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  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Folgendes Angebot erreichte mich per e-mail, was ich gern hiermit weiter vermittle:

    Zitat
    ZENTRUM FÜR ZEITEGENÖSSISCHE KUNST UND KULTUR

    STIFTUNG RODRÍGUEZ-AMAT


    Durch Anklicken lässt sich unsere Website besuchen
    Ab Anfang April 2006 beginnt eine neue Saison des Kunst und Kulturzentrums.

    Dieses Zentrum richtet sich an Künstler/innen, Kunstlehrer/innen, Kunstkritiker/innen, Dichter/innen, Schriftsteller/innen und an all diejenigen, die daran interessiert sind, gemeinsam zu wohnen um neue Ideen auszutauschen.

    Man kann im Atelier des Kunst und Kulturzentrum allein oder zusammen mit anderen kreativen Leuten arbeiten.

    Die Stiftung verfolgt keine finanzielle Eigeninteressen, sondern will kreative Leute unterstützen.

    Heimat für Künstler/innen, Schrifsteller/innen, Dichter/innen, Schauspieler/innen, Musiker/innen,

    und alle Personen die mit Kunst und Kultur zu tun haben.

    Kunstgalerie. Künstler und Kulturzusammenkunft. Ausstellungen. Kunstfond

    Bitte besuchen Sie unsere neu eingerichtete Website
    http://www.xtec.es/~jrodri19/raf-de.htm

    --------------------------------------------------------------------------------


    CENTRE D'ART CONTEMPORANI, FUNDACIÓ RODRÍGUEZ-AMAT

    17466 Les Olives (Garrigoles), Catalonien, Spanien,

    Tel. (00 34) 972 76 82 93
    Handy: (0034) 650 56 55 90
    http://www.rodriguez-amat.com
    e-mail: fundacio@rodriguez-amat.com

  • eine Betrachtung abseits des Mainstreams und herrlich erfrischend, wie ich finde:

    Zitat
    Von Gerhard Wisnewski

    Sie wissen ja wahrscheinlich, daß ich mich besonders gern mit Phantomen beschäftige: mit politischen Phantomen wie dem RAF- oder Al Qaida-Terrorismus und dem 11.9., aber auch mit wissenschaftlichen Phantomen wie der Mondlandung. Daß Geld die Welt regiert, wissen wir auch schon. Nur wenige wissen aber, daß auch Phantome die Welt regieren. Warum? Weil sich mit ihnen neben Politik jede Menge Geld machen läßt, und mit dem kann man wiederum...Sie wissen schon.

    Manche Phantome erkennt man erstmal überhaupt nicht - nicht, weil sie so klein sind, sondern weil sie so riesig sind. Weil sie allgegenwärtig erscheinen und von jedem anerkannt werden, müssen sie ganz einfach wahr sein. Nun geistert seit Monaten ein Prachtexemplar wie ein riesiger Heißluftballon durch Medien und Politik, das ich unbedingt meiner Sammlung einverleiben muß, wie einen ganz besonderen Schmetterling: Die "Vogelgrippe". Wenn wenigstens einiges daran stimmen sollte, dann sind bisher weltweit 80 Menschen daran gestorben. Also einer von 81 Millionen. Stop: angeblich daran gestorben. Denn: den Diagnosen ist nicht ganz zu trauen. Aber dazu später mehr.




    An Verkehrsunfällen starben im Jahr 2004 in Deutschland 5844 Menschen. Allein in Deutschland starben 2004 also in einem Jahr 70 mal mehr Menschen an Verkehrsunfällen als weltweit in mehreren Jahren an der sogenannten Vogelgrippe. Sie werden mir wohl zustimmen, daß Autofahren ab sofort verboten werden müßte, Autofahrer in Quarantäne kommen oder interniert werden müßten. Oder ist es vielleicht andersrum: Sollten wir eher die Vogelgrippe ganz schnell vergessen?

    Wenn die Vogelgrippe eine Gefahr ist, dann bleiben Sie bitte zuhause. Achja: und schnallen Sie sich im Bett an. Denn natürlich dürfen Sie nicht mehr einfach so rumturnen. Nicht etwa wegen der Vogelgrippe - die ist vergleichsweise harmlos. Vielmehr stürzen rund fünf Prozent aller Deutschen jedes Jahr in den eigenen vier Wänden, 4.000 davon sterben dabei, unter 65jährige nicht mitgezählt. Waschen und Baden kommt nur für Glücksritter infrage, denn das Bad ist der Ort des höchsten Unfallrisikos im Haushalt: "20% aller tödlichen Stromunfälle gehen auf das Konto der gefährlichen Mischung aus Elektrizität und Nässe. ..", warnt der Verein Deutscher Ingenieure. Aber halt: auch im Bett sind Sie für Gevatter Hein bedauerlicherweise vergleichsweise leichte Beute. Oder besser: ein gefundenes Fressen. Sie könnten nämlich an einer Lebensmittelvergiftung sterben (vorausgesetzt, irgendjemand bringt Ihnen was, natürlich)! In den USA zum Beispiel liegt die jährliche Wahrscheinlichkeit, an einer Lebensmittelvergiftung zu sterben, etwa bei 3,6 zu 100.000. Das Risiko, an der angeblichen Vogelgrippe zu sterben, liegt derzeit höchstens bei 3,6 zu 300.000.000. Höchstens deshalb, weil eben keineswegs sicher ist, daß all die 80 angeblichen Opfer wirklich an der Vogelgrippe starben.

    Haben Sie zum Beispiel von dem jüngsten Fall gehört? Nehmen wir mal irgend so einen Artikel, zum Beispiel aus gesundheitpro.de:

    "Zahl der Opfer steigt weiter", steht da als Headline. Der eilige Leser hat vielleicht nicht den Vorspann des Artikels gelesen, in dem es heißt: "Nach ersten Vermutungen starb erneut ein junges Mädchen im Osten der Türkei an der Tierseuche." Nach ersten Vermutungen, also. Aber schon im nächsten Satz ist das bereits wieder eine Tatsache: "Kurz vor einer Geberkonferenz der Vereinten Nationen (UN) ist die Zahl der durch Vogelgrippe getöteten Menschen weiter gestiegen." Kurz vor der Geberkonferenz? Dabei ist schon im nächsten Satz wieder nur von "Vermutungen" die Rede: "Im Osten der Türkei starb ein zwölfjähriges Mädchen nach ersten Vermutungen an der Tierseuche." Was da so alles in der Gegend rumvermutet wird! Tun wir uns noch einen Satz dieses etwas schizophrenen Artikels an: "Ein vorläufiger Test zum Nachweis des aggressiven Virustyps H5N1 verlief allerdings negativ..." Tja, so ein Pech für die schönen "ersten Vermutungen". Aber was ist nun mit der Überschrift: "Zahl der Opfer steigt weiter"? Die Zahl der Opfer steigt in Wirklichkeit also gar nicht weiter. Jedenfalls nicht die Zahl der menschlichen Vogelgrippe-Opfer.

    Trotzdem ist da Feuer am Dach. Denn keine Sorge: Was nicht ist, kann ja noch werden. Die Vogelgrippe ist ganz fest eingeplant. Die Medien sorgen für weltweite Panik, die Panik sorgt für den Geldfluß und internationale Geberkonferenzen sammeln schon mal Milliarden. Ein richtiges Viropoly, also. Für was? Oder für wen?

    Nana, Sie wollens aber wirklich genau wissen! Sind Sie vielleicht ein Verschwörungstheoretiker? Aber da Sie nun schon mal da sind: Für Pharmakonzerne, natürlich. Für die Hersteller von Medikamenten wie etwa Tamiflu. Sie meinen, das hilft nicht? Ihnen vielleicht nicht: "Eine Gruppe von Wissenschaftlern bezweifelt in einer Studie die Wirksamkeit des Grippemedikaments Tamiflu der Roche Holding AG in Basel bei Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen", berichtet das faz-net. "Die am Donnerstag in dem britischen Fachmagazin 'Lancet' veröffentlichte Studie rät zudem von der Anwendung des Medikaments während einer gewöhnlichen Grippewelle ab. (...) Die Wissenschaftler sahen zudem keinen 'glaubhaften Beweis', daß Tamiflu bei Vogelgrippe gegen Ansteckung wirke."

    Papperlapapp! Die Wirksamkeit ist schließlich erwiesen - und zwar im Hinblick auf den Umsatz des Herstellers: "Die Angst vor einer Vogelgrippe-Pandemie, die selbst bei den bedächtigen Schweizern fast schon panikartige Züge annimmt, füllt dem Roche-Konzern die Kassen und steigert den Börsenwert, doch zugleich gerät das Unternehmen immer mehr in eine politisch heikle Lage", schreibt das faz-net über das Big Business mit der Henderl-Grippe. Das Netz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist überhaupt eine angenehmene Ausnahme in der Berichterstattung. So titelten die "fazler" schon mal: "Vogelgrippe - Vom Ladenhüter zum Welterfolg".

    Nachtigall, ick hör dir trapsen. Sagte ich Nachtigall? Nicht doch.



    Weiterlesen? Weiterlesen hier

  • Ein sehr interessantes Interview zum Thema Arbeit, mit vielen Denkansätzen, wie unsere Gesellschaft mit Arbeitslosigkeit umgehen sollte.

    Zitat
    "Wir können den Menschen von der Arbeit befreien"
    Der Chef der Drogeriemarktkette DM, Götz Werner, über Lohnnebenkosten, Arbeitslosigkeit, Einkommensteuer und seine Vision von einer Gesellschaft, die nicht mehr die Erwerbstätigkeit in den Mittelpunkt stellt
    Die Politiker streiten über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Götz Werner, Chef der DM-Drogeriekette, plädiert für einen radikalen Umbau. Er schlägt ein Grundeinkommen für alle Bürger vor. Gleichzeitig macht er sich dafür stark, das Steuersystem zu vereinfachen. Er will Einkommensteuer und Lohnnebenkosten streichen und eine Konsumsteuer einführen.


    FRANKFURTER RUNDSCHAU: Herr Werner, die Einheitssteuer von Paul Kirchhof hat für Wirbel gesorgt. Sie gehen noch viel weiter. Sie wollen die Einkommensteuer gleich ganz abschaffen. Wie soll das funktionieren?

    GÖTZ WERNER: Viel besser als jetzt. Wir sind immer stärker darauf angewiesen, dass andere etwas für uns leisten. Also müssen wir auch daran interessiert sein, dass die anderen so viel wie möglich leisten. Wir erleben uns doch alle in zwei Situationen: einmal sind wir produktiv im Unternehmen, am Sonntag dann konsumtiv im Schwimmbad. Bin ich konsumtiv, lebe ich von der Leistung anderer, bin ich produktiv, leiste ich für andere. Die Einkommensteuer setzt da an, wo ich produktiv bin. Das ist idiotisch, das bremst Initiativen.

    Woran messen Sie denn die Leistung des Einzelnen für die Gesellschaft?

    An der monetären Zumessung.

    Das heißt: die Krankenschwester ist weniger produktiv als der Bankmanager, denn sie verdient wenig.


    Wir wollen doch bitte methodisch rangehen. Dass Ihnen irgendjemand Geld zahlt, ist Ausdruck dafür, dass Sie etwas leisten. Warum Herr Ackermann wesentlich mehr verdient als der Notarzt, der ihm möglicherweise das Leben rettet, ist eine andere Frage. Aber Tatsache ist: Mein Einkommen ist Ausdruck einer von anderen eingeschätzten und honorierten Leistung. Mein Leistungsbeitrag wird insbesondere durch progressiv wirkende Steuern gebremst.

    Das ist die Unternehmersicht.

    Moment, das betrifft alle gleichermaßen. Ich als Unternehmer verkalkuliere sowieso meine Steuern: Diese müssen in den Preisen landen. Auch die Lohnsteuer und die Lohnnebenkosten[1] einer Mitarbeiterin landen im Preis der Sonnenmilch. Ohne die Mitarbeiter wäre die Sonnencreme gar nicht im Regal, ohne die Lohnsteuer wäre sie günstiger.

    Deutschland ist Export-Weltmeister. Die Lohnstückkosten[2] sind seit Jahren nicht gestiegen. Wollen die Unternehmer die Lohnnebenkosten nicht einfach der höheren Gewinne wegen loswerden, obwohl das System funktioniert?

    Ja, denn wir wären noch viel besser, wenn wir die Einkommen und Löhne nicht so hoch besteuern würden. Wir sind ja nicht wegen unserer Nebenkosten, sondern wegen unserer hervorragenden Leistungen zum Beispiel im Maschinenbau Export-Weltmeister - trotz zu hoher Nebenkosten.

    Nun gut, angenommen die Lohnnebenkosten werden gestrichen. Ist damit das Arbeitslosenproblem gelöst?

    Natürlich nicht. Vollbeschäftigung wird doch nur noch von denjenigen als unbedingtes Ziel genannt, die Einkommen notwendig mit Arbeiten verknüpfen. Bleiben wir beim Maschinenbau oder etwa bei der Robotik: Wenn wir durch Innovationen und technischen Fortschritt dafür sorgen können, dass Maschinen die Arbeit an Stelle der Menschen erledigen, dann können wir die Menschen endlich von dieser Arbeit befreien.

    Wie bitte?

    Die Ideologie "Arbeit für alle" hat ausgedient. Diese Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Dieses Paradigma ist falsch, denn die die arbeiten, müssen die notwendigen staatlichen Leistungen über ihre Lohn und Einkommensteuern finanzieren. Alles läuft unaufhaltsam auf die "menschenleere Fabrik" hinaus. Uns geht die Arbeit aus, weil sie übernommen wird von Maschinen und Methoden, die wir mit unserem geistigen Potenzial geschaffen haben. Das ist doch toll.

    Mehrere Millionen Arbeitslose sehen das anders.

    Das Arbeitslosenproblem haben wir nur, weil wir den Begriff haben. Wir stigmatisieren Arbeitslose, weil sie nicht unmittelbar von ihrer eigenen Arbeit leben. Die Statistiken besagen aber, dass heute bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung zumindest teilweise von Transfereinkommen lebt. Wir haben also nicht acht Prozent Arbeitslose, sondern 50 Prozent. Kinder, Rentner, Leute mit Vermögen. Wir können alle Erwerbslosen versorgen, aber wir stigmatisieren die Bezieher von Sozialhilfe, weil wir ihnen unterstellen: Du bist kein vollwertiges Mitglied unserer Gemeinschaft. Wer nicht regelmäßig zum Arbeitsamt geht, wer nicht ungezählte Anträge ausfüllt, kriegt kein Geld. Hartz IV ist der falsche Weg, denn dahinter steckt das alte Dogma: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

    Wie sieht Ihre Lösung aus?

    Jeder Bürger, sagen wir von18 Jahren an, sollte ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, eine Art Lebensrente.

    In welcher Höhe?

    Ich nenne mal eine Summe von 1500 Euro. Aber das zu entscheiden ist nicht meine Aufgabe. Lassen Sie mich etwas ausholen: Für den Griechen der Antike war die Arbeit eine Unterbrechung der Muße. Die Muße war das Erstrebenswerte. Gearbeitet haben die Sklaven. Die Sklaven von heute sind die Maschinen und Methoden, mit denen wir ein Maß an Güterversorgung erzielen können, wie es noch keiner Generation zuvor gelungen ist. Erst in den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Produktivität und Ansprüchen so verändert, dass die Produktivität größer wurde als die Ansprüche. Sonst gäbe es keine gesättigten Märkte.

    Gesättigte Märkte? Das ist doch ein Albtraum für jeden Unternehmer.

