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  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rund um Literatur, Alt...

    Alternative zu Zuschussverlagen
    Wer kennt es nicht? Da hat man nun lange Zeit in einem stillen Kämmerlein gesessen und an einem Roman gebastelt und dann ist er irgendwann fertig. Euphorisch schickt man ein Exposé an eine Handvoll renommierter Verlage und kann die Antwort kaum abwarten. Was da kommt, kennen wir alle. Eine in einem Formschreiben unbegründete Absage. Enttäuschung ist das mindeste, was sich breit macht. Zuschussverlage verbieten sich von selbst, was bleibt also, wenn nicht alles umsonst gewesen sein soll? BOD heißt das große Zauberwort. Book on Demand, Buch auf Abruf. Ist das aber nun eine wirkliche Alternative für den Autor? Analysieren wir mal das BOD-Verfahren. Große Versprechen werden da von den einschlägigen Verlagen gegenüber dem Autor gemacht, wie: schnelle und professionelle Arbeit, Qualität steht der Buchdruckqualität nicht nach, schnelle Abwicklung von der Bestellung bis zur Auslieferung, gegenüber Zuschussverlagen überschaubare Kosten usw. Nehmen wir das mal auseinander.
    - schnelle und professionelle Arbeit, Qualität steht der Buchdruckqualität nicht nach.
    Schnell, hier sollte der Begriff durch den Verlag eindeutig definiert sein, ist er aber nicht und die Bearbeitung zieht sich ätzend lange hin. Ob die Arbeit professionell ist, kann man nur im laufe der Zeit feststellen. Da sind schon mal die Titelabbildungen nicht zentriert gesetzt, der Buchrücken wird um den Rücken herumgeklebt, so dass er teilweise mit auf der Rückseite ist. Die Bindung ist faltig und die Abmessungen der einzelnen Bücher sind alle verschieden, Das Wort Randeinstellung scheint da für manch Setzer ein Fremdwort zu sein und es zwingt einem der Verdacht auf, dass die Einstellungen zufällig vorgenommen werden. Von der Bestellung bis zur Auslieferung können schon mal vier Wochen vergehen, was im Zeitalter der (digitalen) Technik völlig unzumutbar und unverständlich ist. Bei den überschaubaren Preisen mag der Vergleich noch stimmen, aber auch hier können sehr schnell ein paar Tausender den Besitzer wechseln. Es sei denn, der Autor macht alle anfallenden Arbeiten selbst. Das heißt: er lektoriert und korrigiert sein Buch, erledigt den Satz und übernimmt auch die Covergestaltung. Seien wir aber ehrlich, wer kann das alles schon ohne fremde Hilfe?
    Den größten Knackpunkt sehe ich aber im Verkaufspreis der Bücher. Je nach Seitenzahl liegen die Preise zwischen 15 u. 20 €. Jeder möge sich die Frage selbst stellen, wie groß die Leserschar sein wird, die für einen Roman eines unbekannten Autors in oben beschriebener Qualität bis zu 20 € ausgeben? Die Frage, ob das BOD-Verfahren eine wirkliche Alternative ist wird letztlich der Geldbeutel und der Enthusiasmus eines jeden selber klären müssen.
    Peter Ternes

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Tipps und Erfahrungen...

    Covergestaltung. Anfangs hatte ich große Probleme mit der Gestaltung der Cover für meine Bücher. Professionelle Hilfe war natürlich - wie kann es anders sein - teuer. Was blieb mir? Selbst ist der Mann. Ich habe mich von einer Gebrauchsgrafikerin in die `Geheimnisse` der Gestaltung einweihen lassen und mache seit dem alle meine Cover selbst. Ich möchte hier jetzt all denen, die das gleiche Problem haben, meine Hilfe anbieten. Bei Bedarf mailt mich einfach an. Mail to: AutorPeterTernes@aol.com Stichwort Covergestaltung.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Tipps und Erfahrungen...

    Da ich wiederholt gefragt wurde, möchte ich die Gelegenheit nutzen das Ergebnis hier auch für andere zugänglich zu machen.

    WAS IST DENN NUN MIT DER SCHREIBEREI ZU VERDIENEN?

    Um es vorweg zu nehmen, im Gegensatz zu anderen Ländern, können in Deutschland nur sehr wenige Autoren von der Schreiberei leben. Wenn wir hier die Frage nach dem Verdienst behandeln wollen, dann müssen wir erst mal klären, wie viele Bücher kann ein Autor im Jahr schreiben? Stephen King sagt - und das deckt sich auch mit meiner Erfahrung - dass er pro Buch drei Monate braucht. Also sind im Jahr maximal vier Bücher drin. Mehr geht nicht. Nehmen wir jetzt folgende reale Kalkulation. Für einen Nonameautor ist eine Tausender Auflage real. Ein Verlag machte mir dies Angebot: Auflage: 1.000, Verkaufspreis: 16,80 DM, Beteiligung/Buch: 10%, also 1,68 DM. Das ergibt 1.680,- DM als Erlös. Wenn wir Vater Staat und alle anderen Wegelagerer daran beteiligt haben, bleiben uns ca 550,- DM übrig. Laut Adam Riese ergibt das mal vier Bücher einen Nettoverdienst von ca 2.200,- DM/Jahr! Was bleibt übrig, um mehr daraus zu machen? Es gibt nur eine Antwort, wir müssen so gut werden, dass ein Bestseller rauskommt. Die Auflage wird deutlich höher, der Verkaufspreis auch und unsere prozentuale Beteiligung ebenfalls. Na dann mal los! Peter Ternes

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Ablage Speakers Corner

    Alljährlich wird das Unwort des Jahres gewählt. Da gibt es doch tatsächlich noch Leute, die sich darüber Gedanken machen. Dabei geht unsere deutsche Sprache immer mehr den Bach runter. Da wurde in Karlsruhe z.B. entschieden, mit wie viel f Schiffahrt geschrieben wird. Alptraum kann man auch Albtraum schreiben.
    Sprachwissenschaftler der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden machen sich Gedanken darüber, daß auch noch in Jahren beispielsweise auf Heller und Pfennig und nicht auf Cent und Euro abgerechnet wird.
    Wie sieht es aber aus mit unserer Muttersprache? Täglich bombardieren uns die Medien mit einem Wirrwarr deutscher und englischer Wörter, die dann zu allem Überfluß auch noch Neudeutsch genannt werden. Allen voran ist da die Werbung zu nennen. Von 11 Werbeblöcken im Fernsehen zählte ich zwei, die ohne englisch auskamen!
    Die absolute Krönung ist da die Werbung von Calvin Clein. Da sie komplett in englisch gehalten ist, scheint dieses Produkt für den englischsprachigen Raum gedacht zu sein. Fragt sich nur, warum man uns damit belästigt? Es gibt aber noch ganz andere Stilblüten. Da gibt es eine Ostseereederei, die da heißt: Flying Adler Line. Nicht etwa flying eagle line oder fliegende Adler Linie. Ganz schlimm sieht es in diversen Jugendzeitschriften aus. Wörter wie girl, boy, date, outfit... findet man da zu hauf. So war meine Tochter doch tatsächlich der Meinung, daß das Wort tape aus dem deutschen stammen musste. Auf dem Flugplatz erklärte eine junge deutsche Mutter ihrer ca dreijährigen Tochter, daß man durch den gate gehen muß. Heute heißt es nicht mehr Schalter, sondern Counter.
    In allen Bereichen des täglichen Lebens haben sich Begriffe eingeschlichen, über die man schon gar nicht mehr nachdenkt. Fernseher und Stereoanlagen werden mit der Powertaste in Betrieb genommen, mein deutsches Auto hat einen Airbag und eine Aircondition unsere deutsche Mikrowelle hat einen Browner, auf unserer Badkonsole steht zwischen dem After Shave und der Styling Creme meiner Frau gleich die Bodylotion (alles deutsche Produkte). So ist der Promoter für die Promotion (deutsch gesprochen) zuständig. Was würden Goethe und Schiller wohl sagen?
    Ich frage mich, was in den Köpfen derer vorgeht, die der Meinung sind, daß unsere Sprache nicht mehr ausreicht. Wobei es zu akzeptieren ist, daß deutsche Produkte, die z.B. in England oder in den Staaten verkauft werden sollen auch englische Bezeichnungen bzw. Namen haben müssen. Aber warum haben ausländische Produkte, die für Deutschland hergestellt werden keine deutschen Namen und Bezeichnungen. Müssen wir uns etwa unserer Muttersprache schämen?
    Hier sind unsere Medienvertreter gefragt. Ich fordere jeden Autor auf einen Beitrag zur Erhaltung der deutschen Sprache zu leisten und wenn möglich dieses Neudeutsch in ihren Publikationen ganz wegzulassen.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rund um Literatur, Alt...

    Mich würde mal interessieren, wie andere Autoren ihre Bücher vermarkten.
    Peter

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Tipps und Erfahrungen...

