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  • Thema von Schreiberling im Forum speakers Corner

    Donnerstag düse ich nun mal wieder für fünf Tage nach Mallorca. Kostet ja fast nix - 85 Euro für Hin- und Rückflug ist ja praktisch geschenkt. Werde das zweite Mal auf dieser Insel sein.
    Das erste Mal flog ich notgedrungen (Gruppenzwang) und voller Vorurteile hin. Und ich lernte, das nicht alles so ist, wie es die Medien uns glauben machen wollen. Wir waren in Paguera im Südwesten der Insel. Landschaftlich sehr reizvoll gab es für mich dort viel zu entdecken. Würde so gern die Mandelbaumblüte erleben, hoffentlich kommen wir da nicht zu spät.

    Und wohin fahrt/fliegt ihr am Liebsten in den Urlaub?

  • Thema von Schreiberling im Forum speakers Corner

    Tsunami legt Tempel frei

    von Kristian Büsch

    Durch die enorme Kraft des Tsunamis wurden ganze Küstenlinien verschoben. Bei aller Zerstörung kam aber auch Unerwartetes zutage. Als die Wassermassen sich zurückzogen, trugen sie riesige Mengen von Sand ab. In der Nähe des weltbekannten Mahabalipuram-Tempels 70 Kilometer südlich von Madras legten die Fluten so mehrere große Granitobjekte aus vermutlich dem siebten Jahrhundert frei.





    Dabei handelt es sich um die Überreste eines Hauses, einem nur halbfertigen Elefanten aus Granit und zwei Löwen. Obwohl verwittert lässt sich vor allem die Figur des ruhenden Tieres doch gut ausmachen. Der zweite Löwe ist sitzend dargestellt; beide Figuren sind aus einem einzigen großen Granitblock gehauen, ein Hinweis auf die Meisterschaft des Bildhauers.

    Die Ornamente an den Mauerresten ähneln denen am Mahabalipuram-Tempel, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben wurde als eines der ältesten Beispiele dravidianischer Kultur. Mit den aktuellen Entdeckungen steigt Mahabalipuram auf zu einem der bedeutendsten Fundorte der Pallava-Dynastie auf, berühmt für die Meisterschaft ihrer Steinmetze.

    Die Experten vom ASI (Archeological Survey of India) glauben, dass sie auf die Überreste einer alten Hafenstadt gestoßen sind. Dazu passen die Berichte von Augenzeugen, die am Tag der Katastrophe am Strand waren.

    Als sich das Wasser kurz vor dem Eintreffen der Flutwelle zurückzog, konnte man in einiger Entfernung am Meeresboden verschiedene Skulpturen und die Überreste eines Tempels ausmachen.

    Die Küstenregion um Tamil Nadu gilt Archäologen schon lange als wahre Schatzkammer. Tief im Meer versunken finden sich ganze Städte, und die See ist voll von untergegangenen Tempeln und anderen Strukturen. Das National Institute of Oceanography forscht schon seit längerem an gleich mehrere Stellen im Golf von Bengalen. Dazu gehört auch die Küste vor Mahabalipuram.

    Alte Reisenberichte aus der Region – sie lassen sich bis ins siebente Jahrhundert zurückverfolgen – erwähnen die legendären sieben Tempeln von Tamil Nadu, zu denen höchst wahrscheinlich der Mahabalipuram-Tempel gehört. Die anderen sechs sind demnach im Meer versunken. Dass an dieser Legende etwas dran ist, bezweifelt mittlerweile eigentlich niemand mehr.

    Vor einigen Jahren machte der Unterwasserarchäologe und passionierte Atlantisforscher Graham Hancock Schlagzeilen, als er nahe Poompuhar eine versunkene Stadt fand, die angeblich 15.000 Jahre alt und von einer 120 Meter hohen Flutwelle hinweggefegt worden sei. Er blieb zwar bis heute eine Erklärung schuldig, wie er auf die Zahlen kommt, doch wundert das eigentlich niemanden.

    Die Experten von ASI und National Institute of Oceanography glauben, dass die Orte einer massiven Küstenerosion zum Opfer gefallen sind. Die hinduistischen Pallava beherrschten das südliche Indien zwischen dem ersten und siebenten Jahrhundert. Die Arbeiten ihrer Steinmetze gehören zum Besten, was in Indien jemals hervorgebracht wurde. Die Aufregung der Archäologen lässt sich gut nachvollziehen.

    Aus der Region erwarten wir in den nächsten Jahren noch einige Überraschungen. Und zumindest in einem hat Hancock recht: Es gibt Indizien, dass die Region schon sehr lange besiedelt ist. Ob sich hier wie er glaubt, die Wiege der Zivilisation befindet, lässt sich noch nicht sagen. Dass Indien eine der ältesten Hochkulturen hervorgebracht hat, ist aber schon lange bekannt.

    Zu besonderem Ruhm brachte es in diesen Tagen allerdings ein anderes "Geschenk" des Tsunamis. Bei dem Unglück wurde auch eine etwa 20 Zentimeter große Buddhastatue an Land gespült. Sie besteht aus Bronze und stammt vermutlich aus Myanmar oder Thailand. Die Figur war Berichten zufolge in einem kleinen Körbchen, das an ein Bambusfloß gebunden war. Ein Sprecher der ASI erklärte, dass man gegenwärtig versuche, den Eigentümer der Skulptur zu finden. Sollte dies nicht gelingen, wird sie wohl an ein Museum in Indien gehen.





    gefunden bei http://www.freenet.de/freenet/wissenscha...nadu/index.html

  • Seit Jahren beobachte ich, dass Firmenmanager sich immer hemmungsloser an ihren Unternehmen bedienen. Da gibt es zum Beispiel einen Herrn Ackermann, seines Zeichens Vorstandschef der Deutschen Bank AG, der meint, sein Salär von 16 Millionen Euro im Jahr sei angemessen. Meiner Meinung nach "bestiehlt" dieser Mann seine Kunden und Aktionäre.
    Ganz Deutschland spart im Gesundheitswesen. Doch nun erhöhen sich einige Vorstände der Krankenkassen ihr Einkommen um zum Teil bis zu 36.000 Euro im Jahr.
    Ob Mobilcom, Lufthansa, Mannesmann, überall greifen die Spitzenmanager ungeniert zu.

    Was meint ihr dazu? Ist das gerecht? Wieviel kann eine Spitzenkraft verdienen, das man wirklich noch von "verdienen" sprechen kann?

  • Hier eine Abschrift aus einem Artikel des aktuellen SPIEGEL Nr.11/14.03.2005, Seite 109

    Zitat

    Dominante Freunde

    Deutsche Militärs kritisieren die Allgegenwart amerikanischer und britischer Berater in den afghanischen Regierungsstellen. Obwohl die Bundeswehr mit 2000 Soldaten das größte Kontigent der ISAF-Einheiten stellt, sei ihr Einfluss in Afghanistan vergleichsweise gering: "Wir sind in Schlüsselpositionen so gut wie nicht vertreten", sagt ein Offizier. Wo immer hohe Bundeswehr-Leute afghanische Minister oder Generäle treffen, sitzt ein sogenannter Mentor mit am Tisch. Der neue Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak beispielsweise wird ständig von einem jungen Zivilisten aus dem Londoner Verteidigungsressort begleitet. Generalstabschef Bismullah Khan oder der für Kabul zuständige Generalmajor Mohammed Moeen erscheinen grundsätzlich mit einem uniformierten amerikanischen Begleiter. Alle wesentlichen Entscheidungen würden durch diese Mentoren getroffen, sagen die Deutschen.
    So hätten die Amerikaner bei der Aufgabenverteilung der neuen afghanischen Armee gegen den Rat deutscher und französischer ISAF-Offiziere durchgesetzt, die mehr Unterstützung für die Wiederaufbauteams in den Provinzen wünschten. Bei der Polizeischulung, für die das Berliner Innenministerium zuständig ist, bemühten sich die Deutschen vergeblich um eine gründliche Ausbildung auch der niederen Dienstränge. Chefberater von Innenminister Ali Ahmed Jalali ist ein Amerikaner. Die amerikanischen Berater lassen solche Klagen kalt: Den deutschen Freunden bleibe ja Einfluss auf der mittleren Ebene – dort seien noch jede Menge Positionen vakant.



    Allen Propagandisten zum Trotz, das Sagen in Afghanistan haben die Mentoren, die Briten und Amerikaner. Wer schwafelt da noch über Demokratie? Die USA und GB haben in Afghanistan eine Vasallenregierung installiert, und wir bezahlen diesen Mist auch noch. Mist deshalb, weil es nicht um die afghanischen Bürger geht, sondern um die INteressen der USA und GB.