    Mitnichten. Die Menschen sind erfindungsreich, wenn es um neue Märkte geht. Wir haben die außerordentliche Fähigkeit, auf neue Bedürfnisse zu reagieren, ohne dass Engpässe auftreten. Bestes Beispiel ist die deutsche Wiedervereinigung. 1990 ist es uns gelungen, aus dem Stand 17 Millionen Menschen zu versorgen. 30 Jahre zuvor wäre das undenkbar gewesen. Das sind phänomenale Möglichkeiten, die es in den vergangenen Jahrtausenden nicht gab. Obwohl heute tatsächlich niemand mehr für sich selbst arbeitet, also auf Fremdversorgung angewiesen ist, können wir uns nur sehr schwer von der alten Grunderfahrung der Selbstversorgung lösen. Das System der Einkommensbesteuerung stammt aus den Verhältnissen der Selbstversorgung und hatte da auch seine Berechtigung.

    Die progressive Einkommensteuer besagt, je mehr ein Bürger in und an der Gesellschaft verdient, desto mehr trägt er zu ihrem Erhalt bei. Was haben Sie gegen diesen Gedanken?

    Er funktioniert de facto nicht mehr. Um der Steuer auszuweichen, gehen wir absurde Wege. Am besten sehen Sie das an den Abschreibungsinvestitionsruinen, die überall stehen. Das ist die Verformung von Investitionsentscheidungen, eine große Belastung unseres gesellschaftlichen Wohlstandes, und eine Ablenkung von zukunftsweisenden Investitionszielen.

    Jetzt müssen Sie aber verraten, wie Sie das alles finanzieren wollen?

    Durch eine Konsumsteuer.

    Die müsste abenteuerlich hoch sein?

    Sagen wir mal 50 Prozent.

    Sie machen Witze.

    Nein. Wir haben doch bereits eine Staatsquote von 48 Prozent, wenn wir alle Steuern und Sozialleistungen zusammenzählen. Durch eine Konsumsteuer könnten wir die Probleme lösen, die das derzeitige System mit sich bringt, und bräuchten überhaupt keine anderen Steuern mehr. Das wäre dann tatsächlich die Einfachsteuer.

    Welche Vorteile hätte das?

    Der riesige staatliche Verwaltungsapparat würde schrumpfen. Der ganze Wertschöpfungsprozess[3] wäre von allen Steuern freigestellt. Das heißt, es gibt kein steuerorientiertes Management und auch keine steuerorientierten Investitionsentscheidungen mehr. Unsere Exporte würden sich erheblich verbilligen, während die Importe endlich angemessen belastet wären. Die Steuer wird erst wirksam, wenn das Produkt - also die entstandene Leistung, in den Verbrauch übergeht. Nehmen wir mal meine Brille und sagen wir, sie kostet 100 Euro. Die teilen sich heute in 16 Euro Mehrwertsteuer[4] und 84 Euro Warenwert. In diesen 84 Euro sind aber 34 Euro diverse versteckte Steuern, denn der Warenwert beträgt in Wirklichkeit nur 50 Euro. 50 Prozent Mehrwertsteuer machen nichts anderes als den Steueranteil sauber auszuweisen.

    Und treibt die Preise in die Höhe...

    Nein. Eine ausschließliche Besteuerung des Konsums kann nicht zu höheren Preisen führen, denn alle Steuern, die gesamte Staatsquote, stecken bisher bereits in den Preisen. Wir leben vom Wertschöpfungsergebnis. Davon nimmt sich der Privatmensch seinen Teil genau wie die Gemeinschaft. Denn wenn meine Brille als Ware nur 50 Euro kostet, könnte ich mir ohne Steuern und Abgaben zwei Brillen zulegen. Aber weil der Staat für seine Leistungen quasi den Gegenwert einer dieser Brillen braucht, zahle ich die Staatsquote zwangsläufig mit.

    Die trifft aber nicht alle gleichermaßen hart.

    Richtig. Wer nur vom Grundeinkommen lebt, muss seinen Konsum dementsprechend einschränken.

    Wie würde die Einführung des Grundeinkommens die Löhne beeinflussen?

    Sie würden maximal um den Betrag des Grundeinkommens sinken. Sehen Sie, die Einkommenssicherung zwingt uns zur Arbeit, aber dieser Zwang ist als Motivation denkbar ungeeignet, er leitet letztlich Arbeit fehl. Die Menschen wollen arbeiten, wenn es Sinn ergibt und ihren Fähigkeiten entspricht. Außerdem hätte es niemand mehr nötig, bei einem Unternehmen zu arbeiten, das einen schlechten Ruf hat oder mit deren Produkten er sich nicht identifizieren kann.

    Das ist die Frage, wer hier am längeren Hebel sitzt. Die Unternehmer verdienen sich doch in der Wernerschen Welt eine goldene Nase.

    Sie verdienen nicht mehr als vorher.

    Das müssen Sie erklären. Sie zahlen keine Lohnnebenkosten und obendrein geringere Löhne, verdienen aber nicht mehr?

    Genau. Wenn die Lohnkosten sinken, dann geht der Warenwert runter und die Konsumsteuer geht hoch, denn damit werden auch die Grundeinkommen finanziert. Also ist der Preis am Ende wieder der Gleiche. Etwas anderes würde sich ändern: Heutzutage verteuert sich durch die Einkommensbesteuerung die Menschenarbeit immer mehr und die Maschinenarbeit bleibt unbelastet. Als ich vor 50 Jahren zum Frisör gegangen bin, hat das 80 Pfennig gekostet. Gestern habe ich 22 Euro gezahlt, obwohl ich nachweisbar weniger Haare habe. Wenn ich aber heute eine Glühbirne kaufe, ist sie billiger als früher und hält länger. Nur in technologiebasierten Produkten kommt die ganze Produktivität zur Geltung. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde diese Entwicklung umkehren: Menschenarbeit würde sich verbilligen und die Maschinen arbeit durch die erhöhte Konsumsteuer gleichermaßen belastet werden.

    Deutschland würde also ein Niedriglohnland nach dem Vorbild Chinas - und das mitten in Europa?

    Deutschland würde zu einem Investitions- und Arbeitsparadies werden. Viele motivierte Menschen, die nur das machen, was sie können und für sinnvoll halten. Und insbesondere würde die Arbeit am Menschen und in der Kultur wieder bezahlbar. Damit möchte ich auf das wahre Elend zu sprechen kommen: Wir haben nämlich kein Einkommensproblem, wir haben ein Kulturproblem.

    Wie meinen Sie das?

    Wir können die Sozialarbeiter, Erzieher und Lehrer nicht zahlen, die nötig wären. Viele Menschen haben nicht nur keine Arbeit, sie können vor allem nichts mit sich anfangen. Sie sind auf den materiellen Konsum zurückgeworfen. Da sie versuchen, den traurigen Zustand der Sinnlosigkeit mit immer mehr Konsum zu kompensieren, entsteht in der Folge Krankheit, Apathie, Hoffnungslosigkeit, Kriminalität, Brutalität und insbesondere auch Manipulierbarkeit.

    Interview: Ute Diefenbach

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    [1] Lohnnebenkosten: Leistungen der Arbeitgeber, die die Arbeitnehmer über die eigentlichen Löhne und Gehälter hinaus erhalten. Man unterscheidet zwischen gesetzlichen und tariflichen Lohnnebenkosten - Arbeitgeberanteil an den Beiträgen zur Sozialversicherung, Aufwendungen für bezahlte Urlaubs-, Feiertage, krankheitsbedingte Fehlzeiten, Mutter-, Unfallschutz, Aufwendungen auf Grund des Betriebsverfassungsgesetzes - und zusätzlichen (freiwilligen) Lohnnebenkosten, beispielsweise zusätzliche Pensionszahlungen oder Ausbildungsbeihilfen.

    [2] Lohnstückkosten: Lohnkosten, die für die Herstellung eines einzelnen Produkts aufgewendet werden müssen.

    [3] Wertschöpfung: Das Nettoergebnis der Produktionstätigkeiten (Bruttoproduktionswerte minus Vorleistungen minus Abschreibungen) oder die Summe der durch den Produktionsprozess entstandenen Einkommen einer Volkswirtschaft.

    [4] Mehrwertsteuer (Nettoumsatzsteuer): eine Form der Umsatzsteuer, die bestimmte Nachteile der Bruttoumsatzsteuer wie die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen vermeidet. Die Mehrwertsteuer ist eine allgemeine Verbrauchsteuer, die vom Verbraucher getragen werden soll. Bemessungsgrundlage ist der Mehrwert der Waren auf jeder einzelnen Produktions- oder Handelsstufe. Der Mehrwert kann als Summierung von Wertschöpfungsfaktoren (Löhne, Gehälter, Zinsen, Gewinn; additive Methode) oder als Differenz zwischen Bruttoumsatz und Vorumsatz oder Einkauf errechnet werden. 1968 ist in der Bundesrepublik Deutschland die bis dahin geltende Bruttoumsatzsteuer durch die Mehrwertsteuer abgelöst worden. Nach dem Umsatzsteuergesetz in der Fassung von 1999 beträgt die Mehrwertsteuer 16 Prozent, ermäßigt - beispielsweise bei Lebensmitteln, Büchern oder Zeitungen - sieben Prozent.

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    HINTERGRUND

    Geld auch ohne Job - Modelle der Grundsicherung

    Ein Grundeinkommen für jeden? Die Idee, die der Chef der Drogeriemarkt- Kette DM, Götz Werner, propagiert, klingt verrückt. Neu ist sie nicht. Zumindest in Ansätzen wird sie sogar schon praktiziert. Und interessanterweise findet sie Befürworter sowohl unter Liberalen als auch unter Linken. Als Prototyp einer Grundsicherung gilt das 1795 in England eingeführte Speenhamland-System, das die finanzielle Unterstützung der Armen sowie Lohnzuschüsse aus öffentlichen Kassen vorsah. Inzwischen besteht in vielen Ländern ein rechtlicher Anspruch auf ein Existenzminimum, hier zu Lande durch das Grundsicherungsgesetz und das Arbeitslosengeld II.

    Hoffnung auf mehr Effizienz

    Die Diskussion wird durch die Vielzahl der Modelle nicht gerade erleichtert. Die einen versprechen sich von einem Mindesteinkommen im Vergleich zu bestehenden komplexen Sozialsystemen schlicht mehr Effizienz. Andere führen Vorstellungen über Verteilungsgerechtigkeit ins Feld. Aus Sicht von Vertretern einer weiteren Gruppe, zu der auch DM-Chef Werner gehört, geht der nachindustriellen Gesellschaft die Arbeit aus. Sie muss die Verlierer entschädigen und die Möglichkeit zu anderen Aktivitäten geben. Ebenso unterschiedlich wie die Argumente und Ziele sind die Ansätze. Bei der Negativen Einkommensteuer (NES), für das sich in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts so unterschiedliche Ökonomen wie der Marktradikale Milton Friedman und der Keynesianer James Tobin in den USA stark machten, werden Abgaben- und Sozialsystem verknüpft. Wer unter eine bestimmte Einkommensschwelle rutscht, zahlt nicht ans Finanzamt, sondern erhält von ihm Geld. Da eigener Verdienst nur zum Teil angerechnet wird, bleibt der Anreiz, eine Arbeit aufzunehmen, erhalten. Während Friedmans Plan eine allgemeine NES mit einer geringen Umverteilung vorsah, wollte Tobin sie auf ärmere Bevölkerungsschichten beschränken, die aber höhere Transfers erhalten sollten. Hier zu Lande wurde dieses Konzept unter dem Begriff "Bürgergeld" vor allem von dem Frankfurter Ökonom Joachim Mitschke vorangetrieben und stieß nicht nur bei CDU und FDP auf Sympathie, sondern auch bei der SPD nahen Friedrich-Ebert-Stiftung.

    Zuschuss für Leute mit Job

    Zum Zuge kam die NES zwar auch in den USA nicht. Dort operiert man aber mit einem Ableger: dem Steuerkredit- Programm EITC (Earned Income Tax Credit). Durch ihn erhält auf Antrag einen Zuschuss, wer unterhalb eines bestimmten Einkommensniveaus liegt. Das EITC erreicht 20 Millionen Haushalte und umfasst ein Volumen von jährlich rund 30Milliarden Dollar. Eine Grundsicherung bietet es allerdings nicht, da es eine Erwerbstätigkeit voraussetzt. Auf Steuerkredite setzen unter anderem auch Kanada, Großbritannien oder die Niederlande. Ebenfalls zum Katalog der Grundsicherungsmodelle zählen Lohnzuschüsse. Sie sollen sowohl das Angebot an "Billigjobs" als auch die Einkommen der"Geringverdiener" erhöhen. Derartige Subventionen, hier zu Lande als "Kombilohn" bekannt, sind umstritten, vor allem weil sie Firmen die Möglichkeit eröffnen, die Löhne zu senken. Am weitesten geht der Vorschlag einer Sozialdividende: Jeder Bürger erhält ein Grundeinkommen, unabhängig von seinen finanziellen Verhältnissen. Steuern werden erst oberhalb der Grenze fällig. Während einige Anhänger dieser Idee einen bedingungslosen Anspruch befürworten, wollen andere die Zahlung an eine Gegenleistung knüpfen, etwa gemeinwohlorientierte Arbeit. In Alaska ist die Vision Wirklichkeit geworden, aber in bescheidenem Maß: Dort erhält jeder Einwohner einen Anteil am Ölreichtum des Landes. 2004 waren es knapp 1000 Dollar. Über die Wirkungen dieser Modelle gibt es mangels praktischer Anwendung kaum empirische Erkenntnisse. Umstritten sie sind allemal. Das Standardargument gegen das Bürgergeld lautet, es belohne Faulheit. Dabei steht fest, dass Arbeitsanreize überschätzt werden. Niemand lebt freiwillig am Existenzminimum, wie es in einer Schweizer Studie heißt. Auch der Verweis, allzu üppige Systeme würden selbst reiche Staaten überfordern, zieht nur bedingt. Letztlich kommt es auf den Grad der Umverteilung an, den sich eine Gesellschaft leisten will. MARIO MÜLLER

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    Lesetipps

    Ein Plädoyer für die Selbstbestimmung der Menschen: "Bürger, ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft" von Wolfgang Engler, erschienen im Aufbau-Verlag 2005, 19,90 Euro.

    Die erfrischend andere Sicht des Ex- Beraters von Helmut Schmidt und Willy Brandt: "Die Reformlüge - 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren", von Albrecht Müller, Verlag Droemer 2004, 19,90 Euro.

    Eine umfassende Literaturliste und weitere Links finden sich auf der Webseite http://www.grundeinkommen.de


    http://www.infoladen-moskito.de/grundeinkommen.htm

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    im Sommer 2006, parallel zur Fußball WM in Deutschland, veranstaltet DRAMA KÖLN ein groß angelegtes Autorenfestival in Köln, das „Fünfte Internationale Festival für Autoren COLONIA“. Während das offizielle Kulturprogramm den sicheren common sense des Fußballs nicht verlässt, wagt DRAMA KÖLN den Schritt in die Parallelwelt. Theater neben Fußball.

    Acht Nationen werden in Köln für die Vorrundenspiele zu Gast sein: Angola, Togo, Ghana, Schweden, Frankreich, Portugal, England und Tschechien. DRAMA KÖLN zeigt die Spiele – und stellt Autoren aus diesen Ländern vor.

    Hierbei hoffen wir auf ihre Mithilfe: Wir suchen nach in Deutschland noch unbekannten Autoren aus eben diesen Ländern, deren Stücke wir in Köln vorstellen können. Die Stücke müssen dabei nicht von Fußball handeln. Es gibt keine thematischen Vorgaben.

    Wir würden uns freuen, wenn Sie den einen oder anderen Kontakt vermitteln oder die Anfrage an entsprechende Stellen weiterleiten können.



    Vielen Dank und schöne Grüße,



    Malte Jelden & Oliver Krietsch-Matzura





    DRAMA KÖLN e.V.

    Postfach 270612

    50512 Köln

    www.drama-koeln.de

    info@drama-koeln.de

    icq: 262-115-623

  • Ein sehr interessanter Artikel, der die geopolitischen Interessen sehr gut zusammenfasst.

