibiotika oder Spritzen, als "dual-use" Produkte verboten, die angeblich für Biowaffenprogramme genutzt werden könnten.

Lüge Nr. 13: "Wir werden den Terrorapparat niederreißen und wir werden euch helfen, einen neuen blühenden und freien Irak aufzubauen."

Das Ziel der Bush-Regierung ist die Einsetzung eines Marionettenregimes der USA in Bagdad, das zuerst einmal die Form einer amerikanischen Militärdiktatur annehmen wird. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die USA der führende Förderer von Diktaturen auf der ganzen Welt sind, von Pinochet in Chile über Suharto in Indonesien bis zu Saddam Hussein selbst. Saddam begann seine politische Karriere einem jüngeren Bericht zufolge als antikommunistischer Handlanger des amerikanischen Geheimdiensts bei einem CIA-gestützten Putsch, in dessen Verlauf 1959 der linksnationalistische irakische Präsident Qasem ermordet wurde.

Ein geheimes Dokument des Außenministeriums, auf das die Los Angeles Times am 14. März einging, gelangte zum Schluss, dass ein demokratischer Irak nach dem Krieg recht unwahrscheinlich und vom Standpunkt amerikanischer Interessen nicht einmal wünschenswert sei. "Anti-amerikanische Gefühle sind so weit verbreitet, dass Wahlen kurzfristig zu islamistisch bestimmten Regierungen führen könnten, die den USA feindlich gesinnt wären."

Lüge Nr. 14: "Sollte Saddam Hussein die Konfrontation wählen, dann soll das amerikanische Volk wissen, dass alles unternommen wurde, um einen Krieg zu verhindern, und alles unternommen wird, um ihn zu gewinnen."

Dieser Satz kombiniert eine Lüge mit einer brutalen Wahrheit. Die Bush-Regierung hat jede nur erdenkliche Maßnahme ergriffen, um sicherzustellen, dass ein Krieg stattfindet. Auf die Wiederaufnahme der Waffeninspektionen reagierte sie mit kaum verhüllter Feindschaft. Sie überschüttete Länder mit Häme, die eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Irak suchten. Im Krieg selbst ist die Bush-Regierung dagegen tatsächlich bereit, "alle Mittel", Atomwaffen eingeschlossen, einzusetzen, um zu gewinnen.

Lüge Nr. 15: "Im Krieg ist nichts gewiss, außer dass er Opfer verlangt."

Das irakische Volk wird gewaltige Opfer bringen müssen und auch das amerikanische Volk wird Opfer an Blut und wirtschaftlichem Wohlergehen bringen müssen. Aber diejenigen, die Bush wirklich vertritt, die reichste Schicht an der Spitze der amerikanischen Gesellschaft, werden überhaupt nichts opfern müssen. Stattdessen will die Regierung Steuersenkungen von über 700 Mrd. Dollar durchsetzen, darunter die Abschaffung der Besteuerung von Kapitalerträgen.

Die großen US-Konzerne stehen jetzt schon Schlange, um Hunderte Millionen Dollar an Profiten einzusacken, die der Wiederaufbau der vom US-Angriff zerstörten Infrastruktur des Irak einbringen wird. Darunter ist auch der Lieferant von Ölförderanlagen Halliburton, in dessen Vorstand Vizepräsident Cheney vor seiner Amtszeit bei der Bush-Regierung gesessen hatte, und der ihn immer noch auf seiner Gehaltsliste führt.

Lüge Nr. 16: "Der einzige Weg, die Dauer und die Schäden des Krieges zu verringern, ist der Einsatz aller Macht und Gewalt unseres Militärs, und dazu sind wir bereit."

Jeder Aggressor behauptet, das durch den Krieg verursachte Leid zu bedauern, und beschuldigt das Opfer, durch seinen Widerstand die Leiden in die Länge zu ziehen. Bush macht da keine Ausnahme. Seine heuchlerischen Erklärungen, wie sehr er sich um das irakische Volk "sorge", können nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass es sich hier um einen, wie viele Unterstützer der Regierung bereitwillig zugeben, "Krieg der Wahl" handelt - einen bewusst von der US-Regierung angestrebten Krieg, mit dem sie ihre strategischen Interessen im Nahen und Mittleren Osten verfolgt.

Lüge Nr. 17: "Die terroristische Bedrohung Amerikas und der Welt wird sich vermindern, wenn Saddam Hussein entwaffnet ist."

Nicht einmal bei den amerikanischen Militärs und Geheimdiensten glaubt das irgend jemand ernsthaft. Die Antiterrorexperten der USA haben immer wieder gesagt, dass eine Eroberung und Besetzung des Irak, die mit dem Tod vieler tausend Araber und Moslems einhergehen und die öffentliche Meinung in der arabischen Welt und anderswo radikalisieren wird, zu mehr und nicht weniger Terrorismus führen wird.

Lüge Nr. 18: "Wir handeln jetzt, weil die Risiken der Untätigkeit weitaus größer wären. Die Möglichkeiten des Irak, allen freien Nationen Schaden zuzufügen, würde sich in einem Jahr oder in fünf Jahren um ein Vielfaches vergrößern."

Die Entwicklung der letzten zwölf Jahre widerlegt das. In dieser Zeit hat sich das militärische Potential des Irak stetig verringert. Saddam Hussein war niemals eine Bedrohung für eine "freie Nation", wenn diese Bezeichnung irgend eine Bedeutung hat, sondern nur für die reaktionären Ölscheichtümer am Persischen Golf und den benachbarten Iran, alles Regime, die nicht weniger repressiv sind als sein eigenes.

Lüge Nr. 19: "Indem wir die gerechten Forderungen der Welt durchsetzen, kommen wir auch den grundlegendesten Verpflichtungen unseres Landes nach."

Den Forderungen der Welt wurde von den Millionen Menschen Ausdruck verliehen, die am 15. Februar und am 15. März weltweit auf die Straße gingen, um gegen einen unilateralen Angriff der USA auf den Irak zu protestieren. Bush will beides haben - einerseits behauptet er, frühere Resolutionen des Sicherheitsrates gegen den Irak durchzusetzen (die "gerechten Forderungen der Welt"), und andererseits setzt er sich offen über den Willen der Mehrheit des Sicherheitsrates, der meisten internationalen Regierungen und der großen Mehrheit der Weltbevölkerung hinweg.

Lüge Nr. 20: "Im Gegensatz zu Saddam Hussein glauben wir, dass das irakische Volk zu menschlicher Freiheit willens und fähig ist.... Die Vereinigten Staaten werden gemeinsam mit anderen Ländern Frieden und Freiheit in der Region fördern."