    Interessant auch, wie die Amerikaner „Freundschaft“ definieren. Sie sagen was gemacht wird, und wir haben es auszuführen und zu bezahlen?! Nein, danke!

  • Thema von Schreiberling im Forum speakers Corner

    Hallo liebe Mitschreiberlinge...
    im Radio erfuhr ich, dass der heutige Tag von der UNESCO zum Welttag der POESIE ausgerufen wurde. Was haltet ihr davon? Kann so ein Tag/Titel die Autorinnen in ihrem Tun bestärken?
    Viele Grüße
    vom Schreiberling

  • http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/reg...ak/khalisi.html

    Zitat
    "US-Abzug ist die einzige Lösung"
    Interview mit Scheich Hadi Al Khalisi* von der politischen Plattform "Irakischer Nationaler Gründungskongreß" (INFC)

    Das Gespräch mit Scheich Hadi Al Khalisi führte Rüdiger Göbel.**

    F: Der amerikanisch-afghanische Ölmanager und und Strippenzieher Zalmay Khalilzad, derzeit US-Botschafter in Afghanistan, soll auf den Posten von John Negroponte folgen und nächster Botschafter im Irak werden. Welche Ratschläge können Sie Bushs erstem Mann in Bagdad geben, die Probleme im Zweistromland zu lösen?

    Nun, wird Zalmay Khalilzad als Botschafter der Afghanen in den Irak kommen, oder als Botschafter der Amerikaner? Als Botschafter der Afghanen wäre er willkommen. Als Botschafter Bushs kann ich ihm nur empfehlen, seinem Präsidenten zügig mitzuteilen, daß seine Okkupation ein krimineller Akt gegen die Bevölkerung ist und daher umgehend beendet werden muß. Die US-Truppen und alle, die mit ihnen in den Irak gekommen sind, müssen abziehen. Das ist die Voraussetzung für Stabilität und Sicherheit. Der Abzug ist die einzige Lösung für den Irak.

    F: Nicht wenige sind der Meinung, gerade im Fall eines Abzugs der US-Truppen brechen Chaos und Bürgerkrieg aus.

    Das ist doch von den Besatzern verbreitete Propaganda. Vor der US-Aggression und der Besatzung gab es Stabilität im Irak. Die Besatzung als solche sorgt für das Chaos und führt zu Auflehnung und Widerstand. In denjenigen Städten und Regionen im Irak, in denen die Iraker die Oberhand haben, gibt es keine Probleme. Nehmen Sie Khadimije nördlich von Bagdad. Als die Amerikaner als Besatzer einrückten, regte sich Widerstand, es kam zu Kämpfen und Toten. Erst als die US-Truppen die Stadt wieder verlassen hatten, herrschte Ruhe und Ordnung.

    Im Prinzip wollen die Amerikaner Blutvergießen und Chaos. Ihnen liegt weder an Stabilität noch an Sicherheit. Die Unordnung kommt nicht zuletzt Israel entgegen. Chaos und Instabilität im Irak bedeuten aus israelischer Perspektive Stabilität und Sicherheit für Israel. Zu dieser Sicherheitsdoktrin gehört auch, den Zentralismus in den verschiedenen arabischen Ländern zu schwächen. Je stärker ein Land wie der Irak föderalisiert wird, desto besser. Was hat ein kleines Bundesland schon zu melden?

    F: Folgt man der hiesigen Berichterstattung, dann gibt es im Irak Kurden und Schiiten, die an den Wahlen Ende Januar teilgenommen, sowie Sunniten, die das Spektakel boykottiert haben; hinzu kommen Christen, Turkmenen und andere kleinere Minderheiten, die immer mehr terrorisiert werden – gibt es im Irak noch Iraker?

    Genau darum geht es doch: Der Irak soll als Einheit von der Landkarte verschwinden, und dafür muß er aus dem Bewußtsein der Menschen gelöscht werden. 98 Prozent der irakischen Bevölkerung sind Muslime. Auch die Kurden sind Muslime. Alle zusammen sind wir Iraker.

    F: Nach Angaben der Besatzer haben gut 50 Prozent der wahlberechtigten Iraker an den Wahlen vom 30. Januar teilgenommen. Mit der Abstimmung für das Nationalparlament sei eine neue Ära der Demokratie angebrochen, heißt es. Welche Handlungsmöglichkeiten haben das Parlament und die neue irakische Regierung unter US-Besatzung?

    Zu sagen hat eine solche Regierung nichts. Mit den Wahlen sollten Institutionen legitimiert werden, die von den Amerikanern gegründet wurden. Als die US-Armee vor zwei Jahren in den Irak einmarschierte, wurde von Paul Bremer ein »Provisorischer Rat« mit 25 handverlesenen Mitgliedern ins Leben gerufen. Von denen durfte dann jeder zwei, drei Freunde vorschlagen, die als »Provisorische Regierung« fungierten. Von dieser wurden nichtöffentliche Listen aufgestellt für die Wahl am 30. Januar. Jetzt ist die Clique auf 275 Personen angewachsen. Genauso ist es mit Hamid Karsai in Afghanistan abgelaufen. Was hat das mit Demokratie zu tun?

    George W. Bush hatte darauf bestanden, daß die Wahlen im Irak am 30. Januar stattfinden. Um jeden Preis. Es ging einzig darum, die ganze Geschichte in den USA gut zu verkaufen. Der US-Präsident hatte zuvor offen gesagt, wir werden all diejenigen unterstützen, die uns unterstützen. Das ist eine Beleidigung und Verachtung der Bevölkerung.

    Und das ist noch nicht alles: Im Fall des Libanon hatte Bush kürzlich erklärt, es könne keine freie Wahl geben, solange das Land von syrischen Truppen besetzt sei. Im Irak müssen die Besatzer für eine freie Wahl bleiben, und in Libanon sollen die Besatzungstruppen raus? Im Weißen Haus herrscht eine eigenartige Logik.

    F: Nach US-Angaben hatten 42 Prozent der wahlberechtigten Iraker nicht abgestimmt. Werten Sie dies als Erfolg für die Boykottbewegung?

    Zufrieden sein kann man mit diesem Ergebnis natürlich nicht. Doch das Zerrbild, das in den westlichen Medien gezeichnet wurde, muß korrigiert werden: Es ist nicht wahr, daß die Schiiten alle gewählt und die Sunniten alle boykottiert haben. Viele Sunniten hatten an der Wahl teilgenommen, und umgekehrt hatten Schiiten auch zum Boykott aufgerufen. Es gibt keine klare Trennung zwischen Religionen oder Nationalitäten. Wenn, dann verläuft eine Grenze zwischen denen, die den Irak als ihr Land und ihre Heimat sehen, und den Besatzern.

    F: Heißt das, alle, die gewählt haben, sind Kollaborateure?

    Die meisten Wähler wissen nicht, was sich wirklich abspielt. Es gab keine Wahlprogramme und keinen Wahlkampf. Interessierte konnten sich mit den Kandidaten nicht auseinandersetzen. Nicht eine Wahlversammlung fand statt. Statt dessen gab es TV-Spots für Wahllisten.

    Viele Iraker folgten islamischen Gelehrten, allen voran Al Sistani, der zur Teilnahme an der Wahl aufgerufen hatte. Nur deswegen haben sie an dem Spektakel teilgenommen. Hätte jeder, der jetzt zur Nationalversammlung gewählt wurde, für sich alleine als Kandidat antreten müssen, wäre die Zusammensetzung wohl eine andere.

    F: Kommen wir zum Kernproblem: Wie kann die Besatzung beendet werden?

    Letztlich muß die irakische Bevölkerung ein Zeichen setzen, daß die Besatzer unerwünscht sind. Paul Bremer hatte bei seinem Amtsantritt erklärt: »Wir wollen nicht hierbleiben, wenn uns die Bevölkerung nicht akzeptiert.« Das Nein zur Besatzung kann unterschiedlich zur Geltung gebracht werden. Jede Ablehnung seitens der Bevölkerung ist legitim, auch mit Waffengewalt.

    Im Unterschied zum Irak sind die syrischen Truppen auf Bitten der libanesischen Regierung einmarschiert. Es gibt Verträge zwischen der libanesischen und syrischen Regierung über die ausländische Präsenz. Im Fall des Irak handelt es sich um eine Aggression. Die Besetzung ist illegal.