    Zitat
    Schlüssel Russland?
    Im Atomstreit mit dem Iran hat Russland dem Iran angeboten, die umstrittene Urananreicherung künftig in Russland vorzunehmen, um somit dem Verdacht zu entgehen, sein Atomprogramm diene der Herstellung der Atombombe. Iran zeigt sich offen für den Vorschlag, vorausgesetzt, weitere Staaten, insbesondere China würden in diese Abmachung einbezogen. China hat sich bisher nicht dazu geäußert, besteht aber auf einer diplomatischen Lösung des Konfliktes. Damit könnte die Eskalation zunächst einmal auf die Bahnen einer zivilen Konfliktlösung verwiesen sein.

    Die westliche Diplomatie bemüht sich jedoch wieder einmal Russland – und auch China – „ins Boot zu holen“ oder wenn das nicht gelingt, auszugrenzen. US-Falke Mc Cain forderte auf der Münchner „NATO-Sicherheitstagung“ sofortige Sanktionen und erklärte, Russland verfolge eine Politik, die „sich mit unseren Interessen nicht verträgt.“ Er warf der russischen Führung eine „sowjetische Geisteshaltung“ vor und forderte die G7-Staaten auf, ihre Teilnahme an dem in St. Petersburg geplanten G7/G8-Gipfel zu überdenken.

    Es geht offensichtlich um mehr als die Atomfrage, so wie es auch im Fall des IRAK um mehr als die Massenvernichtungswaffen ging. Das ist natürlich zunächst einmal das Ölgeschäft: Der IRAN verfügt über die drittgrößten fossilen Vorkommen und Reserven nach der OPEC und nach Russland. Der Kampf um die Energie-Rohstoffe wird durch das Hinzutreten Chinas, Indiens und anderer Newcomer, durch den steigenden Bedarf der alten Industrieländer und die zugleich sinkende Verfügbarkeit und die ausgehenden Reserven zum beherrschenden Thema der internationalen Politik. Die politischen Ereignisse der letzten Zeit sind davon geprägt: So die von der russischen Regierung erzwungene Widereingliederung des Öl-Multi YUKOS in den russischen Staatsverband; so der Krieg gegen den IRAK, so der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine, um nur die wichtigsten zu nennen. Auf dem G8-Gipfel sollen diese Fragen Hauptthema sein.

    Über all dies hinaus hat die Auseinandersetzung inzwischen jedoch das Stadium des Streites um bloße Aufteilung des unmittelbaren Zugriffs auf die Öl- und Gasquellen bereits hinter sich gelassen. Inzwischen geht es um die Frage, ob die USA die Vorherrschaft des Dollar als Öl-Währung aufrechterhalten können. Kern der Sache ist die vom IRAN für März dieses Jahres angekündigte Absicht, eine asiatische Öl-Börse gründen zu wollen, an der Öl- und Gas nicht mehr in Dollar, sondern auch, sogar vornehmlich in Euro gehandelt werden sollen. Die Einführung dieser Börse würde bedeuten, dass der Dollar seine Funktion als Weltleitwährung verliert. Diese Funktion hat er nicht mehr auf Grund der Wirtschaftskraft der USA, vielmehr wird der wirtschaftliche Niedergang der USA dadurch verdeckt und aufgehalten, dass der Welthandel von Öl und Gas an den Dollar gebunden ist. So ist die Welt gezwungen, Dollarreserven zu halten, auch wenn der Dollar ständig und systematisch, das heißt durch Einsatz der Notenpresse, an Wert verliert.

    Die Öl-Bindung des Dollar geht auf eine Abmachung zwischen Saudi-Arabien und den USA aus dem Jahre 1972/3 zurück, dem sich die OPEC anschloss. Spätestens seit Einführung des Euro aber rütteln sowohl Öl fördernde Länder als auch Abnehmerstaaten an dieser Vereinbarung, weil die Dollarbindung des Ölhandels sie zwingt Dollarreserven zu halten, die sie nur mit Verlust weitergeben können, was faktisch auf eine versteckte Abgabeordnung gegenüber den USA hinausläuft. Mit dem Erscheinen des Euro und der Stärkung des chinesischen YEN sind aber Alternativen zum Dollar sichtbar geworden, zumal die meisten Öl fördernden Länder intensivere Handelsbeziehungen mit Europa als mit den USA pflegen. Saddam Hussein war der Erste, der es wagte, den Schritt vom Öl-Dollar zum Öl-Euro faktisch zu vollziehen. Die Antwort der USA ließ nicht auf sich warten. Gleich nach der Intervention wurden das „oil for food“-Programm beendet und die auf Euro laufenden irakischen Konten wieder auf Dollar umgestellt: Von Stund an wurde wieder nur gegen Dollar verkauft. Damit war das Ziel des Irak-Krieges erreicht; George W. Bush konnte sich als Retter des US-Imperiums feiern lassen. Ein Exempel war statuiert.

    Lange jedoch währte die Freude nicht: Die Yukos-Affäre endete nicht nur mit einer Wiederaneignung der russischen Ressourcen durch den russischen Staat in der Gestalt des Konzerns GASPROM. Kaum war YUKOS-Chef Chodorkowski rechtskräftig verurteilt, beschloss die russische Staatsduma, in Zukunft die Devisenreserven Russlands nicht mehr nur in Dollar anzulegen, sondern ab sofort zu 30% auch in Euro. In wenigen Jahren soll das Verhältnis auf 50:50% gebracht werden. Darüber hinaus ging Russland wieder zur traditionellen Golddeckung für seine eigene Währung über.

    Auch in der OPEC wurde die Bindung des Dollar ans Öl brüchig. Es war Hugo Chavez, der 2002 die Öl fördernden Staaten der OPEC aufforderte, Öl an Entwicklungsländer nicht mehr gegen Dollar, sondern im Bartergeschäft, also im Tausch gegen Ware oder auch gegen Euro zu liefern.

    Die skizzierten Entwicklungen bündeln sich in ökonomischen und politischen Bündnissen, die sich in letzter Zeit herausgebildet haben, so dem wirtschaftlichen Interessenverband BRIC, benannt nach seinen Mitgliedern Brasilien, Russland, Indien und China, so in der „Schanghai Gruppe“, die Russland, China, Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan verbindet, dazu als „Beobachter“ Pakistan, Indien und Iran. Im Juli 2005 forderte das Bündnis in einem „Appell“ an die USA, dass sie einen Termin setzen sollten, wann sie sich aus Stützpunkten in diesen Ländern zurückzuziehen gedächten.

    Aus dieser politischen Gemengelage heraus, deren Speerspitze die Einführung einer asiatischen Öl-Börse wäre, erklärt sich der Kompromissvorschlag Russlands, ebenso wie die hysterische Vorgehensweise der USA. Unklar bleibt, welche Rolle die Europäer sich zumessen wollen. Was Ihnen in dieser Situation am schlechtesten zu Gesicht steht, ist die Rolle des treuen Freundes der USA. Daran wird Frau Merkel zu knacken haben.


    http://russlandonline.ru/rupol0010/morenews.php?iditem=9817

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Zweitages-Seminar: Wirksame Presse- und Medienarbeit für Kulturveranstalter

    18./19. Mai 2006 in Reutlingen
    Seminargebühr: EUR 260,00 (incl. MwSt.)

    Ob Sie Konzerte, Lesungen oder Vorträge veranstalten, eine Ausstellung eröffnen oder eine Theaterreihe ins Leben rufen: Presse- und Medienarbeit - professionell und gezielt eingesetzt - ist eine der wirksamsten und vor allem preiswertesten Formen, Veranstaltungsangebote einem breiten Publikum oder ausgewählten Zielgruppen bekanntzumachen. Vielfach kann so auf einzelne weitere Werbemittel verzichtet und der Veranstaltungsetat spürbar entlastet werden.

    Die hiesige Medienlandschaft bietet dazu die einmalige Vielfalt von rund 400 Tages- und Wochenzeitungen, mehreren tausend Publikums- und Fachzeitschriften sowie zahllosen Rundfunk- und Fernsehredaktionen. Gute Chancen, auch »Ihr« Thema in den Medien unterzubringen. Doch in dieser Informationsflut kann man auch leicht untergehen. Welches sind also die geeigneten Medien für meine Veranstaltungsankündigung? Wie schaffe ich es, mit meinem Projekt auch einmal in überregionalen Medien Beachtung zu finden? Wann ist eine Pressekonferenz gerechtfertigt und wen lade ich dazu ein? Wie muss ich meine Informationen aufbereiten, um das Interesse der Redakteure und Leser zu wecken?

    Im zweitägigen, praxisorientierten Seminar erfahren die Teilnehmer erprobte Insider-Tipps für den richtigen Umgang mit Journalisten. Sie lernen in praktischen Übungen den Aufbau einer Pressemitteilung - von der knappen Veranstaltungsankündigung bis zur ausführlichen Pressemappe. Mit Hilfe von Nachschlagewerken erstellen sie Presseverteiler und Zeitschienen für Veranstaltungsprojekte. Ein zunehmend wichtiges Thema ist die Einbindung von Medien als Veranstaltungspräsentatoren.

    Der Referent Peter Reifsteck betreibt seit 1991 das Reutlinger „Beratungsbüro für Literatur- und Kulturveranstaltungen“ und war mehrfach für die Konzeption, Organisation und Öffentlichkeitsarbeit großer Festivals verantwortlich. Jüngste überregional beachtete Projekte: die dreimonatige Open-Air-Bibliothek auf der Landesgartenschau Ostfildern/Stuttgart 2002 (DIE ZEIT: »So idyllisch war Lesen noch nie«) und das Festival »WortMenue« 2005 in Überlingen, das sich inzwischen zu einem touristischen Markenzeichen am Bodensee entwickelt hat. Er ist Autor des »Handbuchs Lesungen und Literaturveranstaltungen« und hält regelmäßig Seminare für namhafte Dachverbände, Kulturorganisationen und Bildungseinrichtungen. Reifsteck ist seit nahezu 10 Jahren Dozent der FernUniversität Hagen im Fachbereich »Kulturmanagement/Kulturtourismus«.

    Nähere Informationen zu den Seminarinhalten, zum Referenten sowie Referenzen finden Sie auf auf meiner Homepage:

    Seminarbeschreibung: http://www.reifsteck-literaturbuero.de/pages/seminare_eigenseminar.html

    Referenzen: http://www.reifsteck-literaturbuero.de/pages/referenzen.html

    Die Anmeldeunterlagen erhalten Sie beim

    Beratungsbüro für Literatur- und Kulturveranstaltungen
    Peter Reifsteck
    Grafeneck 10
    D-72770 Reutlingen
    Tel. 07121 - 577750
    Fax 07121 - 577753
    Mobil 0171 - 2013566
    eMail: Reifsteck@t-online.de

  • Thema von Schreiberling im Forum Rezensionen

    Zitat
    Im Tal der Wölfe
    Kampf der Kulturen im Kino: Ein neuer türkischer Film zeigt die amerikanischen Truppen im Irak als Menschenschlächter - und bricht alle Rekorde

    Günter Seufert

    ISTANBUL. Es geschieht nicht alle Tage, dass sich James Jones, Befehlshaber der US-Streitkräfte in Europa, über den schädlichen Einfluss von Filmen auf seine Soldaten Sorgen machen muss. "Populäre Filme beeinflussen das Denken", sagte der Generaloberst Mitte vergangener Woche in Washington. "Doch man darf die Story eines Films nicht mit der Wirklichkeit verwechseln". Grund für Jones Sorge ist der türkische Film "Irak - Tal der Wölfe", der am Donnerstag in Europa in die Kinos kam. Der Film zeichne Amerikas Soldaten im Irak als Killer, die wahllos Menschen erschießen, schreibt die US-Truppenzeitung Stars and Stripes. Und Bob Purtiman, Sprecher der US-Kommandantur Europa, sagt, ein Runderlass weise die GIs an, sich von den Kinos fern zuhalten.

    In der Türkei hat "Irak - Tal der Wölfe" in den ersten drei Tagen alle Rekorde gebrochen. Mehr als eine Millionen Zuschauer kamen in die Kinos, in Anatolien sind die Lichtspielhäuser auf Wochen hinaus ausgebucht. Es geht um Rache, um Rache für eine nationale Schmach, die Amerika, von der Weltöffentlichkeit fast unbemerkt, den Türken vor drei Jahren zugefügt hat.

    Die Geschichte beginnt am 4. Juli 2003: US-Soldaten umstellen einen Außenposten der türkischen Armee im Nordirak. Sie nehmen elf türkische Offiziere fest, verhören sie und ziehen ihnen, wie Terroristen, Kapuzen über die Köpfe. Das ganze ist eine Strafaktion. Drei Monate vorher hatte das türkische Parlament den Vereinigten Staaten die Stationierung von Kampftruppen verboten, die von der Türkei aus eine zweite Front gegen Saddam Hussein eröffnen sollten.

    Die Story des Films setzt mit dem Selbstmord eines der festgenommenen türkischen Offiziere ein. Oberleutnant Süleyman verkraftet die Erniedrigung nicht. Vor seinem Tod schreibt er noch einen Abschiedsbrief. Der Brief erreicht Polat Alemdar, einen ehemaligen Spezialagenten des türkischen Geheimdienstes. Der kann sich der Bitte seines Freundes nicht verweigern. Gemeinsam mit seinen besten Männern will Polat die Soldaten rächen.

    In der Türkei kennt jedes Kind die Figur des Agenten Polat. Seit Januar 2003 hat Polat Alemdar im Fernsehen in 97 Folgen der Serie "Tal der Wölfe" gegen die Mafia gekämpft. Nicht allein, sondern mit der Unterstützung nationalistischer Kräfte im Geheimdienst, die alle jene erledigen wollen, die nach ihrer Meinung als Mafia das Land beherrschen - Wirtschaftsmagnaten, Freimaurer, Juden, Freunde Amerikas und Israels.

    Die Serie "Tal der Wölfe" war ein Straßenfeger. In Studentenheimen und Teestuben traf man sich, um Polats Kampf zu sehen. Fanclubs wurden gegründet, im Internet Diskussionsgruppen gestartet; und wenn im Fernstehen ein Freund des Helden starb, trafen sich mancherorts Leute, um zum letzten Mal für ihn zu beten.

    Jetzt also zieht Polat in den Irak. Er will Vergeltung für jenen 4. Juli des Jahres 2003. Und das will offensichtlich nicht nur er. Die türkische Presse feiert das Werk begeistert. So schreibt die Zeitung Vatan über "Irak - Tal der Wölfe": "Wer diesen Film sieht, der liebt sein Vaterland noch mehr als vorher."

    "Der Kapuzen-Vorfall war unser 11. September", sagt Mehmet Gül, früherer Chef der rechtsextremen "Idealistenvereine" in der Türkei. Der Film kommt ihm gerade recht. "In ihm entdeckt die türkische Nation ihr Innerstes", sagt Gül.

    Erreicht wird das in erster Linie durch die krasse Zeichnung des Gegners. Der Film reaktiviert Bilder amerikanischer Gewalt aus dem Irak, die haften geblieben sind: der Überfall auf eine Hochzeitsfeier, das Foltergefängnis Abu Ghraib, die Soldatin Lynndie England mit Schäferhund vor Folteropfern, brutale Hausdurchsuchungen und Einsatz von High-Tech-Waffen gegen Wehrlose.

    "Irak - Tal der Wölfe" sei ganz dazu angetan, in der Türkei, den Antiamerikanismus anzufeuern, befürchtet nun nicht nur die englische Zeitung Daily Telegraph. "Wen haben die Amerikaner nicht alles als Schurken dargestellt", heißt es dagegen im türkischen Massenblatt Sabah, "da tröstet es, wenn sie in einem Film einmal selbst die Bösewichter sind."