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Das Verlage mit einer Flut unaufgeforderter Manuskripte nahezu überschwemmt werden, ist unter den Möchte-Gern-Autoren allgemein bekannt. Die Autoren dieser Manuskripte haben kaum eine Chance, von den großen renommierten Verlagen - wie es auch Piper ist - angenommen zu werden. Ich möchte dieses Thema in einem Internetseminar besprechen. Hierzu möchte ich Sie fragen, woran es liegt, dass die Masse der Manuskripte abgelehnt wird. Ich hatte mal die Möglichkeit, mit einen Ihrer Mitarbeiter zu sprechen. Dort wurde mir bestätigt, dass von ca 4000 Manuskripten pro Jahr bestenfalls 1% angenommen wird. In anderen Verlagen sieht es ähnlich aus. Ist es wirklich so, dass der Rest der angehenden Autoren nicht schreiben kann? Ich hatte mir mal die Mühe gemacht, ein Manuskript solch eines Autors zu lesen und muss sagen, dass mir - als Vielleser - keine gravierenden Unterschiede zu bereits veröffentlichten Autoren aufgefallen sind. Das Manuskript wurde aber ca 20 mal abgelehnt. Das Problem ist immer das gleiche, es gibt kaum Begründungen und somit kann der Autor nicht einmal an sich und seinem Manuskript arbeiten. Selbst Autoren, die sich in entsprechenden Schulen ausbilden lassen und m. E. über ein gewisses Potential verfügen, haben kaum eine Chance. Was würden Sie einem angehenden Autor diesbezüglich raten? Macht es überhaupt Sinn, eine Feder zur Hand zu nehmen und das Ergebnis einen Verlag anzubieten? Behauptet wird, dass deutsche Verlage lieber 10 ausländische, bekannte Autoren einkaufen, als ein deutsches Talent zu fördern. Wie steht der Piper Verlag dazu?


    Der Piper Verlag erhält durchschnittlich 15 Manuskriptangebote täglich. (Anmerkung: das wären bei 52 Wochen a 5 Tage ca 3900/Jahr!) Viele sind so, dass sie sich wirklich nicht zur Veröffentlichung eignen. Viele sind so beliebig, austauschbar, gibt es schon in hundert Versionen. Ein Manuskript mit einem wirklich eigenen Ton und einer guten Geschichte aus all diesen eingesandten Manuskripten zu fischen ist wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen. Es kommt auch vor, dass man eine Geschichte entdeckt, bei der es lohnen würde, mit den Autor zu arbeiten, aber sie passt absolut nicht in die Programmstruktur.

    Die meisten Manuskripte werden mit einem so genannten Formbrief zurückgeschickt; nur die, die es knapp nicht geschafft haben, erhalten einen ausführlicheren Kommentar mit eventuellen Tipps, wie sie weitermachen könnten/sollten. Aber wirklich nur die, weil kein Verlag der Welt genug Leute beschäftigt, um sich mit allen ausführlich zu beschäftigen. Und jemandem einfach zu sagen, dass man sein Manuskript grottenschlecht findet, wäre ja auch nicht nett, dann lieber einen nichtssagenden Formbrief, finden Sie nicht?

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Texte aller Art, Gedic...

    Die Jugend hat die Potenz aber das Alter die Erfahrung.
    „Die Jugend hat die Potenz aber das Alter die Erfahrung", sagte Micha zu Manuela und war im Nachhinein über sich selbst verwundert und darüber, welches Thema er hier im Gastraum mit der jungen Frau zu erörtern begann.
    Manuela war eine Frau, die, so schien es Micha, höchstens zwei- dreiundzwanzig und damit seine Tochter hätte sein können. Micha wollte das Gesprächsthema schon zu den Akten legen und sinnierte gerade, was wohl der Anstoß gewesen war, dass er sich so frei mit dieser jungen Frau über das Thema Nummer eins unterhalten konnte, als er glaubte ein Aufblitzen in Manuelas Augen wahrgenommen zu haben. Aber auch darüber ließ sie ihn keine Zeit nachzudenken. Mit resolutem Ton sagte sie: „Das glaube ich nicht!" Spätestens jetzt war klar, das sie das Thema nicht zu den Akten legen würden. Micha konnte es einfach nicht haben, dass man seine Aussage anzweifelte, ohne ihn die Möglichkeit der Erklärung zu geben. Aber wieder wurden seine Gedanken unterbrochen, als er Manuela ein weiteres mal sagen hörte: „Das glaube ich nicht! Warum auch?"
    Micha wusste, dass es durchaus etwas länger dauern würde, seine Überzeugung an die Frau zu bringen. Kurz entschlossen fragte er: „Trinken wir etwas zusammen? Vielleicht einen Wein?"
    „Gerne", war Manuelas kurze Antwort und Micha erntete ein spitzbübisches Lächeln.
    „Verrätst du mir auch, welche Sorte du bevorzugst?"
    „Einen trockenen Roten", gab sie zurück und kaute dabei auf ihre Unterlippe.
    „Karin, zwei Schöppche von den trockenen Roten, bitte", rief Micha Richtung Theke.
    Manuela beugte sich vor, stützte sich mit den Ellenbogen auf die Tischplatte, verschränkte ihre Hände ineinander und legte ihr Kinn darauf, als sie fragte: „Bin ja mal gespannt, wie du das erklären willst?"
    Wie Micha Manuela in diesem Augenblick ansah, wusste er, dass er zu weit gegangen war. Zu gerne hätte er seinen Satz zurückgezogen, zu gerne die Bestellung annulliert. Er schalt sich eine alten Esel und wusste doch zu genau, dass er auf den besten Wege war sich lächerlich zu machen. Der Altersunterschied zwischen den beiden war einfach zu groß, er musste in den Augen der jungen Frau wie ein alter geiler Bock wirken. Zu spät der Satz war gesprochen, der Wein bestellt.
    „Nun?", hörte er Manuela sagen, als die Kellnerin kommentarlos den Wein servierte.
    „Ach... vergiss es einfach", wollte Micha sich aus die Affäre ziehen, wurde aber abrupt unterbrochen.
    „Nein, nein, das gilt jetzt nicht. Erst stellst du eine Behauptung in den Raum und dann willst du vor den leisesten Protest kneifen. Also bitte, ich bin ganz Ohr!"
    „Behauptung, kneifen! Nimm's einfach als gegeben hin. Fertig!"
    „Beweise, Wotson", kam es wie aus der Pistole geschossen zurück."
    „Beweise, Beweise, ist doch logo..."
    „Logo?" Bedrängte Manuela Micha, der sich wie ein in die Enge getriebenes Wild vorkam.
    „Ich meine doch nur..."
    „Ja?"
    „Also gut! Was hast du mit einem jungem Lover gekonnt, der es, sagen wir, fünf oder sechs mal schafft? Rauf auf die Mutter, hin und her, fertig, runter von der Mutter. Eine kleine Pause, wieder rauf auf die Mutter... Das nennt sich Potenz. Das ganze wird vielleicht eine Stunde dauern. Das Alter hat diese Potenz nicht mehr, aber einen deutlich größeren Erfahrungsschatz. Auch bei dem alternden Liebhaber kann es eine Stunde dauern, nur mit einem kleinen aber entscheidenden Unterschied. Er wird nur einmal kommen, der Frau aber ein ganz anderes, viel intensiveres Glücksgefühl bescheren."
    „Das glaub ich auch nicht", antwortete Manuela und es hatte den Anschein, als könne sie Michas Gerede wirklich nichts abgewinnen, wenn... Ja wenn da nicht eine, wie Micha schien, sorgsam einstudierte Geste gewesen wäre. Manuela tauchte bei ihren Worten mit dem Finger ins Weinglas, sah ihn dabei herausfordernd an und benetzte sich die Lippen. Anschließend führ sie sich provozierend mit der Zunge darüber. Bei diesem Anblick mussten ganze Armeen weiche Knie bekommen, nicht aber jemand, der nahezu doppelt so alt und über entsprechende Erfahrungen verfügte. „Okay, dann lass es einfach", gab er zurück und tat so, als ging ihn das Gesagte Meilenweit am Hintern vorbei.
    „Beweise, Wotson", sagte sie nur wieder und es war offensichtlich als glaubte sie ihn ein weiteres mal, kein Wort.
    In dem Moment war es Micha klar, er schmunzelte kaum merklich und in dem Augenblick glaubte er zu wissen, dass Manuela es faustdick hinter den Ohren haben musste.
    „Du glaubst es also nicht?"
    „Nein!"
    „Es käme auf einen Versuch an!"
    „Niemals!"
    „Okay, dann lass uns das Thema wechseln. Lass uns ein Spielchen machen."
    „Ein Spielchen?", Manuela schien sich mehr als zu wundern.
    „Ja, ein Spielchen." Bevor Manuela auch nur eine Regung zeigen konnte, hatte Micha ein paar Streichhölzer zur Hand, erklärte die doch recht leichte Spielregel und forderte Manuela auf das Spiel zu beginnen.
    Zehn Minuten später hatte sie das dritte mal verloren und da Micha sie bei Laune halten wollte, zeigte er ihr noch den einen oder anderen Taschenspielertrick. Manuela schien offensichtlich begeistert von seinen Fähigkeiten, handelte es sich doch durchweg nicht um irgendwelche plumpen Spielchen, sondern um gut durchdachte Illusionen, die, so wusste Micha zu berichten, bereits mehrere hundert Jahre alt waren.
    Als Micha seinen Wein ausgetrunken hatte, erhob er sich. „Schreibs auf, Karin", rief er zum Tresen rüber.
    Manuela sag interessiert zu ihm auf. „Kannst du noch mehr Spielchen?"
    „Eine ganze Menge", gab er zurück. „Wenn du möchtest, zeige ich dir noch ein paar andere Spielchen. Ich habe Zimmernummer vier. Einen schönen Abend noch." Er drehte sich um und ließ eine verdutzt dreinschauende Manuela zurück.