    F: Halten Sie die Entführung ausländischer Journalisten für ein legitimes oder hilfreiches Mittel im Kampf gegen die Besatzung?

    Das ist keine gute Methode. Wir lehnen dies ab und haben dies immer wieder erklärt. Es gibt sehr viele ausländische Journalisten, die dem irakischen Volk verbunden und bei ihm willkommen sind. Wem nützt es, wenn solche Leute verschleppt werden? Kann es nicht sein, daß die Entführungen veranstaltet werden, um den echten Widerstand zu diskreditieren?

    F: In den vergangenen Monaten häuften sich Angriffe auf irakische Polizisten und sogenannte Nationalgardisten. Zählen sie alle zum Besatzungsregime? Gibt es für derartige Angriffe Verständnis in der irakischen Bevölkerung?

    Um es noch einmal deutlich zu sagen: Alle Aktionen, die sich nicht eindeutig gegen die Besatzer richten, nützen letztlich diesen. Alles, was sich gegen die Zivilbevölkerung richtet, ist Terrorismus und hat mit dem Widerstand nichts zu tun!

    F: Wer zählt zum Widerstand?

    Jeder Iraker, der seine Heimat und sein Volk schützt und dafür kämpft. Jeder, der dabei stirbt, ist ein Märtyrer.

    F: Die Amerikaner sagen immer wieder, es gäbe auch viele ausländische Terroristen im Irak.

    Die US-Armee hatte in Falludscha nach eigenen Angaben mehr als 1 000 »Terroristen« verhaftet. Fragen Sie die Amerikaner, unter den Verhafteten befinden sich nur ein paar Ausländer. Sie spielen eher eine marginale Rolle im bewaffneten Kampf. Gleichzeitig sollten wir nie vergessen: Die Amerikaner stellen den Großteil bewaffneter Ausländer im Irak!

    F: Nichtsdestotrotz, hierzulande ist das Bild vom Widerstand geprägt durch die endlosen Meldungen über Musab Al Sarkawi, Berichten über Entführungen und brutale Enthauptungsvideos. Vielen fällt es angesichts dessen schwer, sich mit dem Kampf gegen das US-Besatzungsregime zu solidarisieren.

    Wer ist denn diese Person, die den Amerikanern angeblich solche Schwierigkeiten bereitet? Es muß ein Übermensch sein. Er läuft auf einem Bein und entkommt ihnen doch immer wieder! Oder ist er ein Engel, ein Teufel, ein neuer fiktiver Superman? Bei vielen Irakern herrschen Zweifel, ob Al Sarkawi wirklich existiert. Den Amerikanern wiederum verhilft diese Personalisierung zur Rechtfertigung und Fortsetzung ihrer Aggression.

    Die irakischen Widerstandsgruppen aber agieren immer in dem Gebiet, aus dem sie auch kommen. Sie verteidigen sich, ihre Familien und ihr Land.

    Das wissen letztlich auch die Besatzer. Und doch geben sie immer wieder die Parole aus, wer gegen die Amerikaner ist, der ist für Saddam. Doch man muß weder für Saddam noch für die Amerikaner sein. Es gibt eine Alternative, eine dritte Haltung: das Eintreten für den Irak als Land und Nation, das Eintreten für die irakische Bevölkerung. Im INFC engagieren wir uns für unser Land und für unsere Leute. Viele von uns standen unter Beobachtung von Saddam. Aber deswegen sind wir doch heute nicht für die Amerikaner. Meine Nichte kam unter Saddam Hussein ins Gefängnis und wurde gefoltert – zu der Zeit wurde er von den USA unterstützt.

    F: Kann eine starke zivile Protestbewegung die Besatzungsmacht nicht ebenso herausfordern? Stellen wir uns vor, eine Million Iraker würde die mächtige US-Botschaft in der »grünen Zone« im Zentrum Bagdads belagern, über Tage und Wochen.

    Im Prinzip gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten. Der bewaffnete Widerstand ist im Irak gegenwärtig aber einfach effektiver. Die Masse der irakischen Bevölkerung muß ums tägliche Überleben kämpfen. Es gibt selten Strom, kaum sauberes Wasser. Selbst für Benzin muß man stundenlang anstehen – in einem Land mit gigantischen Erdölreserven! Die Infrastruktur des Landes wurde durch Kriege und jahrelange Sanktionen zerstört. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Zwei Jahre nach Beginn der US-Invasion sterben im Irak Tausende an eigentlich einfach heilbaren Krankheiten, weil es an Medikamenten und vernünftig ausgestatteten Hospitälern mangelt. Der Irak ist zu einer großen Ruine geworden.

    F: Ist schon absehbar, bis wann die US-Truppen abziehen?

    Die Amerikaner sind erschöpft. Immer mehr Verbündete kehren ihnen den Rücken und verlegen ihre Truppen zurück in ihre Länder. In Washington ist man bemüht, eine Möglichkeit zu finden, mehr und mehr US-Soldaten abzuziehen und gleichzeitig das Land weiter zu kontrollieren. Die Iraker wollen den Abzug aller Amerikaner. Sie dürfen nicht erhobenen Hauptes abrücken, mit einem Erfolgslächeln im Gesicht. Krieg und Besatzung sind keine Erfolgsstory. Das müssen auch die Amerikaner begreifen. Selbst die Kräfte, die an den Wahlen Ende Januar teilgenommen haben, fordern letztlich den Abzug der Truppen. Die USA müssen endlich einen Zeitplan dafür vorlegen.

    F: Zumindest die kurdischen Clanführer sowie die im Zuge des US-Krieges in den Irak zurückgekehrten Exiliraker – Stichwort Achmed Chalabi – dürften einem Abzug der US-Truppen nicht unbedingt zustimmen.

    Wenn die Amerikaner unser Land verlassen, dürften auch die führenden Kollaborateure gehen. Sie haben keinerlei Rückhalt in der Bevölkerung. Niemand wird ihnen eine Träne hinterherweinen.

    F: Wie wichtig ist die internationale Solidarität für den irakischen Kampf gegen die Besatzung?

    Die internationale Zusammenarbeit ist von enormer Bedeutung. Für die Iraker ist es wichtig, daß es in aller Welt Menschen gibt, die um ihre Situation wissen. Meldungen über Proteste oder eine Konferenz wie die in Berlin am vergangenen Wochenende machen uns Mut. Wir wissen, daß wir nicht allein sind. Wir brauchen in diesen dunklen Zeiten alle nur erdenklichen Formen der Unterstützung. Am allerwichtigsten ist allerdings, die Bevölkerung im jeweils eigenen Land über die Kriegslügen und Besatzungsverbrechen aufzuklären. Damit ist uns am meisten geholfen.

    * Scheich Hadi Al Khalisi lebt in Bagdad und gehört zu den Gründern der politischen Plattform "Irakischer Nationaler Gründungskongreß" (INFC). Er nahm am 12. März an der Internationalen Irak-Konferenz "Besatzung, Widerstand, internationale Solidarität" in Berlin teil (www.irakkonferenz.de)


  • Zitat
    Bekenntnisse eines Killers

    Von Thomas Schulz

    In einem Enthüllungsbuch beschreibt John Perkins seine Arbeit als "ökonomischer Auftragsmörder" der USA: Er sollte, behauptet er, Dritte-Welt-Staaten ruinieren und so politisch gefügig machen.Das Haus liegt versteckt an einem künstlichen Kanal unter Palmen und Mangroven. Es ist ein altes Haus, einstöckig, hölzern, hellgelb gestrichen, und als es in den fünfziger Jahren gebaut wurde, war es sicher etwas Besonderes. Jetzt sticht es seltsam heraus unter all den umliegenden neuen Luxusvillen mit den großen Geländewagen in der Einfahrt. Palm Beach, Florida, ist eine Gegend für Neureiche.


    Vor der Tür steht John Perkins, 60, und auch seine großen Zeiten liegen schon lange hinter ihm. "Kommen Sie, kommen Sie", sagt er und führt hinein in ein Wohnzimmer, das kaum etwas verrät über die 15 Jahre, die sein Besitzer zwischen Ecuador und Saudi-Arabien, Panama und Südostasien verbrachte. Nur auf dem Marmorkamin stehen zwei buntbemalte hölzerne Puppen aus Indonesien. "Die stammen noch aus meiner Lehrzeit", sagt Perkins, "meiner Lehrzeit als Wirtschaftskiller."