    Kein Wunder, dass der Film Leute in die Kinos bringt, die sich sonst selten vor die Leinwand setzen. Das Istanbuler Filmtheater Beyoglu, in das sonst Pärchen aus der Mittelschicht kommen, um sich Hollywoodfilme anzusehen, ist in diesen Tagen voll mit jungen Männern im Soldatenalter. Und im Kino Feza im eher konservativen Stadtteil Fatih ist "Irak - Tal der Wölfe" ein Fest für die Großfamilie. Eltern mit ihren Kindern kommen in die Vorstellungen, denn eine Altersbegrenzung gibt es trotz der vielen Toten im Film nicht. Fragt man einige der Zuschauer, ob die ganze Geschichte um Polats Mission im Irak nicht arg schwarz-weiß gezeichnet ist, bekommt man solche Sätze zur Antwort, wie sie etwa der Student Ugur sagt, der mit seiner jungen Ehefrau ins Kino gekommen ist. "Das ist es sicher", meint er, "doch das sind die amerikanischen Filme auch so."

    Spricht man mit Serdar Akar, dem Regisseur des Films, hört man Ähnliches. "Warum darf es denn keinen antiamerikanischen Film geben?" Nach Maßstäben der türkischen Kinobranche ist Akar, der früher vielbeachtete Autorenfilme drehte, mit "Irak - Tal der Wölfe" ein großer Wurf gelungen. Der Film ist schnell, die einzelnen Handlungsstränge sind dicht verwoben, Schnitt, Technik und Kamera professionell. Billy Zane als amerikanischer Oberschurke Sam William Marshall brachte internationale Erfahrung in die Dreharbeiten des Films ein, dessen Budget von mehr als zehn Millionen Dollar in der Türkei bisher einmalig ist. Das allerdings lohnend eingesetzt erscheint. Mit fünf Millionen Zuschauern rechnen die Produzenten, eine halbe Million davon in Europa und eine weitere halbe Million in Ländern wie Syrien, Ägypten, Russland und Kasachstan.

    Der türkische Minister für Außenhandel Kürsat Tüzmen schwärmt schon von einem neuen Exportsektor im Land, der Filmindustrie, die heute auf Hollywoodniveau zu produzieren in der Lage sei. Dies zeige doch gerade "Irak - Tal der Wölfe". Zweifelsohne haben die Türken viel von Hollywood gelernt, nicht nur die neueste Filmtechnik. Sie haben auch die Zeichen und Schablonen abgeschaut, mit denen seit Ende des Zweiten Weltkriegs das Böse auf die Leinwand kommt. Im "Tal der Wölfe" hätten GIs die Stelle eingenommen, die in Weltkriegsfilmen deutsche Soldaten innehaben, schreibt Chefkommentator Ismet Berkan in der türkischen Zeitung Radikal. Anstelle der gequälten Juden, sagt er weiter, ständen im Film die Araber und Turkmenen des Irak. Und tatsächlich, da gibt es sogar die Gestalt des selektierenden Arztes an der Rampe. Im Film wird die Rampe an den Lastwagen gestellt, mit dem Gefangene ins Foltergefängnis gekarrt werden. Der Arzt ist Jude und selektiert jene aus, denen Organe entnommen werden sollen, Nieren, die in die Vereinigten Staaten versandt werden und nach Israel. Sicherlich eine der geschmacklosesten Szenen des Films.

    Und da ist auch der Befehl an die Gefangen, sich auszuziehen für die Dusche, im Film die Folter mit dem Hochdruckstrahler. Da ist schließlich die Rede der Amerikaner vom Sieg im Endkampf, im Film vorgetragen vom Oberschuft Sam William. Vor dieser manchmal nur schemenhaft, manchmal kräftig gezeichneten Folie des Bösen verdichten sich die einzelnen Grausamkeiten der amerikanischen Soldaten zu dem abscheulichen Wesen der USA, das der Streifen zeichnet.

    Auch auf der Tastatur des religiösen Gegensatzes zeigt sich die Crew des Films sicher. Das Christentum erscheint nur in fanatischer Form und damit als eine Lehre der Gewalt. Sam William Marshall ist CIA-Agent und Chef der USA im Nordirak. Er wütet mit dem reinen Gewissen des christlichen Eiferers und brüstet sich, im Auftrage Jesus' die Herrschaft Gottes auf diesem Flecken des verheißenen Landes zu begründen.

    Ganz anders der Islam, der als Religion präsentiert wird, die richtig und falsch verstanden werden kann. Für den Sufi-Scheich Kirkuki ist der Islam die Religion des Friedens. Bei Kirkuki finden Witwen und Waisen Zuflucht, und er vermag, Muslime verschiedener Herkunft zu vereinen. In zentralen Szenen des Films predigt Kirkuki gegen Selbstmordattentate, und mit Verweis auf das Vorbild des Propheten verhindert er die Hinrichtung westlicher Geiseln durch Untergruppen von El Kaida. Terroristen handeln gegen die Intentionen des Islam, auch das ist die Botschaft des Film.

    Das Selbstbewusstsein der Filmemacher, für den Islam zu sprechen, hat gute Gründe. Der Darsteller des Helden Polat Alemdar, Necati Sasmaz, und Produzent Raci Sasmaz sind Brüder und stammen väterlicherseits von einem einflussreichen Scheich des Sufi-Ordens der Kadiri ab. Der Film bringt das Ritual des Ordens auf die Leinwand. Produzent Raci Sasmaz sagte auf der Galafeier zur Premiere, der Film sei dem Großvater und Sufi-Scheich gewidmet.

    Auch Emine Erdogan, die Ehefrau des türkischen Premierministers, hat sich "Irak - Tal der Wölfe" schon angesehen. "Welch ein schöner Film", soll die Frau des Regierungschefs befunden haben. Die Sorgen von James Jones, dem Befehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Europa, werden danach nicht kleiner geworden sein.


    Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...e_3/525713.html

    Derzeit läuft der Film auch in deutschen Kinos, leider nur im Originalton, aber mit deutschen Untertiteln.

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Jokers-Lyrik-Preis 2006

    1000 Euro für das beste Gedicht - Jokers veranstaltet Poesie-Turnier

    Augsburg. Dichten und damit auch noch gewinnen? Jetzt ist es wieder soweit. Im März 2006 startet der Lyrik-Wettbewerb des Augsburger Buchversenders Jokers restseller. Am Jokers-Lyrik-Preis 2006 dürfen alle deutschsprachigen Hobby-Poetinnen und -Poeten mit einem eigenen Gedicht mitmachen. Eine fachkundige Jury belohnt das beste Gedicht mit 1.000,- Euro (2. Preis: 500,- Euro; 3. Preis: 250,- Euro).

    Ab dem 1. März 2006 können die TeilnehmerInnen ihre Texte auf der Website www.jokers.de/lyrikpreis einreichen. Der Wettbewerb endet am 31. März 2006. Die PreisträgerInnen werden im Juli 2006 bekannt gegeben.

    Neu ist dieses Jahr, dass die Berliner Literaturkritik, BoD (Book on Demand) und das Literatur-Café als Lyrik-Wettbewerb-Partner zusätzlich attraktive Sonderpreise ausloben. Darüber hinaus erscheinen die besten 100 Gedichte in einer Lyrik-Anthologie, die bei Jokers restseller, bei BoD und überall im Handel erhältlich sein wird. Letztes Jahr beteiligten sich über 4.500 Lyrik-Begeisterte aus ganz Europa.

    Viele der eingesandten Gedichte werden in die Lyrik-Datenbank von Jokers aufgenommen, die inzwischen zu der umfangreichsten im deutschsprachigen Netz zählt: www.jokers.de/gratis-gedichte.

    Die vollständigen Teilnahmebedingungen für den Jokers-Lyrik-Preis finden Interessierte auf der Website www.jokers.de/lyrikpreis

    Jokers restseller in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH
    Frauentorstraße 5
    D-86152 Augsburg


    edit: der Punkt ist weg. danke für den Tipp

    [ Editiert von Administrator Schreiberling am 18.04.06 7:43 ]

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Liebe AutorInnen,
    heute bekam ich fast zeitgleich von drei AutorInnen die Nachricht, dass sie mit Droh- und Terrormails belästigt wurden, weil sie auf der Homepage www.jungeautoren.de ihre Texte ausstellen.

    Dahinter verbirgt sich vermutlich ein durchgeknallter Internetuser, der einen Privatkrieg gegen den Homepagebetreiber führen möchte. Es ist also nichts persönliches gegen die Empfänger dieser Mails, sie werden lediglich benutzt.

    E-Mails sind nicht anonym. Solltet ihr ebenfalls solche Mails erhalten haben, bitte gebt sie mir zur Kenntnis, leitet sie weiter an schreiberling@aol.com . Ich werde gegebenenfalls strafrechtlich gegen diese(n) Schmierfinken vorgehen.

    Viele Grüße und laßt Euch von diesem Typen nicht verunsichern

    Jürgen Freymann

  • Zitat
    USA streichen Ziel nuklearer Abrüstung
    Regierungsbeamter: Wir brauchen atomare Macht


    Roland Heine

    BERLIN. Die US-Regierung will offenbar das im Atomwaffensperrvertrag (NPT) fixierte Ziel der atomaren Abrüstung nun auch offiziell von ihrer Agenda streichen. Linton Brooks, Chef der Nationalen Atomsicherheitsbehörde, erklärte am Freitag als erster hoher Regierungsvertreter, dass das nicht nur im NPT festgehaltene Ziel von Washington nicht mehr verfolgt werde. Die USA "müssen in absehbarer Zeit beides beibehalten - nukleare Macht und die Fähigkeit, Atomwaffen zu haben und diese zu modernisieren", sagte Brooks in Oak Ridge (Tennessee). Dort ist eine große Atomwaffenfabrik angesiedelt.

    "Mit dem Kalten Krieg ist nicht auch die Bedeutung von Atomwaffen verschwunden", sagte Brooks. Er legte Pläne zur Modernisierung des Atomwaffenarsenals und zur Entwicklung neuer Atomsprengköpfe vor, darunter der Robust Nuclear Earth Penetrator, der unterirdische Ziele zerstören soll.

    Zuletzt hatten Ex-US-Präsident Bill Clinton und der damalige russische Präsident Boris Jelzin im September 1998 in einer gemeinsamen Erklärung die Verpflichtung beider Länder zum "ultimativen Ziel der nuklearen Abrüstung" bekräftigt. Im Sperrvertrag, den auch die USA unterzeichnet haben, werden die Atommächte durch Artikel VI zu Verhandlungen mit dem Ziel einer vollständigen nuklearen Abrüstung verpflichtet. Im Atomstreit mit Iran werfen die USA der Regierung in Teheran gerade vor, gegen Bestimmungen des NPT zu verstoßen. Unter Bush haben die USA in den letzten Jahren etliche Rüstungskontrollvereinbarungen geschwächt oder ein Zustandekommen ganz verhindert. So weigern sie sich, das seit 1996 vorliegende Atomteststoppabkommen zu ratifizieren.

    Auch im Fall der Verbotskonvention für B-Waffen von 1972 betreibt Washington eine Verhinderungspolitik. Die USA sind ihr zwar beigetreten, im Kreis der Vertragsstaaten verhindern sie jedoch, dass ein wirksamer Überprüfungsmechanismus erarbeitet wird. Internationale Vor-Ort-Kontrollen, so heißt es, würden Industrielabors und Militäreinrichtungen der USA der Spionage ausliefern. So könnte jedes Land gegen jede Art von Rüstungskontrolle argumentieren. Hinzu kommen Berichte, wonach die US-Regierung ganz konkrete Projekte in diesem Bereich verheimlichen möchte. So schrieb die New York Times, die USA betrieben ein Geheimprogramm für Biowaffen, das an die Grenze des Erlaubten gehe. Die Rede ist unter anderem von so genannten nichttödlichen, bewusstseinsverändernden Waffen.

    Auch die Konvention über das C-Waffen-Verbot von 1996 wurde von den USA zwar ratifiziert, am Inspektionsregime nimmt das Land mit dem höchst entwickelten Chemiesektor jedoch nur sehr eingeschränkt teil - auch hier unter Hinweis auf Spionagegefahren. So wurde die chemische Industrie sowohl von allen Deklarationspflichten als auch von internationalen Kontrollen praktisch ausgenommen - europäische Diplomaten sprechen von einem "partiellen Vertragsbruch". Zudem behält sich der US-Präsident das Recht vor, Verdachtskontrollen zu untersagen. (mit AFP)


    http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...tik/531695.html

    Angesichts dieser Haltung ist die Frage, wieso die USA den Iran vor den UN Sicherheitsrat zerren lassen, wo sie selbst völlig offen, die Verträge für null und nichtig erklären.

  • Nun mit dem Tod des ehemaligen Präsidenten Jugoslawiens wird mir einmal mehr bewusst, dass ich von diesem Land noch viel zu wenig weiß. Was ging da vor, in jenem Land, welches von der NATO angegriffen wurde und zu Europa gehört? Vor dem Krieg wurde Milosevic zum Monster erhöht. Er wurde als Nationalist dargestellt, der ethnische Säuberungen zu verantworten habe usw.. Es folgte ein jahrelanger Prozeß, wo immer mehr sichtbar wurde, dass die Beweislast gegen den Ex-Präsidenten mehr als dürftig war. Die Vorwürfe erwiesen sich einer nach dem anderen als unhaltbar.

    Mir scheint fast, dass das gewaltsame Ableben von Milosevic (er wurde mit einem Medikament vergiftet, einige behaupten, das habe er sich selbst verabreicht), gerade für die Kriegshetzer, die damals schamlos zu Lügen griffen, um die NATO gegen Jugoslawien loszuschicken, zielmich praktisch ist. Nun müssen sie gar nix mehr beweisen. Der Angeklagte ist tot.

    In den Medien wurde über sein Ableben auch die Legende verbreitet, er wäre in der letzten Regierungszeit immer nationalistischer geworden. Hierzu führte man eine Rede von ihm auf dem Amselfeld an. Aus diesem Grund, möchte ich Euch diese Rede hier auf Deutsch vorstellen. Mag sich jeder ein eigenes Bild darüber machen:

    Zitat

    Rede von Slobodan Milosevic anlässlich der 600 jährigen Gedächtnisfeier der "Schlacht auf dem Amselfeld"

    28. Juni 1989 in Gazimestan Kosovo

    Freunde, Kameraden,

    an diesem Ort, im Herzen Serbiens, auf dem Kosovo Polje, hat vor sechs Jahrhunderten, vor genau 600 Jahren, eine der größten Schlachten damaliger Zeiten stattgefunden. Fragen und Geheimnisse haben dieses Geschehen wie viele andere große Ereignisse begleitet, es wurde Gegenstand ununterbrochener wissenschaftlicher Untersuchungen und nicht zuletzt auch der Neugier des Volkes.

    Durch soziale Umstände bedingt, findet das große sechshundertjährige Jubiläum der Kosovo-Schlacht in einem Jahr statt, in dem Serbien nach vielen Jahrzehnten seine staatliche, nationale und geistige Integrität wiedergefunden hat. So fällt es uns heute nicht schwer, die Frage zu beantworten: Wie werden wir vor Milos auftreten? (Gemeint: Milos Obilic – serbischer Held der Kosovo-Schlacht – je)

    Wie das Leben und die Geschichte spielen, sieht es so aus, als ob Serbien gerade 1989 seinen Staat und seine Würde wiedergewonnen hat, um das historische Ereignis ferner Vergangenheit zu feiern, das für Serbien sowohl symbolisch als auch geschichtlich eine große Bedeutung für die Zukunft hat.

    Heute ist schwer zu sagen, was bei der Kosovo-Schlacht historische Fakten sind und was zur Legende gehört. Aber das ist auch nicht wichtig. Erfüllt von Schmerzen, aber auch von Hoffnung, ist das Volk gewöhnt, sich zu erinnern, ganz wie es eigentlich auch bei anderen Völkern der Fall ist. Das Volk hat sich wegen des Verrates geschämt, hat aber auch die Tapferkeit gepriesen. Deshalb ist heute schwer zu sagen, ob die Kosovo-Schlacht eine Niederlage oder ein Sieg für das serbische Volk war, ob wir als Folge der Niederlage in die Sklaverei kamen oder ob wir aus dieser Niederlage gelernt haben, die Zeiten der Sklaverei zu überleben. Die Antworten auf diese Frage werden das Volk und die Wissenschaft weiterhin suchen müssen. Was aber nach all diesen Jahrhunderten, die hinter uns liegen, Gewißheit geworden ist, das ist die Tatsache, daß wir auf dem Kosovo vor 600 Jahren unsere Uneinigkeit erfahren mußten.