Man ersetze "das irakische Volk" durch "das ägyptische Volk", "das Volk der arabischen Halbinsel", "das pakistanische Volk" oder ein anderes Volk, das unter einer Diktatur von Amerikas Gnaden lebt - ganz zu schweigen von den Palästinensern, die unter brutaler israelischer Besatzung leben, die von Washington unterstützt wird. Ist die US-Regierung der Meinung, dass diese Völker "zu menschlicher Freiheit willens und fähig" sind? Als das türkische Parlament unter dem Druck der öffentlichen Meinung den Wunsch der USA ablehnte, das Territorium der Türkei für die Invasion des Irak zu benutzen, appellierte die Bush-Regierung an das türkische Militär, die Regierung unter Druck zu setzen und diese demokratische Entscheidung rückgängig zu machen.


Quelle: http://www.wsws.org/de/2003/mar2003/bush-m27.shtml

Ich finde dieser Artikel liest sich auch heute noch überaus interessant. Besonders fielen mir sofort die vielen Versprechungen auf, die Bush den Irakern gemacht hat. Von denen ist nichts übrig geblieben. Stattdessen verteidigen die Besatzer ihre Herrschaft mit brutalster Gewalt und unter Mißachtung der Menschenrechte.

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14.03.2006 08:09
#10 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Heute fand ich in einem anderen Forum einen Link zu den Kriegslügen über Jugoslawien, die schließlich zum völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien führten. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere Leser an die Bilder von in KZs eingesperrten Muslimen, die rund um die Welt gingen? Hier ein Bericht, wie diese Bilder entstanden:

Zitat
"Es war dieses Bild, das die Welt in Alarmbereitschaft versetzte"

(Penny Marshall, ITN)

Ein Bild ging um die Welt, und es war ein falsches Bild vom Bosnienkrieg. Trotz der Falschheit hat es mächtige Regierungen und internationale Organisationen bewegt und war sogar Beweismittel im ersten Kriegsverbrecherprozess in Den Haag. Thomas Deichmann über das Mediensymbol des Bosnienkrieges: Die Aufnahme eines abgemagerten bosnischen Muslimen hinter Stacheldraht war eine Täuschung.


http://www.novo-magazin.de/itn-vs-lm/novo26-1.htm

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27.06.2006 13:18
#11 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Hier eine sehr Umfangreiche Auseinandersetzung mit den Kriegslügen der Bushjunta:

Zitat
Ausspionierte Bankdaten, 9/11, Irak, Iran und Co.
Themen nach dem Bush-Besuch in Wien


Intelligence Officers, Learn From History - rät Ray McGovern, der selbst 27 Jahre bei der CIA sowohl im Bereich Analyse als auch an Operationen gearbeitet hat. Die meisten seiner Kollegen hätten ein Gewissen, meint er, handeln aber zu spät danach, wie der frühere Chef der European Division des Directorate of Operations, Tyler Drumheller. Heute, mehr als drei Jahre nach den vorbereitenden Lügen zum Irakkrieg, erwähnt Drumheller nämlich, dass sich der damalige Außenminister Colin Powell auf einen dubiosen Iraker bezog, der "Curveball" genannt wird. "We have first-hand descriptions of biological weapons factories on wheels and rails," so Powell am 5.2.2003 vor den Vereinten Nationen. Drumheller war bereits alarmiert, als er Curveballs Beschreibungen in einer Rede von "Präsident" Bush Ende Jänner 2003 hörte.

Drumheller verwies auf Warnungen eines deutschen Geheimdienstlers, dass Curveball Dinge erfindet und verrückt sei. Dennoch wurde aus den Fabrikationen, dass u.a. CIA-Direktor Tenet von "außergewöhnlich starken" Beweisen für mobile irakische Laboratorien sprach, die "auf mehreren Quellen" basieren, deren Geschichten unabhängig voneinander bestätigt wurden. "The president wants war, and we're here to help. Besides, Curveball's reporting is no worse than the other cockamamie garbage we've given Powell to say. We'll win this war handily; the Iraqis will welcome us with cut flowers and open arms. We'll be in the Middle East big time, sitting on all that Iraqi oil and building permanent military bases, having deposed a "ruthless dictator" and eliminated a sworn enemy of Israel - now tell me, who is going to come along at that point and fault us for using bogus intelligence?" So beschreibt McGovern die Stimmung.

Wenn Drumheller gefragt wird, warum er so lange schwieg, kommen die üblichen Erklärungen: um die Dinge nicht schlimmer zu machen, aus Existenzangst, Korpsgeist und so weiter. "One ringing lesson here is the need for whistleblower protection for those working in the national security arena. There is none now, and Congress has just rejected all recent attempts to craft legislation with teeth in it." Tatsächlich fürchten Whistleblower, wenn sie einiges mehr enthüllen, in einem der lang bekannten geheimen Gefängnisse zu enden - ein Grund, warum manche von ihnen das Territorium der USA lieber meiden. Währenddessen meiden andere die Kenntnisnahme des Faktums, dass es keine Massenvernichtungswaffen im Irak hab und dass dies auch vor der Invasion kein Geheimnis war. Etwa der Republikaner Paul Hoekstra, Vorsitzender des House intelligence committee, der behauptet, man habe solche Waffen gefunden. Das freut Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der nun uralte entschärfte chemische Waffen als Massenvernichtungswaffen bezeichnet.

"No one will be held responsible for the corruption of intelligence unless there are changes in Congress and the White House. Meanwhile, as intelligence is used/abused to support administration aims vis-a-vis Iran and North Korea, Drumheller's former colleagues will probably have to grapple with difficult decisions." Inzwischen müssen andere wie ganz gewöhnliche amerikanische Volk mit den Folgen von 9/11 leben, zu denen gehört, dass sie noch verstärkt ausspioniert werden. Is the NSA spying on U.S. Internet traffic? fragt Kim Zetter in einem jüngst erschienenen Artikel: "Two former AT&T employees say the telecom giant has maintained a secret, highly secure room in St. Louis since 2002. Intelligence experts say it bears the earmarks of a National Security Agency operation. In a pivotal network operations center in metropolitan St. Louis, AT&T has maintained a secret, highly secured room since 2002 where government work is being conducted, according to two former AT&T workers once employed at the center."

Nur Regierungsbeamte und AT&T-Angestellte mit höchster Sicherheitsüberprüfung hatten Zutritt zu dem Bereich, der von einer "Regierungsagentur" frequentiert und wo das Internet observiert wurde. Gewöhnliche Angestellte hatten dort nichts zu suchen und sollten, wenn sie jemandem begegneten, diese Personen auch nicht ansprechen. Die Journalistin wandte sich an die National Security Agency und erhielt von Sprecher Don Weber diese Antwort: "Given the nature of the work we do, it would be irresponsible to comment on actual or alleged operational issues as it would give those wishing to do harm to the United States insight that could potentially place Americans in danger; therefore, we have no information to provide. However, it is important to note that NSA takes its legal responsibilities seriously and operates within the law." Kommt das nicht bekannt vor? Es erinnert an Beteuerungen rund um den Bush-Besuch in Wien, wann immer das heikle Thema "Geheimgefängnisse" angesprochen wurde. 9/11 nimmt in der Form des regierungsamtlichen Mythos alle BürgerInnenrechte in Geiselhaft, und selbstredend wird nichts kommentiert, außer, dass die Menschenrechte immer gewahrt seien.