    Es ist eine seltsame, eine fast unglaubliche Geschichte, die der schlaksige Mann mit leiser, aber eindinglicher Stimme erzählt. Von 1971 bis 1981 sei er im Auftrag der USA als verdeckter "Economic Hit Man" unterwegs gewesen. Sein erklärtes Ziel: "Mit viel Geld Regierungen von Dritte-Welt-Ländern in ein Netzwerk aus US-Interessen hineinzuziehen und sie in eine finanzielle Abhängigkeit zu befördern, die sie für die USA wirtschaftlich und politisch steuerbar macht." Kurz: Volkswirtschaften zu ruinieren.

    Perkins hat über diese Zeit ein Buch geschrieben: "Bekenntnisse eines Economic Hit Man". Nur wenige Wochen nach Erscheinen im vergangenen November kletterte es bis auf Platz neun der "New York Times"-Bestsellerliste - fast ausschließlich über Mundpropaganda. Zeitweilig führte es sogar die Amazon-Verkaufsliste an.

    Vergangene Woche erschien das Buch auch in Deutschland, Veröffentlichungen in etlichen anderen Ländern, von Japan bis Italien, folgen in den nächsten Wochen.

    Perkins ist überrascht von seinem Erfolg. Er hätte sich eigentlich "vor allem das schlechte Gewissen von der Seele schreiben" wollen. Denn revolutionär sei seine Geschichte eigentlich gar nicht.

    Vielleicht liegt es am Titel: "Economic Hit Man", Wirtschaftskiller, das klingt doch, als hätte es sich der Verlags-PR-Chef mit Schaum vor dem Mund ausgedacht. Nein, nein, wehrt Perkins ab, der Begriff sei tatsächlich real, schon 1951 geprägt, als die CIA einen ihrer Agenten auf den Sturz des iranischen Premiers angesetzt hatte, nachdem der die Ölindustrie verstaatlicht hatte. Natürlich sei es keine offizielle Bezeichnung, eher ironisch gemeint, aber in eingeweihten Kreisen tatsächlich gebräuchlich.

    Und wie, bitte schön, verübt man einen Anschlag auf eine Volkswirtschaft? "Vor allem mit Großkrediten", sagt Perkins. Seine Aufgabe sei es gewesen, ausgewählten Ländern völlig überzogene Milliardenkredite für neue Infrastruktur zu vermitteln, die aber finanziell gar nicht zu verkraften waren: "Wasserkraftwerke in Ecuador, Elektrifizierungsprojekte in Indonesien, Flughäfen in Mittelamerika". Er habe vor allem für die traditionell US-geführte Weltbank und die US-Entwicklungshilfebehörde manipulierte Finanzpläne aufgestellt, um die Kredite zu rechtfertigen: "Es ist gar nicht schwer, einen vermeintlich immensen Anstieg des Bruttosozialprodukts vorzugaukeln, wenn man mit den Daten geschickt trickst."

    Die Milliardenkredite seien dann ausschließlich in Aufträge für US-Großkonzerne wie Bechtel und Halliburton geflossen. Oder an MAIN, eine internationale Consultingfirma, für die Perkins als Chefvolkswirt arbeitete und deren Hauptkunde die Weltbank war.

    "Letztlich verlässt das meiste Geld die USA nie", sagt er mit der emotionslosen Stimme eines Vortragenden, als hielte er eine Vorlesung vor unwissenden Erstsemestlern. "Es wird bloß von den Banken in Washington zu den Konzernzentralen in Houston, New York oder San Francisco umgeleitet."

    Großbildansicht
    Findet er das verwerflich, hat er deshalb das Buch geschrieben? Nein, sagt Perkins, ihm gehe es darum, den Vorhang zu lüften, einen Blick hinter die Kulissen amerikanischer Politik zu gestatten. Denn was wie Entwicklungshilfe erscheine - all die Milliarden, die in strategisch relevante Regionen gepumpt wurden -, sei bloß besser getarnte Machtpolitik mit nur einem Ziel: politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA herzustellen.

    "Wenn wir unsere Arbeit richtig gemacht hatten, wurde das Empfängerland nach ein paar Jahren von der Schuldenlast erdrückt und musste die Zahlungen sowohl an die amerikanischen Förderbanken als auch die US-Konzerne einstellen", sagt Perkins. Dann seien die eigentlichen Forderungen gekommen: "Kontrolle über Uno-Voten, Installation von Militärbasen, Zugang zu Ressourcen wie Öl oder den Panamakanal."

    Doch was sollte die Motivation der Regierungen von Panama oder Ecuador und all der anderen von Perkins erwähnten Beispiele sein, das eigene Land zu ruinieren? Auch für diese Motivation war Perkins nach eigener Aussage zuständig: "Bestechung, persönliche Bereicherung, Wahlmanipulation".

    Das klingt nach Verschwörungstheorie. Doch dagegen wehrt sich Perkins heftig: "In diesen Topf lasse ich mich nicht werfen." Zumal Verschwörungen ja stets den Anstrich des Illegalen hätten. "Aber genau das war doch das Perfide meiner Arbeit: Offiziell war alles höchst legal."

    Deswegen sei er auch "nie offiziell" US-Agent gewesen. Zwar habe er 1968 die Aufnahmeprüfung für den amerikanischen Geheimdienst NSA bestanden. Allerdings warb ihn kurz vor Dienstantritt die Unternehmensberatung MAIN ab, die heute im Mischkonzern Parsons aufgegangen ist.

    Für Perkins ist aber klar: "Mir wurde explizit bedeutet, dass ich nur vordergründig als Unternehmensberater, in Wirklichkeit aber als NSA-Instrument arbeiten würde." Entsprechend hätten ihn Drohungen und Bestechungen auch bis heute davon abgehalten, ein Enthüllungsbuch zu schreiben, erklärt Perkins die 20-jährige Lücke zwischen Buch und seinem letzten Einsatz.

    Andererseits sind die Zeiten auch äußerst günstig für Bücher, die sich kritisch mit dem amerikanischen Auftreten in der Welt beschäftigen - auch in den USA. Der Erfolg von Michael Moore hat in den vergangenen Monaten bereits mehr als einen Nachahmer auf den Plan gerufen. Und auch Perkins lässt sich immer wieder über "den imperialen Antrieb der USA" aus. Bloß will er damit auf keinen Fall "unamerikanisch" wirken. Er wolle vielmehr, sagt er, "eine Fehlentwicklung aufzeigen, an der ich selbst mitgewirkt habe".

    Das Medieninteresse an seinen Erzählungen ist jedenfalls gewaltig: Gerade war ein Kamerateam des ORF da, später stehen noch Interviews mit Radiostationen in Brasilien und Malaysia an. Die wichtigen amerikanischen Medien dagegen ignorieren ihn trotz des Verkaufserfolgs.

    Perkins wirkt keineswegs wie ein durchgeknallter Verschwörungstheoretiker oder linkslastiger Agitator - sondern eher erschreckend harmlos. Und gutsituiert ist er offenbar, dank hochdotierter Beraterjobs bei Energiekonzernen. Im Wohnzimmer stehen cremefarbene Ledersofas auf poliertem Marmorfußboden, der Blick fällt auf den kleinen Pool und die Yachten im Kanal dahinter.

    Tatsächlich klingen seine "Bekenntnisse" über die Verquickungen amerikanischer Politik und Wirtschaft doch nicht so unglaublich, erinnert man sich an manche inzwischen gutdokumentierte Geschichte aus der jüngeren Vergangenheit.

    Da ist etwa der höchst bizarre, aber fast vergessene Fall der United Fruit Company, heute bekannt als "Chiquita": Als 1953 der Präsident von Guatemala einen Teil der riesigen Plantagen des US-Konzerns in dem lateinamerikanischen Land enteignete und an Kleinbauern verteilte, wurde er wenig später mit CIA-Unterstützung aus dem Amt geputscht, und amerikanische Piloten bombardierten die Hauptstadt.

    Die Umstände erinnerten an einen schlechten Hollywood-Thriller: Der damalige CIA-Direktor Allen Dulles und sein Bruder, Außenminister John Foster Dulles, waren die Firmenanwälte, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Henry Cabot Lodge, war United-Fruit-Großaktionär.

    Ähnlich dubios und dokumentiert sind die Verwicklungen der heutigen Bush-Regierung mit der Ölindustrie und dem Großkonzern Halliburton, der eine führende Rolle beim Aufbau des Irak spielt.