    Es mochte eine Stunde vergangen sein. Micha lag in seinem Bett und war auf der Schwelle zum Schlaf, als er vor seiner Tür ein Geräusch vernahm. Augenblicklich später hörte er nackte Füße auf dem Linoleum. Im fahlem Mondlicht erkannte er Manuela, die nur mit einem dünnen Seidenhemdchen bekleidet war. Er sah, wie sie das Hemdchen über den Kopf zog und es zu Boden fallen ließ. Zwei Atemzüge später legte sich ihr nackter Körper neben ihm. Wie durch einen Schleier hörte er die leisen Worte: „Beweise Wotson", die sie ihn ins Ohr raunte. Ihre nackten Leiber schmiegten sich aneinander und Micha kam sich vor wie im Garten Eden, wo er die reifen Früchte der Wollust erntete. Ihre Münder fanden sich zum Kuss, ihre Hände erkundeten jeweils den anderen. Micha spürte ihre jugendlich festen Brüste, seine Lippen fanden ihre jungfräulichen Brustwarzen, die sich ihn willig entgegen streckten. Knabbernd, mal saugend dann wieder küssend, fuhr er ihren Körper hinab, bis er das Zentrum der Lust erreichte. Seine Finger spielten Vorsichtig mit dem weichen Flaum , als seien sie aus Glas und könnte zerbrechen. Seine Lippen fuhren weiter hinab und fanden die Knospe der Lust, über die er zart mit seiner Zunge strich welches sich darauf ihn gierend entgegenstreckte und bald darauf von einem Bächlein der Lust umspült wurde. Zuckungen in Manuelas Schoß, die sich langsam über das gesamte Becken verteilten, verrieten ihn, wie es um sie bestellt war. In rhythmischer Bewegung wog ihr ganzer Körper, leise Schreie der Lust verließen ihren Mund. Ihre Finger zerwühlten sein Haar. Ihre Schenkel presste sie zusammen, um sie gleich darauf wieder auseinander fallen zu lassen. Ihre Bewegungen wurden derart wild, dass es für Micha kein leichtes war die Tat zu beenden, bis sie nicht mehr an sich halten konnte und ihr Empfinden laut herausschrie und ihren Körper in multiples Zucken überging. Erst dann fuhr er in ihr ein, gab und nahm den Rest. Ihre Leiber schien zu einem zu werden, gaben sich im Gleichklang der Erotik einander hin, bis sie beide zusammen den Gipfel der Lust erklommen hatten.
    Lange noch lagen sie beieinander, bis Manuela aus dem Bett schlüpfte, ihr Hemdchen überzog und zur Tür eilte. Dort blieb sie noch einmal stehen, drehte sich um und sagte mit leisen Ton: „Die Jugend hat die Potenz", sie lächelte, „aber das Alter die Erfahrung."
    Micha hatte sie nie wieder gesehen.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Texte aller Art, Gedic...

    Hallo Leute, brauche mal eine Unterstützung unserer weiblichen Mitglieder und Gäste. Ist nachfolgendes aus Sicht der Frau nachzuvollziehen? Es ist nicht gerade einfach so intensiv über das andere Geschlecht zu schreiben.
    Gruß, Peter

    Nicole lag der Länge nach in der Wanne. An einem Ende schauten ihre Füße raus, am anderen ihr Kopf. Dazwischen türmte sich ein Berg von Badeschaum. Als ihre Schwester das Bad betrat, sah sie auf Anhieb, dass es gute Nachrichten zu geben schien. Und da Monique in den letzten Tagen offensichtlich nur ein Thema kannte, fragte sie rundheraus: „Lass mich raten, Dein Superanwalt geht mit dir zum Griechen?"
    „Jepp!" Monique strahlte über das ganze Gesicht.
    „Und?"
    „Was und?"
    „Deine Strategie? Hast du dir schon eine Strategie zurecht gelegt?", fragte Nicole weiter und fuhr dabei mit einem weichen Schwamm ihr wohlgeformtes Bein entlang.
    „Strategie? So etwas brauche ich nicht. Das kläre ich alles operativ. Eine Strategie habe ich noch nie gebraucht. Wenn es sich anbietet dann..."
    „Ja, ja, ich weiß schon, dann machst du deine Beinchen auseinander. Ist ja nichts neues bei dir. Das du es immer so eilig hast."
    „Ich habe es nicht eilig", maulte Monique zurück. „Aber ich muss den Kerl zu halten kriegen, verstehst du? Wenn es sich halt so ergeben sollte, dann nehme ich den so ran, dass er glaubt, ich hätte ihn das Mark aus den Knochen gesaugt. Der soll es gar nicht abwarten können, wiederkommen zu dürfen. Und dann hab ich gewonnen." Wieder strahlte sie über das ganze Gesicht.
    Nicole erhob sich aus ihrem Badeschaum, kniete sich in die Wanne, reichte ihrer Schwester den Schwamm. „Schrubbelst du mir den Rücken?"
    Monique betrachtete sich den nackten nahezu makellosen Körper ihrer Schwester und sagte dann: „warum sind deine Brüste nur so gleichmäßig und meine nicht?"
    „So? Sind sie das?"
    „Wenn ich es nicht besser wissen würde, ich würde glauben, da hat jemand dran rum geschnippelt. Meine rechte Brust ist größer als die andere und sie hängt auch etwas herab."
    „Hm", machte Nicole, schob die Unterlippe etwas vor und sah an sich herab. „Ist mir noch gar nicht aufgefallen."
    Monique griff nach dem Schwamm, ging hinter ihrer Schwester und begann ihr den Rücken zu waschen. Nach einer Weile hielt sie inne und sagte: „Deine Brüste sind schön, meine dagegen..."
    „Du übertreibst."
    „Nein. Es ist so, glaub mir."
    „Und warum ist mir das noch nie aufgefallen?" Nicole entstieg der Wanne, griff nach dem Badehandtuch und begann sich abzutrocknen.
    Monique zog ihr Shirt über den Kopf, entledigte sich ihres Büstenhalters und stellte sich neben Nicole, so dass sie beide ihr Spiegelbild im Badezimmerspiegel betrachten konnten.
    „Da, schau nur. Ist doch ganz deutlich zu sehen."
    „Tatsächlich. Aber wie schon gesagt, es ist mir noch nie aufgefallen."
    „Du hast so eine tolle Brust, dass du ohne weiteres auch ohne BH gehen könntest. Ich dagegen..." Monique zog die Mundwinkel runter, griff an ihre rechte Brust und hob sie etwas empor. Anschließend schob auch sie die Unterlippe vor, legte ihren Kopf mal nach rechts, dann wieder nach links und sagte mehr zu sich selbst: „Ob ein Tesafilm die so halten könnte?"
    Nicole fing an umgehend schallend zu lachen und erwiderte dann: „Tacker sie doch fest." Damit war für sie das Thema beendet. „Deine Sorgen möchte ich haben", gab sie noch von sich, bevor sie einen BH überstreifte.
    „Ich meine ja nur, wir sind Zwillinge, warum ist es bei dir so gleichmäßig und bei mir nicht?"
    „Ich weiß es nicht!", war alles, was Nicole noch dazu sagte.
    *
    Zwei Tage später, zur gleichen Zeit, als Nicole nach Hause kam und ins gemeinsame Bad gehen wollte, war es Monique, die in der Badewanne lag und ihren Körper pflegte.
    „Dein großer Tag heute?"
    „Mein großer Tag!"
    Monique erhob sich, reichte Ihrer Schwester kommentarlos den Schwamm.
    Diese nahm ihn an, schmunzelte und sagte dabei: „Ich versteh das nicht."
    „Was?"
    „Deine Brüste sind unterschiedlich, meine n..." Weiter kam sie nicht, Monique schleuderte ihr eine Ladung Badeschaum entgegen. Und die Alberei zwischen den Schwestern begann. Sie konnten zuweilen wie die kleinen Kinder sein. Und ein Außenstehender hätte nicht geglaubt, dass sie unterschiedlicher sein konnten als Tag und Nacht.
    Als Nicole nach ein paar Minuten innehielt, fragte sie: „Was wirst du anziehen? Wieder das grüne?"
    „Wo denkst du hin, ich kann doch nicht zwei mal das selbe anziehen", empörte sich Monique. „Ich überlege schon seit zwei Tagen. Ob ich in weiß gehen soll?"
    „Weiß?"
    „Ja, weiß. Mein weißer Rock und eine weiße Bluse dazu. Liegt doch im Trend."
    „Ich weiß nicht, zu der Jahreszeit? Wie sieht es mit deinem Jeanskleid aus?"
    „Jeanskleid! Sag mal, Schätzchen, ist dir entgangen mit wem ich ausgehe? Das ist ein Staranwalt, Mitglied der feinen Gesellschaft. Glaubst du, ich werde den blamieren, denkst du vielleicht, ich möchte mich blamieren? Jeanskleid! Also manchmal denke ich du hast sie nicht mehr alle."
    „Hm", machte Nicole.
    „In der Boutique um die Ecke hängt im Schaufenster eine Hose und eine Blusenjacke in Wildlederoptik, das wäre was", begann Monique zu schwärmen.
    „Und wo willst du die Wildlederknete dafür hernehmen?"
    „Hach, scheiße auch, dass isses ja." Monique brauste auf und die gute Laune schien vorbei zu sein.
    „Was sagst du zu meinen grauen Hosenanzug?"
    „Nee, auch nicht. Es muss was raffiniertes sein und...", sie hielt inne, stieg aus der Wanne und angelte nach dem Handtuch. „Und standesgemäß", fuhr sie fort.
    „Raffiniert?"
    „Raffiniert! Der Kerl soll doch spitz werden."
    „Spitz werden?"
    „Menno, stell dich nicht so an, du weißt schon. Wenn das mit dem standesmäßigen nicht wäre, würde ich mir eine knackenge Jeans und ein T-Shirt ohne was drunter anziehen. Auf meine Nippel würde ich mir solche Dinger von Beate Use kleben, dass sie schön groß sind und so. Aber so? Ich weiß auch nicht."
    „Warte", antwortete Nicole und verschwand aus dem Bad.
    Monique trocknete sich ab, steckte ihre noch feuchten Haare empor und bereitete sorgfältig ihre Kriegsbemalung vor. Als kurz darauf ihre Schwester ins Bad zurückkam. Monique blickte auf und sagte nur: „Wow, das isses."
    Nicole stand in einer hellen, fast weißen Stoffhose, mit ebenso hellen Sportschuhen und einer hellblauen Strickjacke da. Den Reißverschluss konnte man in beiden Richtungen öffnen. Nicole hatte ihn von unten etwas hochgezogen, so dass ihr Bauchnabel zu sehen war. Der Abdruck in Brusthöhe verriet, dass sie nur einen BH dadrunter trug.
    „Dreh dich mal", forderte Monique sie auf. Als ihre Schwester sich umgehend langsam um die eigene Achse drehte, sagte Monique wieder: „Genau, dass isses."
    „Den Reißverschluss kannst du ganz nach belieben öffnen und auch verschlossen halten. Wenn du mit ihm da einreitest, ist er züchtig geschlossen, wenn du allein mit ihm bist, oder am Tisch, kannst du den Verschluss bedarfsgerecht öffnen. Oder auch schließen."
    „Das isses", sagte Monique zum dritten mal. „Dreh dich noch mal um.
    „Nicole tat was ihr geheißen und Monique vergaß offensichtlich ihr Vorhaben, sich zu schminken. „Wow, du hast ja ein richtigen Knackarsch, hab ich den auch?"
    „Klar, wir sind doch Zwillinge", lachte Nicole.
    Zwei Stunden später stand Monique vor Nicole und fragte: „Nun? Wie sehe ich aus?"
    „Züchtig, aber doch eine Spur raffiniert."
    „Und jetzt?" Monique hatte den Reißverschluss verstellt.
    „Boah, raffiniert", stellte ihre Schwester neidlos fest.
    Monique drehte sich langsam und fragte weiter: „Hab ich auch so einen Knackarsch wie du?"
    „Hast du. Deine Figur kommt toll zur Geltung. Sag mal, Schwesterchen, hast du keinen Slip unter der Hose?"
    „Klar doch, einen seidenen String. Ist es nicht verrückt? Da grübelt man und grübelt und die Lösung ist so einfach. Wenn ich dich nicht hätte."
    „Ja, ja. Vergiss es nur nicht", lachte Nicole und widmete sich wieder ihre Beschäftigung.
    „Was machst'n da?"
    „Ich stelle mir einen Fahrplan zusammen, sozusagen. In ein paar Tagen geht es los. Ich darf nichts vergessen."
    „Du meinst eine Liste?"
    „Liste, Fahrplan, Hauptsache ich vergesse nichts."
    „Du doch nicht!", stellte Monique nüchtern fest, wobei sie zum x-ten Mal ihr Spiegelbild taxierte.
    „Wann kommt er denn?", wollte Nicole wissen.
    „Hat sich nicht so festgelegt, wie er weg kommt. Kann in fünf Minuten sein oder in einer Stunde. Wichtig ist, dass er kommt, die Zeit ist dabei egal."
    Monique hatte noch gar nicht ganz zu Ende gesprochen, als die Türklingel schellte. Die beiden Schwestern sahen sich an und Nicole stellte fest: „Kann auch gleich sein. Ich bin schon weg." Umgehend verschwand sie in ihrem Zimmer. Monique warf noch einen prüfenden Blick in den Spiegel dann ging sie zur Tür.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Tipps und Erfahrungen...