Zetter schreibt: "The Bush administration has acknowledged the use of domestic surveillance operations since Sept. 11, 2001, but maintains they are conducted within the legal authority of the presidency. Several cases challenging the legality of the alleged spying operations are now pending in federal court, including suits against the federal government, and AT&T, among other telecom companies." Nochmal zurück zum Irakkrieg, der ja auf Lügen aufbaute, während wir den 9/11-Mythos als Wahrheit abkaufen sollen: Warnings on WMD 'Fabricator' Were Ignored, Ex-CIA Aide Says ist der Artikel der Washington Post, auf den McGovern Bezug nimmt. Darin heißt es u.a.: "More than a year after Powell's speech, after an investigation that extended to three continents, the CIA acknowledged that Curveball was a con artist who drove a taxi in Iraq and spun his engineering knowledge into a fantastic but plausible tale about secret bioweapons factories on wheels. But in the fall of 2002, Curveball was living the life of an important spy. A Baghdad native whose real name has never been released, he was residing in a safe house in Germany, where he had requested asylum three years earlier.

In return for immigration permits for himself and his family, the Iraqi supplied Germany's foreign intelligence service with what appeared to be a rare insider's account of one of President Saddam Hussein's long-rumored WMD programs. Curveball described himself as a chemical engineer who had worked inside an unusual kind of laboratory, one that was built on a trailer bed and produced weapons for germ warfare. He furnished detailed, technically complex descriptions of mobile labs and even described an industrial accident that he said killed a dozen people. The German intelligence agency BND faithfully passed Curveball's stories to the Americans. Over time, the informant generated more than 100 intelligence reports on secret Iraqi weapons programs -- the only such reports from an informant claiming to have visited and worked in mobile labs. Other informants, also later discredited, had claimed indirect knowledge of mobile labs. In late 2002, the Bush administration began scouring intelligence files for reports of Iraqi weapons threats. Drumheller was asked to press a counterpart from a European intelligence agency for direct access to Curveball. Other officials confirmed that it was the German intelligence service."

Und da wurde er gewarnt, einem Lügner aufzusitzen, was auch an die Stories von Geheimdienst-Überläufern erinnert, die, um in der neuen Heimat möglichst lange Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen, ihre einstige Bedeutung maßlos übertreiben. "Curveballs" angedeutetes psychologisches Profil paßt zudem zu den vemeintlichen 9/11-Hijackern, die sich nahtlos in die überlieferten Beschreibungen anderer Dummies einfügen, die der Öffentlichkeit von den wahren "Masterminds" als Sündenböcke präsentiert werden. Drumheller hörte laut WP von seinem deutschen Gegenüber: "We also think he has psychological problems. We could never validate his reports." Dennoch sollte in öffentlichen Reden auf "Curveball" berufen werden, und Drumheller sollte beim BND nachfragen, ob sie garantieren könnten, dass seine Behauptungen einer Überprüfung standhalten. '"We have never been able to verify his claims", war die Antwort, die an CIA-Chef Tenets Büro weitergeleitet wurde. Drumheller fand "Curveball" dann als "chemical engineer", der in einem von Saddams Giftlabors gearbeitet hat, in Powells UN-Rede wieder.

Sollte einen erfahrenen Geheimdienstmann nicht allzusehr überraschen, waren doch die Berichte, die Premierminister Tony Blair dem britischen Parlament vortrug, zunächst in Sachen 9/11 und dann zu Iraks Masenvernichtungswaffen, auch eher Fiktion als Fakten. Natürlich müssen immer wieder "Erfolge" im "Kampf gegen Terror" gemeldet werden wie die Verhaftung von "Verdächtigen" in Miami. Bill Van Auken schreibt darüber Miami 'terror' arrests - a government provocation - sieben Männer aus Liberty City, einer ärmeren Gegend, wurden der Verschwörung gegen die USA bezichtigt. "There is every indication that this latest purported terrorist threat - described by some media outlets as 'even bigger than September 11' - was manufactured by the FBI, which used an undercover agent posing as a terrorist mastermind to entrap those targeted for arrest. While the Justice Department declared that the arrests had foiled a plot to blow up the tallest building in the US, the Sears Tower in Chicago, authorities in that city assured its residents that there had never been any threat to the structure. The four-count indictment presented by the Justice Department in a Miami federal court on Friday contains not a single indication of an overt criminal act or even the means to carry one out."

Das 11seitige Dokument besteht fast ausschließlich aus angeblichen Behauptungen der Angeklagten gegenüber dem FBI-Informanten, der stets als "der al Qaida-Vertreter" bezeichnet wird. " The government chose to consummate its entrapment plan by unleashing dozens of combat-equipped federal agents, dressed in olive drab fatigues and carrying automatic weapons, on the predominantly African-American Liberty City neighborhood, one of the poorest in the country. Liberty City was the scene of riots that broke out in 1980 after the acquittal of white police officers for the beating death of a black motorist." Paramilitärische Truppen suchten in Liberty City nach den sieben Beschuldigten. Vor allem widmeten sich diese Männer, gemeinsam mit anderen, einer aus Elementen von Christentum und Islam geformten Religion. Sie sollen jedoch einen Eid auf Al Qaida geschworen haben, so der "Al Qaida-Vertrteter" des FBI. Das ist auch schon so ziemlich alles, was den Männern vorgeworfen wird - bis auf einen, der das FBI-Hauptquartier in Miami fotografiert haben soll, und zwei, die zusätzlich zum Eid einen Speicherchip für eine Digitalkamera gekauft haben. Hat der FBI-"Al Qaida"-Mann die anderen dazu ermuntert, dass Gebäude zu fotografieren, mglichst mit neuem Chip, um mehr Leute zu involvieren?