    Und natürlich kommt Perkins die von US-Präsident George W. Bush gerade vorletzte Woche bekanntgegebene Nominierung von Paul Wolfowitz als neuem Chef der Weltbank gerade recht: Der stellvertretende Verteidigungsminister gilt als erzkonservativer Falke und Expansionist, seine Ernennung löste vor allem bei Entwicklungshilfeorganisationen heftige Proteste aus.

    Doch was kann Perkins von seinen eigenen Erlebnissen konkret belegen? Welche Beweise gibt es, dass "Wirtschaftskiller" auch heute noch etwa in Venezuela im Auftrag der USA unterwegs sind, wie er behauptet?

    Perkins arbeitet nicht mit Dokumenten, und auch detaillierte Zahlen aus einzelnen Projekten nennt er nicht. Das Buch sei nicht für Wirtschaftsfachleute geschrieben, sagt er, sondern für jedermann. Allerdings, sagt er dann, sei ihm bewusst, dass die Frage nach Belegen und detaillierten Daten beantwortet werden müsse: "Es ist wohl Zeit für ein zweites Buch."


    Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,348103,00.html

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Original gepostet von Miss Rainstar


    http://gedichte-bibliothek.de/Wettbewerb...b_formular.html

    unter diesem Link könnt ihr bis 30.04.2005 an einem Gedichtwettbewerb teilnehmen. Ich fand die Seite ganz interessant und wollte sie euch nicht vorenthalten.

    @ schreiberling

    und da in diesem thread nun mal die meisten besucher sind, habe ich den link hiereingestellt...gomen nasai...
    _______________________________
    Denn Märchen sind für Menschen da,
    uns Träume zu bereiten.
    Und Träume sind zum Leben da,
    die Wahrheit sie begleiten.
    [a.k. von s.t.]
    www.rains-schwarze-literatur.de


    Hallo Rain,
    Wettbewerbe sollten besser hier stehen. Jeder Besucher bekommt ja die aktuellsten Beiträge des Forums angezeigt. Da geht der Beitrag schon nicht unter.

    @all
    wenn ihr von Schreibwettbewerben erfahrt, so stellt diese hier vor. Vielen Dank.
    Viele Grüße vom
    Schreiberling


    [ Editiert von Administrator Schreiberling am 16.04.05 15:38 ]

  • Zugesandt per mail von: Ivapiva***
    An: Schreiberling@jungeautoren.de


    Leben

    Der Zeiger hält nie still,
    Die Zeit macht was sie will,
    Kein Menscheinfluss kann etwas dagegen machen,
    Gegen die Schicksale oder Zufallssachen.

    Das Leben lebt,
    Bis es ein unerwarteter Windstoß davonweht!

  • Hier habe ich aus aktuellem Anlaß einen sehr interessanten Artikel gefunden, der im Grunde mein Bauchgefühl bestätigt.

    Zitat
    Das Event (in Yad Vashem), über das überall berichtet wurde, schreibt Amira Hass,
    habe Eines gezeigt: "Israel macht die Liquidierung der europäischen Juden zu seinem Kapital:
    Unsere ermordeten Angehörigen werden mobilisiert, damit Israel so weitermachen kann und
    sich nicht um internationale Beschlüsse zu scheren braucht, die sich gegen die Besatzung
    richten. Das Leid unserer Eltern in den Gettos und Konzentrationslagern überall in Europa,
    ihr psychischer und physischer Schmerz, ihre Höllenqualen, die sie seit ihrer 'Befreiung'
    Tag für Tag neu erleben – das alles wird zur Waffe, um jegliche internationale
    Kritik an der Gesellschaft, die wir aufgebaut haben, abzuwehren." ...



    Quelle: http://www.aurora-magazin.at/gesellschaf...locaust_frm.htm


    Wie steht ihr dazu? Ich bin in zweiter Generation nach dem 2.Weltkrieg aufgewachsen. Krieg finde ich abscheulich, die Untaten der Nazis, das Leid welches die Hitlertruppen über weite Gebiete der Erde brachten verurteile ich ohne Wenn und Aber. Hat Joschka Fischer Recht, wenn er sagt:

    "Deshalb berührt kaum eine andere Frage das Selbstverständnis des neuen, des demokratischen Deutschlands so tief wie unsere Beziehung zu Israel. Und deswegen sind für uns das Existenzrecht und die Sicherheit des Staates Israel und seiner Bürger uneingeschränkte Verpflichtung."
    http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/au...?archiv_id=6953
    ???

    Bedeutet das unbedingte Bündnistreue, selbst dann, wenn Israel offen in einen Krieg gegen den Iran oder Syrien ziehen würde?

    Bedeutet das, dass wir auf immer und ewig Waffen zum Beispiel U-Boot-Angriffswaffen an Israel liefern (verschenken) müssen, obwohl gerade die wohl kaum Friedenszwecken dienen.

    Bedeutet das, das wir hinnehmen müssen, wenn Israel sich nicht an internationale Beschlüsse hält?

    Ist es bereits ein Tabubruch, wenn man fordert, dass wir nachfolgenden Genrationen in Zukunft auf gleicher Augenhöhe miteinander sprechen, weil wir a) nicht an den Verbrechen beteiligt waren und b) uns eh dem Frieden verpflichtet fühlen?

  • Was in dieser Strafanzeige steht, ist harter Tobak. Ich empfehle dennoch jedem, den Text einmal zu lesen, weil dort klar wird, wie es dazu kam, dass die Bushjunta systematisch ihre Gefangenen erniedrigt, foltert und mitunter gar ermodet. Alles wird von höchster Stelle gewünscht.

    ERst heute sind mehrere Generäle gegen Foltervorwürfe freigesprochen worden. Ein Hohn, wenn man die sehr seriöse Aufstellung der Strafanzeige liest.

    http://www.rav.de/download/Strafanzeige_Rumsfeld_Teil1.pdf
    http://www.rav.de/download/Strafanzeige_Rumsfeld_Teil2.pdf

  • So ratlos wie zur Zeit war ich noch nie. Der Kanzler stellt die Vertrauensfrage und wir, der Souverän, haben die Wahl. Aber wen sollen wir wählen.
    Einige Jahre zuvor, Kohl war überlange an der Macht und seine Kumpaneien unerträglich geworden, habe ich mit viel Hoffnung Grün gewählt. Wenig später beteiligte sich die Bundesrepublik am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien. Hätte mir jemand vor der Wahl gesagt, dass das mit einem Grünen Außenminister möglich wäre, ich hätte den anderen ausgelacht. Heute "verteidigen" wir die Bundesrepublik am Hindukusch und unterstützen den Irakkrieg als Nachschubbasis für Kriegsverbrecher.

    Damals vor der Wahl dachte ich, es muss ein Wechsel her. Ich hatte die Nase voll von unsinnigen Reformen und immer neuen Schulden. Nur ein Beispiel: Nehmen wir nur mal die Gesundheitsreform. Die war damals chaotisch. Doch dann wurde es noch schlimmer. Dank der jetzigen Regierung leben wir in einer zwei-Klassen-Medizin. Wäre Kohl soweit gegangen?

    Schlimmer noch, der durch die Kohlregierung begonnene Sozialabbau, wurde unter Schröder noch forciert. Ist Merkel da das geringere Übel? Mir fehlen Konzepte, Zukunftsvisionen, Lösungen. Keine Partei bietet das im Moment. Es geht ihnen nur noch um die Macht, um Posten und Positionen. Zumindest ist das mein Eindruck.

    Das geringere Übel? Sollte man das wirklich wählen, wobei ich bewusst offen lassen möchte, wer das sein soll. Ich bin ratlos. Was meint ihr?

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Hallo,
    wir sind eine produktionsfirma aus Mainz und sind ständig auf der Suche nach autoren.
    Wir produzieren Audionovelas und starten momentag ein neues Projekt. Unsere Aktuelle Produktion ist das Hörspiel Elli- Die Versuchung.
    Vorraussetzung ist dass ihr dialoge schreiben könnt und keine scheu habt, dass man euch vorgaben macht wie ihr was schreiben sollt.
    also bei interesse meldet euch bei info@die-hoerbar.com
    am besten mit arbeitsproben, damit wir eine vorauswahl treffen können.
    wir freuen uns auf euch
    bis bald
    hörbar


    Habe Euer Posting hierher verschoben, weil es vom Thema hierher gehört. Viele Grüße vom Schreiberling

    [ Editiert von Administrator Schreiberling am 02.06.05 8:23 ]

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Ausschreibung des Lerato-Verlags und DAU-Alarm.de

    Thema: Die dümmsten Anwender Deutschlands

    Jeder kennt sie. Menschen die zu dumm sind einen Eimer Wasser auszukippen oder denen das Verständnis für einfachste technische Zusammenhänge fehlt. Wir suchen ihre Erlebnisse mit den dümmsten Anwendern Deutschlands!