    Wort für Newcomer zur Einführung


    Weiter unten befindet sich eine Liste von Literaturagenten. Die Aufnahme in diese Liste verbürgt nicht, daß eine genannte Agentur seriös ist. Es gibt wie überall im Geschäftsleben schwarze Schafe, denen nur daran gelegen ist, dem ahnungslosen Kunden das Fell über die Ohren zu ziehen. Jungautoren sind im Literaturvermarktungsgeschäft unerfahren und gutgläubig. Das ruft Abzocker jeder Art auf den Plan. Es ist auch nicht jederzeit gewährleistet, daß eine Agentur mit dem Verlag automatisch den günstigsten Vertrag für den Autor aushandelt. Mancher Autor muss daher nicht selten sogar noch einen Rechtsanwalt bemühen, um seine Minimal-Interessen zu wahren. Ja, es ist nicht einmal immer die Gewähr vorhanden, daß der Agent sich überhaupt ernsthaft um einen Verlag für den Autor bemüht. Drum prüfe, wer sich ewig bindet! Unter Umständen ist es besser, man nimmt von Anfang an einen Rechtsanwalt, der erst einmal den Wahrnehmungsvertrag mit dem Agenten prüft und dann auch den Vertrag mit dem Verlag. Der Rechtsanwalt sollte sich in dem Sondergebiet Urheberrecht auskennen (leider, leider selten!). Wie findet man eigentlich geeignete Anwälte in der Umgebung seines Wohnortes? Man kann es im Internet versuchen:

    Es gibt jede Menge frustrierter Autoren! Geschäftemacher nutzen das aus. Die Zahl der skrupellosen Abzocker wird von Tag zu Tag größer. Jeder Autor sollte sich daher nicht nur einmal fragen, ob sein Opus wirklich so wertvoll ist, daß es sich lohnt, damit an die Öffentlichkeit zu gehen und sich vielleicht manchen bösen Ärger einzuhandeln. Der Markt ist total überfüllt! Nur das Besondere in der Literatur hat noch eine kleine Chance. Belangloses und Beliebiges kann man gleich in der Schublade lassen, es will eh keiner. Der Inhalt sollte möglichst aktuell sein, sollte z. B. einen bestürzt machenden Bezug zur Gegenwart erkennen lassen. Darin liegt jedoch keine Hürde, man kann das bekanntlich in jedem Genre, gleich, ob im gewöhnlichen Wald-und-Wiesen-Roman, im historischen Roman, in Krimi, Fantasy oder Science Fiction - der Bezug zu unseren heutigen Problemen lässt sich überall herstellen.
    Ein charakterfester Schriftsteller sollte zudem den fast immer unaufrichtigen und letzten Endes auch todlangweiligen "politisch korrekten" Konformismus scheuen wie ein Vampir den Knoblauchsgeruch. Denn nur der Aufmüpfige ist für das Publikum noch interessant, nicht derjenige, der sich irgendeinem, für jede Epoche höchst degoutanten "Zeitgeist" anschleimt und den jeweiligen, oft recht fragwürdigen Machthabern nach dem Maul redet. Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!
    Die Misere wird indessen nicht überwiegend durch "böse" Literaturagenten oder Verlage verursacht, sondern vor allem durch die Naivität und Kritiklosigkeit sehr vieler Skribenten und Jungautoren selbst. Viele glauben ernsthaft, wenn sie nur erst mal einigermaßen das Schreiben erlernt haben, dann kann der Weg zum faszinierenden Schriftsteller nicht mehr weit sein. Wieso sind viele junge Leute (auch unter denjenigen, die unsere deutsche Literatur eigentlich nur vom Hörensagen kennen) so felsenfest davon überzeugt, daß sie ohne alle Voraussetzungen zum fiktiven Schreiben berufen seien? Wer Belletristik in deutscher Sprache hervorbringen will, der muss doch wohl zuvor deutsche Literatur erst einmal intensiv kennenlernen, sein Gefühl für die deutsche Sprache schärfen und sich einen umfangreichen, ausdrucksstarken und "lebendigen" Wortschatz zulegen, das heißt, einen der ihm jederzeit unmittelbar zur Verfügung steht.
    Unter "Literatur" ist, wie alle wissen, nicht jeder Groschenroman zu verstehen. Doch selbst für das Schreiben von Groschenromanen ist ein Fundament an sehr soliden grammatischen und stilistischen Kenntnissen erforderlich, vor allem aber muss man doch erst einmal wissen, wie eine spannende Story aufgebaut wird. Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun - das geht immer schief.
    Es soll Jungautoren geben, die noch nie ein Buch der eigentlichen, diskutablen Literatur gelesen haben, sondern höchstens aus fremden Sprachen schlecht übersetzten und gewöhnlich auch schlecht geschriebenen Trash an: "Fantasy", "Love Stories", "Science Fiction", "Gothic", "Magical rubbish" oder "Crime Novels". Infolge einer katastrophalen Fehleinschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten glauben sie, nun könnten auch sie einen Roman verfassen. Es genügt jedoch bei weitem nicht, Phantasie zu besitzen. Schreiben ist ein Handwerk wie jedes andere, und wenn man darin erfolgreich sein will, muss man es lernen - sogar wenn man nur ganz gewöhnliche Schundromane zu schreiben gedenkt. Es gibt hierfür Kurse und ähnliches, aber auch zahlreiche ausgezeichnete Bücher ( siehe unten) und Anleitungen, man braucht sie nur zu studieren. Man hat schon von Literaturagenten gehört, die ihren Beruf an den Nagel hängten, weil sie es einfach nicht mehr ertragen konnten, Tag für Tag den hanebüchenen Müll zu lesen, der ihnen von ungezählten, sich selbst überschätzenden Anfängern auf den Tisch flatterte. Nur ganz wenige Texte lassen sich (und auch das nur nach einer radikalen Überarbeitung) überhaupt einem Verlag vorlegen.
    Der häufigste Fehler, den Erstautoren begehen, ist in der Tat die unkritische Überbewertung ihres literarischen Produkts von seiner formalen Seite her, das heißt, die Fehlbeurteilung seiner Sprachgestalt und Sprachgewalt. Der Grund für diese hochgradig naive Selbstüberschätzung ist nicht schwer zu finden: dem Anfänger, auch dem begabten, fehlen heute mehr denn je oft die Maßstäbe. Nur wer viel liest besitzt sie. Nach und nach bildet sich ein untrügliches Gefühl für die Sprache aus, das sich durch reine Verstandestätigkeit nie und nimmer ersetzen lässt. Vor allem die großen Könner muss man lesen, ihren Satzbau studieren, die Abfolge der Perioden, ihre reichen, vielfältig farbigen Ausdrucksmöglichkeiten, muss ihren Sprachrhythmus kennenlernen! Hierzu deutsche Übersetzungen irgendwelcher fremdsprachiger Spitzenschriftsteller zu lesen ist nutzlos. So lernt man höchstens die Ausdrucksmöglichkeiten des jeweiligen Übersetzers kennen. Kongeniale Spitzenleute sind auch auf dem Gebiet der Übertragung von Belletristik äußerst selten.
    Mit dem Mangel an ausreichendem Sprachvermögen in der Muttersprache hängt die völlige Unterschätzung der grammatisch stilistischen Erfordernisse eng zusammen. Wem die Fähigkeit zu einer annehmbaren sprachlichen Gestaltung völlig abgeht, wird die Bedeutung der ästhetischen Sprachgestalt und überkommener Regeln überhaupt leugnen oder eigene "Regeln" aufstellen wollen! Es ist die typische Haltung von großmäuligen, lernunwilligen Möchtegernautoren, denen es gewöhnlich vor allem an Selbstdiziplin fehlt. Die Botschaft der Sprachgemeinschaft an solche Schreiberlinge lautet: Wir verzichten gern auf eure Werke! Es ist wie in der Oper: Wer nicht singen kann, den lässt man gar nicht erst auf die Bühne - höchstens ins Show-Geschäft oder zum Tingeltangel. Diese Leute wissen gar nicht, wozu Sprachregeln eigentlich gut sein sollen, vor allem wissen sie nicht, daß sie der Eindeutigkeit einer sprachlichen Aussage dienen. Letztere kann trotzdem redundant sein. Wenn nicht dem Ungeschick des Schreibenden entsprungen, dient Redundanz zumeist einer besonderen Art von literarischer Ästhetik.
    Nochmals: Nicht wenige glauben, sie könnten schöngeistige Literatur verfassen, ohne es je gelernt zu haben und ohne richtige Leseratten und Liebhaber der schöngeistigen Literatur zu sein. Indes, von Nichts kommt Nichts und von Trash kommt Trash und Tinnef. Den will aber kein seriöser Verlag, denn so etwas lässt sich naturgemäß nur an ein literarisch ganz indiskutables und ziemlich literaturfernes Publikum verkaufen. Gewiss, auch mit Literatur-Müll wird Geld verdient und viele Hintertreppenverlage veröffentlichen nichts anderes. Aber hofft ein ambitionierter Jungautor wirklich auf den Beifall eines unbedarften Publikums? Wer Erfolg in der ernstzunehmenden Literatur-Szene haben will, der muß nun mal viel lernen und üben, da hilft alles nichts. Warum auch nicht? Es macht doch Spaß, zu lernen, wie man gut und immer besser schreibt! Und ohnehin: Genies sind ganz, ganz selten... Vieles kann man durch großen Fleiß erwerben, durch das Studieren einschlägiger Bücher, durch ständige Übung, durch Diskussionen mit Gleichgesinnten und erfahrenen Autoren, durch Lehrgänge, z. B. an der Volkshochschule. So wird man vielleicht einmal ein guter Groschenromanschreiber oder auch zu einem der bekannten Vielschreiber, die Hunderte von Trivialromanen verfasst haben und eines Tages als Multimillionäre sterben. Was zum Teufel fehlt einem Autor dann aber noch zum ernstzunehmenden Literaten einer Nation? Denn Schreiben ist, das liegt im Wesen der Sprache, stets etwas Nationales, auch wenn es manchen Multikulti-Freaks und "vaterlandslosen Gesellen" nicht in den politisch verquasten Kram passen sollte. Man erkennt es allein schon daran, daß selbst hervorragende Übersetzungen keinem Original gleichkommen. Das gilt natürlich nur für wirkliche Literatur, nicht für Trivialliteratur.
    Was heißt überhaupt: "gut schreiben"? Es gibt angeborene Erzähltalente, die aus dem Hut umwerfend gut zu erzählen wissen und - wenn sie wollten - auch gut schreiben könnten. Sie brauchen Ausbildung. Doch private Schreibschulen, mit Ratschlägen von zumeist drittklassigen Schreiberlingen, die ihrerseits mit ihren Werken erfolglos geblieben sind, schaffen keine Lösung, bewirken oft sogar mehr Schaden als Nutzen. Denn, außer Trivialität, lauert eine weitere Gefahr: Nicht nur anödender Trash ist zweitrangig, sondern auch ein steriles Bildungsbürgerdeutsch. Es wartet mit hohlen Redensarten statt mit gedanklicher Substanz auf und massenhaft mit ebenso ungewöhnlichen wie überflüssigen Worten. Es trägt seine Phrasen vor sich her, als wären es Monstranzen, die man dem staunenden Volk zeigt. Es umgibt sich mit fremdsprachigen Plattheiten wie mit liturgischen Weihrauchfässchen, um damit sich selbst zu beweihräuchern und staunenden Tölpeln zu imponieren.
    Allen Adepten der Schriftstellerei, die keine geborenen Erzähler sind, wird man nur empfehlen können: lesen, lesen und nochmals lesen... vielleicht wird dann mal was draus. Und: suche die Gesellschaft von Leuten, die gebildeter sind als du, dulde nicht die Kumpanei von jenen, die roh und unwissend sind und ohne jeden Schliff. Zumindest dann nicht, wenn du gut schreiben lernen willst.
    Meine Ratschläge gelten übrigens nicht für leidlich arrivierte Kleinliteraten. Manche von ihnen, wie die Verfasserin von Eso-Schrott und Steinzeit-Mystik Petra van den Kronenkork, fühlen sich davon sogar ganz schlimm gelangweilt. Dementsprechend äußerte sie sich im Forum "Wie finde ich einen Verlag" von Coroner's Homepage. Wer aber wissen will, wie man auf gar keinen Fall schreiben sollte, der lese Petra van den Kronenkorks unfreiwillig komischen Schundroman "Das unanständige Geheimnis Ottiliens". Er erschien in einem Verlag, der bis 1945 ein Hauptvertreter des nationalsozialistischen Schrifttums mit Sitz in Jena war und seit 1988 als Gruselroman-Spezialist von einem Münchener Haus übernommen wurde.
    Um sich dagegen von jeder peinlichen Wald- und Wiesen-Trivialität fernzuhalten, studiere man auf Coroner's Homepagevor allem den berüchtigten Artikel:

    Er gehört inzwischen zur ehernen Grundlagenliteratur des Instituts für Publizistik u. Kommunikationswissenschaften der FU Berlin und wird dort von den Studenten für ihre Seminararbeiten ganz gehörig ausgeschlachtet ;-)
    Was aber fehlt denn nun dem trivialen Schreiberling? Es ist nicht allein die elegante Leichtigkeit und die unablässig und freudig erstrebte Vollkommenheit in der Muttersprache, nicht die fast unbegrenzte Allgemeinbildung, nicht allein die Liebe zu allen Künsten - es ist vor allem auch die makellose, integre Persönlichkeit, es ist ein aufrechter, kerniger, wahrhaftiger Charakter. Der Mangel an persönlicher Integrität ist es unter anderem, der kaum zulässt, daß es heute - mit wenigen Ausnahmen - unter den arrivierten Literaten in Deutschland große Schriftsteller gibt, allenfalls Talente. Indessen, eine integre, großzügige Persönlichkeit mit aufrechtem Charakter zu sein muss durchaus nicht heißen: frei sein von Schwächen. Ein jeder hat seine Neurosen, vor allem jeder Schriftsteller und Künstler - im Gegenteil: ohne Neurosen, als Stachel im Fleisch, in der Seele, kommt oft nichts Rechtes zustande; so einfach kann es sein. Charakter und Persönlichkeit lassen sich zur Not noch erwerben, falls man sie nicht schon von zuhause mitbekam, aber es ist weiß Gott sehr viel schwerer, als das Erlernen des professionellen Schreibens. Nun soll hier gewiss niemand entmutigt werden, denn: man erreicht alles, wenn man Verstand, Anstand, Mut, Kraft und vor allem das nötige Know-how hat. Schlaue notorische Dünnbrettbohrer allerdings, das muss auch immer wieder gesagt werden, sind ohne Chance.
    Noch etwas sollte jeder Autor beherzigen: Der Inhalt eines Werkes (die Fabel, Story) ist in der schöngeistigen Literatur nicht unwichtig, aber durchaus zweitrangig. Literatur lebt vor allem aus der fesselnden, strahlenden Sprache und der tiefinneren Aufrichtigkeit des Autors! Wer nicht um der Sprache Willen schreibt, sondern nur um ein paar Pfennige zu verdienen oder um irgendeine, womöglich belanglose Geschichte zu erzählen, die keinen aufregt oder gar um eine "Message rüberzubringen", der sollte lieber die Finger davon lassen. Wer seine Muttersprache nicht in besonderer Weise liebt, sondern stattdessen mit ihr im ständigen Clinch liegt, der ist kein Schriftsteller. Zumindest ist er es noch nicht. Er sollte zunächst lesen, lesen und nochmals lesen, sich fragen, warum ihm gerade dieses oder jenes Buch gefällt, sollte sich die Gründe dafür klarmachen, sich häufig das Grammatikbuch und die Stil-Lehre vorknöpfen, üben, üben und nochmals üben und so sein deutsches Sprachgefühl trainieren, wie ein Bodybuilder seine Muskeln. Die heutige moderne Textverarbeitung auf einem Computer ermöglicht es uns, am Wort, an den Sätzen, am Manuskript zu arbeiten wie ein Bildhauer an einer Statue... Ist das nicht phantastisch? Günter Grass mit seiner uralten Schreibmaschine hat davon noch keine Ahnung. Wer sich als Schriftsteller allem Neuen zu verschließen trachtet, der verspielt seine Zukunft. Den Literaturnobelpreis bekommt man dann allerhöchstens noch aus Gnade und Barmherzigkeit sowie auf Empfehlung von Reich-Ranicki, weil einem vielleicht die alte Tabakspfeife so hübsch zu Gesicht steht. Wie leicht wird man dann mit der Pfeife verwechselt!
    Doch wieder zurück zu uns gaaaanz Jungen, den 89ern!
    Erst viel später, wenn man schon geübter ist, und nach einem gewissen Reifungsprozess lohnt sich ein erster Versuch, an die Öffentlichkeit zu treten. Wer da glaubt, er könne ohne viel Mühe einen genialen Text "hinhauen", der haut gewöhnlich daneben. Gut zu Schreiben bedeutet Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit und außerdem ständige, harte Selbstkritik. Gerade darin liegt das Vergnügen - ein Faulpelz wird es nie begreifen. Man muss auch lernen, fremde Kritik zu akzeptieren, wenn sie aufbauend und ehrlich ist. Doch von neidischer oder arroganter Häme darf man sich nie entmutigen lassen!usw usw usw. Es folgen weitere 6 Seiten, die ich aus Platzgründen abgeschnitten habe

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Tipps und Erfahrungen...

    Zum Thema Fremdwörter: ich habe da mal was interessantes gefunden, wobei mir besonders der erste und der letzte Satz gefallen.
    Wichtig für die Wahl eines Wortes ist immer seine Leistung, nicht seine Herkunft. Fremdwörter haben in der deutschen Sprache verschiedene Funktionen:
    • Sie ermöglichen inhaltliche Nuancierung durch Hervorrufung spezifischer Assoziationen: cholerisch/reizbar, Exkursion/Ausflug, fair/anständig, Praktikum/Übung, Präludium/Vorspiel, simpel/einfach, autokratisch/selbstherrlich. Unerwünschte Assoziationen oder nicht zutreffende Vorstellungen können durch Fremdwortgebrauch vermieden werden (Passiv statt Leideform, Substantiv statt Hauptwort, Verb statt Tätigkeitswort). Durch so genannte Bezeichnungsexotismen, Wörter, die auf Sachen, Personen und Begriffe der fremdsprachigen Umwelt beschränkt bleiben (z. B. Bagno, Garrotte, Iglu, Kreml, Torero), kann wirkungsvoll ein kulturspezifisches Kolorit erzeugt werden. Daneben vermögen Fremdwörter ein bestimmtes Lebensgefühl zum Ausdruck zu bringen: »Ich muss nur eben noch schnell mein Handy catchen, dann sind wir weg, okay?« Wer so redet, möchte jugendlich, dynamisch, zeitgemäß (trendy) und weltläufig wirken, und dazu dienen heute vor allem englische Fremdwörter (Anglizismen).
    • Fremdwörter erlauben eine Nuancierung der Stilebenen (Portier/Pförtner; transpirieren/schwitzen; ventilieren/überlegen). Sie können verschiedene Stilhöhen erzeugen: eine gehobene (kredenzen/einschenken, Preziosen/Schmuckstücke), eine neutrale (Ekstase/Verzückung, produzieren/fertigen), aber auch eine umgangssprachlich-jargonhafte (Job/Arbeit, Krawall/Aufruhr). Nicht selten erscheint das Fremdwort eleganter, da pointierter (Ausweichmöglichkeit – Alternative), bisweilen auch klanglich besser zum Wortsinn passend (Attacke/Angriff). Auch subjektive Haltungen und Einstellungen kann es zum Ausdruck bringen, sowohl positive (phänomenal/außergewöhnlich, professionell/beruflich) als auch negative (krepieren/verenden, Visage/Gesicht). Spezifische Schattierungen sind möglich: Elaborat wirkt in seiner Abwertung distanzierter als Machwerk, Defätismus klingt kritischer als Mutlosigkeit, Gazette hat im Gegensatz zu Groschenblatt eine Spur Ironie.
    • Fremdwörter haben versachlichende Funktion und ermöglichen dadurch das taktvolle Sprechen über heikle, unangenehme oder tabuisierte Themen wie beruflichen Misserfolg (Demission statt Kündigung, illiquid statt pleite), Krankheit (Epilepsie statt Fallsucht, Inkontinenz statt Bettnässen, Psychiatrie statt Irrenanstalt) oder Tod (letal statt tödlich, Exitus statt Tod). Insbesondere für den Sexualbereich fehlen im Deutschen vielfach neutrale, d. h. stilistisch nicht markierte einheimische Wörter, so dass Fremdwörter wirkliche Bezeichnungslücken schließen können: koitieren, Penis, Hoden, Vagina.
    • Fremdwörter ermöglichen die Anspielung auf Bildungsinhalte: Ausdrücke wie Danaergeschenk (›Unheilsgabe‹), Judaslohn (›Lohn für Verrat‹), Ostrazismus (›Urteil durch eine Volksversammlung‹), Pyrrhussieg (›Scheinsieg‹), Schibboleth (›Erkennungszeichen‹), Tantalusqualen (›Hungerqualen‹) weisen über ihre unmittelbare Bedeutung hinaus. Sie stellen Wissensappelle dar und haben dadurch sozial integrierende bzw. ausgrenzende Funktion.
    • Fremdwörter können eine Signalfunktion haben, d. h., sie können Aufmerksamkeit erregen. So finden sich Fremdwörter (vor allem Anglizismen) häufig in der Kommunikationsbranche, im Marketing und in der Werbung (Business Class, Global Call, New Economy, Service Point).
    • Fremdwörter ermöglichen Variation im Ausdruck. Um störende Wiederholungen zu vermeiden, gibt es zum Fremdwort oft keine Alternative: Enthaltsamkeit – Abstinenz; Fehlgeburt – Abortus; Feinkost – Delikatessen; Grillfest – Barbecue; Leitartikler – Kolumnist; Mitlaut – Konsonant; Mundart – Dialekt; Nachtisch – Dessert; Preisgericht – Jury; Rechtschreibung – Orthographie; Reifezeugnis – Abitur; Spielleitung – Regie; unterrichten – informieren; Wochenende – Weekend.
    • Fremdwörter ermöglichen Präzision und Kürze. Diese erfüllen stilistisch zwar keinen Selbstzweck, können aber in bestimmten Redesituationen oder Textsorten (z. B. in der Fachsprache) wünschenswert sein. Manche Fremdwörter, vor allem Fachwörter, lassen sich überhaupt nicht durch ein einziges deutsches Wort ersetzen; oft müssten sie umständlich umschrieben werden (Aggregat, Automat, Elektrizität, Politik).
    • Auf syntaktischem Gebiet ermöglichen Fremdwörter eine ausgewogene Verwendung des Satzrahmens. Fremdsprachliche Verben geben dem deutschen Satz oft aufgrund ihrer Untrennbarkeit einen anderen Aufbau. Die Satzklammer fällt weg. Das muss nicht besser, kann aber übersichtlicher sein und bietet auf jeden Fall eine Variationsmöglichkeit (z. B. »Klaus zitiert bei solcher Gelegenheit seine Frau«/»Klaus führt bei solcher Gelegenheit seine Frau/einen Ausspruch seiner Frau an).
    All diese stilistischen Funktionen des Fremdworts sind zu berücksichtigen, wenn es um die Frage eines differenzierten Sprachgebrauchs geht. Fremdwörter grundsätzlich meiden zu wollen, hieße auf vielfältige sprachliche Möglichkeiten zu verzichten.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rund um Literatur, Alt...