Dass das FBI weder Waffen noch Sprengstoff gefunden hat, wird so ausgelegt. "We preempted their plot", haben also eingegriffen, noch bevor ein behaupteter Plan konkret wurde oder existierte. "At a Washington press conference, US Attorney General Alberto Gonzales acknowledged that the alleged plot had posed no actual danger. He claimed this was because the authorities had intervened 'in its earliest stages.' So 'early' was the preemption that officials associated with the supposed targets of the plot dismissed the government¹s indictment." Als Nächstes werden dann wohl Säuglinge in "impoverished neighbourhoods" sicherheitshalber eingesperrt, weil sie in 20, 25 Jahren vielleicht einen Anschlag planen könnten. Van Auken zietiert nochmals Gonzales, der bestätigte, "that the Miami group represented a 'new brand of terrorism' created by 'the convergence of globalization and technology' What these words mean is anyone's guess. There is no indication that those charged, who were living in a warehouse in the poorest city in America, had access to any technology, and their supposed contact to the wider world was an informer planted by the FBI. The suggestion that the seven men were a 'home-grown' terrorist group inspired by contact with Al Qaeda elements over the Internet is supported neither by evidence nor the charges contained in the government¹s own indictment."

Van Aucken fragt und erklärt: "What is the government's motive in manufacturing such a plot? Whose interests are served? Under conditions in which the majority of the American people have turned against the Iraq war and support the withdrawal of American troops, the Bush administration is desperately attempting to once again link its neo-colonial venture in Iraq with a supposed 'global war on terror' waged to defend the American people against another 9/11. To sustain such a fiction, fresh evidence of terrorist threats is periodically required. And it has been forthcoming on a regular basis. Every several months another 'conspiracy' is unveiled, invariably involving an FBI informant and hapless individuals ensnared in a plot orchestrated by the government. Until now, these 'sting' operations have been targeted at Muslim immigrants. Last month, for example, Pakistani immigrant Shahawar Siraj in New York City was found guilty of plotting to blow up the Herald Square subway station in a 'plot' that the evidence indicated was based entirely on suggestions from an FBI informant. The FBI agent provocateur taunted the defendant with photographs of Abu Ghraib torture victims and demanded to know how, as a Muslim, he could fail to take action."

In Europa sollte eigentlich Empörung darüber herrschen, dass Daten von SWIFT in Belgien über internationale Finanztransaktionen von amerikanischen Geheimdiensten im "Kampf gegen Terror" abgesaugt wurden. Tatsächlich käuen fast alle Medien wieder, was dazu verlautbart wird, nämlich dass so der "Terrorverdächtige" Riduan Isamuddin Hambali, "Asia's most wanted Terrorist", Mastermind der Bali-Anschläge 2002 und natürlich Al Qaida-Mann, verhaftet werden konnte. Ein bißchen sauer ist die intelligence community, dass diese Überwachungsmaßnahme den Terroristen nun bekannt ist, so wird es jedenfalls verlautbart. Niemand findet es der Mühe wert, mal unter die Lupe zu nehmen, wessen Hambali bezichtigt wird. Erwähnung findet er beispielsweise im Kontext "geheime Gefängnisse":Human Rights Watch "beteuert, dass von den USA betriebene geheime Gefangenenlager zweifellos existieren. Die Bush-Regierung hat in Reden und öffentlichen Dokumenten die Festnahme mehrerer Terrorverdächtiger, die nun an unbekannten Orten festgehalten werden, erwähnt. Laut Angaben der Regierung befinden sich unter den Gefangenen: Abu Zubaydah, ein im März 2002 in Pakistan verhafteter Palästinenser; Ramzi bin al-Shibh, festgenommen im September 2002; Abd al-Rahim al-Nashiri (auch als Abu Bilal al-Makki bekannt), verhaftet in den Vereinigten Arabischen Emiraten im November 2002; Khalid Sheikh Mohammed, festgenommen in Pakistan im März 2003 gemeinsam mit Mustafa al-Hawsawi; und Hambali (auch Riduan Isamuddin), verhaftet in Thailand im August 2003."

Auf Webseiten, die am Defense and Security interessiert sind, finden wir z.B.: "In particular, the Central Intelligence Agency (CIA) believes he was present at a major al Qaeda operatives meeting that was held in Malaysia during early 2000 and that he subsequently organized the travel itineraries and accommodations for at least two of the hijackers involved in the September 11, 2001 strikes: Khalid al-Midhar and Nawaf al-Hazmi. Police and intelligence sources across Southeast Asia remain convinced that Hambali hatched the plan in direct collaboration with Osama bin Laden, targeting the city-state on account of its:
*Close defense and economic relationship with the United States;
*Standing as one of the most stable polities in Southeast Asia (meaning a successful attack would have had particularly unsettling effects);
*Multi-cultural, secular and pluralist character (which is inimical to JI's emphasis on religious fundamentalism and secularism);
*Status as a capitalist and economic hub in Southeast Asia."

Mit anderen Worten: Hambali von Al Qaida, jener von der CIA aufgebauten Schattenorganisation des CIA-Asset Osama bin L. in seiner afghanischen Höhle mit dem transportablen Dialysegerät, wendet sich gegen engere wirtschaftliche Beziehungen innerhalb Asiens und zwischen Asien und Europa einschließlich einer Hinwendung zum Euro anstelle des schwachen Dollar. Man schweigt, wo Hambali sich befindet, so eine ABC-News-Meldung von 2003, was an Ramzi bin al-Shibh und Khalid Sheikh Mohammed erinnert. Die beiden wurden über das Desinformationsbuch Masterminds of Terror von Yosri Fouda zu Terrorgiganten aufgebaut, konnten jedoch in behaupteten Interviews mit dem Autor über 9/11 weniger sagen als ein durchschnittlicher Leser von Internetseiten. Bezeichnenderweise scheiterten Versuche deutscher Behörden, bin al-Shibh bei Prozessen gegen Abdelghani Mzoudi und Mounir al-Motassadeq aussagen zu lassen, da US-Behörden die Zusammenarbeit verweigerten. Zum Glück gibt es noch wo rechtsstaatliche Verfahren, sodass Mzoudi freigesprochen und al-Motassadeq bald aus der Haft entlassen wurde. - Nachzulesen ist derlei und viel mehr in "Mythos 9/11" von Gerhard Wisnewski.

Wenn es schon um Geld & 9/11 geht, dann gibt es einige Fragen, um die jedwede zahme Untersuchungskommission bisher einen weiten Bogen gemacht hat, etwa nach den Aktienspekulationen auf betroffene Fluglinien vor 9/11 oder auch danach, warum die Vorsitzenden des House and Senate Intelligence Committee am 11. September 2001 gemütlich mit General Mahmud Ahmad von der CIA sehr verbundenen pakistanischen Geheimdienst frühstückten, wo dieser doch Mohammed Atta 100.000 Dollar überweisen liess. Einer der Herren war Senator Bob Graham, der vor der Wahl 2003 markige Töne anschlug: Graham Alleges a 9/11 'Coverup' - nämlich: "intelligence failures are being kept secret, endangering Americans" und "the war with Iraq has allowed Al Qaeda and other terrorist groups to become a greater threat to Americans than ever before". Er forderte, als geheim eingestuftes Material freizugeben, was die Regierung Bush erwartungsgemäss zurückwies. Graham gehört eindeutig zu jenen, die mehr Mittel für Geheimdienste fordern und, obwohl an einer 9/11-Kommission beteiligt, kein Interesse an den wahren offenen Fragen haben. Zum anderen Gesprächspartner von Ahmad schreibt Michel Chossudovsky nach dessen nächsten Karrieresprung: Neuer CIA-Chef Porter Goss mit Verbindungen zu "Al Qaida" - ein ehemaliger CIA operative, der wie Graham an 9/11 "Untersuchungen" beteiligt war.