    Wenn wir eine Niederlage auf dem Kosovo erlitten haben, dann war das kein Ergebnis der gesellschaftlichen oder militärischen Überlegenheit des Osmanischen Reiches, sondern Ergebnis der tragischen Uneinigkeit an der Spitze des serbischen Staates. Damals, im fernen 1389, war das Osmanische Reich nicht nur stärker als das serbische Königreich, sondern auch glücklicher. Uneinigkeit und Verrat auf dem Kosovo werden das serbische Volk weiter als das Böse durch seine ganze Geschichte hindurch begleiten. Auch im letzten Krieg haben Uneinigkeit und Verrat das serbische Volk und Serbien in eine Agonie geführt, deren geschichtliche und moralische Konsequenzen die der faschistischen Aggression übertroffen haben.

    Auch später, nach der Gründung des sozialistischen Jugoslawiens, war die Spitze der serbischen Führung in diesem neuen Land uneinig und neigte zu Kompromissen auf dem Rücken des eigenen Volkes. Die Zugeständnisse, die viele der serbischen Führer zum Nachteil des eigenen Volkes machten, wären weder historisch noch ethisch von irgendeinem Volk auf der Welt akzeptiert worden. Dies gilt um so mehr, als die Serben während ihrer ganzen Geschichte niemals Eroberer oder Ausbeuter waren. Das nationale und historische Wesen der Serben in ihrer ganzen Geschichte, insbesondere auch während der beiden Weltkriege, war die Befreiung von Knechtschaft und das Leben in Freiheit, und so bleibt es auch heute. Die Serben haben sich immer wieder selbst befreit und, wenn es ihnen möglich war, halfen sie auch anderen, sich zu befreien.

    Und die Tatsache, daß sie in dieser Region als ein großes Volk gelten, ist doch keine Schande und keine Sünde. Es ist ein Vorteil, den sie niemals gegen andere ausspielten. Aber ich muß sagen, hier auf diesem legendären Kosovo Polje, daß die Serben diesen Vorteil auch niemals zu ihrem eigenen Wohl genutzt haben.

    Den serbischen Politikern und Führern und deren Vasallenmentalität ist zu verdanken, daß die Serben Schuldgefühle den anderen und sich selber gegenüber hatten. Die Uneinigkeit der serbischen Politik hat Serbien zurückgeworfen, und ihre Inferiorität hat Serbien gedemütigt. Das ging so über Jahre und Jahrzehnte. Wir sind heute hier auf das Kosovo Polje gekommen, um zu sagen, daß heute die Dinge anders liegen. Es gibt keinen anderen, keinen geeigneteren Ort als Kosovo Polje, um zu sagen, daß die Einigkeit in Serbien auch dem serbischen Volk, den Serben und jedem Bürger Serbiens, unabhängig von seiner nationalen und religiösen Zugehörigkeit, Wohlstand bringen wird.

    Serbien ist heute geeint und anderen Republiken gleichgestellt. Es ist bereit, alles zu tun, um das materielle und soziale Leben aller seiner Bürger zu verbessern. Mit Verständnis füreinander, mit Zusammenarbeit und Geduld wird Serbien dabei erfolgreich sein. Deshalb ist auch der Optimismus mit Blick auf die Zukunft, wie er heute allenthalben in Serbien festzustellen ist, durchaus gerechtfertigt. Dieser Optimismus basiert auf der Freiheit, die allen Menschen ermöglicht, positive, kreative und humanitäre Fähigkeiten zum Wohl der gesamten Gesellschaft und auch zum eigenen Wohl zu entfalten.


    »Der Nationalismus ist das schlimmste Problem«

    In Serbien haben niemals nur die Serben gelebt. Heute leben in diesem Lande mehr als jemals zuvor Bürger anderer Völker und Nationalitäten. Und das ist natürlich kein Nachteil für Serbien. Im Gegenteil: Es ist ein Vorteil Serbiens. In diesem Sinne ändert sich das nationale System, so wie es heute auch in anderen Ländern, insbesondere in den hochentwickelten Ländern der Welt, der Fall ist. Immer mehr und immer erfolgreichere Bürger verschiedener Nationen und verschiedener Religionen leben in einem gemeinsamen Land zusammen. Im besonderen Maße soll der Sozialismus als eine progressive, demokratische Gesellschaft die Menschen zusammenführen und dazu beitragen, deren Trennung nach nationaler oder religiöser Zugehörigkeit zu überbrücken. Der einzig maßgebende Unterschied zwischen den Menschen im Sozialismus sollte der Unterschied zwischen denen sein, die arbeiten, und denen, die nicht arbeiten wollen. Zwischen Menschen, die füreinander da sind und sich gegenseitig achten, und solchen, die keinen Respekt vor ihren Mitmenschen haben. Die Bürger Serbiens, die von ihrer eignen Arbeit leben, verdienen die Achtung aller, sie müssen einander respektieren, unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit. Gerade auf solchen Prinzipien der gegenseitigen Achtung und des gegenseitigen Respekts basiert unser Land.

    Jugoslawien ist eine multinationale Einheit und kann nur überleben, wenn völlige Gleichberechtigung zwischen allen im Land lebenden Nationen hergestellt wird. Die Krise, die Jugoslawien getroffen hat, hat sowohl nationale als auch soziale, kulturelle und religiöse Zwietracht hervorgebracht. Dabei ist der Nationalismus das schlimmste Problem. Ihn zu überwinden ist die Voraussetzung dafür, die anderen Mißstände zu beseitigen und die Konsequenzen zu mildern, die der Nationalismus hervorgebracht hat.

    Seit dem Bestehen von multinationalen Gesellschaften war deren Schwachstelle immer das Verhältnis zwischen den einzelnen Nationen. Es besteht die Gefahr, daß die Frage der angeblichen Bedrohung einer Nation durch eine andere aufgeworfen werden kann, was wiederum zu einer Welle von Verdächtigungen, Anschuldigungen und Intoleranz führen kann, einer Welle, die unaufhaltsam wächst und sehr schwer zu stoppen ist. Diese Gefahr bedrohte uns die ganze Zeit.

    Innere und äußere Feinde multinationaler Gesellschaften wissen das und tun alles, sie durch das Anstacheln nationaler Konflikte zu zerstören. Gegenwärtig wird das in Jugoslawien versucht – nie zuvor hatten wir solche tragischen nationalen Konflikte zu ertragen, die die Existenz unserer Gesellschaft in Frage stellten.

    Gleichberechtigte und harmonische Beziehungen zwischen den jugoslawischen Völkern sind die unabdingbare Voraussetzung für das Überleben Jugoslawiens, die einzige Möglichkeit, aus der gegenwärtigen Krise einen Ausweg zu finden, vor allem um ökonomische und soziale Prosperität für das Land zu erreichen. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Jugoslawien nicht von anderen Ländern der Welt, und insbesondere nicht von den entwickelten Ländern.

    Die heutige Welt zeichnet sich immer stärker durch Toleranz, Kooperation und Gleichberechtigung zwischen den Nationen aus. Die moderne ökonomische, technologische, aber auch politische und kulturelle Entwicklung führt die Menschen verschiedener Nationen zueinander, macht die Völker voneinander abhängig und trägt Zug um Zug zu ihrer Gleichberechtigung bei. Zur Zivilisation, der die Menschheit zustrebt, haben vor allem die gleichberechtigten und vereinten Völker Zutritt. Auch wenn wir nicht an der Spitze dieses Weges in die Zivilisation sein können, so möchten wir doch auch nicht die letzten sein.

    Zur Zeit der großen historischen Schlacht auf dem Kosovo Polje blickten die Menschen hinauf zu den Sternen, von denen sie sich das Heil erhofften. Jetzt, sechs Jahrhunderte später, blicken sie wieder hinauf zu diesen Sternen – um sie zu erobern (FAZ: ... und bitten für den Sieg). Und auf jeden Fall dürfen sie sich heute nicht mehr erlauben, uneinig zu sein und sich von Haß und Verrat leiten zu lassen, leben sie doch nicht mehr in kleinen, schwachen und kaum miteinander verbundenen Welten. Heute können die Menschen dieses Planeten nicht einmal ihren eigenen Planeten erobern, wenn sie sich nicht einig sind, geschweige denn andere Planeten, solange sie nicht in Harmonie und Solidarität leben.

    Gerade deshalb haben, vielleicht wie nirgendwo sonst auf dem Boden unseres Heimatlandes, die Worte Einigkeit, Solidarität und Gemeinsamkeit soviel Sinn auf dem Kosovo Polje, dem Symbol der Uneinigkeit und des Verrates. Diese Uneinigkeit, die für die Niederlage in der Schlacht verantwortlich war und auch für das unglückliche Schicksal, das Serbien ganze fünf Jahrhunderte lang ertragen mußte, ist im Gedächtnis des serbischen Volkes und wird es bleiben. Auch wenn es mit den historischen Gegebenheiten nicht unbedingt übereinstimmen mag, so bleibt doch die Gewißheit, daß das Volk seine Uneinigkeit als seine größte Tragödie erlebt hat. Deshalb haben wir die unbedingte Verpflichtung, die Uneinigkeit zu überwinden – das ist die unbedingte Voraussetzung, um künftig Niederlagen, Mißerfolge und Stagnation durchzustehen.

    Das Volk in Serbien ist sich in diesem Jahr bewußt geworden, daß es seine innere Einheit als unverzichtbare Voraussetzung für das heutige Leben und seine weitere Entwicklung finden muß. Ich bin überzeugt, daß Serbien aufgrund dieses Bewußtseins der Einigkeit nicht nur als Staat, sondern auch als erfolgreicher Staat leben wird. Deshalb, so denke ich, macht es doch Sinn, gerade hier auf dem Kosovo, wo einmal Uneinigkeit auf tragische Weise und für Jahrhunderte Serbien zurückgeworfen hat, zu sagen, daß nur die Einheit uns die Kraft geben wird, Serbien zu erneuern und die Würde zurückzuerlangen. Und dieses Bewußtsein von der inneren Einigkeit stellt auch für Jugoslawien eine Notwendigkeit dar, weil das Schicksal Jugoslawiens in den Händen aller seiner Völker liegt.

    Die Kosovo-Schlacht ist auch ein Symbol für Tapferkeit. Das drückt sich in Gedichten, Legenden, in der Literatur und in Erzählungen aus. Die Helden des Kosovos inspirieren seit sechs Jahrhunderten unsere Kreativität, sie nähren unseren Stolz, sie lehren uns nicht zu vergessen, daß es einmal eine Armee gegeben hat, die tapfer und stolz war – eine der wenigen, die trotz der Niederlage nicht verloren hat.

    Sechs Jahrhunderte später stehen heute wieder Kämpfe bevor. (FAZ: Sechs Jahrhunderte später befinden wir uns wieder in Kriegen ...) Es sind keine bewaffneten Kämpfe (FAZ: Schlachten), die wir auszutragen haben, obwohl auch solche nicht auszuschließen sind. Aber unabhängig davon, welche Kämpfe uns bevorstehen, sie können nicht ohne Entschlossenheit, Tapferkeit und Aufopferung gewonnen werden, also nicht ohne die guten Eigenschaften, die man auch damals auf dem Kosovo demonstrierte.

    Unser heutiger Kampf zielt auf die Verwirklichung der ökonomischen, politischen, kulturellen, der umfassenden Prosperität unseres Landes. Und dieser Kampf wird um so erfolgreicher sein, je mehr wir uns der Zivilisation nähern, in der die Menschheit im 21. Jahrhundert leben wird. Auch für einen solchen Kampf brauchen wir Tapferkeit. Natürlich eine andere Art von Tapferkeit.[B] Es bleibt aber eine Herzensangelegenheit, ohne die nichts auf der Welt, nichts Ernsthaftes, nichts wirklich Großes erreicht werden kann. [B]Eine Tapferkeit, die aus dem Herzen kommt und immer für die Menschheit lebensnotwendig bleiben wird.

    Vor 600 Jahren verteidigte Serbien hier auf dem Kosovo tapfer nicht nur sich selbst, sondern auch Europa. Serbien stand damals für die Verteidigung europäischer Kultur, Religion und der europäischen Gesellschaft insgesamt. Deshalb ist es heute ungerecht und im Widerspruch zur Geschichte, ja, es ist sogar absurd, die Zugehörigkeit Serbiens zu Europa in Zweifel zu ziehen. Serbien gehört zu Europa, heute wie in der Vergangenheit, und zwar auf eine Art und Weise, die seiner Würde und seinem Wesen entspricht. In diesem Geiste möchten wir heute eine Gesellschaft aufbauen, die reich und demokratisch ist. Dadurch wollen wir zum Wohlergehen unserer Kinder und unseres Landes beitragen, das heute völlig zu Unrecht leiden muß. Wir wollen das Unsere tun, um das Streben aller progressiven Menschen unserer Zeit nach einer neuen, schöneren Welt zu unterstützen.

    Die Erinnerungen an die Tapferkeit der Kosovo-Helden soll ewig leben!

    Hoch lebe Serbien!

    Hoch lebe Jugoslawien!

    Hoch lebe der Frieden, hoch lebe die Brüderschaft zwischen den Völkern!))

    * Übersetzung nach dem Redetext, der in der Belgrader Tageszeitung Politika am 29. Juni 1989 erschienen ist. Übersetzung: Dr. Donka Lange. Diese Übersetzung erschien zuerst in Jürgen Elsässers Buch »Kriegslügen. Vom Kosovokonflikt zum Milosevic-Prozeß« (Kai Homilius Verlag). Eine ebenfalls vollständige Version eines anderen Übersetzers findet sich in dem Buch von Ralph Hartmann: »Der Fall Milosevic« (Karl Dietz Verlag).



    Was soll an dieser Rede nationalistisch sein? Das verstehe ich nicht. Milosevic ist tod. Er wurde mit Medikamenten vergiftet. Sein Tod ist für einige, (auch bei uns in Deutschland) eine Erlösung, da sie nun nicht mehr befürchten müssen, wegen der Führung eines Angriffskrieges belangt zu werden, und da sie nun nicht mehr ihre Vorhaltungen beweisen müssen. Wie praktisch, oder?

  • Thema von Schreiberling im Forum speakers Corner

    Der Typ ist wirklich Spitze! Toni Mahoni, ein Hobbyphilosoph, den man sich merken muss!

    Hier gehts zu seinen Filmen

  • In Italien ist nun endlich die Ära eines rechtsbeugenden Präsidenten zu Ende gegangen, der mit mafiösen Mitteln herrschte, und durch ein Fast-Monopol bei den Medien die Meinung diktierte.

    Berlusconi ist das Beispiel, dass Demokratie allein nicht ausreicht, um den Staat vor Schurken wie diesem zu schützen. Um mit den Gesetzen nicht in Konflikt zu geraten, ließ Berlusconi sie einfach ändern.

    Für mich ist es nach wie vor ein Rätsel, wie dieser machtgierige Mensch sich so lange im Sessel des italienischen Präsidenten halten konnte.

    Bei folgendem Buch erfährt man mehr über die Hintergründe. Man erhält Einblick in das Politik "geschäft", welches immer mehr von kommerzialen Interessen geleitet wird.
    http://www.sw2.euv-frankfurt-o.de/~sk/Berlusconi/Index.html

    Gut das der Spuk in Italien nun zu Ende ist. Ein wirklich skruppelloser Mensch tritt ab - aber ganz Berlusconi tut er das nicht freiwillig.