    Haben sie eine solche Geschichten breits erlebt oder sie ist ihnen erzählt worden? Dann bringen sie diese in kurzer, witziger Form zu Papier und beteiligen sich an unserem Wettbewerb. Auf den Seiten von Dau-Alarm.de und dem Lerato-Verlag finden sie kleine amüsante Beispiele, welche Art von Geschichten wir suchen und wie diese schriftstellerisch aufbereitet werden können.

    Die besten Geschichten werden ausgewählt und erscheinen im Herbst dieses Jahres als Buch im Lerato-Verlag.

    Desweiteren suchen wir zur weiteren Gestaltung des Buches Zeichnungen. Kleine witzige Comicbilder, die ihre Geschichte bebildern oder einfach nur zum Thema passen. Es dürfen maximal 5 Zeichnungen eingereicht werden.

    Teilnahmebedingungen:

    Der Wettbewerb steht allen offen.

    Es dürfen mehrere selbstverfasste Geschichten in deutscher Sprache eingereicht werden, die bisher nicht in einem Printmedium veröffentlicht wurden. (Im Internet veröffentlichte Geschichten gelten als nicht veröffentlicht und können daher eingereicht werden.)

    Sowohl die Teilnahme am Wettbewerb als auch die Veröffentlichung im Buch sind kostenlos. Auch sonst entstehen keinerlei Verpflichtungen

    Einsendeschluss ist der 31.07.2005

    Die Geschichten und Zeichnungen können als Word- oder rft-Dokument bzw. als normale EMail an die Email-Adresse dau-geschichten@lerato-verlag.de gesandt werden.
    Geschichten in Papierform oder Originalzeichnungen schicken Sie bitte an folgende Anschrift: (Rücksendung von Zeichnungen oder Geschichten nur bei ausreichend beigelegtem Rückporto)

    Lerato-Verlag
    Daniel Mothes
    Schöninger Straße 12
    39387 Oschersleben

    Zu den Geschichten bzw. Zeichnungen senden Sie bitte Name, Alter und Wohnort, da diese Angaben im Falle einer Veröffentlichung mit abgedruckt werden sollen. Natürlich ist es aber auch möglich die Geschichten unter einem Nickname, bzw. Pseudonym zu veröffentlichen, falls sie nicht „erkannt“ werden möchten.
    Weiterhin sende sie bitte eine kurze Information, wie Sie von dieser Ausschreibung erfahren haben.

    Mit der Einsendung des Beitrags versichert der Teilnehmer, dass die eingesandten Geschichten selbstverfasst sind und keine Rechte Dritter verletzen. Des Weiteren erklärt sich der Teilnehmer damit einverstanden, dass seine Geschichten bzw. Zeichnungen, bei Bedarf, im Buch und auf der Homepage des Lerato-Verlags, sowie Dau-Alarm.de veröffentlicht werden. Ansonsten verbleiben alle Rechte beim Autor.
    Ein Anspruch auf ein Honorar besteht nicht, jedoch kann das Buch bei Veröffentlichung der eingesandten Geschichten bzw. Zeichnungen zum Autorenrabatt erworben werden.

    Wenn Sie Fragen, Anregungen oder Kritik haben, senden Sie bitte eine Mail an die genannte Email-Adresse. Wir werden uns bemühen, zeitnah zu antworten.

    Weitere und ständig aktuallisierte Informationen zur Ausschreibung finden sie auf folgenden Seiten

    http://www.dau-alarm.de
    http://www.lerato-verlag.de

    Habe Euer Posting hierher verschoben, weil es vom Thema hierher gehört. Viele Grüße vom Schreiberling

    [ Editiert von Administrator Schreiberling am 02.06.05 8:26 ]

  • Thema von Schreiberling im Forum speakers Corner

    Liebe Forumsgemeinde,
    offensichtlich scheint es in jedem Forum Menschen zu geben, die meinen, dort ihren Frust an der Menschheit , am Leben oder sonstwas unbedingt an anderen Usern auslassen zu können.

    Ich werde diese Art von Spammerei nicht dulden.

    Nach dem Lesen von den einzigen drei Beiträgen des USER Carrie Bradshaw, in dem er ausschließlich andere USER beleidigt, habe ich mich entschlossen, diesen USER zu sperren.

  • Thema von Schreiberling im Forum Rezensionen

    Zu meinem Geburtstag bekam ich dieses Buch in einer illustrierten Ausgabe geschenkt. Angelegt wie ein Kriminalroman werden in diesem Buch viele interessante "Nebengeschichten" zur Geschichte der Kirche und auch der Menschheit eingeflochten. Spannend erzählt und für Fans von Verschwörungstheorien sehr empfehlenswert. Leider endet das Buch etwas nebulös, was ich nach dem rasanten Verlauf der Geschichte schade finde. Besonders gelungen fand ich, dass es in dem Buch Abbildungen zu allen historischen Bezügen gab.
    Das Buch macht Lust auf die anderen Bücher des Autor.

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    LEseSTOFF sucht Stories zum Thema "Künstlerleben"

    Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander, das ist allegemein bekannt. Dass dies besonders auf kreative Geister zutrifft, ebenfalls. Unter der Überschrift "Künstlerleben" suchen wir deshalb eure Geschichten über durchgedrehte Schriftsteller, abgedrehte Musiker, aufgedrehte Schauspieler, überdrehte Maler.

    Wie immer gilt:
    Kurzgeschichten mit max. 1500 Worten nebst 5zeiliger Kurzvita an
    lesestoffleipzig@aol.com senden.

    Einsendeschluss ist der 31.01.06

    Interessenten wenden sich bitte direkt an die angegebene e-mail Adresse.
    viele Grüße vom
    Schreiberling

  • Thema von Schreiberling im Forum speakers Corner

    Hallo zusammen,
    in letzter Zeit haben die Moderatoren festgestellt, dass sich Pöbeleien (nicht zu verwechseln mit Kritik) anonymer Gäste hier in unserem Forum häufen. Dabei überschreiten diese Beiträge unsere Toleranzgrenze, und das Forum selbst bringen sie sowieso nicht voran.
    An mich wurde nun die Frage gestellt, ob wir das Unterforum "Texte aller Art,Gedichte,Lyrik, Kurzgeschichten" insoweit einschränken, dass nur noch angemeldete USER dort posten dürfen. Jedermann kann alles lesen, will er an der Diskussion der Beiträge teilnehmen, muss er sich im Forum anmelden.

    Was meint Ihr dazu?

    Viele Grüße
    vom Schreiberling

  • Zitat

    KAPITALISMUS / Auch in den USA wird eine rege Diskussion über die Übel der zügellosen Profitwirtschaft geführt
    Gierig bis zum Wahnsinn

    Selbst Konservative sind wegen sozialer Probleme nervös. Langfristig erwarten Beobachter eine Revolte gegen die Macht der Reichen.

    ANDREAS MINK, NEW YORK

    Dagegen nehmen sich Müntes Heuschrecken harmlos aus: Ein Monster stampft über die Kontinente, das der Mutter Erde ihre Schätze entreißt und die Menschheit ins Unglück stürzt. Getrieben wird der „neue Frankenstein“ von einer unstillbaren Gier nach Profit, dem einzigen Daseinszweck dieses Unholds mit der Heimatadresse USA. Diese These präsentiert der an der kanadischen University of British Columbia lehrende Jurist Joel Bakan in seinem 2004 publizierten Buch „The Corporation – Das Ende der Konzerne“, das auch die Vorlage einer in der angelsächsischen Welt viel beachteten TV-Dokumentation geliefert hat. Darin kommen so bekannte Kapitalismus-Kritiker wie Michael Moore und Noam Chomsky zu Wort, der sich vom Sprachwissenschaftler am MIT (Massachusetts Institute of Technology) längst zur Galionsfigur eines heterogenen radikalen Milieus in den USA gewandelt hat. Anschaulich geschrieben, kompakt und gut recherchiert, ist Bakans Buch ein guter Einstieg in die auch in den USA leidenschaftlich geführte Debatte über die Übel des Kapitalismus. Von europäischer Warte mag dabei überraschen, dass die Kritiker einer von gesellschaftlichen Kontrollmechanismen befreiten Marktwirtschaft amerikanischer Prägung nicht nur auf der Linken zu finden sind.