"Amply documented, Porter Goss had an established personal relationship to the Head of Pakistan Military Intelligence (ISI), General Mahmoud Ahmad, who according to the Washington Post 'ran a spy agency notoriously close to Osama bin Laden and the Taliban' (Washington Post, 18 May 2002).... Moreover, according to intelligence sources and the FBI, General Mahmoud Ahmad allegedly played an undercover role in channeling financial support to the 9/11 hijackers. Yet this same individual, General Ahmad, was on an official visit to Washington from the 4th to the 13th of September 2001, meeting his counterpart George Tenet as well as key members of the administration and the US Congress including Rep Porter Goss. In late August 2001, barely a couple of weeks before September 11, Representative Porter Goss together with Senator Bob Graham and Senator Jon Kyl were on a top level intelligence mission in Islamabad, which was barely mentioned by the US media." Im Bericht von Porter/Graham in Sachen 9/11-Untersuchung ist, welche Überraschung, die Rolle des ISI nicht erwähnt....

Aber was war 9/11? Selbstmordattentäter von "Al Qaida", die im Auftrag bin Ladens vier Flugzeuge steuern, drei davon in Gebäude lenken?

Warum fällt dann aber auf:

* dass es keine Bestätigungen für die Identifizierung jedweder Toten aus den Flugzeugen gibt, mehr oder weniger nur von DNA-Material die Rede ist, das offenbar nicht zugeordnet werden kann? Dass bei Flug 93, Shanksville, nur ein Bruchteil von jener Menge an menschlichen Überresten gefunden wurde, die üblicherweise selbst bei Abstürzen aus 10.000 Metern, manchmal scheinbar äußerlich unversehrt, zur Verfügung steht? Dass der Besonderheit kein ermittlerisches Augenmerk gewidmet wurde, dass die Leichenteile Schnittwunden aufwiesen - dies anbetracht der Geschichte von den Attentätern mit Teppichmessern bewaffnet?

* dass es keine Bestätigung eines Boardings der Attentäter gibt, sie auf Passagierlisten nicht aufscheinen, nicht identifiziert wurden, "Beweise" wie seltsamerweise nicht verbrannte Papiere da und dort genügen müssen?

* dass die vier Maschinen relativ leer waren, statt halbwegs ausgebucht zu sein, und nach der Entführung nicht auf schnellstem Weg zum Ziel flogen?

* dass das Flugverhalten nach der "Übernahme" die FluglotsInnen an wendigere Flugzeuge als schwere Passagiermaschinen erinnerte, auch plötzlich andere Transpondercodes gesendet wurden, wie von anderen Maschinen?

* dass auch das FBI - und das NSTB - so vorgeführt von Wisnewski in "Mythos 9/11", nicht bestätigen will, dass die vier Flugzeuge gecrasht sind?

* dass kein Pilot, selbst kein Ex-Militärpilot, in der Lage war, den Code für Entführung zu senden?

* dass keine Blackbox-Aufzeichnungen geborgen wurden - was weder davor oder danach je beim Absturz einer Passagiermaschine der Fall war? Gab es etwa keine Voice-Recorder-Aufzeichnungen, weil Remote Control-Technologie genau diese Frequenzen verwendet?

* dass weder in Shanksville noch im Pentagon Einschlagstelle oder Überreste auch nur annähernd an das erinnern, was vor und nach dem 11. September aufgefunden wird, wenn eine Passagiermaschine abstürzt?

* dass keiner der vermeintlichen Piloten, die auffällig Flugstunden nahmen und sich dabei dumm anstellten, auch nur in der Lage gewesen wäre, eine Cessna auf ein Ziel zuzufliegen, geschweige denn eine Boeing 757 oder 767?

* dass keiner der vermeintlichen Piloten, die nach der Entführung auf manuelle Steuerung und Sichtflug umstellen mussten, Orientierungsflüge als Passagier oder selbst am Steuer in jenen Gegenden unternahm, wo sie sich später visuell orientieren sollten?

* dass selbst erfahrene Piloten, die in jahrelanger Übung Gefühl für die Schwere einer Passagiermaschine und deren Steuerung haben, nicht imstande gewesen wären, auf Anhieb zwei Hochhäuser, eines davon im Kurvenanflug, im Sinkflug zu treffen? Dass die Flügelspannweiten der 757 und 767 kaum geringer sind als die Breite der Türme bzw. zu groß für das Loch im Pentagon?

* dass beim "Anflug auf das Pentagon" dicht über dem Boden zwar der eine oder andere Lichtmasten geknickt, nicht jedoch ein Bauzaun vor der Einschlagsstelle beschädigt wurde?

* dass niemand Boeings auf das Pentagon bzw. auf Shanksville zusteuern sah, wohl aber kleinere, schnellere, wendigere Flugobjekte beobachtet wurden?

* dass, wie später bei 7/7 in London 2005, Manöver stattfanden u.a. mit einer Übungsannahme, die dem Ablauf von 9/11 nahekam? Dass dies die FAA verwirrte, da man erst klären mußte, ob vom Kurs abgekommene / nicht antwortende Flugzeuge real oder fiktiv entführt waren? Dass hierdurch auch "fighter jets" abgezogen waren, die in der Region nur mehr vier Missionen in Sachen 9/11 hätten ausführen können?

* dass standardisierte Prozeduren zwischen FAA und militärischer Luftraumüberwachung NORAD bis zum 11. September einwandfrei funktionierten, so etwa von 1.1.2001 bis 10.9.2001 ganze 67 Vorfälle verzeichnet sind, wo Maschinen mit verdächtigem Verhalten von Kampfjets eskortiert wurden, wenn sich nicht klären liess, warum z.B. der Kontakt abbricht? Dass Regierungsvertreter in der 9/11-Untersuchung behaupteten, NORAD überwache nur bis zur amerikanischen Küste, nicht jedoch landeinwärts, was wahrlich lächerlich ist?

* dass der bestgeschützte Luftraum Amerikas, über dem Pentagon und dem Weißen Haus, am 11. September offenbar völlig offen dalag? Dass das Pentagon eigene Raketenabwehrbatterien haben soll, die auf eine elektronische Kennung von Flugobjekten reagieren, daher eine US-Missile nicht als "feindlich" wahrnehmen würden?

