Du hattest nicht zufällig "über allen Gipfeln ist Ruh" im Ohr?
Was mir sauer aufstößt ist das "Wow" im fünften Vers. Ich glaube das läuft offiziell als Exklamation, hat aber dennoch, finde ich, in diesem Zusammenhang nichts verloren.
Ich lese momentan viel Kafka. Der konnte das aber deutlich besser als ich. Danke für das Lob, die Kürze kommt aber eher, weil mir momentan die Kraft und Ausdauer für was längeres fehlt.
YouTube jetzt nicht unbedingt. Ich würde einen Podcast machen. Noch mit stimmungsuntermalender Musik/Geräuschen oder so. Ganz kurzer Vorspann, Ansage….
Es ist vielleicht etwas unklar geschildert, aber das Gedichtelchen heißt nicht umsonst Erlösung - wirklich im positiven Sinne.
Skrjabin (russischer Komponist um die vorletzte Jahrhundertwende) macht hier einen enormen Stimmungswandel mit. Am Anfang spürt er das Erwarten der wartenden mit, dann die absolute Ernüchterung. Darauf folgt das von dir beschriebene Gefühl, am falschen Ort zu sein. Am Ende aber ist auch ein Lichtblick. Es gibt den Ort, an dem man sich wohl fühlt - man muss nur immer weitergehen und suchen.
Ich möchte jetzt mal anmerken: Kommt der Harald tatsächlich aus Oberhessen - und das nehme ich stark an - dann ist er (wahrscheinlich) kein Hesse in dem modernen Sinne des Bundeslandes.
Stabreim schreit saumäßig schön wo Paarreim oft nur holpert
Wenn's jedoch um den Rhythmus geht so lasst den Oberhessen reden er hat aufgrund der schönen Sprache derer er sich oft bedient die beste Anlage dafür und versteht es ohne Holpern eine Gurke zu zerteilen
Ich finde deine Bemerkung etwas arg … hmm … herablassend? Vieles was gelesen wird ist, wie du sagst, Schulstoff. Und das ist sehr stark vom Lehrer abhängig. So hatte ich in der Mittelstufe eine sehr gute Lehrerin, die mit uns in der neunten Klasse schon Brecht, Borchert und Schiller las. In der Oberstufe wurde ich mit dem Parfum (igitt) und ähnlichen Dingern abgespeist. Dieser Deutschlehrer fand es schade, dass Faust im Lehrplan steht, sonst hätte er dieses nicht mit uns behandelt (hat er selbst gesagt, als wir damit anfingen). Thomas Mann, Kafka und andere, habe ich nebenher gelesen, weil es mich interessierte.
Im übrigen gehört Brave New World (Aldous Huxley) eindeutig in den Englischunterricht, neben Nineteen Eighty-Four (George Orwell) und Fahrenheit 451 (Ray Bradbury) als die drei großen Dystopia, und nicht in den Deutschunterricht. Klasse Acht im Englischunterricht kann schon ein Ray Bradbury sein, jedoch eher The Martian Chronicles als Fahrenheit, oder auch ein George Orwell, aber eher Animal Farm, gut ist auch Nick Hornby. Über den Zustand im Deutschunterricht möchte ich lieber nicht sprechen. Meine Schwester (Klasse Neun Gymnasium) und mein Bruder (Klasse Zehn Gymnasium) machen mal wieder Kommaregeln, Rechtschreibung und Satzstellung. Den Grund in einer Frankfurter Stadtteilschule kann sich jeder selber denken.
Was hat weh getan? Die Frage war nicht, wessen Post nuncine zustimmt, sondern welchem Post vom Gast nuncine zustimmt. Die Frage nach der Zustimmung stellt sich nunmal mit dem Dativ, da kann ich ja nichts für. Und da der Gast zwei Antworten geschrieben hatte, die thematisch nichts miteinander zu tun haben, finde ich die Frage berechtigt, welchem dieser Posts nuncine zustimmt. Ansonsten hieße es ja auch "Wem seinen Posts", gell.
Hallo nuncine Oxymoronisch kannst du gar nicht finden, weil es in diesem Kontext eigentlich "falsch" ist. Ich habe es kurzerhand als Adjektiv zum Oxymoron erfunden. Das findest du sogar bei Wikipedia.
Tintenfass
PS: IQ-Tests hab ich noch keine gemacht. Tut das weh? Oder muss man da auch nur in ein Röhrchen pusten wie beim Alkoholtest?
ich denke ja immer, von mir auf andere schließend, dass man einen Text ins Internet - bzw. in dieses Forum - stellt, weil man Antwort (Neudeutsch: Feedback) in jeglicher Form erwartet. Drum möchte ich dir mal schreiben, was ich an diesem Text außergewöhnlich finde.
Zuerst einmal fällt einem die asymmetrische Form der 3 - 2 - 3 - 3 Verse pro Strophe auf. Sowie auch der eher unstete Rythmus in der Verslänge. Der Titel lässt schon mal auf eine großflächig angelegte Sache schließen.
Dann liest man das Gedicht zum ersten Mal und ist erschüttert von dem Bild, was einem gezeichnet wird. Plastisch und dicht wirken die Worte auf mich, durchdacht und doch spontan. Melancholisch und witzig, tragisch und komisch. Nachdenklich und zum nachdenken anregend (ja da ist ein Unterschied).
Bei der zweiten Lektüre, die jedes Gedicht braucht und verdient, ob es nun Schillers Glocke ist oder dein Wind, reibt man sich an deinem ersten Vers. Genauer an dessen letztem Wort. Hirn. In diese Lautlandschaft passt ein Wort aus der Umgangssprache eigentlich nicht rein. Richtig heißt es GEhirn, oder als Ersatz Geist, Gedanken, …. Dann liest man weiter und reibt sich an blöd. Diese beiden Wörter stören bei der Zweitlektüre. Sie passen nicht in den Klangkontext. Weite Landschaften, über die der Wind fegt - Ich habe die Düne an meinem südfranzösischen Strand vor Augen, wo meinem Hund, einem Labrador, die Ohren nach hinten oben abstehen - sind weder hirnig noch blöd.
Nun aufmerksam, lässt man sich auf eine dritte Lektüre ein. Diese beiden Wörter, die so gar nicht reinzupassen scheinen, machen eben jene oxymoronische Wahrnehmung aus. Wie kann man denken ohne zu schreiben? Man kann reden ohne zu schreiben, bevor man aber etwas zu Papier bringt, muss es in konkretere, verbindlichere Worte fassen, was für viele Menschen über das normale Denken wohl schon hinausgeht. Beim Aufschreiben kommt etwas komplett anderes raus, als was man vorher gedankenlos gesagt hat. Widersprüche in Form, Wortwahl und Ausdruck. Genialer Schachzug oder Versehen? Oder gar, was das Genie von der Masse abhebt?