    Der durch Abschlüsse an den Universitäten Oxford und Harvard ausgewiesene Bakan vermeidet die plumpen und verkürzten Argumente eines Moore ebenso wie die für Chomsky charakteristische Selbstinszenierung zum Orakel eines drohenden Weltuntergangs. Sein „Monster“ ist die moderne Aktiengesellschaft, deren Wurzeln in das England des 17. Jahrhunderts zurückreichen. Zu sich selbst gefunden haben die „Corporations“ laut Bakan in den USA im Zeitalter des Eisenbahn-Booms um 1860, während dessen der bis heute geltende rechtliche Unterbau dieser Unternehmensform gelegt wurde. Konstitutiv allein ihren Aktionären verpflichtet, darf die Corporation demnach von vornherein keine Rücksicht auf die Bedürfnisse der Gesellschaften nehmen, in denen sie ihre Geschäfte betreibt. Bakan illustriert dies durch Schlüsselmomente wie die Klage der Gebrüder Dodge gegen den Automobilindustriellen Henry Ford. Der wurde 1916 gerichtlich dazu verdonnert, Gewinne als Dividende an seine Aktionäre (zu denen die Dodges zählten) auszuschütten und nicht – wie geplant – in Form von Preisnachlässen an die Käufer des Fordschen „Model T“. Es gelingt Bakan herauszuarbeiten, wie weitgehend es den großen AGs wie Pfizer, Exxon oder Halliburton gerade unter Bush junior gelungen ist, das politische und regulatorische Umfeld ihren Bedürfnissen anzupassen.

    Durch seinen Fokus auf die Corporations vermeidet Bakan eine umfassendere Perspektive, wie sie Chomsky entwickelt: Als Vater der strukturellen Linguistik ist es für ihn selbstverständlich, den US-Kapitalismus in marxistischer Tradition als komplexes System des Raubes und der Zerstörung zu beschreiben, das Sein und Bewusstsein im Abstrakten ebenso umfasst wie deren konkrete Ausformungen in Märkten, Medien und Politik: Laut Chomsky ist dieses „System“ mit dem Kollaps des Sowjetreiches endgültig „außer Kontrolle geraten“ und nun drauf und dran, den Planeten in den Orkus zu reißen.

    So abgehoben Chomsky im Detail argumentieren mag, so mitreißend sind seine flammenden Anklagen gerade gegen die derzeitigen Machthaber im Weißen Haus. Seit den Anschlägen vom September 2001 kann sich der 76-Jährige den aus aller Welt bei ihm in Cambridge (Massachusetts) eintreffenden Nachfragen für Interviews und öffentliche Auftritte nicht mehr erwehren. Er hat seither dennoch Zeit für fünf Bücher gefunden, die fast durchweg sechsstellige Auflagen erreicht haben – dies ohne Marketing und ohne Rezensionen in den großen Zeitungen. Für Chomskys Jünger unter Studenten oder den Radikalen in der Anti-Globalisierungs-Bewegung ist dies nur ein weiterer Beweis für die Thesen des gebrechlich wirkenden, aber überaus produktiven Emeritus.

    Trotz ihrer weiten Verbreitung haben die Texte des feurigen Schriftgelehrten indes kaum Widerhall in der politischen Arena gefunden. Chomsky hat sich zwar im vergangenen Herbst zu dem arg in die Jahre gekommenen grünen Präsidentschaftskandidaten Ralph Nader bekannt, aber dahin wollten ihm seine Anhänger offensichtlich dann doch nicht folgen. Ungleich größere Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit und in den inneren Bezirken der Macht konnte mit Kevin Phillips ein Konservativer finden, dessen Zorn auf die Bush-Regierung und die Macht der Konzerne ein viel sagender Indikator für das tiefe Unbehagen ist, das Amerikaner aller Schichten derzeit umtreibt. Aus einer etablierten New Yorker Familie stammend, war dieser Absolvent der Harvard Law School noch keine 30, als er der Wahlkampagne von Richard Nixon 1967 mit seinem Buch „The Emerging Republican Majority“ eine Analyse der „schweigenden Mehrheit“ in den USA an die Hand gab, die einen wesentlichen Anteil am Erfolg Nixons haben sollte. Phillips hat seither viel beachtete Studien vorgelegt, in denen er sich mit dem Thema Geld und Klasse in der amerikanischen Politik befasst. Seine 2002 erschienene „Geschichte der Reichen in Amerika“ – „Wealth and Democracy“ – gilt in diesem Zusammenhang bereits als Standardwerk.

    Der im ländlichen Connecticut lebende Phillips ist ein Republikaner der alten Schule: Er steht für eine Politik von Recht und Ordnung nicht nur, wenn – wie in den 1960er Jahren – Angehörige von Minderheiten in den Städten die Revolution proben. Er will auch die Eliten in die Schranken verweisen, wenn sie raffgierig und arrogant gegen Gesetz, Anstand und Gemeinwohl verstoßen. Paradebeispiel für die aus dem Ruder laufenden Reichen ist für Phillips der Clan von George W. Bush, dem er 2004 in seinem Bestseller „American Dynasty“ ein verheerendes Zeugnis ausgestellt hat. Er zeichnet darin das Bild einer Sippe, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in das sich damals formierende Beziehungsgeflecht zwischen den Mächtigen in Schwerindustrie, Banken, Eisenbahnen und Politik vorstoßen konnte und rasch das Selbstverständnis entwickelte, dank der eigenen Qualitäten einen „natürlichen“ Anspruch auf höchste Positionen in der amerikanischen Gesellschaft zu haben.

    Im Gespräch mit dem Rheinischen Merkur erwähnte Phillips, dass ihm diese Analyse neben zahlreichen Medienauftritten eine Einladung der demokratischen Senatoren in Washington eingetragen hat. Diesen hat der knorrige Konservative erklärt, dass die Bushs sich neben der eigenen Familie allgemein den großen US-Konzernen verpflichtet fühlen, speziell aber der „Investoren-Klasse“: „Viele Verwandte von George W. Bush sind im Investmentbanking tätig. Sie sind dem einen Prozent an der Spitze der Einkommenspyramide gegenüber loyal, dem sie selbst angehören. Die Bushs sind aber auch tief im Ölgeschäft involviert, das seit je eng mit geostrategischen Machtinteressen verknüpft ist“, so Phillips. Er sieht die USA nun auf dem Weg zu einem „Garnisonsstaat“, der einen permanenten Belagerungszustand dazu benutzt, um die bürgerlichen Freiheiten zu beschränken. Außenpolitisch erwartet Phillips eine Fortführung des Bushschen Unilateralismus mit imperialem Anspruch, in dessen Kalkül die Kontrolle des Nahen Ostens und der dortigen Ölressourcen zentral sei.

    Sein Zorn auf die selbstherrliche Bush-Dynastie hält Phillips nicht davon ab, diese historisch einzuordnen: Er verweist auf die in den 1980er Jahren unter Reagan einsetzende republikanische Wirtschaftspolitik, die „eindeutig die Reichen begünstigt“ habe: „Diese Tendenz hat eine lange Tradition in der Partei. Aber die Politik dieser Regierung stellt in ihrer Radikalität alles in den Schatten, was wir bei früheren republikanischen Administrationen erlebt haben: Jetzt tut sich ein tiefer Graben zwischen Reich und Arm auf.“

    Heute stehen die Säulen staatlicher Verantwortung gegenüber den Schwachen der Gesellschaft ebenso unter permanenter Attacke der Regierung und der republikanischen Mehrheiten im Kongress wie die Umweltgesetzgebung oder andere Auflagen für die Industrie. Große Konzerne wie General Motors sind derzeit überdies ohne Proteste aus Washington dabei, sich ihren Pensionsverpflichtungen gegenüber ihren ehemaligen Arbeitnehmern zu entziehen. Dass Bush bislang etwa mit seiner Schleifung des „Social Security“-Rentensystems auch bei republikanischen Wählern nicht vorankommt, mag indes ein Indiz für die von Phillips erwartete populäre Gegenbewegung sein.