* dass es am Morgen des 11. September möglicherweise einen vereitelten Versuch gab, ein Attentat auf Bush mittels eines Fake-Kamerateams zu machen, wie bei Ahmad Shah Massoud von der afghanischen Nordallianz am 9. September? dass es zuvor Warnungen vor Attentatsversuchen gab, direkt vor 9/11 und im Juli 2001 bezogen auf den G-8-Gipfel in Genua?

* dass jemand Präsident Bush bedrohte mit einem Anruf und der Nennung des ständig wechselnden geheimen Air Force One-Codes und Bush in die Offutt Airforce Base nach Nebraska in Sicherheit gebracht wurde, die Hauptkommandozentrale für die US-Atomwaffen? Wie können 19 Männer mit Teppichmessern, die kein Kleinflugzeug steuern können, geheime Codes erhalten? Hatten die Masterminds auch die Abschußcodes für die Nuklearraketen?

* dass die US-Streitkräfte in höchster Alarmbereitschaft waren, was "Defcon Delta" heißt und sich eine Stufe unter Krieg befindet, zuletzt 1973 anläßlich des Yom-Kippur-Krieges galt, damals von Kissinger angeordnet, um mögliches russisches Eingreifen zu verhindern?

* dass auch die russische Armee Manöver unter Einbeziehung von Kampfbombern abhalten wollte und manch ein amerikanischer Soldat dachte, eine Missile habe das Pentagon getroffen?

* dass Präsident Putin mit Präsident Bush telefonierte und so erfuhr, dass Defcon Delta nicht gegen ihn gerichtet ist und seinerseits, um keinen dritten Weltkrieg heraufzubeschwören, die russischen Manöver abblies?

* dass Präsident Bush in seinen ersten Stellungnahmen am 11. September keineswegs von einem von außen kommenden Terrorangriff oder gar von arabischen Terroristen sprach? Wurde er von jenen, die eine komplexe Operation 9/11 durchziehen konnten, davon "überzeugt", was angeblich passiert ist?

* dass jene Pentagon-Seite getroffen wurde, die schwieriger anzufliegen ist, wo wegen Renovierungsarbeiten wenig Personal war, während Vizepräsident Dick Cheney sich im einfacher zu erreichenden Flügel befand? Der "logische" Kurs für ein Flugzeug gewesen wäre, das Gebäude aus der Luft zu treffen? Die Pentagon-Computersimulation des Einschlags ein Objekt ohne Tragflächen und Triebwerke zeigt, letztere die schwersten Bestandteile einer Passagiermaschine?

* dass die "Attentäter" sich vor allem auffällig bewegten, Spuren hinterließen, bei jedem ihrer Schritte Sicherheitsbehörden bekannt waren? Ihnen von kleinen Rädchen in den Getrieben der Behörden nie Steine in den Weg gelegt wurden, offenbar aufgrund entsprechender Computervermerke, wegen derer sie ungehindert einreisen konnten oder in Ruhe gelassen wurden, wenn sie etwa zu schnell mit dem Auto fuhren und so der Polizei auffielen? Dass dies im Widerspruch zur "meisterhaft" durchgeführten und geplanten Operation am 9/11 steht? Dass hinterher gefundene "Spuren" wie absichtlich platziertes Material aussehen, in jenem Arabisch, das sich westliche Übersetzer vorstellen?

* auch beim World Trade Center für einen Tag die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt wurden, da Gebäude, die den Einschlag einer Passagiermaschine von der Konstruktion her aushalten, binnen einiger Minuten so sehr ausgebrannt sein sollen, dass Stahl schmilzt und die Türme einstürzen?

* dass wir an 9/11 nicht nur zum ersten und einzigen Mal gleich vier Blackboxes von Passagiermaschinen nicht finden, sondern auch den ersten und einzigen so fatalen Brand eines Stahlbetongebäudes erleben, während andere so gebaute Häuser stundenlang brennen können, ohne einzustürzen?

* dass Computer-HDs Temperaturen überlebt haben, die Stahl schmelzen sollen, obwohl hierfür das 22fache der Temperatur erforderlich ist, die eine HD entgültig zerstört?

* dass auf den Pentagon-Überwachungskamerabildern Rauchwolken VOR dem Flugobjekt sichtbar sind, also etwas abgefeuert wurde, während auf den WTC-Bildern der Eindruck einer kontrollierten, gleichmäßigen Sprengung entsteht?

* dass WTC 7, auch als "CIA-Gebäude" bekannt, einstürzte, obwohl es von nichts getroffen wurde und auch nichts von WTC 1 und WTC 2 abbekam?

* dass nirgendwo die crime scenes entsprechend gesichert wurden, das NSTB die Untersuchungen an andere Behörden abtreten mußte, keine der bei Flugzeugabstürzen üblichen Prozeduren zur Beweissicherung angewandt wurde, im Fall der WTC-Türme die Trümmer relativ rasch beseitigt und zerschnitten wurden, sodass nicht untersucht werden konnte, wie die Türme zum Einsturz gebracht wurden?

* dass wie im Fall Oklahoma 1995 die Firma Controlled Demolition beauftragt wurde, Ground Zero zu räumen - vor 11 Jahren wurde mit der Beseitigung der Trümmer auch verhindert, dass untersucht wurde, ob ein riesiges Gebäude wirklich durch eine Ladung Dünger gesprengt werden kann?

* dass es - wie durch Versuche von interessierten Menschen vielfach bewiesen - keine Möglichkeit gibt, oberhalb von 8000 ft. erfolgreich mit dem Handy zu telefonieren, es selbst in geringeren Flughöhen nur bei Flugzeugen leichterer Bauart gelingen kann? Dass Medien als kleine Meldungen bringen, dass Handytelefonate bald in Passagier-Boeings möglich sein sollen? Dass Medien auch Handyeinsatz in der mysteriös abgestürzten 737 in Griechenland als Faktum brachten, bis sich herausstelle, dass es ein böser hoax war? Dass im Fall 9/11 lange ein Geheimnis um die Handyanrufe gemacht wurde, bis Angehörige Bänder anhören durften, bei denen sie sich dann nicht sicher waren, wen sie sprechen hörten?

* dass Osama Bin Laden nicht einmal vom FBI wegen 9/11 gesucht wird und vor 9/11 in Dubai im American Hospital bzw. später in Pakistan wegen seiner Nierenkrankheit behandelt wurde?

* dass die Familie Bush Geschäftsbeziehungen zur Familie Bin Laden hatte?