    Kennt jemand die Literaturagentur Schick aus Leverkusen und hat etwas dazu zu berichten?
    Peter T.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Ablage Politikforum -...

    Die Türkei will mit aller Macht in die EU eintreten. Der Kanzler macht blumige Versprechungen, die CDU, allen voran Frau Merkel, ist dagegen.
    Was sagt Ihr dazu? Soll die Türkei Mitglied werden oder soll sie nicht?
    Ein Staat, der mal gerade 3% seiner Fläche in Europa hat, die restlichen 97% sind bereits Asien.
    Wenn die Türkei Mitglied wird, warum denn nicht auch (z.B.)Japan?
    Peter T.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rund um Literatur, Alt...

    Hallo Leute,
    möchte hier mal etwas zur Diskussion stellen, was ich bereits privat mit einigen von uns diskutiert habe. Es gibt da jemand, der der Meinung war es hier offen zu diskutieren, um zu erfahren, was andere davon halten. Bei entsprechender Resonanz könnte wir diese Seite daraufhin erweitern. Es geht darum, hier einen neuen Menüpunkt einzustellen, in dem Rezensionen (Buchbesprechungen) veröffentlicht werden. Der eine oder andere wird vielleicht schon eine Rezension seines oder seiner Werke haben (so wie ich). Wenn nicht, könnten wir unsere Werke gegenseitig rezensieren. Was haltet ihr davon? Wer da noch keine Erfahrung damit hat, kann sich im nachfolgendem Beispiel mal ein Bild davon machen, wie so eine Buchbesprechung aussehen könnte. Es handelt sich um die Besprechung meines Erstlings, wie sie auch bei Amazon zu finden ist. Natürlich kann sie auch viel kürzer sein und ganz anders aussehen. Aber urteilt selbst.
    Rezension „Das Schicksal wollte es anders"
    Zum Inhalt: Michael Schade, ein junger Mann, lebt mit seiner Mutter allein in der DDR. Von seinem Vater, den er nicht kannte, erbt er ein Haus in der Bundesrepublik. Die Behörden lassen ihn zur Klärung seiner Erbschaftsangelegenheit in die BRD reisen. Zurückgekommen beginnt er akribisch seine Flucht in den Westen vorzubereiten.
    Er ist ausgezogen um sein Glück zu machen, kommt sich aber vor, als wäre er ausgezogen um das fürchten zu lernen.
    Erzählt wird die Geschichte seiner Einbürgerung, von den Problemen, die er sich stellen und von den schweren Schicksalsschlägen, die er immer wieder erdulden muss. Eine facettenreiche Geschichte, ein dramatischer Schicksalsroman, bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.

    Um es gleich vorwegzunehmen, das Versprechen, was der Autor dem Leser mit dem letzten Satz gibt, wird eingehalten. Ich habe selten einen Roman gelesen, der mit so viel Gefühl und Sinneseindrücken geschrieben wurde. Parallel dazu bekommt man noch einen Einblick in das Leben der DDR, zwei Jahre vor der Wende. Dies dürfte nicht nur für den Altbundesbürger, sondern auch für die jungen Leute von heute interessant sein, denn die Ereignisse seiner Zeit geben dem Leser eine lebendige Referenz der Dinge.
    Die Prämisse ist bei diesem Buch ganz klar umrissen: ergib dich nie deinem Schicksal. Der Autor zeigt, wie gnadenlos das Schicksal zuschlagen kann. Dem Held der Geschichte bleibt nichts erspart und das Schicksal weiß immer noch einen oben drauf zu setzen. Aber der Held wäre kein Held, wenn er nicht dagegen kämpfen würde. Da heißt es nicht umsonst: Er ist ausgezogen um sein Glück zu machen, kommt sich aber vor, als wäre er ausgezogen um das fürchten zu lernen. Hinzu kommt die Unverständlichkeit und Ablehnung mancher Wessis dem Helden gegenüber und das nur, weil er ihrer Meinung nach auf der falschen Seite der Grenze geboren wurde. Gekonnt hält der Autor dem Leser den Spiegel vor die Nase und so manch einer wird sich in einem der zahlreichen Charaktere wieder erkennen. Nicht umsonst schreibt er: Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen waren nicht beabsichtigt, aber es wird nicht zu vermeiden sein, dass der eine oder andere glaubt, sich wieder zu erkennen.
    Ich habe selten so intensiv mit dem Helden gelacht, mich gefreut, gelitten oder geweint. Der Autor hat es drauf, das Buch interessant sein zu lassen, er lässt den Leser schmunzeln, dann wieder traurig sein und das in einer Art, die einfach schön ist. Seine Schreibweise ist flüssig. Hätte meine Zeit gereicht, ich hätte das Buch an einem Stück gelesen (und das bei immerhin 400 Seiten).
    Gnadenlos räumt der Autor mit Vorurteilen auf und klärt dem Leser in seinem Buch, über die Missstände der ehemaligen DDR auf. Versäumt aber auch nicht, darzulegen, dass die BRD nicht als goldenes Gegenstück zu sehen ist.
    Dieses Buch möchte ich jeden empfehlen, der eine Lektüre sucht, die informativ, spannend und zugleich aufklärend ist. Ganz besonders möchte ich es jenen ans Herz legen, die in ihren Köpfen immer noch jene berühmte Mauer haben. Wer dies Buch gelesen hat, wird schlauer sein, ihn wird ein Licht aufgehen und er wird vieles leichter und besser verstehen, was er sonst nur vom Hörensagen her kennt.
    Bernd Koch

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rezensionen, Einstelle...

    Verfasser: Peter Seggebäing

    Das eine Rezension auch einmal ganz anders aussehen kann, zeigt diese Mail.
    Ja, Peter, ich weiß gar nicht, was ich zu deinem Huren Roman sagen soll. Wenn man Dich so kennt, kann man sich gar nicht vorstellen, das dieser Peter Ternes mit dem Autor Peter Ternes identisch ist. Ich meine, das ist sicherlich ein Trivialroman, gut geschriebene Unterhaltung, ein Bericht aus einem besonderen Milieu, interessant, glaubhaft und gekonnt geschrieben, schlüssige, nicht an den Haaren herbei gezogene Handlung, sehr gut geschriebene Dialoge. Ein Buch, dass sich einfach so weg liest. Es kommt ganz selten vor, dass ich mich mal am Tage in eine Ecke oder einen Sessel verkrümele und nur lese. Dann muss es schon ein ganz besonderes Buch sein. Aber ich merke, wenn mich ein Buch interessiert, wie Deins, und es zudem gut lesbar, weil gut geschrieben ist, dann kann ich wohl auch sehr schnell lesen. Endlich mal etwas, was einen wieder ein bißchen geistig fordert.
    Wie hast Du Dir das alles zurecht gelegt? Musst doch viel drüber gelesen oder recherchiert haben. Das kann doch kein reines Phantasieprodukt sein! Ich weiß gar nicht, ob ich so etwas schreiben könnte. Aber vielleicht muss man nur mal ein Ideengerüst haben und darauf los schreiben, dann entwickelt sich das vielleicht so nach und nach. Oder sehe ich das falsch?
    Ich bin erstaunt, was in Dir steckt, zu welchen Stories Du fähig bist. Wie die eine Dame schrieb, aus einem Knäuel von Gedanken bist Du in der Lage ein geordnetes, strukturiertes Buch eine schlüssige Erzählung zu machen, Hut ab.
    Peter Seggebäing
    (per Email)
    "Eine Hure liebt man nicht", Peter Ternes, ISBN 3-936600-04-x

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rezensionen, Einstelle...