    Einstweilen fehlt trotz der Fülle kritischer Stimmen, die der Angst breiter Schichten in den USA vor der Zerstörung ihres „Way of Life“ Ausdruck geben, eine – um mit Chomsky zu sprechen – „Struktur“, welche die reichlich vorhandenen Gedanken in politisch wirksames Handeln umsetzen könnte. Die Demokraten haben es im Herbst 2004 nicht vermocht, der kapitalfreundlichen, von religiöser Werterhetorik getragenen Bush-Agenda einen schlüssigen Entwurf entgegenzusetzen, der dem Staat erneut eine positive Rolle als Instrument der Gesellschaft zuschreiben müsste, das die „monströse“ Profitgier der Unternehmen und ihrer Aktionäre in Einklang mit dem Allgemeinwohl bringt. Ein Grund hierfür ist vermutlich der in den USA so stark ausgeprägte Individualismus, der Vorschriften für das eigene Konsumverhalten ablehnt, Armut als selbst verschuldet und den Staat als „Glücksverhinderer“ begreift.

    http://www.merkur.de/6480.0.html?&no_cache=1



    Ich würde diesen Artikel gern voran stellen. Hier in Deutschland wird die Gier der Bosse auch immer deutlicher sichtbar. Der gesellschaftliche Reichtum wird seit Jahren munter von "unten" nach "Oben" verteilt. Vorstände zahlen sich Gehaltssteigerungen von zweihundert Prozent und mehr, und sind dann trotzdem noch bestechlich. Korruptionsaffären durchziehen die Gesellschaft, und für den "normal" Verdienenden bleibt immer weniger im Portemonaise.

    was ist denn nun ein gerechter Lohn? Fernab von Gleichmachungsversuchen, würde ich gern mal zur Diskussion stellen, wieviel man legal verdienen darf, was wirklich im Verhältnis zur geleisteten Arbeit steht. Ab wann wird es unanständig. Was meint ihr?

  • Die Kriegverbrecher Bush und Blair bemühen ein ums andere Mal das Argument, "immerhin sei es gut, dass Saddam weg ist". Das ist der Strohhalm, an den sich beide klammern, nach dem ihre so zahlreichen Kriegslügen aufgeflogen sind. Was ist nun dran, an den Behauptungen, Saddam sei ein Massenmörder? Das hier ein Showprozeß davon ablenken soll, dass die Besatzer kein Recht hatten (außer die pure Gewalt), den legitimen Präsidenten des Iraks zu stürzen, wird schnell sichtbar.

    Interessant hierzu ein Brief von Ramsey Clark, ehemaliger US-Justizminister:

    Zitat
    Warum ich Saddam verteidige
    von Ramsey Clark


    Saddam Hussein soll vor ein irakisches Sondergericht gestellt werden. Doch dem von US-Präsident Bush verteufelten Ex-Diktator droht ein unfairer Prozess. Ein ehemaliger amerikanischer Justizminister plädiert gegen die Siegerjustiz der Besatzer.


    Ende Dezember 2004 reiste ich in das jordanische Amman, um mich dort mit der Familie und den Anwälten des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu treffen. Ich erklärte ihnen, dass ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für seine Verteidigung einsetzen würde. Als dies in den Vereinigten Staaten bekannt wurde, sorgte die Nachricht für großes Aufsehen. Einige der Berichte waren eher neugierig, aber die meisten einfach nur ablehnend oder abfällig. „Ramsey Clark schon wieder“, schienen sie zu suggerieren. „Eine Schande, oder? Einst war er Justizminister der Vereinigten Staaten – schaut euch nur an, was er jetzt macht.“ Lassen Sie mich also erklären, warum eine Verteidigung Saddam Husseins mit all den Idealen in Einklang steht, für die ich mein ganzes Leben lang eingetreten bin, und warum ich diese Verteidigung jetzt für die richtige Entscheidung halte. Alle Menschen, die sich für Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit einsetzen, werden es für selbstverständlich halten, dass Hussein und andere ehemalige irakische Funktionäre ein Anrecht darauf haben, bei ihrer Verteidigung von Anwälten ihrer Wahl beraten und vertreten zu werden.

    Sowohl das Völkerrecht als auch die Verfassung der Vereinigten Staaten garantieren jeder Person, die eines Verbrechens beschuldigt wird, das Recht auf wirksame Prozessvertretung. Besonders wichtig wird dies in politisch aufgeladenen Situationen, da es hier meist noch viel schwieriger ist, für Wahrheit und Gerechtigkeit zu sorgen. Und dies ist im heutigen Irak der Fall. Durch den Krieg kamen Zehntausende von Irakern zu Tode, Präsident Bush, der diesen Krieg veranlasste, hat aus seinem Hass auf Saddam keinen Hehl gemacht und mehrfach erklärt, dass die Todesstrafe in seinem Fall angemessen wäre. Die Vereinigten Staaten, insbesondere die Bush-Regierung, haben die Verteufelung Saddams geschickt eingefädelt und besitzen ein klares politisches Interesse an seiner Verurteilung. Es wird demnach nicht leicht werden, Saddam ein faires Verfahren zu garantieren – obgleich dies so wichtig für eine zukünftige Demokratie im Irak wäre. Dieser Prozess wird in die Geschichte eingehen, die weltweite Gewaltspirale beeinflussen und Auswirkungen auf eine mögliche Versöhnung im Irak selbst haben. Seit mehr als einem Jahr wird Hussein illegal festgehalten, ohne jemals ein Familienmitglied, einen Freund oder Anwalt seiner Wahl zu treffen. Obgleich die Welt ihn wieder und wieder im Fernsehen zu sehen bekam, ist er selbst von jeder Kommunikation mit der Außenwelt abgeschlossen und von den gleichen U.S.-Militäreinheiten umgeben, die schon Gefangene in Abu Ghraib und Guantanamo Bay misshandelten.

    Laut Völkerrecht muss jedes Strafgericht kompetent, unabhängig und unparteiisch sein. Dem irakischen Sondergericht fehlen diese essenziellen Eigenschaften. Schon seine Einberufung war rechtswidrig – das Werk einer illegalen Besatzungsmacht, die Saddam Hussein verteufelte und eine Regierung zerstörte, die es nun auch per Gesetz verurteilen möchte. Mit ihrer Behandlung des ehemaligen Präsidenten und der Aufstellung des irakischen Sondergerichts zu seiner Verurteilung haben die Vereinigten Staaten jegliche Hoffnung auf Rechtmäßigkeit, Fairness oder sogar Anstand vernichtet. Eines der ersten Fotos, die an die Öffentlichkeit gelangten, zeigt Saddam in unterwürfiger Kauerhaltung auf dem Boden eines leeren Raumes, über ihm drohend der damals wichtigste Protegé der USA, Ahmed Tschalabi, sowie ein Bush-Porträt an der ansonsten kahlen Wand. Das Vorhaben der Vereinigten Staaten, den ehemaligen Staatslenker in einem unfairen Prozess zu verurteilen, wurde überdeutlich, als Tschalabis Neffe den Auftrag bekam, dieses Gericht einzuberufen und ihm auch vorzusitzen. Er war gerade erst in den Irak zurückgekehrt, um dort ein Anwaltsbüro zu eröffnen – und zwar gemeinsam mit einem ehemaligen Kanzleipartner von Douglas J. Feith, dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium, der auf einen Sturz der irakischen Regierung gedrängt hatte und als einer der zentralen Drahtzieher der U.S.-Nachkriegsplanung gilt. Konzept, Personal, Finanzierung und Funktionen dieses Gerichts wurden von den Vereinigten Staaten bestimmt und werden weiterhin von ihnen kontrolliert. Jedes Verfahren an diesem irakischen Sondergericht würde die Justiz korrumpieren und im Irak noch mehr Hass und Wut gegen die amerikanische Besatzungsmacht schüren.

    Nur ein anderes Gericht – eines, das tatsächlich kompetent, unabhängig und unparteiisch ist – könnte hier rechtmäßig urteilen. Wenn die Gleichheit aller vor dem Gesetz Bestand haben soll, müsste schließlich jedes Gericht, das eine Anklage gegen Saddam Hussein in Betracht zieht, auch über die Macht und das Mandat verfügen, Anklagen gegen Führungskräfte und Militärangehörige der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und all der anderen Nationen zu erheben, die am Angriff auf den Irak teilgenommen haben. Keine Macht, und keine Person, darf über dem Gesetz stehen. Für einen dauerhaften Frieden müssen die Tage der Siegerjustiz beendet werden. Die Verteidigung eines solchen Falls ist eine Aufgabe von großer Wichtigkeit für die Wahrheit, die Rechtsstaatlichkeit und den Frieden. Ein Anwalt, der sich dieser Herausforderung gewachsen fühlt, sollte eine derartige Aufgabe als seine höchste Pflicht akzeptieren.

    © L. A. Times / Übersetzung: Sonja Commentz



    Quelle: http://www.cicero.de/97.php?ress_id=1&item=481

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