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Ich bekam mit der Post eine Möglichkeit des Urheberrechtsschutzes aufgezeigt, die ich Euch hiermit vorstellen möchte:

    Zitat
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    durch eine Internetrecherche bin ich auf Ihr Forum gestoßen und möchte Sie auf den Service http://www.priormart.com/de aufmerksam machen.

    Der Schutz des geistigen Eigentums ist gerade für junge Autoren nicht immer leicht durchzusetzen, da oft populäre Irrtümer die Diskussion bestimmen und wichtige Schutzvorkehrungen außer Acht gelassen werden. Die einzige weltweit wirksame und anerkannte Beweisform für die eigene
    Autorenschaft stellt nach wie vor die notarielle Hinterlegung dar.
    Aus Zeit- und Kostengründen wird dieses Mittel jedoch so gut wie nie genutzt.

    PriorMart übernimmt die notarielle Hinterlegung. Mitglieder können unbegrenzt viele Werke jederzeit über eine verschlüsselte Verbindung hochladen und PriorMart hinterlegt diese innerhalb weniger Tage bei einem in der Bundesnotarkammer zugelassenen Notar. Die Kosten betragen
    4,99/Monat. Möchte der Autor keine weiteren Werke mehr hinterlegen, kann er in eine passive Mitgliedschaft wechseln und für 19,95/Jahr seinen Schutz erhalten.

    Für die Besucher Ihrer Website ist dieser Dienst außerordentlich nützlich. Ich würde mich daher freuen, wenn Sie PriorMart.com verlinken.

    Mit freundlichen Grüßen,
    i.A. Sabine Stein



    Viele Grüße
    vom Schreiberling

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Holzhäuser Heckethaler 2006

    Kategorie: Prosatext, Thema „Warum eigentlich nicht?“


    Holzhausen am Reinhardswald ist Ortsteil der nordhessischen Stadt Immenhausen. Das Ziel des vom Holzhäuser Schriftsteller-Ehepaar Dagmar und Burckhard Garbe vorgeschlagenen Literatur-Nachwuchs-Preises „Holzhäuser Heckethaler“ ist es, literarische Talente (besonders im nordhessischen Raum) aufzuspüren und zu fördern.

    Teilnahmebedingungen
    Teilnahmeberechtigt sind Schreibende aus dem ganzen deutschsprachigen Raum zwischen 16 und 30 Jahren. Eingereicht werden können pro Autorin bzw. Autor bis zu drei Prosatexte in deutscher Sprache von höchstens jeweils 5 Normseiten Länge (30 Zeilen à 60 Zeichen, bitte korrekt beachten) in siebenfacher (!) Ausfertigung zu einem jährlich wechselnden Thema, das im Jahr 2006 („5. Holzhäuser Heckethaler“) „Warum eigentlich nicht?“ lautet. Wenn ein Mann seit langem seiner Angebeteten einen Heiratsantrag machen wollte, - wenn eine Frau schon länger vorhatte, ihren Job zu kündigen und sich mit einer kleinen Software-Firma selbständig zu machen, - wenn ein Paar plant, nach Australien auszuwandern, - warum eigentlich nicht? Wenn ein junger schreibender Mensch sich schon öfter mal vorgenommen hat, bei einem Literatur-Nachwuchs-Preis mitzumachen: warum eigentlich nicht? - Dabei sind Prosatexte aus dem Alltag genauso erwünscht wie fiktive Geschichten. Bitte, keine Lyrik! Keine Theaterstücke! - Jeder Beitrag ist anonym einzureichen, also mit einem Kennwort auf den Textseiten und mit persönlichen Angaben in einem verschlossenen Briefumschlag, der ebenfalls dieses Kennwort trägt.

    Zum Namen des Preises
    Unter den Sagen Nordhessens heißt eine: „Der Heckethaler“. Im Volke ist ja seit alters bekannt, dass eine „Heckemünze“ oder ein „Heckethaler“ zusammen mit anderen Talern neue Taler „heckt“ und dadurch seinem Besitzer wachsenden Reichtum verschafft. Ähnliches erklären auch Jacob Grimm und Wilhelm Grimm in ihrem „Deutschen Wörterbuch“, Band 10.

    Einsendeschluss ist der 31. August 2006. Die Einsendungen sind zu schicken an: Rathaus Immenhausen, Frau Rudolph, Marktplatz 1, 34376 Stadt Immenhausen, Kennwort „Holzhäuser Heckethaler“. Die eingereichten Arbeiten werden nicht zurückgeschickt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Preise
    Der von der Stadtsparkasse Grebenstein gestiftete Literatur-Nachwuchs-Preis beträgt 1000 €, aufzuteilen wie folgt: 1. Preis 500 €, 2. Preis 300 € und 3. Preis 200 €. Die Jury behält sich vor, die Aufteilung evtl. auch anders vorzunehmen.

    Jury
    Die Jury besteht aus den in Immenhausen-Holzhausen lebenden und arbeitenden Schriftstellern Dagmar Garbe und Dr. Burckhard Garbe, dem Kasseler Verleger Rolf Wagner (Prolibris Verlag) sowie je zwei Vertretern der Stadtsparkasse Grebenstein und der Stadt Immenhausen.

    Preisverleihung
    Die feierliche Verleihung der Urkunden und Preise liegt in der Hand der Stadt Immenhausen und wird am Samstag, dem 28. Oktober 2006, im Bürgerhaus Holzhausen stattfinden. Die Preisträger und Preisträgerinnen werden ihre Texte lesen.

    Publikation
    Die besten eingereichten Texte werden in einer zweijährlichen Anthologie-Publikation „Holzhäuser Heckethaler - Die besten Geschichten“ veröffentlicht, deren erster Band 2004 erschienen ist (Prolibris Verlag / Kassel, ISBN 3-935263-21-X). So kann aktuelle (nordhessische) Nachwuchsliteratur über längere Zeit dokumentiert werden. Das Copyright verbleibt bei den Autoren, die sich mit dem honorarfreien Abdruck in einer Anthologie einverstanden erklären.
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    Ich wurde per mail gebeten, Euch auf diesen Literaturwettbewerb aufmerksam zu machen, was ich hiermit sehr gern erledigt habe. Viel Erfolg für die TeilnehmerInnen und viele Grüße vom Schreiberling

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Jeder, der sich ernsthaft mit dem Schreiben befasst und seine Werke an Verlage schickt, oder sich bei Preisausschreiben beteiligt stößt irgendwann auf den Begriff "Normseite" . Das "Literaturcafe" hat nun eine WORD-Datei zum Dowload bereit gestellt, die bereits die aktuell gültigen Formate enthält. Außerdem gibt es Erläuterungen und eine Beispieldatei.

    http://www.literaturcafe.de/bf.htm?/berichte/normseit.php

    Viele Grüße vom Schreiberling

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Zweistufiger Literaturpreis "Der Duft des Doppelpunktes"

    Kontakt, Rückfragemöglichkeiten und weitere Informationen:
    e-mail: literaturpreis@petra-oellinger.at
    Literaturblog: http://petra-oellinger.at/blog/ (im Menü des Blogs unter Literaturpreis)


    Die diesjährige Ausschreibung möchte zur literarischen Auseinandersetzung mit dem Bereich der Arbeitswelt beitragen.

    Alle Menschen, die Freude am Schreiben haben, sind eingeladen zu "Bleistift und Papier" zu greifen. Der zweite Teil des Wettbewerbs möchte den zuvor von der Jury ausgewählten zehn PreisträgerInnen im Rahmen eines Tutoriensystems die Möglichkeit bieten, sich literarisch weiterzuentwickeln. Abschließend wird eine Anthologie mit den Beiträgen aller PreisträgerInnen publiziert

    Erste Stufe:
    1. Die Ausschreibung beginnt mit 1. Mai 2006. Einsendeschluß ist der 30. November 2006 (Datum des Poststempels).

    2. Sie können einen Prosatext (Kurzgeschichte, Satire, Bericht, Märchen) von bis zu drei Seiten (30 Zeilen à 60 Zeichen) oder bis zu drei Gedichte (Ballade, Elegie, Haiku, Hymne, Lyrische Collage, Ode, Prosagedicht, Rap, Sonett) einreichen. Für den Bereich der Lyrik gilt pro Gedicht maximal 1 Seite.

    3. Schicken Sie uns kein Originalmanuskript, sondern lediglich Kopien. Der eingereichte Beitrag wird nicht retourniert.

    4. Die Einreichung erfolgt anonym - schreiben Sie dazu bitte auf jede Seite des Manuskripts rechts oben anstelle Ihres Namens eine fünfstellige Zahl.

    5. Drucken Sie die Einverständniserklärung aus.

    6. Legen Sie die ausgefüllte Einverständniserklärung und ein weiteres Blatt Papier, auf dem sich Ihre Kontaktdaten (Name, Wohnadresse, Telefonnummer, E-Mail Adresse) und eine Kurz-Biographie (maximal zehn Zeilen) befinden, in ein Kuvert, verschließen Sie dieses und schreiben Sie das von Ihnen zuvor gewählte Kennwort auf den Umschlag.

    7. Senden Sie den Umschlag mit den Kontaktdaten / Biographie / Einverständniserklärung gemeinsam mit fünf Kopien des Wettbewerbsbeitrags an:

    Literaturwettbewerb "Der Duft des Doppelpunktes"
    Kennwort: Literatur der Arbeitswelt
    Z.H. Petra Öllinger / Georg Schober
    Garberg. 18/2
    1060 Wien Österreich /Austria


    8. Die Entscheidung der Jury wird Anfang 2007 bekanntgegeben.

    9. Die Preise: 1. Preis: 150,- / 2. Preis: 100,- / 3. Preis: 50,- / 4 - 10. Preis: jeweils ein Buch

    Zweite Stufe:
    1. Anfang 2007 werden die zehn PreisträgerInnen über Vermittlung der Jury mit ihrem/ihrer TutorIn, bekannt gemacht.

    2. Diese/r begleitet und unterstützt den / die Schreibende/n bei der Ausarbeitung des Textes. Der Zeitraum der Zusammenarbeit kann frei gewählt werden, er ist allerdings auf drei Monate begrenzt und endet spätestens mit 30. November 2007.

    3. Thema und Form entsprechen den Vorgaben der ersten Wettbewerbsstufe. In der zweiten Stufe darf die Länge der Prosa- /Lyrik-Beiträge bis zu zehn Normseiten betragen (1 Prosa- oder maximal 5 Lyriktexte).

    4. Einsendeschluß ist der 30. November 2007 (Datum des Poststempels).

    5. Anfang 2008 werden alle TeilnehmerInnen des Wettbewerbes über den Entscheid der Jury informiert.

    6. Im Mai 2008 wird im Rahmen einer Lesung die Anthologie “Der Duft des Doppelpunktes” mit den Beiträgen der GewinnerInnen der ersten und zweiten. Ausschreibungsstufe vorgestellt. Jede/r AutorIn aus diesem Kreis erhält zwei Exemplare der Anthologie. Höhepunkt und Abschluß der Veranstaltung bildet die Übergabe des symbolischen Preises "Der Duft des Doppelpunktes" an die PreisträgerInnen.

    7. Für die drei PreisträgerInnen der zweiten Stufe, die ihren dauerhaften Wohnsitz außerhalb Wiens haben, werden die Kosten der Anreise (bis 150,- Euro) und die Nächtigung (zwei Nächte) übernommen.

    Kontakt und Rückfragemöglichkeiten: literaturpreis@petra-oellinger.at

    Näher Informationen auf der Seite des Literaturblogs "Duftender Doppelpunkt":
    http://petra-oellinger.at/blog/literatur...-doppelpunktes/

  • Thema von Schreiberling im Forum Rund um Literatur

    Der Main- Kinzig - Kreis Schreibt 2006 erstmals einen Jugendliteraturwettbewerb aus. Ziel des Wettbewerbs ist es, Jugendliche zum Schreiben zu animieren und einen positiven Umgang mit der Sprache zu vermitteln. Sollte dabei ein zukünftiger Literatur -Preistäger entdeckt werden, wäre dies natürlich ein schöner Nebeneffekt.

    Bewerberkreis:
    Der Wettbewerb richtet sich an Jugendliche und junge ERwachsene im Alter von 14 - 20 Jahren, die ihren Wohnsitzt im Main - Kinzig - Kreis haben oder dort eine Schule besuchen

    Geist der Freiheit - Freiheit des Geistes

    Der Preis wird zum Thema "Geist der Freiheit - Freiheit des Geistes" ausgeschrieben. Er ist somit Teil des großen Projektes der KulturRegion Frankfurt Rhein/Main

    Es können sowohl Prosatexte wie auch lyrische oder dramatische Texte eigereicht werden
    Die Manuskripte dürfen einen Umfang von 5 Din A4 Seiten (ca. 40 Zeilen a' 60 Anschläge) nicht überschreiten.

    Jury

    Eine unabhängige Jury aus jungen ERwachsenen und Jugendlichen entscheidet über die Beiträge

    Preise:

    Die Gesamtpreissumme beträgt 1.250 €

    1.Preis: 400€
    2.Preis: 300€
    3.Preis: 200€
    4.-10-Preis: je 50€

    Zusätzlich erhält noch die Schule, welche die Preisträgerin oder der Preisträger besucht, 100 € als Unterstützung fpr die Schulbibliothek

    Publikation:

    Die Beiträge der Preisträger werden gesammelt als Anthologie veröffentlicht

    Einsendeschluss;

    30, September 2006 (Datum des Poststempels)

    Preisübergabe:

    IM Frühjahr 2007 zur Buchmesse Main - Kinzig, Nidderau

  • Zitat
    London (APA/ag.) - Die Selbstmordattentäter von London haben ihre Anschläge im Juli vergangenen Jahres auf eigene Faust und ohne Unterstützung ausländischer Terrorzellen verübt. Dies geht aus zwei Berichten des Innenministeriums und des Geheimdienstausschusses des Parlaments hervor, die am Donnerstag vorgestellt werden. Die wichtigsten Ergebnisse wurden bereits am Vorabend bekannt.

    Der Bericht des Innenministeriums bestätigt die Einschätzung der Ermittlungsbehörden, wie ein Regierungsbeamter am Mittwochabend mitteilte. Demnach waren die vier Männer, die sich selbst und 52 U- Bahn- und Busfahrgäste töteten, nicht in das Terrornetzwerk Al-Kaida eingebunden. Der Bericht des Geheimdienstausschusses widmet sich vor allem der Frage, ob die Anschläge zu verhindern waren. Die Ergebnisse zeigen nach Angaben von Abgeordneten zwar interne Mängel auf, stützen aber die Einschätzung, dass es keine Hinweise auf die geplanten Anschläge gegeben hat. Überlebende der Londoner Anschläge fordern seit langem eine öffentliche Untersuchung nach dem Vorbild der USA im Anschluss an die Terrorakte vom 11. September. "Wir warten seit zehn Monaten auf diese beiden Berichte, und ich glaube nicht, dass sie meine Fragen beantworten", sagte die 35-jährige Rachel North.

    APA 5:51 11.05.2006


    Quelle: http://www.nachrichten.at/apanews/apap/4...5d4c78d978dd3b8

    Erinnert ihr Euch? Wie hieß es doch damals unisono? Das war die Al Kaida. Auch Europa ist im Visier dieser gefährlichen Terrororganisation. Wir müssen den Kampf gegen den internationalen Terrorismus verstärkern.

    Davon übrig blieben nur Verschärfungen der Gesetzgebung, Einschränkungen unserer Bürgerrechte und wesentlich mehr Befugnisse zum Bespitzeln der Bürger. Aus heutiger Sicht sieht es so aus, als haben die europäischen Regierungen diesen grausamen Anschlag regelrecht genutzt, um die Bürger ein Stück weit stärker zu gängeln, zu überwachen.

    Mit obigem Eingeständnis wird einmal mehr die Frage aktuell, wer das eigentlich sein soll, diese Al Kaida? Seit mehreren Jahren werden immer wieder "hochrangige " Al Kaida Führer gefangen genommen. Doch in keinem einzigen rechtsstaatlichen Prozeß wurde bisher auch nur einer der Beschuldigten rechtskräftig verurteilt.