    Rezension zum Buch: "Helft mir zu Leben" von Gerhard Schwarz
    Verfasser: Peter Ternes
    Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, ein Buch vom Autor, Gerhard Schwarz, zu lesen. Es war das erste Buch dieses Autors und es war das erste Buch über das Thema Krebs, was ich bis dahin von ihm gelesen hatte. Der Autor beschreibt den Leidensweg einer jungen Frau, die an Krebs erkrankt und die zugleich schwanger ist. Die Liebe zu ihren ungeborenen Kindern ist größer, als die Sorge um die eigene Gesundheit, denn eine chemotherapeutische Behandlung würde den Embryonen schaden.
    Der Autor scheint über eine hohe Sachkenntnis zu verfügen, die er an seine Leser weiter gibt. Man bekommt so einen detaillierten Einblick in den Verlauf solch einer Krankheitsgeschichte und leidet quasi mit den Betroffenen mit.
    Ich kenne den Autor zwar nicht persönlich, denke aber, dass das Buch vielleicht ein paar autobiographische Züge hat und habe das Gefühl den Autor ein Stück näher kennen gelernt zu haben.
    Der Aufbau der Geschichte ist gut gelungen, der Autor geht verschiedene Wege, die sich dann später zu einem Ganzen finden. Er spricht eine klare Sprache, die auf den Leser nicht ermüdend wirkt. Eine klasse Geschichte, die nicht zu kurz oder zu lang ist und die dem Leser eine angenehme Kurzweil bietet.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Ablage Speakers Corner

    Gibt es hier auch ein paar Formel 1 Fans?
    Was sagt Ihr zu der Ferrari-Übermacht in Melburne?
    Wie hat Euch das Rennen gefallen?
    Peter

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rund um Literatur, Alt...

    Hallo zusammen,

    gestern nacht habe ich mal wieder "Wege zum Ruhm" von Robert Gernhardt aus dem Regal gezogen und die besten Stellen nochmal gelesen. Eine davon möchte ich Euch nicht vorenthalten. Es geht um ein Experiment mit Verlagen: Wie ein Verlag ein Werk erkennt - und ob überhaupt. Sehr lustig und bezeichnend. Hier ist die Stelle (S. 26-27):

    Ein altgedienter Lektor sagte mir einmal, unter tausend Einsendungen befände sich bestenfalls eine, die es wert sei, veröffentlicht zu werden; und aus meiner kurzen (1 Monat), aber intensiven (ca. 100 Manuskripte) Co-Lektorenzeit (zusammen mit F.W.Bernstein) im damaligen (1964) Verlag Bärmeier und Nikel (Frankfurt) kenne ich jene Manuskripte, denen man den langen Leidensweg durch die Verlage so deutlich ansieht, wie dem Tippelbrude sein Leben unter Brücken und in Fußgängerzonen: Fleckig und abgegriffen kamen sie in dem kleinen Verlag angehumpelt, nachdem ein großes Verlagshaus nach dem anderen ihnen die Tür gewiesen hatte, Suhrkamp, Rowohlt, Fischer ...
    Daß ein solcher Niedergang nicht immer etwas mit der Qualität des Angebots zu tun hat, darf spätestens seit dem Jahre 1968 als erwiesen gelten. Damals nahm ich als freier Mitarbeiter an einer Redaktionskonferenz der satirischen Monatsschrift >pardon< teil, auf welcher der folgende Verlags-Test ausgeheckt wurde: Man nehme zwei Passagen aus dem hinteren, nicht allzu bekannten Teil des 1632 Seiten starken Jahrhundertromans "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil, man verbinde sie zu acht einigermaßen unbeholfen getippten Manuskriptseiten, man taufe die Romanfiguren zur Sicherheit um, mache Gerda zu Helga, Ulrich zu Jürgen und Clarisse zu Brigitte, man erfinde einen Autor des Textes namens Bob Hansen, man lasse den seine Briefe mit dem Stempel >>Bob Hansen, freier Schrifsteller, z. Zt. techn. Abteilungsleiter<< versehen, man füge einen Brief des Inhalts bei, der Einsender schreibe an einem Roman und trage sich mit dem Gedanken, Vollzeitschriftsteller zu werden, und man versende das Ganze an zweiunddreißig deutschsprachige Verlage - was passiert?
    Die Antwort stand in >pardon<: 80 Prozent der Verlage verzichteten dankend. Am 17. Januar des umwitterten Jahres 1968 winkt der Suhrkamp Verlag ab: >>Ich fürchte leider, daß das, was Sie schreiben, mit unseren Vorstellungen von Literatur nicht ganz übereinstimmt<<, schreibt der Lektor Urs Widmer, dessen Plural Majestatis die Vermutung nahelegt, er habe sich zu diesem Zeitpunkt noch als Sprecher einer festgefügten, personenübergreifenden Suhrkamp-Kultur empfunden. Das freilich sollte sich bald ändern ...
    Nicht wegen ästhetischer Bedenken, >>aus verlagstechnischen Überlegungen<< mußte dagegen jener Verlag passen, zu dessen Stolz und Selbstverständnis es seit dem Jahre 1931 gehört hatte, den "Mann ohne Eigenschaften" im Verlagsprogramm zu führen: der Rowohlt Verlag. Wenn er wenigstens geschrieben hätte: Wir kaufen nicht, wir haben schon!

    Ein interessanter Artikel; so oder so ähnlich habe ich es mir vorgestellt. Wenn man selber mal wieder ein Buch liest und es nach soundsovielte Seiten entnervt zuklappt, weil eben absoluter Schwachsinn, dann fragt man sich: nach welchen Gesichtspunkten wählen die eigentlich aus? Es gibt Verlage, deren Ignoranz neuen jungen Autoren gegenüber schon an Arroganz grenzt.
    Da sind Sekretärinnen damit beschäftigt, die eingehenden Manuskripte zu sichten um festzustellen, ob da etwas Konsalikhaftes oder Simmelmäßiges drunter ist. Wenn nicht, ist jene Dame befugt das Manuskript wieder einzutüten und zurückzuschicken, ohne dass es je ein Lektor zu Gesicht bekommen hat. Die Begründungen der Absagen - wenn es denn überhaupt eine gibt - sind teilweise Haarsträubend.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Vorstellung von andere...

    Hallo,
    ich hab es endlich geschafft und meine eigene HP online gestellt. Seht sie Euch mal an. Kritik ist ausdrücklich erwünscht
    Peter
    www.peters-buchladen.de

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Rund um Literatur, Alt...

    Junge Autoren, ein Begriff, der oft gebraucht wird und der nicht das Alter eines Autoren betrifft. Ein 60-jähriger kann ebenso wie ein 20-jähriger Autor ein junger Autor sein, wenn er gerade erst mit der Schreiberei begonnen hat. Ich denke, dass das allen klar ist.
    Nun habe ich mir gerade ein Interview einer Zeitung mit dem Schriftsteller Christoph Hein reingezogen und folgendes erfahren, was ich hier zur Diskussion stellen möchte. (Im übrigen kenne ich Herrn Hein nicht und folglich auch seine Bücher nicht.)
    Zitat: alte Autoren sind bei den Verlagen nicht gefragt, da es ein ökonomisches Problem ist. Verlage suchen - wie die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft - junge Leute. Ein Verlagsmitarbeiter sagte zu Hein: „Wissen Sie, wenn wir einen neuen Autor starten müssen, dann kostet das eine Menge Geld, so dass er schon fünf, sechs Romane schreiben müsste. Das ist in dem Alter möglicherweise nicht mehr zu erwarten. Den Verlagen ist es am allerliebsten, wenn der Autor unter 25 ist und nach Möglichkeit einen Nobelpreis mitbringt."

    Was sagt ihr dazu? Zumindest erklärt es die Ignoranz der Verlage manchen Autoren gegenüber, die teilweise bereits in Arroganz übergeht. Und es erklärt, warum die Verlage eine Vita über den Autor haben wollen. Dann kann es durchaus sein, wenn ein Lektor im ersten Satz erkennt, dass es sich um einen älteren, jungen Autor handelt, dass das Manuskript unbesehen wieder eingetütet und zurückgeschickt wird.

    Frohe Ostern, Peter T.

  • Thema von AutorPeterTernes im Forum Tipps und Erfahrungen...

    Vor geraumer Zeit hatten wir uns entschieden einen neues Untermenü im Forum aufzunehmen. Völlig unkompliziert entstand der Punkt Rezensionen. Er sollte dazu dienen, Besprechungen unser eigene Werke bzw. Werke anderer Autoren, die hier nicht gelistet sind auszuführen. Bisher ist da leider nicht so sehr viel Gebrauch von gemacht worden.
    Als Nexus Meister und Initiator, möchte ich bekannt geben, dass ich zwei Beiträge aus diesem Forum gelöscht habe. Warum? Erster Beitrag hatte mit diesen Rezensionen nicht direkt zu tun und da dieses Untermenü nur den Buchbesprechungen vorenthalten bleiben soll, hatte ich mich zu diesen Schritt durchgerungen (es handelte sich mehr oder weniger um Werbung in Sachen Rezension). Beim zweiten Beispiel verhielt es sich ähnlich, auch hier wieder keine eigentliche Besprechung. Jemand war der Meinung sich hier mal wieder über andere Beiträge auskotzen zu müssen und das natürlich anonym - wie kann es anders sein. Leute, ich werde so etwas auf keinen Fall dulden, dass sich hier jemand über irgendwelche Beiträge lustig macht, oder gar deren Verfasser in beleidigender Manier angreift und ich hoffe nur, dass die anderen Nexus Meister es genauso sehen und Beiträge solcher Art rigoros da hinbefördern, wo sie hingehören: in den Mülleimer.
    In dem Sinne Euch allen einen schönen Mittwoch,
    Peter von der Ostsee.

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