Text & Bilder: Alexandra Bader Juni 2006

PS: Die Autorin dieses Textes lebt seit Jahren an der westlichen Einflugschneise des Wiener Flughafens und weiss daher, dass selbst bei normalem Landeanflug oder Start und einer Flughöhe von mehreren hundert Metern Menschen auf der Straße gelegentlich Notiz nehmen vom Flugverkehr, der ja auf diese Entfernung schon hörbar ist. Oft ist, je nach Höhe, gut zu erkennen, um welche Fluggesellschaft es sich handelt - wobei z.B. während des Kosovokrieges auch Sichtungen möglich waren, die an Militärmaschinen über dem neutralen Österreich denken ließen.

Wie auch immer: auf Landanflug-Höhe hätten die Maschinen von Shanksville und dem Pentagon selbst dann jemandem auffällen müssen, wenn alles "normal" verläuft. Umso mehr, wenn sie weit niedriger und daher auch lauter unterwegs sind und größer wirken. Daher ist absolut undenkbar, dass ein Riesenflugzeug in wenigen Metern über dem Boden mit "relativ" geringer Geschwindigkeit im Vergleich zu größeren Höhen mit weniger Luftwiderstand niemandem auffällt. Die 15 m - Höhe-Szene von Shanksville oder auch das knapp über dem Boden fliegen gegen das Pentagon hätte die Menschen panisch auseinanderlaufen lassen, wenn so ein Riesenvogel daherkommt. Niemand weiss derlei zu berichten, also kann es auch nicht passiert sein...


http://www.ceiberweiber.at/2004/06bushbesuch3.htm

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05.07.2006 18:15
#12 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Wie sich Regierungsmitglieder an der Lügenkampagne gegen den Irak beteiligten wird immer klarer. Hier Aussagen eines Oberst, direkt aus dem Machtzentrum der Bushregierung:

Zitat
Machtkampf in Washington:
"Vizepräsident Cheney hat Irak-Informationen manipuliert"
(Oberst a.d. Wilkerson, EIR)


Die Manipulation von Geheimdienstinformationen, um den Irakkrieg durchzusetzen, könne man in drei Worten zusammenfassen: "der Vize-Präsident". Das sagte Oberst a.D. Wilkerson, der ehem. Stabschef des früheren US-Außenministers Powell am 26. Juni bei einer Anhörung des Politischen Komitees der Demokraten im Senat (SDPC). Der SDPC-Vorsitzende Senator Dorgan erklärte, beide Parteien seien eingeladen worden, die Aussagen der Zeugen anzuhören, zu denen vier hochrangige Geheimdienstbeamte gehörten, die unter der Regierung Bush/Cheney dienten. Die Anhörung wirkte wie eine institutionelle Anklage gegen Cheney und die Regierung Bush. Die anderen hochrangigen Zeugen waren der ehem. Nationale Geheimdienstbeamte für den Nahen Osten und Südasien Pillar, der ehem. Unterstaatssekretär für Geheimdienste und Forschung im Außenministerium Ford und der ehem. stellv. Direktor des Büros Nah-Ost/Südasien White. Bei einer zweiten Anhörung kamen weitere Kenner der Lage im Irak zu Wort: der ehem. Chefberater der Irak-Überwachungsgruppe Barton, der über die Suche nach den nichtsexistenten Massenvernichtungswaffen (MVW) im Irak berichtete; der Militärkorrespondent der Londoner Sunday Times Smith, der das "Downing Street Memo" vorstellte, demzufolge Bush und Blair schon im April 2002 über den Krieg im Irak als beschlossene Sache diskutierten; sowie der Vizepräsident des Zentrums für Amerikanischen Fortschritt Cirincione. Wilkersons Aussage war eine sehr nützliche und gründliche Ausführung seiner früheren Äußerungen, die er in Interviews über ein von Cheneys Büro manipuliertes UN-Dossier gemacht hatte. Aber diesmal sprach er in den Räumen des US-Senats, und seine Aussage findet man auf der Internetseite des SDPC.

Oberst a.D. Wilkerson sagte bei dieser Anhörung u.a.: "Ende 2002, als wir uns unaufhaltsam auf einen zweiten Krieg gegen den Irak zubewegten, ... wurde uns im Außenministerium klar, daß wir in diesem Krieg evtl. alleine oder praktisch alleine stehen würden... In dieser Zeit begann ich mich sehr für das Lagebild zu interessieren, das wir vom CIA-Chef Tenet erhielten, und für die Dokumente, die seine Gruppe produzierte... sowie für die Nutzung dieser Informationen durch die Mitarbeiter der Regierung. Mir wurden deren Konsequenzen umso klarer, als Vizepräsident Cheney - noch während Außenminister Powell versuchte, diplomatische Fortschritte zu machen - Powell durch Reden (wie z.B. die vor dem 103. Nationalkonvent der Kriegsveteranen) unterminierte und dadurch die Chance einer diplomatischen Lösung praktisch ausschloß. Dabei verwendete der Vizepräsident Teile von Dokumenten der Geheimdienste in einer Weise, die von diesen Dokumenten selbst nicht gestützt wurde - zumindest nicht stark. Andere Regierungsmitglieder beteiligten sich an diesen Verdrehungen. Das scheußlichste Beispiel war die Rede des Präsidenten zur Lage der Nation am 28. Januar 2003, mit der inzwischen berüchtigten Erklärung über Uran und Niger. Der Außenminister, ich, und viele andere in der Regierung wußten, daß der angebliche Versuch des Irak, Uran aus dem Niger zu beschaffen, entgegen der Berichterstattung, sehr unwahrscheinlich war. Als außerdem Äußerungen wie "Wir wollen nicht, daß das durch einen Atompilz bewiesen wird", z.B. von... Dr. Rice fielen, wurden wir im Außenministerium besorgt, weil unsere eigenen Geheimdienstleute bezweifelten, daß der Irak überhaupt ein aktives Nuklearprogramm hatte.

Ich lud daraufhin einige Wissenschaftler in mein Büro im Außenministerium ein: ehem. Mitarbeiter der UNSCOM-Inspektionsteams und andere, die detaillierte Kenntnisse über das irakische Waffenprogramm hatten. Sie sagten mir, daß Saddam Hussein erpicht darauf war, daß die internationale Aufmerksamkeit auf sein Regime nachließ, daß die Sanktionen aufgehoben und wichtige Länder wieder normale Bezienhungen zum Irak aufnehmen würden. Damals beabsichtigte Saddam, die Beschaffung/Entwicklung von MVW inkl. der nuklearen Kapazitäten, wieder aufzunehmen, aber zum damaligen Zeitpunkt hatte er praktisch keine MVW, abgesehen von evtl. ausgelagerten Forschungsprogrammen im Sudan und Syrien... Die Wissenschaftler brachten sehr überzeugende Argumente vor. Ich begann, schwere Zweifel darüber zu haben, was wir finden würden, wenn wir in den Irak einmarschierten und dort nach MVW suchten.