    Wer Krieg führt, braucht ein Monster um seine Untaten zu rechtfertigen. Al Kaida scheint genauso wie dieser ominöse Zarkawi so ein Monster zu sein, erfunden in den Propagandaschmieden der Kriegsverbrecher Bush und Blair um aufrechte Bürger für ihre völkerrechtswidrigen Angriffskriege zu überzeugen.

    Halten wir fest, London war die Tat von Einzeltätern, schlimm, ein Verbrechen ohne Zweifel, aber eines was man mit Krieg auch in Zukunft nicht verhindern werden wird, gegen wen soll man den auch führen?!

  • Mag sich jeder sein eigenes Urteil darüber bilden, aber bei all dem medialen Gemetzel sollte man den vollständigen Brief des iranischen Präsidenten schon kennen. Hier ist er:
    Quelle: http://www.freace.de/artikel/200605/110506a.html

    Zitat
    Herr George Bush,
    Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

    Bereits seit einiger Zeit habe ich darüber nachgedacht, wie man die unbestreitbaren Widersprüche rechtfertigen kann, die es auf der internationalen Bühne gibt – über die immerzu debattiert wird, insbesondere in den politischen Foren und unter Universitätsstudenten. Viele Fragen bleiben unbeantwortet. Das hat mich dazu bewegt einige Widersprüche und Fragen zu diskutieren in der Hoffnung, dass es eine Gelegenheit eröffnen könnte, Abhilfe zu finden.

    Kann jemand Anhänger Jesu Christi (Der Friede sei mit ihm), dem großen Gesandten Gottes sein, sich verpflichtet fühlen die Menschrechte zu achten, Freiheit als ein Zivilisationsmodell vorstellen, seine Opposition zur Verbreitung von Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen verkünden, den Krieg gegen Terror zu seiner Parole machen, und dann schließlich in Richtung der Etablierung einer einheitlichen internationalen Gemeinschaft arbeiten, einer Gemeinschaft, welche Christus und die Rechtschaffenen auf Erden eines Tages regieren werden, aber dann gleichzeitig Länder überfallen haben, Leben, Ansehen und Besitz der Leute zerstört haben, und mit der äußerst geringen Aussicht, daß sich einige wenige Kriminelle in einem Dorf, einer Stadt oder einem Konvoi befinden, das Dorf, die Stadt oder den Konvoi in Flammen gesetzt haben?

    Oder kann es sein, daß nur aufgrund der Möglichkeit der Existenz von Massenvernichtungswaffen in einem Land, es jetzt besetzt ist, rund 100.000 Menschen ermordet, seine Wasserressourcen, Landwirtschaft und Industrie vernichtet, nahezu 180.000 Mann ausländischer Truppen auf ihren Boden fstgesetzt, die Unverletzlichkeit der Privathäuser der Einwohner gebrochen, und das Land möglicherweise 50 Jahre zurückgeworfen wurde? Zu welchem Preis? Hunderte von Milliarden Dollar wurden aus der Staatskasse eines Landes und zahlreicher anderer Länder ausgegeben und zehntausende junger Männer und Frauen – als Besatzungssoldaten – wurden auf einen unheilvollen Weg gebracht, entfernt von ihren Familien, ihren Lieben, ihre Hände befleckt mit dem Blut anderer, einem derart großen psychologischen Druck unterworfen, daß jeden Tag einige Selbstmord begehen und diejenigen, die zurückkehren, Depressionen leiden, erkranken und zurechtkommen müssen mit allen möglichen Gebrechen, während andere getötet werden und ihre Körper ihren Familien übergeben werden.

    Unter dem Vorwand der Existenz von Massenvernichtungswaffen kam diese große Tragödie, um beide zu verschlingen, die Völker des besetzten Landes und der Besatzer. Später wurde aufgedeckt, daß von Anfang an keine Massenvernichtungswaffen existiert haben. Sicher, Saddam war ein mörderischer Diktator. Aber der Krieg wurde nicht angezettelt, um ihn zu stürzen, das ausgewiesene Ziel des Krieges war Massenvernichtungswaffen zu finden und zu vernichten. Er wurde im Rahmen eines anderen Zieles gestürzt. Nichtsdestotrotz sind die Menschen der Region glücklich darüber.

    Ich mache allerdings darauf aufmerksam, daß über die vielen Jahre des aufgezwungenen Krieges gegen den Iran Saddam durch den Westen unterstützt wurde.

    Herr Präsident,

    wie Sie vielleicht wissen, bin ich Lehrer.

    Meine Studenten fragen mich, wie diese Taten in Übereinstimung gebracht werden können mit den Werten, die am Anfang dieses Briefes hervorgehoben sind, und der Verpflichtung gegenüber der Tradition von Jesus Christus (Friede sei mit ihm), dem Gesandten des Friedens und der Vergebung?

    In Guantánamo Bay sind Gefangene, die nicht verurteilt wurden, die keinen rechtlichen Beistand haben, deren Familien sie nicht sehen können und die ganz offensichtlich in einem fremden Land außerhalb ihres Heimatlandes gehalten werden. Es gibt keine internationale Überwachung ihres Zustandes oder ihres Schicksals. Niemand weiß, ob sie Gefangene, Kriegsgefangene, Angeklagte oder (überhaupt) Verbrecher sind.

    Europäische Ermittler haben die Existenz geheimer Gefängnisse auch in Europa bestätigt. Ich vermag die Entführung einer Person für seine oder ihre Gefangennahme in einem geheimen Gefängnis nicht mit den Bestimmungen irgendeines Rechtssystems in Zusammenhang zu bringen. Aus diesem Grund ist es mir unmöglich zu verstehen, wie solche Taten mit den Werten übereinstimmen, die zu Beginn dieses Briefes hervorgehoben wurden, das heißt den Lehren von Jesus Christus (Friede sei mit ihm), den Menschenrechten und freiheitlichen Werten.

    Junge Menschen, Universitätsstudenten und einfache Menschen haben viele Fragen über das Phänomen Israel. Ich bin sicher, daß Ihnen einige davon bekannt sind. Im Verlauf der Geschichte sind viele Länder besetzt worden, aber ich denke, daß die Errichtung eines neues Staates mit einem neuen Volk ein neues Phänomen ist, das einzigartig ist für unsere Zeit. Die Studenten sagen, daß vor 60 Jahren ein solches Land nicht existiert hat. Sie zeigen mir alte Dokumente und Globen und sagen: Versucht es wie wir - wir sind nicht in der Lage ein Land namens Israel zu entdecken.

    Ich empfehle ihnen, die Geschichte des ersten und des zweiten Weltkrieges zu studieren. Einer meiner Studenten sagte mir, daß während des zweiten Weltkrieges, in dem mehrere zehn Millionen Menschen umgekommen sind, die Nachrichten über den Krieg zwischen den kriegsführenden Seiten schnell ausgebreitet wurden. Jede (Seite) brüstete sich mit den eigenen Siegen und den jüngsten Fronterfolgen gegen die andere Seite. Nach dem Krieg vermeldeten sie, daß sechs Millionen Juden getötet worden sind. Sechs Millionen Menschen, die wohl zumindest zwei Millionen Familien angehört haben.

    Noch einmal: Lassen Sie uns davon ausgehen, daß diese Ereignisse wahr sind. Führt das logischerweise zur Einrichtung eines Staates Israel im Nahen Osten, oder der Unterstützung für einen solchen Staat? Wie kann dieses Phänomen begründet oder erklärt werden?

    Herr Präsident,

    Ich bin sicher, daß Sie wissen, auf welche Kosten Israel gegründet wurde:

    - Viele tausende wurden während des (Gründungs)prozesses getötet,
    - Millionen der angestammten Bevölkerung wurden zu Flüchtlingen gemacht,
    - Hunderttausende Hektar Ackerland, Olivenhaine, Dörfer und Städte wurden zerstört.

    Diese Tragödie betrifft nicht ausschließlich die Zeit der Gründung, leider dauert sie nunmehr seit sechzig Jahren an. Es wurde ein Regime eingesetzt, das selbst gegenüber Kindern kein Erbarmen kennt, das Häuser zerstört, während sich die Bewohner noch in ihnen befinden, das im Voraus seine Listen und Pläne ankündigt, um palästinensische Persönlichkeiten zu ermorden, und tausende von Palästinensern gefangenhält. So ein Phänomen ist einzigartig – oder zumindest extrem selten – in jüngster Zeit.

    Eine weitere große Frage, die von den Menschen gestellt wird, ist die, warum dieses Regime unterstützt wird. Liegt die Unterstützung für dieses Regime auf einer Linie mit den Lehren Jesus Christus' (der Friede sei mit ihm) oder liberalen Werten? Oder müssen wir verstehen, daß es gegen die Prinzipien von Demokratie, Menschenrechten und die Lehren der Propheten verstößt, wenn man den ursprünglichen Bewohnern jener Länder – innerhalb und außerhalb von Palästina – erlaubt, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen, seien sie nun Christen, Muslime oder Juden? Wenn es nicht so ist, warum gibt es dann so viel Widerstand gegen ein Referendum?

    Die neu gewählte palästinensische Regierung übernahm kürzlich das Amt. Alle unabhängigen Beobachter haben bestätigt, daß diese Regierung die Wählerschaft repräsentiert. Es ist unglaublich, daß sie die gewählte Regierung unter Druck gesetzt und ihr geraten haben, das israelische Regime anzuerkennen, den Kampf aufzugeben und den Programmen der vorherigen Regierung zu folgen. Wenn die gegenwärtige palästinensische Regierung das oben genannte Podium erstiegen hätte, hätte das palästinensische Volk dann für sie gestimmt?

    Wiederum: Kann so eine Position, die gegen die palästinensische Regierung eingenommen wurde, mit den vorher zusammengefassten Werten vereinbart werden?

    Die Menschen fragen auch, warum all die UN-Sicherheitsrats-Resolutionen, die Israel verurteilen, mit einem Veto abgeschmettert werden.

    Herr Präsident,

    Wie Ihnen sehr wohl bekannt ist, lebe ich unter den Menschen und bin in ständigem Kontakt mit ihnen, und viele Menschen aus dem Mittleren Osten schaffen es ebenso, mit mir in Kontakt zu treten. Auch sie glauben nicht an diese dubiose Politik. Es gibt Beweise, daß die Bevölkerung der Region auf diese Politik immer wütender wird. Es liegt nicht in meiner Absicht, zu viele Fragen zu stellen, aber ich muß mich auch auf andere Punkte beziehen.

    Warum ist es so, daß jegliche technologische und wissenschaftliche Errungenschaft, die im Mittleren Osten erreicht wird, als eine Bedrohung für das zionistische Regime betrachtet und dargestellt wird? Ist denn nicht wissenschaftliche Forschung und Entwicklung eines der Grundrechte der Nationen?

    Sie sind mit der Geschichte vertraut. Abgesehen vom Mittelalter, zu welchem Zeitpunkt in der Geschichte ist wissenschaftlicher und technischer Fortschritt ein Verbrechen gewesen? Kann die bloße Möglichkeit der Verwendung wissenschaftlicher Errungenschaften für militärische Zwecke Grund genug sein, Wissenschaft und Technologie insgesamt zu verwerfen? Wenn so eine Annahme zutrifft, dann müssen auch alle wissenschaftliche Disziplinen einschließlich Physik, Chemie, Mathematik, Medizin, Ingenieurwissenschaften und so weiter verworfen werden. Es wurden Lügen erzählt in Sachen Irak. Was war das Resultat? Ich habe keine Zweifel, daß die Äußerung von Lügen in jeder Kultur verwerflich ist, und auch Sie mögen es nicht, angelogen zu werden.

    Herr Präsident,

    haben die Völker Lateinamerikas nicht das Recht zu fragen, warum man sich (von außen) ihren gewählten Regierungen widersetzt und Putschisten unterstützt?

    Oder: Warum werden sie andauernd bedroht und leben in Angst?

    Die Völker Afrikas arbeiten hart, sie sind erfinderisch und begabt. Sie können eine wichtige und wertvolle Rolle spielen, Bedürfnisse der Menschheit zu decken sowie zu ihrem materiellen und geistigen Fortschritt beizutragen. Armut und Härten in großen Teilen Afrikas verhindern, daß dies geschehen kann. Haben sie nicht das Recht zu fragen, warum ihr enormer Reichtum - einschließlich der Bodenschätze - geplündert wird, ungeachtet der Tatsache, daß sie diese (Bodenschätze) nötiger haben als andere?

    Noch einmal: Stimmen solche Taten mit den Lehren Christi oder den Grundsätzen der Menschenrechte überein?

    Auch das mutige und gläubige Volk Irans hat viele Fragen und Beschwerden - einschließlich des Staatsstreichs von 1953 und dem nachfolgenden Sturz der rechtmäßigen Regierung seinerzeit; der Bekämpfung der islamischen Revolution; der Umwandlung einer Botschaft in ein Hauptquartier, das die Aktivitäten der Gegner der Islamischen Republik unterstützte – viele tausend Seiten von Dokumenten beweisen diese Beschuldigung; der Unterstützung Saddams in dem Krieg, den er gegen Iran geführt hat; dem Abschuß eines Passagierflugzeuges; dem Einfrieren von Guthaben des iranischen Volkes; zunehmenden Bedrohungen, Wut und Unzufriedenheit gegenüber dem wissenschaftlichen und nuklearen Fortschritt der iranischen Nation - gerade wo alle Iraner überglücklich mit dem Fortschritt ihres Landes sind und dies feiern; und vieler anderer Beschwerden, die ich in diesem Brief nicht weiter anführen will.

    Herr Präsident,

    "Der 11. September" war ein horrendes Ereingis. Die Ermordung von Unschuldigen ist beklagenswert und erschreckend in allen Teilen der Welt. Unsere Regierung erklärte unverzüglich ihre Empörung über die Täter und zeigte ihr Beileid für die Hinterbliebenen und drückte Sympathie aus. Alle Regierungen haben eine Pflicht, die Menschenleben, das Eigentum und das gute Ansehen ihrer Bürger zu schützen. Wie berichtet wird, beschäftigt Ihre Regierung weitangelegte Sicherheits-, Schutz- und Geheimdienstsysteme - und jagt ihre Gegner sogar im Ausland.

    "Der 11. September" war nicht eine simple Operation. Könnte diese geplant gewesen und ausgeführt sein, ohne eine Koordination mit Geheimdienst und Sicherheitsdiensten - oder deren weitläufiger Infiltrierung? Selbstverständlich ist dies lediglich ein wohlbegründete Vermutung. Warum wurden die unterschiedlichen Aspekte des Angriffs geheimgehalten? Warum wurde uns nicht mitgeteilt, wer seine Verantwortlichkeiten verfehlt hat? Und warum sind diese Verantwortlichen und die schuldig befundenen Parteien nicht identifiziert und vor Gericht gestellt worden?

    Alle Regierungen haben eine Pflicht, Sicherheit und Seelenfrieden für ihre Bürger zu gewährleisten. Seit einigen Jahren nun haben die Menschen aus Ihrem Land und Nachbarn der Welt-Problemgegenden keinen Seelenfrieden mehr. Anstatt die emotionalen Wunden der Überlebenden und der amerikanischen Menschen zu heilen und zu versorgen - die immens traumatisiert gewesen waren – intensivierten nach dem 11.9. einige westliche Medien ausschließlich die Stimmung von Angst und Unsicherheit - einige berichteten durchgehend über die Möglichkeit einer neuen Terrorattacke und hielten die Leute in Angst.

    Ist das Dienst am amerikanischen Volk? Ist es möglich, das Ausmaß des Schadens durch Angst und Panik zu berechnen? Warum haben die Medien, anstatt ein Gefühl der Sicherheit und des Seelenfriedens zu fördern, das Gefühl der Unsicherheit erhöht?