Am 29. Januar 2003 übergab mir der Außenminister... eine 48seitige Schrift über das MVW-Programm des Irak. Er hatte diese Schrift am selben Tag vom Büro des Vizepräsidenten erhalten... [und] wies mich an, eine Arbeitsgruppe zu gründen... Er wollte, daß ich ihn darauf vorbereitete, die Anklage gegen den Irak nur sieben Tage später vor dem UN-Sicherheitsrat (UNSC) vorzutragen. Er informierte mich, daß ich am nächsten Tag noch zwei weitere, ähnliche Papiere erhalten würde - eines über die Beteiligung des Irak an terroristischen Aktivitäten, und eines über die Menschenrechtsverletzungen des Irak... Die Arbeitsgruppe ging sofort an die Arbeit. Als erstes nahmen wir uns die 48seitige MVW-Schrift vor und versuchten, das, was wir lasen, zu verifizieren, indem wir die Quellen überprüften, die uns John Hannah angab, während wir die Papiere studierten. Nach einigen Stunden wachsender Frustration wurde uns klar, daß das 48seitige Dokument aus dem Büro des Vizepräsidenten wertlos war. Es hatte keine Quellenangaben wie ein normales Dokument der Geheimdienste, und daher mußte jeder Satz mit den Quellen verglichen werden, die Hannah uns angab... Es war in der kurzen Zeit, die wir für diese Überprüfung hatten, einfach unmöglich, jede Quelle genau zu überprüfen. Ich wandte mich mit einiger Frustration an CIA-Chef Tenet und sagte ihm, daß das, was wir versuchten, einfach nicht funktionieren konnte. Ohne jedes Zögern stimmte Tenet zu und sagte, wir sollten stattdessen die Nationale Geheimdiensteinschätzung (NIE) über die irakischen MVW vom Oktober 2002 als Grundlage verwenden. Daraufhin nahmen wir die Arbeit wieder auf, nachdem wir mehr als einen halben kostbaren Tag verloren hatten. Diesmal verwendeten wir die NIE...

Während der nächsten Tage... schrieben wir die UNSC-Rede auf und Minister Powell übte sie ein. Diese Übungen fanden zunächst im Konferenzraum Tenets in [dem CIA-Hauptquartier] Langlay statt. Dabei waren immer der Minister [Powell], Tenet, sein Stellvertreter, hohe Geheimdienstanalysten, ich und Mitglieder meiner Arbeitsgruppe sowie auch öfter der stellv. Nationale Sicherheitsberater Steve Hadley, die Nationale Sicherheitsberaterin Dr. Rice, der Stabschef des Büros des Vizepräsidenten (OVP) Lewis Libby und andere aus dem Weißen Haus sowie der stellv. Außenminister Richard Armitage anwesend... Bei den Übungs- und Diskussionssitzungen in Langley ging es meistens zwischen dem Außenminister, der versuchte, unbestätigte und/oder nutzloses Material zu streichen, und den Mitgliedern des Weißen Hauses hin und her, die versuchten, das Material doch zu verwenden oder weiteres hinzuzufügen... Wiederholt versuchten Mitarbeiter des OVP und des NSC, das angebliche Prager Treffen zwischen dem Al-Kaida-Agenten und 9/11-Entführer Atta und irakischen Geheimdienstlern in den Vortrag 'reinzuschmuggeln. Minister Powell strich dies wiederholt heraus, da Tenet sich weigerte, das Treffen zu bestätigen. Schließlich wurde Minister Powell bei einer der letzten Übungen mitten in seinem Vortrag von Hadley... unterbrochen und gefragt, was mit dem Satz geschehen sei, der das Treffen in Prag beschrieb. Minister Powell fixierte Hadley mit festem Blick und sagte pikiert: 'Wir haben das gestrichen, Steve - und es bleibt draußen.'

Doch der dramatischste Moment für mich bei dieser intensiven Vorbereitung... kam während der Probe in New York. Der Minister hatte gerade im Schnelldurchgang die über eine Stunde lange Rede gehalten, wandte sich dann an Tenet und fragte ihn, ob er zu allem stehe, was der Minister gerade gesagt hatte. Tenet nickte und fügte hinzu, wenn irgendetwas darin nicht zutreffen sollte, so werde er es vor dem Überwachungsausschuß des Kongresses vertreten müssen, und das sei eine schreckliche Aufgabe. Der Minister sagte, Herr Tenet müsse tatsächlich zu seinem Wort stehen, denn er werde bei dem Treffen des UN-Sicherheitsrats ,in camera' sein. Ich selbst hatte, nachdem ich den gesamten, formellen Vortrag bei der UNSC-Sitzung gesehen hatte, das Gefühl, daß die Rede nicht sehr überzeugend war. Nur der Mann, der die Rede hielt - Colin Powell - verlieh ihr Glaubwürdigkeit. Vieles von dem, was vorgetragen wurde, konnte auf unterschiedlichste Weise interpretiert werden. Kurz, es war eine Sammlung von Indizien, und nicht einmal eine sehr überzeugende." Am Ende seines Vortrags berichtete Wilkerson über zwei "beunruhigende Entdeckungen", die er nach seinem Ausscheiden aus dem Außenministerium machte. Erstens "daß die DIA bzgl. des Ergebnisses des Verhörs von Ibn al-Sheikh al-Libi anderer Meinung war", aber weder er noch Minister Powell darüber informiert worden waren. Zweitens, daß die Geschichte über die "angeblichen mobilen biologischen Waffenlabors des Irak" von einer Quelle stammte, die als unzuverlässig galt.


http://www.nachrichten.bueso.de/seiten/aktuell/03-07-06.htm

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10.07.2006 12:47
#13 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Hier noch die Originalquelle der Wilkerson Aussagen:
http://democrats.senate.gov/dpc/hearings...3/wilkerson.pdf

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22.08.2006 15:11
#14 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Vielleicht muss man die jüngste Terrorhysterie, zumindest die in London auch unter psychologische Kriegsführung einordnen. Sollen wir Bürger durch die Militaristen mürbe gemacht werden, und freiwillig die von unseren Vorgenerationen erkämpften Bürgerrechte aufgeben?

Hier ein sehr aufschlussreicher Artikel über die verhinderten Terroranschläge in London.
http://www.ceiberweiber.at/2004/06london1.htm

Schreiberling Offline




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23.08.2006 11:52
#15 RE: Psychologische Kriegsführung - Lügenfabrik antworten

Hier noch ein sehr aufschlussreicher Artikel, wie mittels psychologischer Kriegsführung der erste Golfkrieg vorbereitet wurde:
Zur Relevanz von Feindbildern – am Beispiel des Golfkrieges | Der inszenierte Krieg. Medienberichterstattung und psychologische Kriegsführung im Golfkrieg
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-91/9131402m.htm

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