    Einige glauben das der Medienrummel den Weg bahnte – und die Rechtfertigung – für einen Angriff auf Afghanistan. Wieder muß ich auf die Rolle der Medien verweisen.

    In den Satzungen der Medien sind eine korrekte Verbreitung von Informationen und wahrheitsgetreues Berichten eines Ereignisses etablierte Grundsätze. Ich spreche mein tiefes Bedauern aus über die Mißachtung dieser Prinzipien, die sich bei gewissen westlichen Medien zeigt. Der Hauptvorwand für einen Angriff auf den Irak war die Existenz von Massenvernichtungswaffen. Dies wurde ohne Unterlaß wiederholt – damit die Öffentlichkeit es schließlich glaubte – und der Boden für einen Angriff auf Irak bereitet war. Wird die Wahrheit nicht verloren gehen in solch einem arrangierten und trügerischen Klima?

    Und wieder: Wenn es erlaubt ist, daß die Wahrheit verloren gehe, wie kann das in Übereinstimmung sein mit den oben genannten Werten?

    Ist denn die Wahrheit dem Allmächtigen nicht bekannt, selbst wenn sie verloren ginge?

    Herr Präsident,

    In den Ländern in aller Welt versorgen die Bürger die Ausgaben der Regierungen und im Gegenzug sind die Regierungen in der Lage ihnen zu dienen. Die Frage, die sich hier stellt ist: Was haben die hunderten von Milliarden Dollar, die jährlich für den Irak-Feldzug zu zahlen sind, für ihre Bürger gebracht? Wie Eure Exzellenz sich darüber bewußt sind, leben in einigen Staaten ihres Landes die Menschen in Armut. Tausende sind obdachlos und Arbeitslosigkeit ist ein gewaltiges Problem. Sicherlich existieren diese Probleme mehr oder weniger auch in anderen Ländern gleichermaßen. Aber können mit dem Bewusstsein dieser Umstände die gewaltigen Ausgaben des Feldzuges, die aus der öffentlichen Kasse bezahlt werden, erklärt werden und in Einklang gebracht werden mit den vorab erwähnten Prinzipien?

    Was bisher erwähnt wurde sind einige der Mißstände der Völker der Welt, in unserer Region und in ihrem Land. Aber meine Behauptung – und ich hoffe, Sie werden einigem davon zustimmen – ist: Diejenigen an der Macht haben eine bestimmte Zeit im Amt und werden nicht ewig regieren, aber ihre Namen werden von der Geschichte aufgenommen werden und andauernd beurteilt in der nahen und fernen Zukunft. Die Menschen werden unsere Präsidentschaften hinterfragen. Haben wir es bewältigt Frieden, Sicherheit und Wohlstand den Menschen zu bringen, oder Unsicherheit und Armut. Haben wir es angestrebt, Gerechtigkeit zu etablieren oder haben wir nur spezielle Interessengruppen unterstützt, indem wir viele Menschen dazu gezwungen haben, in Not und Mühsal zu leben, und dabei einige wenige Leute reich und machtvoll gemacht, wobei wir die Zustimmung der Bevölkerung verkauft haben und die Zustimmung des Allmächtigen dazu?

    Haben wir die Rechte der Unterprivilegierten verteidigt oder sie ignoriert?

    Haben wir die Rechte der Völker in aller Welt verteidigt oder ihnen Kriege aufgezwungen, uns unrechtmäßig in deren Angelegenheiten eingemischt, höllische Gefängnisse eingerichtet und einige eingekerkert?

    Haben wir der Welt Frieden und Sicherheit gebracht oder haben wir das Schreckgespenst der Einschüchterung und Drohung errichtet?

    Haben wir unserer Nation die Wahrheit gesagt und auch anderen in aller Welt oder haben wir ihnen das Gegenteil davon präsentiert?

    Standen wir auf der Seite der Menschen oder auf der Seite der Besatzer und Unterdrücker? Hat unsere Administration sich entschlossen, ein vernünftiges Vorgehen, Logik, Ethik, Frieden, Einhaltung von Verpflichtungen, Gerechtigkeit, Dienst am Volk, Wohlstand, Entwicklung und Respekt der menschlichen Würde zu fördern, oder die Gewalt von Waffen, Einschüchterung, Unsicherheit, Geringschätzung der Menschen, Verzögerung der Entwicklung und Fähigkeiten andere Nationen und die Menschenrechte mit Füßen zu treten?

    Und letztendlich werden sie uns darin beurteilen, ob wir wahrhaftig zu unserem Amtseid standen, den Menschen zu dienen, welches die wichtigste Aufgabe ist und die Tradition der Propheten – oder nicht?

    Herr Präsident,

    Wie lange noch kann die Welt diese Situation ertragen?

    Wohin wird dieser Trend die Welt führen?

    Wie lange noch muß die Menschheit den Preis für die falschen Entscheidungen einiger Führer zahlen?

    Wie lange noch wird das Schreckgespenst der Unsicherheit - gezüchtet durch die Vorräte an Massenvernichtungswaffen - die Menschheit verfolgen?

    Wie lange noch wird das Blut unschuldiger Männer, Frauen und Kinder in den Straßen vergossen werden und die Häuser der Menschen über ihren Köpfen zerstört werden?

    Sind Sie zufrieden mit den momentanen Zustand der Welt?

    Denken Sie, daß die gegenwärtige Politik fortgesetzt werden kann?

    Wenn die Milliarden Dollar, die für Sicherheit, Kriege und militärische Logistik ausgegeben werden, anstatt dessen für Investitionen und Hilfe für arme Länder, Gesundheitsförderung, Krankheitsbekämpfung, Bildung und Verbesserung des geistigen und körperlichen Wohlbefindens, Hilfe für die Opfer von Naturkatastrophen, Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten und Produktion, Aufbauprojekte und Armutsbekämpfung, die Errichtung von Frieden, die Schlichtung von zwischenstaatlichen Streitfällen, und die Eindämmung von rassischen, ethnischen und anderen Konflikten ausgegeben würde, wo würde die Welt heute stehen?

    Wäre Ihre Regierung und Ihr Volk dann nicht gerechtfertigter Weise stolz?

    Wäre der politische und wirtschaftliche Stand Ihrer Regierung nicht stabiler?

    Und ich bedauere es sehr zu sagen, würde es einen weltweit stetig ansteigenden Haß auf die amerikanische Regierung geben?

    Herr Präsident,

    es ist nicht meine Absicht, irgendjemand unglücklich zu machen.

    Wenn die Propheten Abraham, Isaak, Jakob, Ismael, Josef oder Jesus Christus (Friede sei mit ihnen) heutzutage bei uns wären, wie würden sie unser Verhalten beurteilen? Wird uns eine Rolle zugeteilt werden in der verheißenen Welt, wo allumfassende Gerechtigkeit sein wird und Jesus Christus (Friede sei mit ihm) gegenwärtig sein wird? Werden sie uns aufnehmen?

    Meine Hauptfrage ist: Gibt es keinen besseren Weg, mit dem Rest der Welt zu interagieren?

    Heutzutage gibt es hunderte Millionen Christen und hunderte Millionen Muslime und Millionen Menschen, die den Lehren Moses' (Friede sei mit ihm) folgen. Alle göttlichen Religionen teilen und respektieren das eine Wort und das ist "Monotheismus" oder Glaube an einen Gott und niemand anderen in der Welt.

    Der Heilige Qur´an betont das gemeinsame Wort und fordert die Gläubigen der göttlichen Religionen auf und sagt: [3:64] Sag: Ihr Leute der Schrift! Kommt her zu einem Wort des Ausgleichs zwischen uns und Euch, daß wir Gott allein dienen und ihm nichts beigesellen und daß wir uns nicht untereinander an Gottes Statt zu Herren nehmen. Wenn Sie sich aber abwenden, dann sagt: Bezeugt, daß wir Gott ergeben sind.

    Herr Präsident,

    Gemäß den göttlichen Versen, sind wir alle aufgerufen Gott zu dienen und den Lehren der Propheten zu folgen. "Einem Gott zu dienen, der über aller Macht der Welt steht und tun kann, was immer Ihm gefällt, der Herr Der das verborgene und das Offene kennt, die Vergangenheit und die Zukunft, Der weiß, was in den Herzen Seiner Diener geschieht und ihre Handlungen aufzeichnet."

    "Der Herr, der Besitzer ist der Himmel und der Erde und das ganze Universum huldigt ihm", "die Ordnung des Universums steht in Seiner Hand, und Er gibt Seinen Dienern die frohe Botschaft der Barmherzigkeit und Vergebung ihrer Sünden". "Er ist der Beistand der Unterdrückten und Feind der Unterdrücker." "Er ist der Allgnädige, der Allbarmherzige." "Er ist die Zuflucht der Gläubigen und führt sie aus der Dunkelheit heraus zum Licht." "Er ist Zeuge dessen, was Seine Diener tun." "Er ruft Seine Diener auf, zu glauben und gute Werke zu tun und ruft sie auf, auf dem Weg der Gerechtigkeit zu beharren und standhaft zu bleiben." "Er ruft Seine Diener auf, achtsam gegenüber Seinen Gesandten zu sein und Er ist Zeuge ihrer Werke." "Ein böses Ende haben nur die, die das Leben des Diesseits bevorzugt haben und Ihrem Herrn ungehorsam sind und Seine Diener unterdrücken" und "Ein gutes Ende und die (ewige Glückseligkeit) des Paradieses gehört denen unter Seinen Dienern, die ihren majestätischen Herrn fürchten und nicht ihren Gelüsten folgen."

    Wir sind davon überzeugt, daß eine Rückbesinnung der Lehren der von Gott gesandten Propheten der einzige Weg ist, der zum Heil führt.

    Mir wurde berichtet, daß eure Exzellenz den Lehren des Propheten Jesus (Friede sei mit ihm) folgt und an das göttliche Versprechen glaubt, daß die Erde mit Gerechtigkeit regiert wird. Auch wir glauben, daß Jesus Christus (der Friede sei mit ihm) einer der größten (und vorzüglichsten) Propheten des Allmächtigen war. Er wird wiederholend im Qur´an gepriesen. Der Prophet Jesus (der Friede sei mit ihm) wurde ebenso folgenderweise im Qur´an zitiert: und gewiß ist Allah mein Herr und euer Herr, daher dienet Ihm; dies ist der gerade Weg [Sure Maria: 19:36].

    Der Dienst gegenüber dem Allmächtigen und der Gehorsam Ihm gegenüber ist der Leitgedanke aller von Gott geleiteten Gesandten. Der Gott aller Menschen in Europa, Asien, Afrika, Amerika, dem Pazifik und dem Rest der Welt ist Einer. Er ist der Allmächtige, der alle Seine Diener führen und um Ränge erhöhen möchte. Er hat den Menschen verliehen. Wir lesen weiter im Heiligen Buch: "Der Allmächtige Gott sendet Seine Propheten mit Wunder und klaren Zeichen um die Menschen zu führen und göttliche Zeichen zu zeigen und um sie (die Menschen) zu reinigen von (ihren) Sünde(n) und Verunreinigungen. Und Er sendet das Buch und den Maßstab, so daß die Menschen Gerechtigkeit zeigen und Ungehorsam meiden."

    Alle der oben erwähnten Verse können auf die eine oder andere Weise auch in der Frohen Botschaft nachgelesen werden.

    Göttliche Propheten versprachen: Der Tag wird kommen, an dem sich alle Menschen vor dem Gericht des Allmächtigen versammeln, so daß all ihre Taten begutachtet werden. Die Guten werden zum Himmel geleitet und die Übeltäter werden auf die göttliche Strafe treffen. Ich vertraue darauf, daß wir beide an einen solchen Tag glauben, jedoch wird es nicht einfach sein, die Handlungen der Herrscher zu bewerten, denn wir müssen für unsere Nationen und all die anderen, deren Leben direkt oder indirekt durch unsere Handlungen beeinflußt wurden, verantwortlich sein.

    Alle Propheten sprechen von Frieden und Friedlichkeit für die Menschen – basierend auf Monotheismus, Gerechtigkeit und Respekt gegenüber der Menschenwürde.

    Denken Sie nicht, daß wir, wenn wir alle daran glauben und an diesen Grundsätzen festhalten (die da sind Monotheismus, Gottesdienst, Gerechtigkeit, Respekt gegenüber der Menschenwürde, Glaube an den Letzten Tag), die derzeitigen Probleme der Welt bewältigen können – welche das Resultat des Ungehorsams gegenüber dem Allmächtigen und den Lehren der Propheten sind – und unsere Leistung verbessern können?

    Denken Sie nicht, daß der Glaube an diese Grundsätze Frieden, Freundschaft und Gerechtigkeit fördert und garantiert? Denken Sie nicht, daß die oben erwähnten geschriebenen und ungeschriebenen Grundsätze allgemein respektiert werden? Werden Sie nicht diese Einladung annehmen? Dies wäre eine wirkliche Rückkehr zu den Lehren der Propheten, zum Monotheismus und zur Gerechtigkeit, um die Würde und den Gehorsam der Menschen gegenüber dem Allmächtigen und Seinen Propheten zu bewahren.

    Herr Präsident,

    Die Geschichte lehrt uns, daß unterdrückende und grausame Regierungen keinen Bestand haben. Gott hat das menschliche Schicksal Menschen anvertraut. Der Allmächtige hat das Universum und die Menschheit ihrem eigenen Gutdünken nicht überlassen. Viele Dinge sind wider den Wünschen und Plänen der Regierungen geschehen. All dies lehrt uns, daß eine höhere Kraft am Werk ist und alle Ereignisse von Ihm bestimmt werden.

    Kann man die Zeichen des Wandels in der heutigen Welt abstreiten?
    Lässt sich die heutige Weltlage mit der vor zehn Jahren vergleichen?
    Veränderungen geschehen rasch und ereignen sich in rasanter Geschwindigkeit.

    Die Menschen der Welt sind mit dem Status quo nicht zufrieden und achten kaum auf die Versprechungen und Äußerungen, die von vielen einflußreichen Führungspersonen in der Welt gemacht wurden. Viele Menschen weltweit fühlen sich unsicher und begehren auf gegen die sich ausbreitende Unsicherheit und den Krieg und nehmen die fragwürdigen politischen Entscheidungen nicht hin. Die Menschen protestieren gegen die zunehmende Kluft zwischen den Besitzenden und Besitzlosen sowie zwischen den reichen und armen Ländern.

    Die Menschen sind abgestoßen von zunehmender Korruption.
    Die Menschen vieler Länder sind über die Angriffe auf ihre kulturellen Grundlagen und das Auseinanderreißen von Familien entrüstet. Gleichermaßen sind sie über den Niedergang von Zuwendung und Mitgefühl bestürzt. Die Menschen der Welt haben den Glauben an internationale Organisationen verloren, weil ihre Rechte von diesen Organisationen nicht mehr vertreten werden.

    Der Liberalismus und die westliche Form von Demokratie sind nicht in der Lage gewesen, die Ideale von Menschlichkeit zu verwirklichen. Aus heutiger Sicht sind diese beiden Grundkonzepte gescheitert. Wer hinter die Dinge blickt, kann bereits das Knirschen vom Zusammenbruch und Niedergang der Ideologie und Denkweise des liberaldemokratischen Systems vernehmen.

    Zunehmend erkennen wir, daß Menschen weltweit sich zusammentun in Richtung auf einen Anziehungspunkt – Gott den Allmächtigen. Zweifelsohne durch den Glauben an Gott und die Schriften der Propheten werden die Menschen ihre Probleme in den Griff bekommen. Mein Frage an Sie lautet: "Möchten Sie nicht dabei sein?"

    Herr Präsident,

    ob wir wollen oder nicht, die Welt wird zum Glauben an den Allmächtigen hingezogen, und die Gerechtigkeit und der Wille Gottes werden über alles den Sieg davon tragen.

    Und der Friede sei mit denen, die der Rechtleitung folgen.

    Mahmood Ahmadi-Nejad
    Präsident des Islamischen Republik Iran

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